US-Soldaten in Afghanistan

Le Monde Diplomatique


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12.09.2019

"Hongkong – Woher die Wut?"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5618884

Wird das Zurückziehen des Gesetzesentwurfs zur Auslieferung von Straftätern von Hongkong auf das chinesische Festland einen endgültigen Ausweg aus der Krise eröffnen, fragt Martine Bulard in Le Monde Diplomatique. "Die politischen Kosten wären für Peking zu hoch. Dennoch dauerte es bis zum 4. September, dass Carrie Lam ihren Gesetzentwurf zurückgezogen hat. Zudem versprach sie, den Empfehlungen eines Untersuchungsausschusses über das Verhalten der Polizei zu folgen. 'Zu wenig und zu spät', lautete die erste Reaktion der radikalsten Gruppen der Protestbewegung. Und doch gibt es erstmals Anzeichen für den Beginn eines politischen Dialogs. Dabei hoffen die Regierungen in Hongkong und in Peking, dass sich die Bewegung allmählich abnutzen wird. Das könnte sich als riskante Wette erweisen."

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08.08.2019

"Balkan: Grenzen als Geschichte und Illusion"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5602567

Jean-Arnault Dérens und Laurent Geslin warnen, dass eine vereinbarte Grenzverschiebung zwischen Kosovo und Serbien eine gefährliche Kettenreaktion auslösen könnte. "Dann müssten in einer Region, die über viele Jahre durch Krieg und Emigration ausgelaugt wurde, Teile der Bevölkerung erneut umgesiedelt werden. Und es könnten sogar alte Gespenster zu neuem Leben erwachen: die Idee eines 'Großalbaniens', dem sich die Kosovo-Albaner und auch die mazedonischen Albaner anschließen könnten, aber auch eines 'Großserbiens', das die Republika Srpska einschließen würde, also die 'serbische Entität' innerhalb des Staats Bosnien und Herzegowina. Die Verfechter dieser Lösung argumentieren, zum einen sei der Fall Kosovo einzigartig, werde also keine Kettenreaktion auslösen; zum anderen müsse man die Diskussion den Beteiligten selbst überlassen."

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08.08.2019

"In der roten Zone"

https://monde-diplomatique.de/!5613434

Loïc Ramirez berichtet in dieser Reportage über die Sicherheitslage in Kolumbien drei Jahre nach Inkrafttreten des Friedensabkommens zwischen der Regierung und der Farc-Guerilla. "In Kolumbien trat 2016 das Friedensabkommen mit der Farc-Guerilla in Kraft. Seitdem wurden landesweit hunderte Aktivisten und frühere Kämpfer ermordet. Und im ehemaligen Farc-Gebiet Catatumbo kämpfen Guerillagruppen, Drogenkartelle und Armee um die Vorherrschaft."

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08.08.2019

"Was erbt eine Frau?"

https://monde-diplomatique.de/!5613519

Akram Belkaïd berichtet über das Scheitern eines "bahnbrechenden" Gesetzesvorhaben in Tunesien, das Frauen den Männern im Erbrecht gleichstellen sollte. "Der Gesetzentwurf war ein Novum in der arabischen, aber nicht in der muslimisch geprägten Welt. Die Türkei hat sich in Bezug auf das Erbrecht schon 1923 vom islamischen Recht gelöst, und in Iran stimmt das Parlament 2004 für ein dem tunesischen Entwurf vergleichbares Gesetz – das jedoch wegen des Widerstands des Wächterrats nie umgesetzt wurde. "Nachdem Essebsis Initiative mit viel Tamtam und großer internationaler Medienaufmerksamkeit gestartet war, ist sie mittlerweile offenbar im Limbus der parlamentarischen Debatten stecken geblieben. Nach Meinung mehrerer Abgeordneter ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Gesetzentwurf noch vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Herbst zur Abstimmung kommt. Das mag auch daran liegen, dass die Frage der Gleichstellung im Erbrecht angesichts der aktuellen Probleme in den Hintergrund rückt: Tunesien steckt in einer ernsten Wirtschaftskrise, die Terroranschläge haben wieder zugenommen. Vor allem sehen viele durch den Tod des 92-jährigen Präsidenten, der als Integrationsfigur galt, die politische Stabilität des Landes gefährdet."

