US-Soldaten in Afghanistan

Neue Zürcher Zeitung


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01.09.2018

"Wer für den Donbass Frieden will, muss Moskau zu Kompromissbereitschaft zwingen"

https://www.nzz.ch/meinung/friede-fuer-den-donbass-moskau-zu-kompromissbereitschaft-zwingen-ld.1414168

Andreas Umland macht in der Neuen Zürcher Zeitung einen Vorschlag wie der Konflikt am Donbass gelöst werden könnte. "Der russische hybride Krieg gegen die Ukraine folgt der Logik, das demokratisch abtrünnig gewordene 'Bruderland' als Gemeinwesen zu destabilisieren und zu delegitimieren. Ein Vierstufenplan für westliche und ukrainische Akteure, wie sich der keineswegs kalte Konflikt im Donezbecken lösen liesse."

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28.08.2018

"Extremisten bekämpft man nicht mit Extremismus"

https://www.nzz.ch/meinung/extremisten-bekaempft-man-nicht-mit-extremismus-ld.1415102

Marc Felix Serrao hält manche Reaktionen aus der deutschen Öffentlichkeit auf die Ausschreitungen in Chemnitz selbst für "extremistisch". "So steht für viele linke Politiker und Publizisten fest, dass in Chemnitz 'Nazis' unterwegs waren. Und nicht nur dort. Der Freistaat Sachsen wird von ihnen als Hort von Nazis dargestellt. (...) Der Begriff 'Nazi' ist im Deutschen nicht steigerungsfähig. Er markiert das Ende jedweder Gemeinschaft. Denn was soll man mit einem Nazi noch besprechen? Er gehört bekämpft, und das mit allen Mitteln. Das ist die Lehre der Geschichte. Wer die Sachsen als Nazis und als Nazi-Kollaborateure beschimpft, drückt damit aus, dass er sie nicht nur als Mitbürger aufgegeben hat, sondern am liebsten wegsperren würde. Ein Journalist träumte bereits davon, dass sich die Menschen des Freistaats 'einfach einmauern'. Dies ist nicht die Sprache von wehrhaften Demokraten, sondern von Hysterikern. Sie relativiert nicht nur auf schwer erträgliche Weise die Verbrechen der Nationalsozialisten, sie sorgt im Zweifelsfall auch dafür, dass sich die Moderaten unter den Angegriffenen radikalisieren."

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25.08.2018

"Für Syriens Diktator darf sich der Krieg nicht auszahlen"

https://www.nzz.ch/meinung/fuer-syriens-diktator-darf-sich-der-krieg-nicht-auszahlen-ld.1413090

Daniel Steinvorth lehnt eine westliche Beteiligung am Wiederaufbau Syriens unter den aktuellen Umständen strikt ab. "Im Stabilitätsverständnis der Russen und Iraner, aber auch vieler Politiker im Westen reduziert sich das Thema Wiederaufbau auf technische Fragen. Dieser Pragmatismus ist aber nur bis zu einem gewissen Grad verständlich, denn er verkennt, dass jede finanzielle Unterstützung ohne gerechte Rahmenbedingungen nur dazu dient, Asads Diktatur zu festigen – und somit den Keim für neuen Unmut legt."

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13.08.2018

"David Grossman: 'Wir leben in einer Art düsterer Nüchternheit'"

https://www.nzz.ch/feuilleton/david-grossman-wir-leben-in-einer-art-duesterer-nuechternheit-ld.1407184

Der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist David Grossmann empfindet in seinem Blick auf den Nahostkonflikt zunehmende Hoffnungslosigkeit. "Heute, nach all den Entwicklungen, die wir durchgemacht haben, gibt es wenig Hoffnung. Stattdessen eine Art düsterer Nüchternheit, die die meisten Menschen hier glauben lässt, dass wir niemals einen echten Frieden haben werden. Dass Israel dazu verdammt ist, mit dem Schwert zu leben und durch das Schwert zu sterben. Wir stecken fest. Heute, wo wir so stark sind und so viel mehr erreicht haben, als es sich die Zionisten in ihren kühnsten Träumen hätten vorstellen können, gibt es paradoxerweise ein Gefühl der Lähmung. Als sässen wir in einer Falle: auf ewig verdammt zu Krieg und Gewalt."

