US-Soldaten in Afghanistan

9. Terrorismus, Fundamentalismus und Extremismus

suche-links1 2 .. 189suche-rechts

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.04.2019

"Wir haben ein Antisemitismusproblem"

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/mehr-vorfaelle-in-berlin-wir-haben-ein-antisemitismusproblem-1
6145634.html

Ein Bericht der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (Rias) für das Jahr 2018 hat festgestellt, dass die Zahl antisemitischer Vorfälle in Berlin zugenommen habe. "Rias-Projektleiter Benjamin Steinitz sagte, man stelle im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine wachsende Bereitschaft fest, 'antisemitische Aussagen mit konkreten Gewaltandrohungen zu verbinden'. Das finde jedoch 'nicht im luftleeren Raum' statt, sondern sei im Zusammenhang zu sehen, mit wachsenden Zahlen 'niederschwelliger' Formen von Antisemitismus. So wurden im Jahr 2018 in Berlin 831 Fälle von verletzendem Verhalten registriert, was eine Steigerung von 22 Prozent bedeute. Dabei handelte es sich um schriftliche oder mündliche Anfeindungen, Propaganda oder Veranstaltungen mit antisemitischen Inhalten. (...) Zu den Motiven und politischen Hintergründen heißt es in dem Rias-Bericht, dass diese in 49 Prozent der Fälle unbekannt seien. Von den übrigen hätten 18 Prozent, und damit die meisten, einen rechtsextremen Hintergrund gehabt, neun Prozent einen israelfeindlichen, sieben Prozent seinen aus der 'politischen Mitte' gekommen, sechs Prozent seien 'verschwörungsideologisch' motiviert gewesen, fünf Prozent rechtspopulistisch, vier 'links-antiimperialistisch' und zwei Prozent islamistisch."

Mehr lesen


Zeit Online vom 12.04.2019

"Warum ein wichtiger Zeuge die Aussage verweigert"

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-04/anis-amri-terroranschlag-untersuchungsauschuss-lka
-berlin-aussageverweigerung

Dem Berliner Oberkommissar L., der gegen den späteren Attentäter Anis Amri ermittelte, droht nun wegen der Verweigerung der Aussage vor dem Berliner Untersuchungsausschuss zum Breitscheidplatz-Anschlag Frida Thurm zufolge ein Ordnungsgeld oder sogar Beugehaft. "'Wir bewegen uns im Spannungsfeld zwischen parlamentarischem Aufklärungsinteresse und den Zeugenrechten andererseits', sagt der Vorsitzende Lenz. 'Niemand macht L. und [seinen Vorgesetzten] O. für den schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland unmittelbar verantwortlich', sagt Lux. 'Aber wir sind es den Opfern und Hinterbliebenen schuldig, die Umstände so gründlich wie möglich aufzuklären.'"

Mehr lesen


Frankfurter Rundschau vom 06.04.2019

"Eine Amoktat triggert die nächste"

https://www.fr.de/panorama/eine-amoktat-triggert-naechste-12126464.html

Die Kriminologin Britta Bannenberg, die eine Hotline zur Amokprävention betreibt, äußert sich in diesem Interview über das Profil der Gewalttäter und über Möglichkeiten, sie zu stoppen. "Auffällig ist, dass mögliche Amoktäter sehr narzisstisch, von sich eingenommen und egoistisch sind. Sie fühlen sich anderen überlegen, gleichzeitig aber auch gekränkt, gemobbt, gedemütigt oder schlecht behandelt. Knapp 20 Prozent der Anrufer können wir beruhigen, weil die von ihnen Verdächtigten aufbrausende Charaktere sind – die sagen zwar Sachen, die nicht angemessen sind, aber ihr Verhalten passt nicht zum Typus künftiger Amoktäter. Die künftigen Amoktäter planen jahrelang und wollen im Grunde den ultimativen Abgang mit hoher medialer Aufmerksamkeit inszenieren – so viele Menschen wie möglich umbringen und sich dann selber töten."