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09.05.2019

"Die Türkei auf dem Weg zur Seemacht"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5586515

Günter Seufert analysiert in der deutschen Ausgabe von Le Monde Diplomatique die türkische Mittelmeerstrategie. "In der Verteidigungs- und Energiepolitik verfolgt die türkische Regierung im Mittelmeer einen zunehmend aggressiven Kurs. Damit isoliert sie sich gegenüber der Nato und ihren Nachbarn. Gleichzeitig setzt Präsident Erdoğan auf Russland als neuen Bündnispartner – und kann damit innenpolitisch punkten."

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11.04.2019

"Wer entscheidet in Algerien?"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5580220

Nach dem erzwungenen Rücktritt von Präsident Bouteflika fürchten viele Algerier Akram Belkaïd und Lakhdar Benchiba zufolge, dass Armee und Geheimdienste die Macht weiterhin unter sich aufteilen werden. "Vieles wird nun davon abhängen, wie sich die Armee und die Geheimdienste verhalten. Werden die Militärs, ob in Uniform oder in Zivil, einen grundlegenden politischen Wandel akzeptieren und auf ihren Einfluss verzichten? 'Die Armee hat Angst davor, Rechenschaft ablegen zu müssen und ihre finanziellen Vorteile zu verlieren', sagt der bereits zitierte Offizier. 'Und sie fürchtet, unter die Kontrolle von Zivilisten zu geraten.' Während die algerische Bevölkerung, der viele bis vor Kurzem völlige Resignation nachsagten, eine beeindruckende Reife beweist, ist es jetzt an der Armee, die Revolution zu Ende zu bringen. Sie muss das politische Feld räumen."

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07.03.2019

"Die Karriere des Elliott Abrams"

https://monde-diplomatique.de/!5575895

Eric Alterman porträtiert den Sonderbeauftragten der Trump-Regierung für Venezuela, Elliott Abrams. "In einer Meldung der Agentur Bloomberg News hieß es, die Personalie signalisiere eine Umorientierung hin zu 'Positionen [und] außenpolitischen Denkansätzen, die Trump während des Wahlkampfs noch verhöhnt hat – so etwa [Abrams’] vehemente Unterstützung des Irakkriegs, den Trump lange Zeit kritisierte. Doch Abrams hat sich offenbar, ebenso wie Trump, ein Stück weit bewegt.' Mit ähnlich besänftigenden Wendungen spielte Abrams seine verbrecherische Rolle in der Iran-Contra-Affäre unter Präsident Reagan herunter. Dabei hatte er sich schuldig bekennen müssen, dem Kongress in zwei Fällen Informationen vorenthalten zu haben, woraufhin er seine Zulassung als Anwalt in Washington, D. C., verlor. George Bush senior begnadigte Abrams, nachdem er sich bei der Präsidentschaftswahl 1992 Bill Clinton geschlagen geben musste."

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07.03.2019

"Was will die Opposition in Venezuela?"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5571191

Julia Buxton stellt die verschiedenen Strömungen der Oppositionsbewegung in Venezuela vor, deren Geschlossenheit angesichts der unterschiedlichen Ansichten und Interessen der Beteiligten bereits jetzt fragil sei. "Sie wird brüchiger werden, wenn Fragen der Machtverteilung, der Besetzung wichtiger Posten und der politischen Ausrichtung in den Vordergrund rücken. Was die Schlüsselfiguren angeht, besteht ein Mangel an ideologischer und politischer Klarheit. Es zeichnet sich ab, dass Venezuela während eines 'Übergangsprozesses' von einem deutlich weniger breiten Bündnis regiert werden könnte. (...) Juan Guaidó selbst gehört innerhalb der Opposition zu einer Fraktion von Hardlinern, die bei den venezolanischen Wählerinnen und Wählern wenig Rückhalt hat, nur eine begrenzte Kompromissfähigkeit an den Tag legt, sich über ihre ideologische Ausrichtung ausschweigt und sich in der Frage, wie ihre Pläne für den nationalen Wiederaufbau umgesetzt werden sollen, auffallend bedeckt hält. Falls Guaidó einen versöhnlicheren Ton anschlagen und auf die nach wie vor beträchtliche chavistische Wählerschaft zugehen sollte, riskiert er den Widerstand seiner eigenen radikalen Basis."