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03.08.2018

"Israel und Iran – in Feindschaft vereint"

https://www.nzz.ch/meinung/iran-netanyahus-gefaehrliche-obsession-ld.1407011

Christian Weisflog wirft dem israelischen Ministerpräsidenten vor, die Bedrohung durch den Iran "aus politischem Kalkül" zu überzeichnen. "Natürlich ist die iranische Bedrohung für Israel im Gegensatz zu den Beispielen paranoider Herrscher kein blosses Hirngespinst Netanyahus. Die Gefahr ist real und ist durch Teherans Erfolge in Syrien noch gewachsen. Die Frage ist jedoch, wie existenziell die Bedrohung wirklich ist und ob sie sich wie in Netanyahus Verständnis einzig mit militärischen Mitteln oder einem durch äusseren Druck erzwungenen Regimewechsel aus der Welt schaffen lässt. Bei einer nüchternen Analyse überwiegt der Eindruck, dass Netanyahu die Bedrohung überzeichnet und mit seiner kriegerischen Rhetorik in Teheran genau jene Scharfmacher stärkt, die er so fürchtet. Wenn es um Iran geht, ist der israelische Regierungschef ein Getriebener."

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25.07.2018

"Pakistan funktioniert doch – nicht zuletzt dank Vetternwirtschaft"

https://www.nzz.ch/meinung/pakistan-funktioniert-ld.1405706

Markus Daechsel beschreibt die pakistanische Gesellschaft anlässlich der Wahlen im Land als ein durch und durch korruptes und dennoch funktionierendes System, bei dem das Militär im Hintergrund die Zügel in der Hand halte. "Die zivile Staatsmacht versagt in Pakistan über weite Strecken. Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren dennoch, dank informellen Strukturen. Im Hintergrund bestimmt das Militär – auch am Wahltag wird sein Einfluss sichtbar."

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21.07.2018

"Ob Faschisten oder Kommunisten – Rumäniens orthodoxe Kirche war stets eine Dienerin der Macht"

https://www.nzz.ch/meinung/ob-faschisten-oder-kommunisten-rumaeniens-orthodoxe-kirche-war-stets-eine-dien
erin-der-macht-ld.1402656

Oliver Jens Schmitt, Professor für Geschichte Südosteuropas an der Universität Wien, kritisiert die Rolle der orthodoxen Kirche beim Demokratisierungsprozess in Rumänien. "Zur Demokratisierung Rumäniens hat die ROK nach 1989 keinen Beitrag geleistet. Ihre Unfähigkeit zur Selbstkritik macht sie zur Gefangenen der eigenen Vergangenheit, ihre antiokzidentale Tradition und ihre moralische Kompromittierung zur leichten Beute Moskaus. In Rumänien weht seit jüngstem wieder der Geist Ceausescus. Die Kirche ist dafür mitverantwortlich."

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16.07.2018

"Helsinki – wie ein Name zum Symbol wurde"

https://www.nzz.ch/international/helsinki-wie-ein-name-zum-symbol-wurde-ld.1403360

Anlässlich des Gipfeltreffens zwischen Trump und Putin in Helsinki blickt Rudolf Hermann auf die historische Rolle der finnischen Hauptstadt in der Ost-West-Politik zurück. "Gerade in der internationalen Diplomatie und mit Blick auf den Ost-West-Konflikt der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ist Helsinki weit mehr als bloss der Name einer Stadt. Vor 43 Jahren war die finnische Kapitale Schauplatz der Unterzeichnung eines Dokuments, das sich trotz relativer völkerrechtlicher Unverbindlichkeit als sehr bedeutsam herausstellen sollte: die Schlussakte der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). (...) In der Folge berief sich fortan manch eine Bürgerrechtsbewegung in den Staaten des Moskauer Einflussbereichs auf die Helsinki-Schlussakte; von der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc über die tschechoslowakische Charta 77 bis hin zu verschiedensten Helsinki-Komitees. 'Helsinki' wurde gewissermassen zu einem Synonym für den Begriff der Menschenrechte, und das mit einer Dynamik, die in den kommunistischen Parteizentralen des Ostblocks wohl unterschätzt wurde."

