US-Soldaten in Afghanistan

Jüdische Allgemeine


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30.08.2018

"Das Schweigen der Mitte"

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32627

Nora Goldenbogen, Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Sachsen, fordert einen Schulterschluss von Politik und Gesellschaft, um den Rechtsextremisten im Umfeld der Ereignisse in Chemnitz zu begegnen. "Sorgen macht mir die schweigende Mitte. Das sind die Leute, die das alles geschehen lassen, als ginge es sie nichts an. Aber wir brauchen auch diese Menschen: Ein Schulterschluss von Zivilgesellschaft, Staat und eben dieser bislang schweigenden Mitte ist nötig. Es gibt ja in Sachsen eine wache und aktive Zivilgesellschaft, bloß reicht deren Engagement nicht mehr aus."

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22.08.2018

"Trump: 'Höherer Preis' für Israel"

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32587

US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, dass die Palästinenser nach der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem bei künftigen Verhandlungen eine Gegenleistung erwarten können. "US-Präsident Donald Trump hat am Dienstagabend (Ortszeit) angekündigt, Israel werde wegen der Entscheidung der USA, ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, 'einen höheren Preis' bei Friedensgesprächen mit den Palästinensern bezahlen müssen. In einer Rede in Charleston (West Virginia) sagte Trump, die Palästinenser würden 'etwas sehr Gutes' bei künftigen Verhandlungen bekommen. Konkret wurde der US-Präsident nicht."

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16.08.2018

"Heimat des jüdischen Volkes"

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32534

Der Historiker Michael Wolffsohn widerspricht in dieser Analyse einigen Kritikpunkten, die dem neuen israelischen Nationalstaatsgesetz entgegengebracht worden sind. "Woran genau nehmen die Kritiker Anstoß? Es wird behauptet, das Gesetz sei rassistisch und diskriminiere die in Israel lebenden Minderheiten. Das ist schlicht falsch. Offenbar haben es die Kritiker nicht gelesen und kennen nicht das israelische Grundgesetz. Es lohnt sich, den Text genau zu prüfen. Im Folgenden greife ich die wichtigsten Punkte heraus."

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30.07.2018

"Jeanne d’Arc aus Palästina?"

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32361

Jennifer Nathalie Pyka sieht Ahed Tamimi weder als "Freiheitskämpferin" noch als "Ikone", sondern als Akteurin eines "Propaganda-Familienbetriebs". "Nun mag der durchschnittliche Medienkonsument die blonde Tamimi für das vielleicht etwas zu temperamentvolle, sonst aber harmlose Mädchen von nebenan halten. Den israelischen Sicherheitskräften zum einen, Sympathisanten des palästinensischen 'Widerstands' zum anderen ist sie hingegen schon länger wohlbekannt. Bereits 2012 protestierte sie medienwirksam mit erhobener Faust gegen einen israelischen Soldaten, woraufhin Recep Tayyip Erdogan sie umgehend mit einer »Auszeichnung für Mut« dekorierte. Drei Jahre später biss sie einem Angehörigen der israelischen Sicherheitskräfte in die Hand, als der ihren damals zwölfjährigen Bruder Muhammad wegen Steinewerfens festzunehmen versuchte. (...) Eine Cousine Bassems betätigte sich während der Zweiten Intifada als Beihelferin eines Bombenanschlags auf eine Jerusalemer Pizzeria mit 15 Toten. Zwei weitere Verwandte ermordeten 1993 gemeinschaftlich einen Israeli und verbrannten ihn. So leistet bei den Tamimis eben jeder seinen Beitrag zum 'Befreiungskampf', an dessen Ende ein »judenreines Palästina« vom Mittelmeer bis zum Jordan stehen soll. Wo die Hamas in diesem 'Kampf' auf Mörsergranaten und Feuerdrachen vertraut, setzt der Propaganda-Familienbetrieb aus Nabi Saleh bevorzugt auf Pflastersteine, YouTube und jugendlichen Charme."

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14.06.2018

"Für uns alle"

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/31913

Ulf Poschardt konstatiert in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung ein "Kippen der Frontlinie" gegen Antisemitismus in Deutschland wie auch weltweit. "Im Kampf gegen den Antisemitismus führen demokratische Gesellschaften einen ureigenen Kampf um ihre innere freiheitliche Verfasstheit. Wer Antisemitismus duldet, nimmt hin, dass Rassismus und Ressentiment einen Platz im alltäglichen Miteinander haben. Im Augenblick kippt diese Frontlinie – nicht nur in Deutschland."