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18.12.2018

"Glaube statt Politik"

https://monde-diplomatique.de/!5549062

Hicham Alaoui analysiert in seinem Artikel für Le Monde Diplomatique, warum islamistische Parteien im Maghreb und im Nahen Osten nach dem Arabischen Frühling in der Regel gescheitert sind. "Der Islamismus ist dreifach gescheitert: Erstens hat er keine Lösungen gefunden, die über reine Slogans hinausgehen. (...) Zweitens sind die islamistischen Parteien, mit Ausnahme der tunesischen Ennahda, auch damit gescheitert, eine inklusive und demokratische Politik zu betreiben. (...) Drittens hat sich überall auf der Welt gezeigt, dass sich auch die Islamisten an politischer Kungelei beteiligen. (...) Die Islamisten sind auch tief verstrickt in die geopolitischen Konflikte und konfessionellen Spannungen, die die arabische Welt in Brand gesteckt haben. Ihren Anspruch, über den Alltagsbanalitäten der postkolonialen Moderne zu schweben, lösen sie nicht ein. (...) Der Begriff eines 'gemäßigten Islam' ist eigentlich schon an sich autokratisch, denn er diktiert bestimmte Grenzen der religiösen Rede und Praxis. Dabei sollte das eigentliche Ziel nicht darin bestehen, einen 'moderaten' Islam zu schaffen, sondern einen aufgeklärten Islam. Aber Aufklärung schließt kritisches Denken ein – und das ist der natürliche Feind des Autoritarismus."

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23.11.2018

"Syrien heute – eine Nahaufnahme"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5544402

Der aus Beirut berichtenden Informationsagentur "Synaps-Syrien-Team" zufolge kann in Syrien heute trotz des zu Ende gehenden Krieges von "Frieden oder gar Aussöhnung" keine Rede sein. "Der Alltag in den vom Regime kontrollierten Gebieten ist geprägt von Willkürherrschaft, Angst vor den zahlreichen Milizen und einem mörderischen Kampf um knappe Ressourcen."

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13.09.2018

"Blauhelme außer Kontrolle"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5527382

Juan Branco mit einer Bestandsaufnahme der Arbeit der UN-Truppen in der Zentralafrikanischen Republik. "In der Zentralafrikanischen Republik häufen sich die Skandale in den Reihen der UN-Truppen, die eigentlich für den Schutz der Zivilbevölkerung sorgen sollen. Gleichzeitig droht eine erneute Eskalation des seit 2012 schwelenden Bürgerkriegs zwischen der Regierung in Bangui und lokalen Rebellengruppen."

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13.09.2018

"Wie Zentraleuropa auf den Orbán kam"

https://monde-diplomatique.de/!5527388

Die entscheidende Frage angesichts eines europaweit verstärkt auftretenden Nationalismus sei nicht, so Ivan Krastev in Le Monde Diplomatique, "wo der Nationalismus unserer Tage herkommt. Sie lautet vielmehr, wo er sich all die Jahre zuvor versteckt hat. Was hat es mit dem Ethnonationalismus auf sich, der die Wähler seit einiger Zeit mobilisiert, während er sie früher nicht angesprochen hat? Reicht es hin, auf die Auswirkungen der Finanzkrise in den Jahren nach 2008 zu verweisen? Auf den zusätzlichen Schock, den die Flüchtlingskrise ausgelöst hat? Oder gibt es eine andere, weniger offensichtliche Erklärung?"