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10.07.2018

"Zwei Südgrenzen, ein und dieselbe Problemlage"

https://www.nzz.ch/schweiz/zwei-suedgrenzen-ein-und-dieselbe-problemlage-ld.1402449?mktcid=nled&mktcval=1
07&kid=_2018-7-10

Das gegenwärtig in Deutschland diskutierte Rücknahmeabkommen mit Italien sei von der Schweiz bereits vor 18 Jahren abgeschlossen worden, schreibt Michael Surber. "Es regelt unter anderem den Umgang mit Drittstaatsangehörigen, die illegal in die Schweiz eingereist sind und sich vorher in Italien aufgehalten haben und umgekehrt. Die Bestimmungen des Abkommens regeln somit vorderhand den Umgang mit Personen, die in der Schweiz kein Asylgesuch stellen. (...) Noch heute hält sich Italien grösstenteils an die Vereinbarungen mit der Schweiz. Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 sah dies jedoch ganz anders aus. Italien, das angesichts der Ankunft Zehntausender Mittelmeerflüchtlinge überfordert war, stellte sukzessive die Registrierung der Neuankömmlinge ein. (...) Mittlerweile registriert Italien die anlandenden Migranten wieder und speichert deren Fingerabdrücke in einer europäischen Datenbank. Deshalb können Asylsuchende, die in der Schweiz ein Asylgesuch stellen, aber bereits zuvor in Italien registriert wurden oder ein Asylgesuch gestellt haben, zumindest in der Theorie wieder nach Italien überstellt werden."

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10.07.2018

"Horst Seehofer: 'Was hier steht, ist meine Überzeugung'"

https://www.nzz.ch/international/horst-seehofer-was-hier-steht-ist-meine-ueberzeugung-ld.1402298

Marc Felix Serrao ist der Meinung, dass der "Masterplan Migration" trotz vieler unbeantworteter Fragen "viele sinnvolle Details" enthalte. "Dass der deutsche Staat keine 'Zuwanderung in unsere Sozialsysteme' hinnehmen kann, wie es in der Präambel heisst, liegt auf der Hand; so etwas kann kein Staat dulden. Dass es in diesem Zusammenhang besser ist, Asylbewerbern Sachleistungen statt Geld zu bieten, leuchtet ebenfalls ein. (...) Der 'Masterplan Migration' ist kein Dokument der deutschen Regierung. Er ist ein Papier, mit dem der Minister Seehofer im Falle aller Fälle einmal sagen will: Ich hab's versucht."

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10.07.2018

"Burkini, nein danke! – Eine weitere 'Fahne' des politischen Islam"

https://www.nzz.ch/meinung/burkini-nein-danke-eine-weitere-fahne-des-politischen-islam-ld.1399920

Auch in diesem Sommer gibt es wieder eine Debatte über das Für und Wider von "Burkinis" für muslimische Frauen und Mädchen. Die Soziologin Necla Kelek hält diesen Ganzkörperbadeanzug wie auch die Burka für "nichts anderes als den Versuch, die Sexualisierung der Geschlechterverhältnisse im Alltag weiter zu etablieren." "Die islamische Ordnung sieht sich nämlich doppelt bedroht, schreibt die marokkanische Soziologin Fatima Mernissi: 'von aussen durch die Ungläubigen und von innen durch die Frauen'. Der Islam 'bekämpft nicht die Sexualität – zum Beispiel mittels Körperbeherrschung –, sondern die Frau … Diese ist fitna, die Inkarnation des Unbeherrschbaren'. Das Kopftuch wie auch die kuriose Badeverkleidung sind ein Ausdruck von Sexismus. Beide reduzieren die Frau auf ein zu verhüllendes Sexualobjekt und verklären den Mann als potenziell Unbeherrschten, ohne jede Eigenverantwortung."

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06.07.2018

"Die Unausschaffbaren"

https://www.nzz.ch/schweiz/die-unausschaffbaren-ld.1400737?mktcid=nled&mktcval=107&kid=_2018-7-5

In der Schweiz gelten fünf Iraker wegen ihrer Nähe zum Islamischen Staat (IS) Marcel Gyr zufolge als Sicherheitsrisiko. Ihre Ausweisung erweise sich allerdings aufgrund der juristischen Umstände als schwierig. "Wie es der 'Nationale Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus' (NAP) vorsieht, haben die involvierten Stellen von Bund und Kantonen eine Arbeitsgruppe gebildet. Eine erste Koordinationssitzung stand kürzlich unter der Leitung des Sicherheitsverbunds, wie deren Direktor André Duvillard bestätigt. Das Resultat der Sitzung ist für die Kantone ernüchternd: Alle vorgesehenen Instrumente seien ausgeschöpft, heisst es vonseiten der Bundesbehörden. Abgesehen von sozialen Begleitungen gebe es keine Handhabe, um die Gefährder zu überwachen oder in ihrem Tätigkeitsfeld einzuschränken."