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24.05.2018

"Für den Ernstfall"

https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/31674

Sabine Brandes berichtet in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung über Vorbereitungen der israelischen Armee für mögliche Massenevakuierungen für den Fall einer erneuten Eskalation der Gewalt an der Grenze zum Gazastreifen. "Bislang hat es in Israel – trotz mehrerer Kriege – noch keine Massenevakuierungen gegeben. Kein Grund, es nicht zu planen, meint die Armee. Bis zu eine Viertelmillion Menschen in den grenznahen Regionen könnte im Notfall schnellstens in Sicherheit gebracht werden, um nicht ins Visier der Raketen von Hamas, Hisbollah oder sonstiger extremistischer Gruppen zu geraten. Sollte sie jemals durchgeführt werden, wäre es die größte Aktion dieser Art in der Geschichte des Staates. Für den Plan mit Namen 'Safe Distance' (sicherer Abstand) arbeitet das Militär mit den Stadt- und Gemeindeverwaltungen zusammen."

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07.05.2018

"Sorge an zwei Fronten"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/31502

Sabine Brandes berichtet in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung über aktuelle Sorgen der Israelis mit Blick auf den Gazastreifen und Informationen, wonach der Iran sich "im fortgeschrittenen Stadium der Planung für einen Angriff auf Israels Norden befinde".

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08.03.2018

"Kisten packen!"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/31017

Sabine Brandes berichtet, dass der beschlossene Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem schneller als erwartet erfolgen könnte. "Es ist ein logistisches Mammutprojekt und soll doch in weniger als drei Monaten umgesetzt werden: der Umzug der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Rechtzeitig zum Unabhängigkeitstag des Staates Israel im Mai wollen die Amerikaner dort ihre Pforten eröffnen. An der Hayarkonstraße Nummer 71 in der Mittelmeerstadt heißt es also sicher bald: 'Kisten packen'. Während die Regierung in Jerusalem frohlockt, sorgen sich manche Sicherheitsexperten, dass es durch die Verlegung zu neuen Unruhen im Heiligen Land kommen könnte."

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11.02.2018

"Direkte Konfrontation mit Iran"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30810

Sabine Brandes berichtet in der Jüdischen Allgemeinen über den Einsatz der israelischen Luftwaffe in Syrien. "Zum ersten Mal sind Israel und der Iran in eine direkte Konfrontation auf syrischem Territorium verwickelt worden. Am Samstag war eine Drohne in den israelischen Luftraum eingedrungen. Nach Angaben der Sicherheitskräfte handelte es sich dabei um ein iranisches unbemanntes Flugobjekt. Anschließend kam es zu Kämpfen der Luftwaffe Israels (IAF) in Syrien, bei denen ein Kampfjet F-16 abgeschossen wurde."

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09.11.2017

"Kluges Handeln ist gefragt"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30062

Arye Sharuz Shalicar vom israelischen Ministerium für Nachrichtendienste glaubt nicht, dass sich Israel aus einer Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und Saudi-Arabien im benachbarten Libanon heraushalten könnte. "Israel ist sich bewusst, dass der Nahe Osten an einem Wendepunkt angelangt ist. Es kommt auf kluges strategisches Handeln an, international und regional. Und in Jerusalem ist jedem bewusst: Der Ernstfall kann jederzeit eintreten. Tatsächlich kann diese Dynamik demnächst in einem umfassenden Krieg zwischen dem Iran (und seinen Verbündeten) und Saudi-Arabien (und seinen Verbündeten) enden. Und den könnte Israel, selbst wenn es wollte, nicht von der Zuschauertribüne aus verfolgen."

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28.09.2017

"Im Reich des Wahns"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/29704

Michael Wuliger moniert in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung einen um sich greifenden gesteigerten direkten wie indirekten Antisemitismus in Europa. "Wie alle Äußerungen über unsichtbare Kräfte sind auch die von Orbán, Corbyn und Lafontaine natürlich absurd. Zum Lachen sind sie trotzdem nicht. Irrsinn als Triebkraft der Politik zieht sich durch die Geschichte. Und nichts garantiert, dass die sich nicht wiederholt. Verschwörungstheorien sind eine traditionelle Leibspeise der Völker. Die Zutaten liegen bereits auf dem Tisch. Ein Koch, der sie zusammenrührt, wird sich mit Pech auch finden. Es könnte, schneller als wir glauben, angerichtet sein. Mahlzeit!"