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09.11.2017

"Der katalanische Knoten"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5458243

Sébastien Bauer sucht nach den Gründen für die katalanische Krise und findet sie in der spanischen Verfassung, die nach dem Tod des früheren Diktators Franco beschlossen wurde. "Von Europa aus betrachtet, erscheinen die Positionen der gegnerischen Parteien in der Auseinandersetzung um Katalonien ziemlich befremdlich und eigentlich konfus. Dennoch verfolgen beide Seiten bestimmte Strategien, die man erst dann begreift, wenn man die Lesart 'Separatisten gegen Zentralstaat' einmal beiseite lässt. Dieses Schema ist zwar nicht verkehrt – alle beziehen sich ja darauf –, aber es verdeckt ein anderes, grundsätzlicheres Problem: Die spanische Verfassung wurde 1978, drei Jahre nach dem Tod des Diktators Franco, angenommen und seither nicht weiterentwickelt. Den Kontakt zur gesellschaftlichen Realität, die sie doch strukturieren soll, hat sie im Lauf der Zeit verloren."

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20.07.2017

"Wahrheit für Tunesien"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5425582

Thierry Brésillon berichtet in der deutschen Ausgabe der Le Monde Diplomatique über den Versuch der jungen tunesischen Demokratie, staatliche Verbrechen aus sechs Jahrzehnten autoritärer Herrschaft mit Hilfe einer Wahrheitskommission aufzuarbeiten. "Die IVD ist das wichtigste Instrument der Übergangsjustiz, das nach dem Sturz des Diktators Zine El Abidine Ben Ali eingerichtet wurde, um Menschenrechtsverletzungen und Korruption aufzudecken. Zwei Jahre, nachdem die IVD unter dem Vorsitz von Sihem Bensedrine ihre Arbeit aufgenommen hatte, fand am 17. November 2016 die erste von bislang zehn öffentlichen Anhörungen statt, die live im Fernsehen übertragen wurden. Anfangs waren die Menschen von den detailliert geschilderten physischen, psychischen und sozialen Übergriffen stark aufgewühlt. Gleichzeitig gab es viele Diskussionen darüber, ob diese Form der Auseinandersetzung inmitten der unsicheren politischen Übergangsphase angemessen sei. Nach drei Jahren IVD ist Bensedrines Bilanz jedoch eher positiv: 'Die Leute sagen nicht mehr: 'Man muss auch Mitleid haben mit Ben Ali.' Sie vermissen die Stabilität, aber sie vermissen nicht mehr den Diktator.'"

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11.05.2017

"Der paranoide Bürger"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5405567

Der bulgarische Politikwissenschaftler Ivan Krastev beschäftigt sich in diesem Beitrag für Le Monde Diplomatique mit der Wirkungsweise von Verschwörungstheorien in modernen Gesellschaften. "Eine gewisse Neigung, an Verschwörungstheorien zu glauben, hatten die Menschen schon immer. Neu ist ihre Bereitschaft, sich von ihnen beherrschen zu lassen. Anstelle von Ideolo­gien bestimmen heute Verschwörungstheorien im Kern die Politik. Sie stiften die neuen postideologischen Identitäten, sie bringen Demonstranten auf die Straßen, sie verbinden Politiker mit ihrer Gefolgschaft. Und sie entscheiden über den Ausgang von Wahlen. Nun gibt es den beliebten Spruch: 'Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.' Das würde in unserem Fall bedeuten, dass der Erfolg von Verschwörungstheorien mit der tatsächliche Zunahme von Verschwörungen zusammenhängt. Vermutlich steckt aber mehr dahinter."

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11.05.2017

"Trump und der Reiz der Waffen"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5398913

Michael T. Klare unterstellt US-Präsident Trump einen Hang zu militärischem Aktionismus und befürchtet eine Eskalation der Konflikte in Krisenregionen wie der Koreanischen Halbinsel und der Golfregion. "Am meisten Angst bekommt man jedoch, wenn man Trumps Lernkurve betrachtet. Erfahrungen mit dem Einsatz militärischer Gewalt gegen schwächere Staate zu sammeln, macht dem Präsidenten offensichtlich großen Spaß. Hier wird ein Drang sichtbar, der mit dem einmaligen Schlag gegen Syrien keineswegs erschöpft ist. Trump wird auch die dritte und vierte Eskalationsstufe zünden, und dabei wird es nicht bleiben."