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05.07.2018

"Die Wächter der neuen Seidenstrasse"

https://www.nzz.ch/international/die-waechter-der-neuen-seidenstrasse-ld.1400449?mktcid=nled&mktcval=107&
kid=_2018-7-4

China setzt bei der militärischen Absicherung seines massiven Investitionsprojekts der "Neuen Seidenstraße" Jürg Kürsener zufolge vor allem auf seine Seestreitkräfte. "Es sind nicht nur hehre Ziele, die das Reich der Mitte mit seinen milliardenschweren Investitionen weltweit anstrebt. Dahinter versteckt sich eine Strategie der Einflussnahme. Im Vordergrund steht aber nicht allein das Südchinesische Meer, sondern auch die Absicherung von Handelsrouten im Indischen Ozean und im Pazifik. Der 36 Hektaren grosse chinesische Stützpunkt von Djibouti am Horn von Afrika, der seit Juli 2017 Optionen in Richtung Suezkanal, Mittelmeer und Europa wie auch in Richtung Ostafrika eröffnet, illustriert, wie China Seewege militärisch absichern will. Weitere Zeichen dafür sind die Unterstützung von Infrastrukturvorhaben in Jiwani bei Gwadar (Pakistan) und in Hambantota (Sri Lanka) sowie die Versuche, militärische Nutzungsrechte in Tansania und auf den Malediven zu gewinnen. (...) Die Einsätze des Kriegsmarine-Arms der chinesischen Volksbefreiungsarmee finden längst nicht mehr nur in der Nähe Chinas statt. Sie reichen inzwischen bis weit in den Atlantik, nach Afrika, in den Pazifik und nach Europa."

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05.07.2018

"Russland unter Putin ist weniger stabil, als es scheint"

https://www.nzz.ch/meinung/russland-unter-putin-scheint-stabil-ist-es-aber-nicht-ld.1377704

Der in Kiew lebende Politikwissenschaftler Andreas Umland widerspricht der Annahme, dass Russland unter der Führung Wladimir Putins stabiler und mächtiger geworden sei. "Hat die derzeitige politische Ordnung in Russland mittel- und langfristig Bestand? Die fundamentale Herausforderung für die Fortexistenz des heutigen kleptokratischen Regimes wird das Zusammenfallen zweier systemunterwandernder Tendenzen, ökonomischer Stagnation und politischer Transition, sein. Deren kombinierter Effekt wird selbst die kluge Kremlführung nicht ohne weiteres neutralisieren können. Es wird daher früher oder später wieder zu einem System- und nicht nur zu einem Führungswechsel in Russland kommen, worauf der Westen sich bereits heute einstellen sollte."

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04.07.2018

"Aprikosen und falsche Versprechungen – Tanya Habjouqa kämpft als weltliche Kriegerin der Fotografie"

https://www.nzz.ch/feuilleton/aprikosen-und-falsche-versprechungen-tanya-habjouqa-kaempft-als-weltliche-k
riegerin-der-fotografie-ld.1400336

Daniele Muscionico porträtiert die jordanisch-texanische Fotografin Tanja Habjouqa, die das Leben von Flüchtlingsfrauen im Mittleren Osten dokumentiert hat. "Weinen und Lachen teilt die Fotografin mit den Menschen, die sie mit ihrer Kamera besucht. Syrische Flüchtlingsfrauen in Jordanien, Frauen im besetzten Gazastreifen, Gefangene der israelischen Blockade. Beduinen im Westjordanland. Habjouqa fotografiert auch israelische Siedlerfamilien. 'Ich weiss, dass ich von den Menschen vieles geschenkt bekomme. Und ich bin mir meiner Privilegien bewusst.'"