Mehr lesen


Ostsee-Zeitung vom 04.04.2019

"Online-Chats – das Spiel mit dem Hass"

http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/Politik/Online-Chats-das-Spiel-mit-dem-Hass

Anna Schughart und Jan Sternberg berichten, dass die Chatfunktion in vielen Onlinespielen auch von Rechtsradikalen und islamistischen Extremisten genutzt werde, um die eigenen Ideologien zu verbreiten. "Dabei wirkt die Kontrolle bei den Gamingplattformen trotz Nutzungsrichtlinien nicht besonders engagiert. 'Steam wird immer erst dann aktiv, wenn der öffentliche Druck steigt', sagt Politikwissenschaftler Maik Fielitz vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Uni Hamburg. So hat der amerikanische Konzern laut Fielitz viele der Pro-Christchurch-Attentat-Gruppen geschlossen. Doch ein engagiertes Durchgreifen – oder klares Bekenntnis – gegen rechte Propaganda sieht anders aus. Laut der US-amerikanischen Spielewissenschaftlerin Megan Condis ist es kein Zufall, dass ausgerechnet Videospielnutzer für rechte Botschaften überdurchschnittlich oft empfänglich sind. Sie sagt: 'Die Videospielkultur ist ein besonders attraktiver Ort für Rekrutierungen.' Denn obwohl viele – sehr unterschiedliche – Menschen spielen, versteht man unter 'Gamern' landläufig noch immer vor allem weiße, heranwachsende Nerds. (...) Verfassungsschützer warnen bereits vor den Netzwerken in den Spielechats – und fordern mehr Befugnisse für die Onlineüberwachung. Die Dienste wollen endlich auch Zugang zu verschlüsselten und geschützten Chats bekommen."

Mehr lesen


New York Times vom 04.04.2019

"Anti-Semitism Is Back, From the Left, Right and Islamist Extremes. Why?"

https://www.nytimes.com/2019/04/04/world/europe/antisemitism-europe-united-states.html

Der Antisemitismus trete heute in den USA und Europa verstärkt in politischen Bewegungen auf, die sonst kaum etwas gemeinsam haben, stellt Patrick Kingsley ernüchtert fest. "The accumulated incidents in Europe and the United States have highlighted how an ancient prejudice is surging in the 21st century in both familiar and mutant ways, fusing ideologies that otherwise would have little overlap. The spike is taking place in a context of rising global economic uncertainty, an emphasis on race and national identity, and a deepening polarization between the political left and right in Europe and the United States over the conflict between Israel and the Palestinians. 'There’s an ideological pattern that is common,' said Günther Jikeli, an expert on European anti-Semitism at Indiana University. 'The world is seen as in a bad shape, and what hinders it becoming a better place are the Jews.'"

Mehr lesen


The American Conservative vom 03.04.2019

"The Age of the Lone Wolf Terrorist"

https://www.theamericanconservative.com/articles/the-age-of-the-lone-wolf-terrorist/

Steven Metz führt das von einigen Experten ausgerufene neue Zeitalter des "Lone Wolf"-Terrorismus auf den bisher ersatzlosen Niedergang traditioneller gesellschaftlicher Strukturen zurück, die insbesondere jungen Männern in der Vergangenheit ethische Normen vermittelt hätten. "For a range of reasons, we live in an epoch of anomie, as traditional authority structures of all types, from religious institutions to news broadcasts to political leaders, have become less effective at instilling and enforcing ethical norms and at providing a structure for individual meaning, self-identification, and belonging. This has particularly affected young men, who generally need structures outside the family and want to see themselves as heroic protectors of something. The result is a dark pool of people — mostly young men — who, without traditional authority structures, have become lost, angry, and alienated. The vast majority eventually outgrow this. Some find non-pathological structures of which they are able to see themselves as heroic protectors. Others deflect their anger and alienation via an alternative framework, whether as an athlete or sports fan, or through entertainment like video games and superhero movies, or through a network of friends. Some find fulfillment in faith. Some turn to gang membership. But a few cannot manage or redirect their anger and alienation and choose instead to politicize it. Some of these are drawn to extremist ideologies. A small number with particularly demanding demons turn to violence."