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06.04.2017

"Libyen ist nicht mehr"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5390837

Le Monde Diplomatique dokumentiert in deutschsprachiger Übersetzung einen Artikel des Nahost-Korrespondenten Tom Stevenson zum failed state Libyen. Konkurrierende nicht legitimierte "Regierungen" haben keine Kontrolle über das Land. Stattdessen haben Milizen in den Regionen die Macht an sich gerissen. "Der vom Westen vorangetriebene Regimewechsel endete im Desaster: 400.000 von insgesamt 6 Millionen Libyern sind zu Binnenflüchtlingen geworden, mehr als eine Million ins Ausland geflohen. Die vielschichtigen Konfliktebenen – zwischen Regionen, Ethnien, Glaubensrichtungen und Stämmen sowie zwischen Anhängern und Gegnern des alten Regimes – überlagern und verstärken sich gegenseitig. Libyen ist heute ein Land, das mehrere Regierungen und zugleich keine hat: Rivalisierende Institutionen – mit bombastischen Titeln wie Regierung der Nationalen Einheit, Regierung der Nationalen Rettung oder Repräsentantenhaus – machen sich das Recht streitig, einen Staat zu repräsentieren, den es nicht mehr gibt. In der alten Hauptstadt Tripolis sind die eigentlichen Machthaber die Milizen, die die Straßen unsicher machen."

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08.09.2016

"Rivalen auf engstem Raum"

http://monde-diplomatique.de/artikel/!5335894

Die Lage am Horn von Afrika sei "chaotisch", meint Gérard Prunier in seiner Analyse der Konflikte in Äthiopien, Eritrea, Dschibuti und Somaliland. Die USA spielten dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. "Die USA schaffen es nicht, ihre 'Freunde' miteinander zu versöhnen, die ohne ihr Einverständnis Krieg führen, sich gegeneinander verschwören und ihre jeweils eigene Politik verfolgen, ohne auf die USA Rücksicht zu nehmen. Dabei nehmen sie mitunter sogar den US-amerikanischen Schutzschirm ohne Erlaubnis in Anspruch. Das gilt zum Beispiel für die Koalition des GCC, die für fast 10 Milliarden Dollar militärische Ausrüstung von den USA bekommen hat, um im Jemen einen Krieg zu führen, den Washington ohne große Begeisterung beobachtet. Auch von Äthiopien haben sich die USA entfremdet, weil sie Eritrea geholfen haben. Die US-Politik in der Region bringt alle Klienten und Alliierten Amerikas gegeneinander auf – und treibt sie am Ende womöglich in die Arme Chinas."

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11.08.2016

"Anatomie eines Putsches"

http://monde-diplomatique.de/artikel/!5313962

Der gescheiterte Putschversuch und die anschließende Säuberungswelle der Regierung hätten aus der Türkei ein anderes Land gemacht, konstatiert Günter Seufert in der deutschsprachigen Ausgabe von Le Monde Diplomatique. "Die politischen Kräfteverhältnisse, aber auch die Stimmung im Land haben sich so grundlegend verändert, dass alle bisherigen innen- und außenpolitischen Gewissheiten außer Kraft gesetzt sind."

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08.06.2016

"Der Tschad und seine großen Freunde"

http://monde-diplomatique.de/artikel/!5308353

Die Politologin Delphine Lecoutre mit einer Einschätzung der Rolle des Tschads als Regionalmacht mit wachsendem Einfluss. "Inzwischen ist der Tschad zu einer unverzichtbaren Größe für die regionale Diplomatie geworden. Er trägt zur Vernetzung Zentralafrikas mit dem Westen des Kontinents bei. 2012 erhielt N’Djamena einen Beobachterstatus bei der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (CEDEAO), um die Zusammenarbeit der beiden Regionen im Antiterrorkampf zu verbessern."