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25.06.2018

"Die letzte Jüdin Ägyptens"

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-letzte-juedin-aegyptens-ld.1389872

Susanne Petrin porträtiert die Leiterin des Egyptian Jewish Community Councils, Magda Haroun, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dass jüdische Kulturerbe in Ägypten für die Nachwelt zu sichern. "Vor mehr als 2300 Jahren begann die wechselvolle Geschichte des Judentums in Ägypten. In wenigen Jahren geht sie zu Ende. Dann wird keine einzige Jüdin, kein einziger Jude mehr in Ägypten leben. Der Countdown läuft: Ihre Zahl ist noch knapp an zwei Händen abzuzählen, die Verbliebenen sind alt und gebrechlich. Die letzte Jüdin in Kairo, die – wie sie es selbst formuliert – 'noch auf zwei Beinen gehen kann', ist Magda Haroun. Die Mittsechzigerin ist zugleich die letzte Präsidentin der jüdischen Gemeinde in Ägyptens Hauptstadt. Als sie dieses Amt 2013 nach dem Tod ihrer Vorgängerin übernommen habe, sei sie sehr traurig gewesen: 'So muss sich der letzte Dinosaurier gefühlt haben, kurz vor dem Aussterben seiner Art.' Sie lacht kurz und heiser auf. Magda Haroun formuliert es scherzhaft, aber das kann die Traurigkeit, die sie bei diesem Thema überkommt, nicht verbergen."

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24.06.2018

"Wir leben im Exil. Nein, das Exil lebt in uns"

https://www.nzz.ch/feuilleton/wir-leben-im-exil-nein-das-exil-lebt-in-uns-ld.1389686

Die syrische Schriftstellerin Rosa Yassin Hassan berichtet in der Neuen Zürcher Zeitung über ihre Erfahrungen im Exil in Deutschland seit 2012. "Es muss doch irgendwie einfacher sein – so dachten wir, als wir aus unserem Land in jenes 'Dort' flohen, um der Gewaltherrschaft des Todes zu entkommen. Wir glaubten, naiv genug, es handle sich um den Wechsel von einem unsicheren an einen sicheren Ort, von einer unseligen Geografie in eine glückliche. Aber erst einmal im 'Dort' angekommen, sah alles anders aus. War das, weil wir so viel über die Schrecken der Fremde und die Qualen des Exils gehört hatten?"

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23.06.2018

"Dringend gesucht – der Gott des Lachens"

https://www.nzz.ch/feuilleton/dringend-gesucht-der-gott-des-lachens-ld.1389711

Was ist vom ägyptischen Humor aus den Zeiten des Arabischen Frühlings geworden, fragt sich der Schriftsteller Chalid al-Chamissi in seinem Gastbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung. "Die Menschen, die Anfang 2011 auf die Strasse gingen, haben nichts von dem bekommen, was sie von der Politik forderten. Keine soziale Gerechtigkeit, nicht einmal ein Mindestmass an Menschenwürde. Was bleibt den Ägyptern jetzt noch? Die Wut – oder der Mutterwitz?"

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19.06.2018

"'Die Verfolgung hat mein Wort grösser gemacht' – der türkische Autor Dogan Akhanli zieht Bilanz"

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-verfolgung-hat-mein-wort-groesser-gemacht-der-tuerkische-autor-dogan-ak
hanli-zieht-bilanz-ld.1393621

Susanna Petrin porträtiert in der Neuen Zürcher Zeitung den türkischen Autor Dogan Akhanli, der in seiner Heimat bereits drei Mal von der Polizei wegen seiner Tätigkeit verhaftet wurde. "Einen sanftmütigeren Menschen als Dogan Akhanli kann man sich schwer vorstellen. Höflich, bescheiden, am Gegenüber mehr interessiert als an sich selbst; von kleiner, zarter Statur und feinem Humor. Als gefährlichen Verbrecher taxiert ihn der türkische Staat. Zweimal hat man ihn in seiner alten Heimat gefoltert, dreimal inhaftiert: 1975, 1986 und 2010."

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26.04.2018

"Das Leben der Propaganda-Südkoreaner ist eintönig und hart"

https://www.nzz.ch/international/das-leben-der-propaganda-suedkoreaner-ist-eintoenig-und-hart-ld.1380655?
mktcid=nled&mktcval=107&kid=_2018-4-25

