US-Soldaten in Afghanistan

7. Religionen

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Qantara vom 08.11.2017

"Und es gab sie doch!"

https://de.qantara.de/inhalt/aufklaerung-in-der-islamischen-welt-und-es-gab-sie-doch

Der Nahostexperte Arnold Hottinger stellt das Buch "Islamic Enlightenment - The Struggle between Faith and Reason" von Christopher de Bellaigue vor. "Der Essayist und langjährige Korrespondent Christopher de Bellaigue stellt mit seinem neuen Sachbuch das 19. Jahrhundert in der islamischen Welt in ein neues Licht. Seine Grundthese ist, dass der islamische Nahe Osten eine echte Aufklärung durchgemacht hat." Weiter...


Freitag vom 07.11.2017

"Moderner Wahn"

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/moderner-wahn

Ali Ghandour, muslimischer Theologe am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster, untersucht die Frage, ob der Salafismus tatsächlich als "islamische Reformation" betrachtet werden könne. "Eine Reform muss nicht unbedingt progressiv sein. Das salafistische Gedankengut ruht auf einer Retropie, einer rückwärtsgewandten Utopie also, wie Richard David Precht den Begriff definiert. Salafisten sind überzeugt, dass das Verständnis der prophetischen Botschaft durch die frühen Muslime, genauer gesagt durch die ersten drei Generationen, das einzig wahre ist. Alles, was dem widerspricht, ist abzulehnen. (...) Nicht zuletzt ist in der Öffentlichkeit die Vorstellung präsent, dass der Salafismus eine Form eines 'Ur-Islams' darstellt. So eine Vorstellung ist indessen weder historisch noch theologisch haltbar und spielt den Salafisten in die Hände. Die salafistische Ideologie ist durch und durch ein Produkt ihrer Zeit. Sie erinnert uns daran, dass die Moderne auch unangenehme Seiten hat." Weiter...


Tageszeitung vom 25.10.2017

"Die Sexismusdebatte #metoo blendet religiöse Aspekte des Patriarchats aus"

https://www.taz.de/!5454694/

Der Diplompsychologe Ahmad Mansour wendet sich in der Tageszeitung gegen eine Ausklammerung religiöser Aspekte des Patriarchats in der aktuellen Sexismusdebatte. "Was ist denn mit religiös verordneter Geschlechtertrennung? Mit Frauen, die nicht einmal selbst über ihren Wohnort bestimmen dürfen? Mit Mädchen, die nicht schwimmen lernen dürfen? Mit jungen Frauen, deren Lebensentwurf durch die Familien bestimmt wird? Reden wir also darüber!" Weiter...


Deutschlandfunk vom 28.08.2017

"Der Islam kann auch untergehen"

http://www.deutschlandfunk.de/religion-der-islam-kann-auch-untergehen.886.de.html?dram:article_id=394307

Andreas Main im Gespräch mit dem Religionswissenschaftler Michael Blume über eine von ihm konstatierte allgemeine Krise des heutigen Islams, dem die normalen Gläubigen still und heimlich abhanden kommen. "(...) wir erfassen als Muslime alle Menschen, die von muslimischen Eltern abstammen. Während wir bei Christen nur diejenigen als Christen erfassen, die getauft wurden und einer Kirche angehören. Und schaut man sich das dann näher an, dann sehen wir tatsächlich, dass bei den Muslimen ein schnell wachsender Anteil Glaubenszweifel hat, mit der Religion wenig oder gar nichts mehr zu tun hat, sich von den Moscheeverbänden überhaupt nicht vertreten fühlt. Und man sieht tatsächlich, dass die Säkularisierung bei Muslimen ebenso oder sogar stärker auftritt als bei Christen. Von dem her, ja, ist da schon was dran. Wir arbeiten da einfach mit unsauberem Zahlenmaterial, aber eigentlich ist der Islam in einer Krise - auch zahlenmäßig." Weiter...