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11.02.2016

"Krieg droht an den Großen Seen"

http://monde-diplomatique.de/artikel/!5274835

Die aktuelle Krise in Burundi fache alte Konflikte wieder an, berichtet Gérard Prunier auf Le Monde Diplomatique. "Tatsächlich könnte die beunruhigende Entwicklung in Burundi seit 2015 erneut zu einer massiven Destabilisierung der Region führen. Dieses Risiko ist umso größer, als viele einflussreiche regionale Akteure mehr oder weniger großes Interesse an einer Zuspitzung der Situation haben. Vor diesem Hintergrund ist eine gründliche Analyse notwendig, die die entscheidenden Elemente der Krise herausarbeitet."

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08.10.2015

"Wem gehören die Gasfelder unter dem Mittelmeer?"

http://monde-diplomatique.de/artikel/!5237928

Bashir El-Khoury erläutert die aktuelle Sachlage sowie die Hintergründe im Streit zwischen Israel und dem Libanon um bedeutende Erdgas- und Erdölvorkommen im Mittelmeer. Im Steit gehe auch um die vor zwei Jahren entdeckte Lagestätte Karish. "Das Karish-Feld liegt liegt nur vier Kilometer südlich der von Beirut festgelegten Südgrenze seiner AWZ. Diese Nähe schürt im Libanon die Angst, Israel könnte auch die Vorkommen auf libanesischer Seite ausbeuten: Mittels Horizontalbohrungen lassen sich Erdgas- oder Ölvorkommen in angrenzenden Lagerstätten anzapfen. Die libanesischen Befürchtungen haben noch einen weiteren Grund: den gravierenden energiepolitischen Entwicklungsunterschied zwischen dem Zedernstaat und seinem südlichen Nachbarn: Israels gesamte Erdgasreserven wurden 2012 vom interministeriellen 'Tzemach-Komitee' auf 950 Milliarden Kubikmeter geschätzt – bei einem Eigenverbrauch, der von BP für 2014 auf 7 Milliarden Kubikmeter beziffert wird. Israel entwickelt sich also schrittweise zu einer Energiemacht, die auch die Technik zur Förderung von Offshore-Vorkommen beherrscht."

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10.09.2015

"Vernünftig, menschlich, illegal"

http://monde-diplomatique.de/artikel/!5228640

Die Dublin-Regelung und die damit verbundene Erstaufnahmeregelung der EU-Staaten habe sich überlebt, schreibt Barbara Kuchler in ihrer Analyse des ihrer Ansicht nach heute ohnehin schon aufgeweichten Regelwerks. "Deutschland kann nicht im Alleingang das Dublin-Abkommen exekutieren, wenn es nicht auch die auf den Fluchtrouten 'vor uns' liegenden Länder tun. Die ganze Dublin-Maschinerie ist ohnehin seit Langem äußerst ineffizient und deshalb praktisch irrelevant. Speziell für Syrer wurden die Dublin-Regelungen kürzlich sogar offiziell ausgesetzt, besser gesagt: ihre Handhabung wurde modifiziert. Syrer sollen künftig nicht mehr in den Erst­einreise- beziehungsweise Erstre­gis­trie­rungsstaat zurückgeschickt werden, vielmehr erklärt sich Deutschland bereit, für sie das Asylverfahren durchzuführen. Das Dublin-Abkommen erlaubt dies ausdrücklich, wird also durch einen solchen freiwilligen 'Selbsteintritt' eines Staats nicht etwa unterminiert, sondern vielmehr respektiert."

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11.05.2015

"Die große Unruhe - Afghanistan und seine Nachbarn"

http://dl.taz.de/taz/shop/download_action2.php?model=20145&typ=seite1

Die deutsche Ausgabe von Le Monde Diplomatique widmet sich der komplizierten machtpolitischen Situation in Afghanistan nach Abzug der westlichen Truppen. "'Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit', lautet der bekannteste Spruch der Taliban. Als hätte es dafür noch einen weiteren Beleg gebraucht, ist Ende 2014 auch der Nato, die Afghanistan mit ihrem 'Krieg gegen den Terror' unter Kontrolle bekommen wollte, die Zeit davongelaufen. Das westliche Verteidigungsbündnis hat den Großteil seiner Kampftruppen vom Hindukusch abgezogen, ohne die dortige Situation nachhaltig stabilisiert zu haben. Im Gegenteil: Die Taliban sind heute wieder stärker denn je seit 2001."