Patrick Welter berichtet in seiner Reportage über den Alltag der Südkoreaner, die im Dorf Taesong mitten in der entmilitarisierten Zone an der Grenze zum Norden leben. "Trotz seinem Namen gehört der Landstrich zu den militärisch bestbewachten Grenzen der Welt. Wenige hundert Meter entfernt leben die 201 Bewohner im Schatten der Bedrohung durch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Bräche ein militärischer Konflikt zwischen den koreanischen Staaten aus, läge Taesong direkt an der Frontlinie. Die Bewachung durch Kräfte der Vereinten Nationen ist komplett. Die Feldarbeit findet unter Aufsicht militärischer Begleiter statt. Die Sperrfrist beginnt um Mitternacht und dauert bis zum Sonnenaufgang, als Schutz gegen mögliche nordkoreanische Eindringlinge, die in früheren Jahrzehnten Bewohner in den Norden entführt haben sollen. Gäste der Dorfbewohner müssen sich Tage vorab anmelden und militärische Kontrollen passieren."

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09.04.2018

"In Syrien braucht es dicke rote Linien"

https://www.nzz.ch/meinung/in-syrien-braucht-es-dicke-rote-linien-ld.1375813

Andreas Rüesch findet, dass ein möglicher Militärschlag der USA in Syrien noch keine "kohärente Syrien-Politik" ergeben würde, um "Asad klare Grenzen" aufzuzeigen. Die USA sollten stattdessen den "kurdisch beherrschten Nordosten zu einer Schutzzone" erklären und notfalls auch militärisch verteidigen, so Rüesch. "Doch Trump schwebt etwas anderes vor. Nicht nur kündigt er den Rückzug im Voraus an und erlaubt Asad, sich damit sicherer denn je zu fühlen. Er signalisiert auch, dass ihm Syrien herzlich egal ist – 'nun sollen sich die anderen Leute darum kümmern', sagte er. Die anderen Leute? Gibt es etwa eine wundersame Weltregierung, die zu Hilfe kommt? In der Realität bedeutet dies, Asad und seinen Komplizen in Moskau und Teheran freie Hand zu geben. Wie sich diese Bande um Syrien 'kümmert', lässt sich in den mit Giftgasopfern gefüllten Spitälern von Ost-Ghuta besichtigen."

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05.04.2018

"Der deutsche Staat kapituliert vor dem Islam"

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-islam-konferenz-ist-deutsche-unterwerfung-ld.1371525?mktcid=nled&mktcva
l=107&kid=_2018-4-4

Der Islam-Experte Bassam Tibi wirft der deutschen Politik in diesem Interview vor, eine "kritische Islam-Debatte" zu unterdrücken und so den "mächtigen muslimischen Verbänden" das Feld zu überlassen. "'Den Islam' gibt es nicht. Es gibt 57 Länder mit vorwiegend islamischer Bevölkerung, zwei Milliarden Muslime und vierzehn Jahrhunderte islamische Geschichte. Gehört das alles zu Deutschland? Man kann das schlecht behaupten. Ich erkenne sowohl bei Merkel als auch bei Seehofer eine bemerkenswerte Lässigkeit und Ignoranz. Beide reden letztlich am Gegenstand vorbei. Deutschland brauchte eine kritische Islam-Debatte, aber die wird von der Politik unterdrückt. In Deutschland bestimmen die mächtigen muslimischen Verbände, wo es langgeht. (...) Die Islam-Konferenz ist ein 'first-class ticket to nowhere'. Es ist eine Veranstaltung der Unehrlichkeit. Am Anfang war ich selber dabei. Da konnte ich das Fassadenhafte dieser Verbände erleben: In den offiziellen Diskussionen gaben sie sich integrationswillig, verfolgte man dann während der Pausen die Diskussionen der Teilnehmer untereinander, klang es ganz anders. Kennen Sie den Roman 'Soumission' von Michel Houellebecq? Die Islam-Konferenz ist deutsche Unterwerfung. Der Staat kapituliert vor dem Islam."

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17.03.2018

"Russland probt den ersten hybriden Weltkrieg"