Mehr lesen


Bundesamt für Verfassungsschutz vom 31.03.2019

"Antisemitismus im Islamismus"

https://www.verfassungsschutz.de/de/oeffentlichkeitsarbeit/publikationen/pb-islamismus/broschuere-2019-03
-antisemitismus-im-islamismus

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat im März die Broschüre "Antisemitismus im Islamismus" veröffentlicht, um auf antisemitisches Gedankengut in islamistischen Organisationen und Strömungen aufmerksam zu machen. Im Fazit des Berichts heißt es: "Die Erfassung dieser Vorkommnisse belegt, dass antisemitische Ereignisse mit islamistischem Hintergrund in Deutschland keine Seltenheit sind. Allein für den Zeitraum von Januar bis Dezember 2017 wurden mehr als 100 Vorkommnisse registriert, deren Spannbreite von antizionistischen Predigten über antisemitische Graffiti bis hin zu verbalen und körperlichen Attacken gegen Einzelpersonen reicht. (...) Bemerkenswert ist zudem, dass zahlreiche Vorkommnisse durch Einzelpersonen verursacht wurden, bei denen bislang keine Hinweise auf eine Verbindung zum organisierten Islamismus vorhanden waren. (...) Solche Ereignisse legen den Schluss nahe, dass das von Islamisten verbreitete antisemitische Gedankengut zunehmend auch in muslimischen Gesellschaftsgruppen außerhalb islamistischer Organisationen anzutreffen ist. Ob es sich hierbei um eine dauerhafte Erscheinung – möglicherweise sogar einen anhaltenden Trend – handelt, bleibt abzuwarten."

Mehr lesen


Süddeutsche Zeitung vom 28.03.2019

"Dass er den Identitären gespendet hat, überrascht keineswegs"

https://www.sueddeutsche.de/politik/identitaere-christchurch-attentaeter-spende-sellner-iboe-1.4386555

Der Wiener Politikwissenschaftler Bernhard Weidinger erkennt in der Weltsicht des Massenmörders von Christchurch und der Ideologie der Identitären Bewegung in diesem Interview viele Gemeinsamkeiten. "Dass sein Blick bis Österreich gereicht hat, verblüfft etwas. Aber dass er die Identitären für eine Spende ausgesucht haben soll, ist keineswegs überraschend. Das, was der Attentäter in seinem Manifest darlegt, überschneidet sich großflächig mit der Weltsicht der Identitären."

Mehr lesen


War on the Rocks vom 26.03.2019

"Should the Names of Terrorists Never Pass Our Lips?"

https://warontherocks.com/2019/03/should-the-names-of-terrorists-never-pass-our-lips/

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat nach dem Anschlag in Christchurch verkündet, den Namen des Attentäters nicht aussprechen zu wollen. Alexander Meleagrou-Hitchens fürchtet, dass derartige Aktionen ihre wohlgemeinten Ziele nicht erreichen und stattdessen ein Vakuum schaffen werden, das von Verschwörungstheorien gefüllt werden könnte. "If one were to take Ardern’s 'oxygen of publicity' position to its logical conclusion, then there is no reason to give much attention to the attacks themselves. We can simply wipe these horrible events from our collective conscious and they will just disappear and reduce the risk of future atrocities. If only it was this easy to prevent terrorism. (...) One of the problems many people appear to have overlooked is that politicians and the media take a major risk when they refuse to confront or discuss key pieces of information relating to terrorist attacks. Conspiracy theories, and those who peddle them, are a major component of many violent ideologies and act as a driver for those who act in their name. (...) Conspiracy theories thrive on a lack of information. Where there is a gap in our knowledge of an event, the conspiracy theory proffers a phony explanation that fits with its view of the world and how it works. If legitimate sources refuse to take responsibility for informing the public of who the terrorist is, it allows the conspiracy theory the space it needs to create its own myths and lore."