Neue Zürcher Zeitung vom 15.07.2017

"Was es braucht, den Islam mit der säkularen freien Gesellschaft kompatibel zu machen"

https://www.nzz.ch/meinung/religion-und-aufklaerung-islam-und-saekularer-staat-ld.1306174?reduced=true

Nach Ansicht von Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur in der Schweiz, ist es immer noch offen, ob im Islam eine "Schöpfungstheologie" geformt werden könne, "welche Säkularität nicht als Abfall von Gott zu verstehen vermag". "Der Islamische Staat und dessen Terror-Ableger in Europa haben liberal gesinnte Muslime auf den Plan gerufen. Sie finden mit ihren Aufrufen nach einer Neuinterpretation des Islam zu Recht im Feuilleton Resonanz, bilden jedoch keineswegs den Mainstream der muslimischen Welt ab. (...) Das Beispiel der Türkei zeigt ja, dass nach einer Zeit der Gärung Säkularität von der darunterliegenden Religion als Fremdkörper wieder abgestossen wird. Kommt es hier nicht zu einer Neubestimmung der theologischen Grundlagen, wird Religion auch für die im Westen lebenden Muslime ein Hemmschuh bleiben, der ihre Integration erschwert." Weiter...


Neue Zürcher Zeitung vom 28.06.2017

"Die Leute haben pure nackte Scheissangst"

https://www.nzz.ch/feuilleton/seyran-ates-ibn-rushd-goethe-moschee-die-leute-haben-pure-nackte-scheissang
st-ld.1303155

Claudia Schwartz hat mit Seyran Ates, der Gründerin der reformislamisch orientierten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, über die zum Teil drastischen Reaktionen islamischer Konservativer auf ihr Projekt gesprochen. "Es ist Angst, die Leute haben pure nackte Scheissangst. Sehen Sie, wir hatten in der ersten Woche so viele hässliche Reaktionen bekommen, dass viele sagen, sie schauen jetzt erst mal, wie sich das entwickelt. Die Leute werden eingeschüchtert. Einige waren auf den Bildern der Eröffnung zu sehen und wurden sofort von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt. Deshalb sind für mich auch sechs oder sieben Teilnehmer wie nun am zweiten Freitagsgebet noch ein gutes Zeichen. Solche Bewegungen haben nie mit Massen begonnen. Man darf von uns nicht erwarten, dass wir zehntausend auf die Strasse kriegen. Wir wollen anknüpfen an die einstige Aufklärung im Islam. Diese wurde damals unterdrückt. Genauso versucht man es jetzt mit uns." Weiter...


The New York Review of Books vom 22.06.2017

"The Islamic Road to the Modern World"

http://www.nybooks.com/articles/2017/06/22/islamic-road-to-modern-world/

Malise Ruthven stellt zwei Bücher vor, die einen Blick zurück ins 19. Jahrhundert werfen und sich mit der damaligen Phase einer "islamischen Aufklärung" beschäftigen. Christopher de Bellaigue wende sich in seinem Buch "The Islamic Enlightenment" gegen die verbreitete Vorstellung, dass die Modernisierung islamischer Länder ausschließlich "von oben" durchgesetzt werden musste. "According to widespread assumptions, efforts to transform Islamic nations into modern societies were mainly imposed 'from above' by Western-leaning autocrats (...) the underlying premise being that the Enlightenment was an exclusively Judeo-Christian (or post-Christian) movement that had no parallel in Islamic societies. This 'historical fallacy,' in de Bellaigue’s view, has led 'triumphalist Western historians, politicians and commentators, as well as some renegade Muslims who have turned on the religion of their births,' to insist that 'Islam [still] needs its Enlightenment.' By contrast, de Bellaigue argues convincingly that efforts to bring modern political ideas to the Muslim world had a 'natural constituency' among the educated minority and that, despite opposition, they slowly gained general acceptance". Weiter...