https://www.nzz.ch/meinung/der-erste-hybride-weltkrieg-ld.1365857

Der Soziologe Igor Eidman, Cousin des ermordeten russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow, hält den Londoner Giftanschlag für ein Beispiel der "klandestinen Macht- und Gewaltmethoden des Kreml". "Beim Blick auf Putins Russland geht der Westen von den ihm eigenen Moralvorstellungen aus, in Russland aber herrscht eine pervertierte mafiöse Moral. Die europäische Öffentlichkeit versucht Putin zu verstehen, seine Handlungen zu erklären, indem sie seinem Handeln die eigene rationale Logik zugrunde legt. Doch diese Logik greift nicht. Putin und sein System der Eliten bilden eine eigene mafiöse Welt und sind überzeugt, darin allen anderen überlegen zu sein. Putin denkt als Pate und hält alle anderen Staatsoberhäupter für Vertreter konkurrierender Mafia-Clans. Sein Ziel ist es, sie entweder sich zu unterwerfen oder zu vernichten (wenn nicht physisch, so politisch). Er hat den Ehrgeiz, 'Oberbandit' der Welt zu sein, so wie einst Al Capone in Chicago den Tarif durchgab. Europa kann gegen diese mafiösen Methoden, Weltpolitik zum maximalen Schaden des Westens zu betreiben, wenig bis nichts ausrichten."

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08.03.2018

"Syrische Regierungstruppen treiben Keil in Rebellengebiet Ost-Ghuta"

https://www.nzz.ch/international/syrische-regierungstruppen-treiben-keil-in-rebellengebiet-ost-ghuta-ld.1
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Syrische Regierungstruppen haben Berichten zufolge rund die Hälfte des Rebellengebietes in Ost-Ghouta eingenommen. "Sie verfolgten dabei 'dieselbe Taktik wie in Ost-Aleppo 2015', sagte Abdel Rahman. 'Erst spalten sie die Region und dann werden die Zivilisten in ein kleines Gebiet gedrängt.' Er erwarte, dass die Regierungstruppen nun den Beschuss dieser Gebiete verstärken würden, in denen die Zivilisten zusammengedrängt seien. 'Das geschieht unter den Augen der Weltgemeinschaft und die Zivilbevölkerung von Ost-Ghuta zahlt wieder einen hohen Preis', sagte er. Der Aktivist Abu Ahd berichtete der dpa aus dem Rebellengebiet, nach der Intensivierung des Artilleriefeuers am Mittwoch seien mindestens 45 Menschen getötet worden. (...) Während die Regierung Truppenverstärkungen in das Kampfgebiet schickte, versuchen die Rebellen, über Gespräche mit der Türkei eine Waffenruhe für Ost-Ghuta zu erreichen."

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15.02.2018

"Wie Peking die Autonome Uigurische Region zum Polizeistaat gemacht hat"

https://www.nzz.ch/meinung/wie-peking-die-autonome-uigurische-region-zum-polizeistaat-gemacht-hat-ld.1350
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Peking fackelt nicht lange im Kampf gegen Islamismus und Separatismus in der Autonomen Uigurischen Republik Xinjiang, schreibt Roseann Rife in der Neuen Zürcher Zeitung. "Xinjiang ist heute geprägt von allgegenwärtiger polizeilicher und elektronischer Überwachung, überfüllten Haftzentren, schwerbewaffneten Sicherheitskräften in den Strassen, ubiquitären Checkpoints und einer Vielzahl von menschenrechtswidrigen Eingriffen in die Privatsphäre und die Freiheitsrechte der Uiguren."

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06.02.2018

"Alexa, spiel mir das Lied vom wahren Lauschangriff"

https://www.nzz.ch/feuilleton/alexa-spiel-mir-das-lied-vom-wahren-lauschangriff-ld.1354235

Seit Weihnachten 2017 stehen sie in vielen Wohnungen. Alexa, Goolge, Siri & Co. Was bedeuten die smarten Lautsprecher für unsere Privatsphäre und unsere Sicherheit? Felix Simon beschreibt Aufgaben und Ziele der "apokalyptischen Reiter der digitalen Revolution", die uns die neuen Spielzeuge unter den Weihnachtsbaum gebracht haben. "Technologischer Fortschritt macht unser Leben zunehmend komfortabler, doch im Gegenzug verzichten wir gerne auf immer mehr Privatsphäre. Da ändert es auch nichts, dass viele Bürger in Umfragen Datenschutzbedenken äussern und sich über die Macht der Internetriesen besorgt zeigen. Wenn das «intelligente» Gerät während des Zwiebelschneidens in der Küche auf Wunsch die neuesten Nachrichten vorliest oder Notizen macht – ohne dass man die Arbeit unterbrechen muss –, sind alle Ängste schnell vergessen. Privatsphäre versus Bequemlichkeit ist der wichtigste Kompromiss unserer Zeit, ob wir es wollen oder nicht."

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16.01.2018

"Fürchtet euch!"