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07.05.2015

"Khamenei neben Elvis"

http://monde-diplomatique.de/artikel/2015/05/07/a0067

Charlotte Wiedemann über die "politischen Bilderwelten des Iran und ihre verborgenen Botschaften".

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26.04.2015

"Die große Unruhe"

http://www.monde-diplomatique.de/pdf/lmd-edition17-inhalt.pdf

Die aktuelle Ausgabe von Le Monde Diplomatique beschäftigt sich in zahlreichen Artikeln mit Afghanistans Geschichte und Gegenwart. "Die komplizierten Verhältnisse in und um diese Region haben die Politiker und Experten in den Hauptstädten aller Großmächte bereits seit 150 Jahren immer wieder intensiv beschäftigt. Das gilt heute für Washington ebenso wie zuvor für Moskau und noch früher für London."

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10.04.2015

"Was ist Putin?"

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2015/04/10.mondeText1.artikel,a0072.idx,16

"Die Gier der russischen Elite zerfrisst das ganze Land", schreibt Tony Wood, Redakteur der Londoner New Left Review, in der Le Monde Diplomatique. "Auf die Frage, was das System Putin zusammenhält, geben viele Beobachter eine naheliegende Antwort: Es sei Putin selbst - dank einer Kombination von autoritärem Charisma, Ölexporten, nationalistischer Demagogie, Manipulation der Medien und Wahlbetrug. Eine andere Antwort lautet, einer kriminellen, vorwiegend aus dem KGB rekrutierten Elite sei es gelungen, den Staatsapparat zu erobern und die Bevölkerung für ihren antidemokratischen Kurs zu gewinnen. Aber da wird ein Symptom fälschlich zu einer tieferen Ursache erklärt. Der Putinismus ist kein korruptes, diktatorisches System, das einer hilflosen Bevölkerung aufgezwungen wurde. Er ist vielmehr in die gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Gegebenheiten des modernen Russlands eingebettet und wird von diesen ebenso geformt, wie er umgekehrt das heutige Russland formt."

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13.03.2015

"USA und Iran - zurück zu alter Freundschaft"

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2015/03/13/a0009.text

Trita Parsi erkennt in einer möglichen Einigung des Westens im Atomstreit mit dem Iran eine über die Atomgespräche hinausgehende Perspektive für den Iran. "Der Iran könne eine 'sehr erfolgreiche Regionalmacht' sein, wenn eine Einigung über sein Atomprogramm erzielt werde, meinte kürzlich US-Präsident Barack Obama. Das war bislang der deutlichste Hinweis darauf, dass in den Atomgesprächen, die Teheran mit der P5+1-Gruppe (USA, China, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) führt, weit mehr zur Debatte steht als die Urananreicherung und die Zahl der Zentrifugen. Es geht auch darum, dass der Iran perspektivisch wieder eine allseits akzeptierte Regionalmacht wird. Das würde nicht nur die Beziehungen zwischen Washington und Teheran verbessern, sondern auch die geopolitische Karte des Mittleren Ostens entscheidend verändern."

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25.01.2015

"Die Überwacher"

http://www.monde-diplomatique.de/pm/.edition/popup_nr16_mobil

Die aktuelle deutsche Ausgabe von Le Monde Diplomatique widmet sich den Geheimdiensten der Welt. "Aus Angst vor dem Terror überlassen Regierungen den Geheimdiensten das Feld, High-Tech-Konzerne rüsten Grenzen auf und Cookies, E-Books und smarte Zahnbürsten sammeln Kundendaten. All diesen Spionen sind Hacker und Whistleblower auf den Fersen. Mit Beiträgen von Giorgio Agamben, Constanze Kurz, Heribert Prantl u.a.."

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