Die Welt vom 11.05.2017

"Wie die Religion die Islam-Skepsis in Osteuropa lenkt"

https://www.welt.de/politik/ausland/article164455890/Wie-die-Religion-die-Islam-Skepsis-in-Osteuropa-lenk
t.html

Gerhard Gnauck stellt eine Studie des amerikanischen Pew-Instituts vor, die sich mit der offenbar zunehmenden Bedeutung des orthodoxen Christentums und anderer Religionen in Osteuropa beschäftigt hat. "Nationalstolz, traditionelles Familienbild, Verurteilung von Homosexualität sind deutlich mit der Zugehörigkeit zur Orthodoxie korreliert. In orthodox geprägten Ländern vertreten religiös Ungebundene diese Position kaum seltener als orthodoxe Christen. Allenfalls Bürger unter 35 Jahren sind liberaler: Neun Prozent der jüngeren Russen sind dafür, die Homo-Ehe zu legalisieren, gegenüber drei Prozent der übrigen Bevölkerung (die Werte für Griechenland: 45 zu 19 Prozent). Bemerkenswert ist die relativ hohe Toleranz von Orthodoxen gegenüber Muslimen. Muslime als Familienmitglieder würden 28 Prozent der befragten Orthodoxen akzeptieren, als Mitbürger 68 Prozent. Dagegen sind bei den Katholiken nur 15 beziehungsweise 43 Prozent Bereitschaft vorhanden. Entsprechend begrüßen mehr Orthodoxe als Katholiken eine ethnisch und religiös vielfältige Gesellschaft." Weiter...


Neue Zürcher Zeitung vom 11.04.2017

"Weil wir nicht alle gleich sind"

https://www.nzz.ch/feuilleton/hamed-abdel-samad-und-europas-muslime-weil-wir-nicht-alle-gleich-sind-ld.10
85464

Claudia Schwartz stellt in der Neuen Zürcher Zeitung den Dokumentarfilm "Europas Muslime" vor, in dem der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad und die Journalistin Nazan Gökdemir den innermuslimischen Dialog in teilweise "heftigen" Begegnungen gesucht haben. "Erneut ein Lastwagen-Attentat, diesmal in Stockholm. Just mitten in der Arbeit an diesem Artikel schreibt sich schon wieder ein europäischer Ort ins Gedächtnis ein, mit dessen Namen – wie Bataclan oder Breitscheidplatz – sich zukünftig der Schrecken verbindet. Irritiert hält man inne. Geplant war, vom ganz normalen muslimischen Alltag in Europa zu erzählen. Aber wo gibt es noch Normalität? Ist es derzeit überhaupt möglich, über den Islam nachzudenken, ohne dass sich Terror, Schrecken und Gewalt ins Bild schieben?" Weiter...


Project Syndicate vom 04.04.2017

"Why We Need Political Islam"

https://www.project-syndicate.org/commentary/the-need-for-political-islam-by-shlomo-ben-ami-2017-04

Der frühere israelische Außenminister Shlomo Ben-Ami hält es für falsch, politische Islamisten auszugrenzen oder, wie von US-Präsident Trump angedacht, als Terrororganisation zu verbieten. Derartige Schritte würden nur zu mehr Gewalt durch radikalisierte Anhänger der betroffenen Organisationen führen. Eine politische Teilhabe von Islamisten wie in Marokko und Tunesien würde dagegen zu deren Moderation beitragen. "Where Islamist parties have been given space for political action, they have shown a capacity to take advantage of it, often advocating political participation as a superior alternative to violence. And, indeed, Islamist parties, including the Muslim Brotherhood, are engaged in legitimate political activities in several countries – activities that have often driven them to moderate their views. (...) Creating space for benign expressions of Islam in the public sphere is essential to defeat global jihadism. Only when the war against jihadism shifts from the battlefield to the political arena can Arab societies move toward a more secure and prosperous future." Weiter...


BBC vom 16.03.2017

"Islam: The world's fastest growing religion"

http://www.bbc.com/news/world-39279631

Sollten die aktuellen demographischen Trends anhalten, würde der Islam einer neuen Studie des Pew Research Center zufolge im Jahr 2070 zur weltweit größten Religion werden. Die BBC präsentiert die Prognosen der Studie in einem kurzen Video. Weiter...