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-slogans-sprechen-fuer-sich-ld.1346954

Ali Fathollah-Nejad und Arash Sarkohi analysieren in der Neuen Zürcher Zeitung die Parolen der Demonstranten bei den jüngsten Protesten im Iran. "Wirtschaftliche Forderungen standen im Vordergrund – gegen Korruption, Arbeitslosigkeit, Inflation und die Häufung des Reichtums in den Händen weniger. Nach Einschätzungen von iranischen Behörden leben zwischen 20 und 25 Prozent der Bevölkerung unter der (von Iran definierten) Armutsgrenze. Gemäß anderen Schätzungen liegt das Einkommen der halben Bevölkerung um die Armutsgrenze herum. 15 bis 25 Prozent leben in Slums; laut einigen Angaben ganze 15 Millionen Menschen – so viele wie die Einwohner der Metropole Teheran. In jüngster Zeit machte die Nachricht von Armen, die in offenen Gräbern übernachten, die Runde."

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11.12.2017

"Wie wir die Sufis missverstehen"

https://www.nzz.ch/feuilleton/wie-wir-die-sufis-missverstehen-ld.1336869?mktcid=nled&mktcval=107&kid=_201
7-12-11

Der blutige Terroranschlag von IS-Anhängern am 24. November auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel hat eine sufistische Moschee getroffen. Marian Brehmer schreibt, dass der Sufismus in vielen westlichen Beiträgen als "gutes" Gesicht des Islams dargestellt werde. Dies sei "irreführend und in mancher Hinsicht sogar gefährlich." "Ironischerweise bedienen sich die islamischen Fundamentalisten für die Rechtfertigung ihrer Gewalt ähnlicher Kategorien wie mangelhaft informierte Beobachter im Westen: Sie unterscheiden zwischen einem orthodoxen Islam, den sie für den 'wahren' halten, und einem mystischen, der für sie 'fehlgeleitet' ist. Der hier zugrunde liegende Denkfehler, welcher auf einem Paradigma der Spaltung beruht, ist – auch wenn er in gegenteilige Einschätzungen des Sufismus mündet – der gleiche. (...) Wenn wir die Sufis vom Islam trennen, bestätigen wir unwissentlich nicht nur die Argumentationsmuster der Extremisten, sondern diskreditieren auch die übrigen Muslime. Nur die Sufis für tolerant und friedlich zu halten, impliziert, dass der Rest der Muslime nicht tolerant und friedlich sei. Solche subtilen Vorurteile führen manchmal zu einer erschreckenden Indifferenz gegenüber muslimischen Toten".

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30.11.2017

"Die Schweiz muss endlich ihre Verbindungen zum internationalen Terror aufarbeiten"

https://www.nzz.ch/meinung/der-blinde-fleck-der-juengsten-geschichte-ld.1334073?mktcid=nled&mktcval=107&k
id=_2017-11-30

Marcel Gyr, der sich seit längerem mit den "Verbindungen weltweit agierender Terroristen in die Schweiz" beschäftigt, wirft den Behörden in diesem Leitartikel vor, das Problem weitgehend zu ignorieren. "So akribisch heutzutage möglichen Verbindungen von Jihadisten in die Schweiz nachgespürt wird, so augenfällig wurde in den vergangenen Jahrzehnten bei Terroristen weggeschaut. Es bildete sich ein grosser, blinder Fleck, dessen Konturen man erst jetzt langsam erahnen kann. (...) Jedenfalls erhält der immer wieder geäusserte Hinweis, Terroristen hätten die Schweiz als Ruheraum genutzt, eine sehr konkrete Bestätigung. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist eine frühere Aussage des Konvertiten Ahmed Huber. Gegenüber der 'Sonntags-Zeitung' hatte der einstige Bundeshausredaktor und spätere Islam-Aktivist geltend gemacht, unter islamistischen Gruppen gebe es eine stillschweigende Übereinkunft. Tabu sei die Schweiz als Terrorziel und für Zusammenkünfte, an denen Anschläge geplant würden. Im Gegenzug, so der inzwischen verstorbene Ahmed Huber damals, hätten die Schweizer Behörden die Islamisten lange Zeit in Ruhe gelassen."

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Internationale Sicherheitspolitik

Seit Ende des Ost-West-Konflikts hat sich die internationale Sicherheitspolitik deutlich verändert....

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