Mehr lesen


Tageszeitung vom 25.03.2019

"Der 'NSU 2.0' las offenbar 'bild.de'"

http://www.taz.de/Neue-Hinweise-zu-Drohschreiben/!5582894/

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main geht der taz zufolge derzeit neuen Hinweisen im Fall der NSU 2.0-Drohschreiben nach. "Nach taz-Informationen soll in einem der Drohschreiben auf einen Bild.de-Text verwiesen worden sein. Die Ermittler wollen nun offenbar prüfen, wer alles diesen Artikel aufgerufen hat. Bei der Bild hatte der Vorgang für Aufregung gesorgt. Nach eigenen Angaben hatte man die Ermittler am Samstag abgewiesen – weil diese keinen Durchsuchungsbefehl vorgelegt hätten. 'Aufgrund des hohen Gutes des unantastbaren Informantenschutzes wird Bild niemals freiwillig Daten von Lesern oder Informanten herausgeben', teilte Bild-Chef Julian Reichelt mit."

Mehr lesen


The Times vom 24.03.2019

"Caliphate falls but its ‘crocodile’ cells plot to maul the West"

https://www.thetimes.co.uk/edition/news/caliphate-falls-but-its-crocodile-cells-plot-to-maul-the-west-hlp
hg6rgq

Die Sunday Times ist an Dokumente gelangt, die befürchten lassen, dass Terrorzellen des "Islamischen Staates" trotz der Zerschlagung der letzten Bastion ihres "Kalifats" in Syrien neue Anschläge im Westen planen. "Although western-backed forces declared victory over the last Isis stronghold in Syria yesterday, the chilling documents reveal that in defeat the Islamists plan to wreak devastation after their territorial self-declared caliphate is lost. The files show Isis plans new attacks in Europe, supporting Isis members already there. It has also planted sleeper cells across parts of Syria where it was thought to have been defeated and has formed assassination squads to target its enemies. The documents are from a hard drive dropped during a firefight between an Isis sleeper cell and local forces a month ago in a liberated area of the Syrian desert."

Mehr lesen


Zeit Online vom 23.03.2019

"Der einsame Wolf und sein digitales Rudel"

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-03/tarrant-und-die-rechtsextreme-szene

Yassin Musharbash und Holger Stark beschreiben den Attentäter von Christchurch als Teil einer globalen und gefährlichen Szene gleichgesinnter Rechtsextremisten. "Die Aufgabe des Rechtsstaats wird es sein, die Tat aufzuklären und über die Schuld zu befinden. Beides ist, juristisch gesehen, nicht sehr kompliziert. Tarrant hat sich selbst beim Morden gefilmt. Es gibt bislang keine öffentlich bekannten Hinweise auf Mittäter oder Komplizen. Trotzdem ist die Frage, ob Brenton Tarrant ein Solitär war, nicht so eindeutig zu beantworten. Denn er tötete nicht im Affekt wie ein Amokläufer. Er mordete aus erklärten ideologischen Gründen heraus. Seine Motive verknüpfen ihn mit anderen Tätern und mit einer weltweit bestehenden radikalen Szene."

Mehr lesen


suche-links1 2 .. 189suche-rechts

Hier finden Sie die Redaktion der Sicherheitspolitischen Presseschau.

Mehr lesen

Internationales

Internationales

Europa, Asien, Afrika, Amerika und weltweite Phänomene und Institutionen. Die bpb bietet ein breites Angebot zu internationalen Themen.

Mehr lesen

Online-Angebot

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

Mehr lesen auf sicherheitspolitik.bpb.de

Dossier

Innerstaatliche Konflikte

Vom Kosovo nach Kolumbien, von Somalia nach Süd-Thailand: Weltweit schwelen über 280 politische Konflikte. Und immer wieder droht die Lage gewaltsam zu eskalieren.

Mehr lesen

Zahlen und Fakten

Globalisierung

Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. "Zahlen und Fakten" liefert Grafiken, Texte und Tabellen zu einem der wichtigsten und vielschichtigsten Prozesse der Gegenwart.

Mehr lesen

Publikationen zum Thema

Coverbild Internationale Sicherheit im 21. Jahrhundert

Internationale Sicherheit im 21. Jahrhundert

Die internationale Sicherheit ist fragil und bedroht. Wie können und müssen demokratische Systeme ...

Internationale Sicherheitspolitik Cover

Internationale Sicherheitspolitik

Seit Ende des Ost-West-Konflikts hat sich die internationale Sicherheitspolitik deutlich verändert....

Zum Shop