The Arab Weekly vom 26.02.2017

"Shia leadership struggle ahead after Khamenei and Sistani"

http://www.thearabweekly.com/News-&-Analysis/7904/Shia-leadership-struggle-ahead-after-Khamenei-and-Sista
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Gareth Smyth weist darauf hin, dass die beiden religiösen Anführer der Schiiten im Nahen Osten, Ayatollah Ali Khamenei und Großayatollah Ali Sistani, bereits 77 bzw. 86 Jahre alt sind. Der Streit um die Nachfolge könnte insbesondere im Fall Sistanis eine politische Dimension haben, so Smyth. "The roles of the two are poles apart. Khamenei heads the Iranian state, makes important public appointments and commands Iran’s armed forces. Sistani has eschewed any direct political role in Iraq, although his views when expressed — pressing the United States for the 2005 elections, calling on Iraqis in 2014 to fight the Islamic State (ISIS), among them — have had huge effects. Sistani’s death is more likely to create a vacuum, given there is no formal means to replace him. By contrast, a new Iranian leader would be quickly appointed by vote of the Assembly of Experts, an elected body of 88 clerics. (...) Khamenei’s (...) international appeal rests on a political outlook expressed in an axis of resistance, including Lebanon’s Hezbollah, Syrian President Bashar Assad, militant Palestinian groups and some Shias in the Gulf. Hence the fears of Sunni rulers in the Gulf and among many Iraqi Shias that Sistani’s death will encourage Iranian efforts to expand influence in Iraq and elsewhere." Weiter...


Chatham House vom 21.02.2017

"Religious violence has a long history"

https://www.chathamhouse.org/publications/twt/religious-violence-has-long-history

Religiös motivierte Gewalt habe eine lange Geschichte und sei heute nicht nur auf den Islam beschränkt, stellt Oliver McTernan fest. Als Beispiel nennt er buddhistische Mönche in Myanmar, die zu Gewaltakten gegen Muslime aufgerufen haben. "The fact that all major world faiths have at times sanctioned the use of violence to protect or to promote their own sectarian interests allows religious terrorists today to claim moral justification for their actions. The faith-inspired terrorist can find in his or her religious tradition role models that give legitimacy to their own use of violence. It is not enough, therefore, for religious leaders to disown the murderous actions of their co-religionists and to denounce these terrorists as misguided fringe groups. To justify the taking of human life – whatever the circumstances – seriously questions religion’s claim that human life is a sacred gift." Weiter...


Zeit Online vom 20.02.2017

"Die stärkste Waffe des Islam ist die Liebe"

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-01/sufismus-islam-mystik-fundamentalismus/komplettansi
cht

Der pakistanischer Friedens- und Konfliktforscher Syed Qamar Afzal Rizwi rät, den Sufismus als Gegenpol zum islamistischen Extremismus zu begreifen und zu stärken. "Die Terroristen haben den Islam nicht verstanden. Mehr noch: Sie haben durch ihre rigide ultraorthodoxe Auslegung seine Bedeutung entfremdet. Der Kampf gegen den Fundamentalismus kann nur gewonnen werden, wenn man diese falsch verstandene Ideologie durch eine Annäherung an den wahren Islam ersetzt. Muslime sollten sich auf die friedliche und tolerante Auslegung des Islams konzentrieren, zum Beispiel, indem sie sich auf den Sufismus besinnen. Bisher findet das vielfältige Repertoire des Sufimus, seine Rituale und künstlerischen Werke in den Debatten über die richtige Reaktion auf den extremistischen Islamismus zu wenig Beachtung. Die aufgeklärtesten Jahrhunderte der muslimischen Zivilisation waren vom Sufismus gekennzeichnet. Daher sollte man heute die Verbreitung seiner Lehren in Schulen und Moscheen global fördern." Weiter...


Council on Foreign Relations vom 17.01.2017

"The Pacifist Tradition in West African Islam"

http://www.cfr.org/africa-sub-saharan/pacifist-tradition-west-african-islam/p38689?cid=rss-fullfeed-the_p
acifist_tradition_in_west-012017

Der Council on Foreign Relations hat das Video einer Podiumsdiskussion über die Ursprünge und Traditionen des Islams in Westafrika ins Netz gestellt. "Lamin Sanneh, the D. Willis James professor of missions and world Christianity at Yale Divinity School and professor of history and international and area studies at Yale University, discusses the origin and evolution of the Muslim pacifist tradition in West Africa highlighting Islam's role in fostering political moderation, religious tolerance, and social pluralism throughout the region." Weiter...


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