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03.08.2017

"Der Mörder war immer der Muslim"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/29273

Martin Krauss fordert in der Jüdischen Allgemeinen bei der Suche nach den Motiven der Mehrheit der terroristischen Attentäter auf das Geschlecht der Täter zu schauen und nicht auf ihre Herkunft oder deren Religion. "Solche Versuche, künftige Täter zu erkennen, sind zum Scheitern verurteilt. Dass, wer Muslim ist, nicht wegen seines Glaubens – so er überhaupt fromm ist – eine Gewaltdisposition hat, weiß, wer es wissen will. Wer Flüchtlinge primär als Muslime wahrnimmt – manchmal auch, wenn sie Christen sind! –, will sich nicht um deren Herkunft kümmern, interessiert sich nicht für deren Leid, sondern erblickt im Geflohenen einen Invasoren. Eine Gemeinsamkeit der meisten Täter wird selten hervorgehoben: Es sind Männer, männlich sozialisiert – mal in Syrien, mal in Afghanistan, mal in Deutschland. Dass Männlichsein zum Kollektivverdacht nicht taugt, ist ja richtig. Aber wer nach Motiven sucht, sollte doch bitte auch diesem mal nachgehen. Nicht immer nur Muslim, Messer, Mord."

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29.06.2017

"Herr Bahners und das 'A-Wort'"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/28963

Michael Wuliger reagiert auf einen Artikel des FAZ-Redakteurs Patrick Bahners, in dem dieser den "Lobbyisten Israels" vorwirft, den Antisemitismus-Vorwurf zu missbrauchen, um "Kritiker des Zionismus" zum Schweigen zu bringen. "Wenn Patrick Bahners dennoch so gereizt auf das 'A-Wort' reagiert, dann wohl deshalb, weil die Benennung dessen, was ist, als das, was es ist, bei ihm einen Nerv trifft. Sich mit dem sachlichen Gehalt des Antisemitismusvorwurfs inhaltlich auseinanderzusetzen, kann oder will er nicht. Stattdessen möchte er das 'A-Wort' geächtet sehen. Was Bahners umtreibt, ist nicht, dass 'Israelkritik' in Deutschland nicht möglich wäre; ihn stört, dass ihr widersprochen wird. Der vorgebliche Streiter für die Meinungsfreiheit entpuppt sich als Zensor."

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15.06.2017

"Der Film war zu unbequem"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/28823

Der Psychologe und Publizist Ahmad Mansour kritisiert Arte für die Ablehnung einer Ausstrahlung der umstrittenen Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa". "Anscheinend ist man bei Arte davon ausgegangen, dass der Film 'ausgewogener' wird, wenn ein Autor mit einem arabischen Namen dabei ist. Ich konnte damals nicht durch die Welt reisen und drehen, weil ich Vater geworden bin. Aber ich halte muslimischen Antisemitismus in Europa für sehr problematisch, und mit mir wäre die Ausrichtung der Dokumentation nicht anders gewesen. Die Ausstrahlung wurde abgelehnt, weil der Film zu unbequem war."

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29.05.2017

"Mehr Juden täten gut"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/28672

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat angeregt, Militärrabbiner in der Bundeswehr einzustellen. Ziel sei es, sich nicht nur um die jüdischen Soldaten zu kümmern, "sondern im Rahmen des lebenskundlichen Unterrichts auch Wissenswertes über das Judentum vermitteln – und so Judenhass entgegenwirken".

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04.05.2017

"Besuchspflicht für Flüchtlinge?"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/28460

Sollte für Flüchtlinge eine Besuchspflicht in KZ-Gedenkstätten eingeführt werden? Der Pädagoge Doron Kiesel würde dies gerade für muslimische Flüchtlinge für hilfreich halten, um sie mit den "radikalen Folgen antisemitischer Einstellungen" zu konfrontieren. Der Historiker Jens-Christian Wagner hält Zwang dagegen für kontraproduktiv. "Erstens lehrt uns die Erfahrung mit der Geschichtspolitik der DDR, dass Zwangsbesichtigungen von Gedenkstätten kontraproduktiv sind, weil sie Abwehrreflexe auslösen. (...) Zweitens ist die Vorstellung naiv, jemand mit einem gefestigten antisemitischen und rassistischen Weltbild könne durch einen Gedenkstättenbesuch geimpft oder 'geheilt' werden. (...) die Forderung nach Gedenkstättenbesuchen (...) stellt (...) alle muslimischen Flüchtlinge unter den Generalverdacht, Antisemiten zu sein. Genauso abwegig wäre es, generelle Gedenkstättenbesuche etwa für alle Sachsen oder Bayern zu fordern. Man wird deshalb das Gefühl nicht los, dass mit dem Verweis auf den Antisemitismus unter Zuwanderern vom genuin deutschen Antisemitismus abgelenkt werden soll. Und der ist nach wie vor virulent."

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04.05.2017

"Helden und Verräter"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/28459

Das Treffen Sigmar Gabriels mit Vertretern der regierungskritischen Organisation "Breaking the Silence" hat vor einigen Tagen zur Ausladung des Bundesaußenministers durch den israelischen Premierminister Netanjahu geführt. Ralf Balke schreibt in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung, dass die NGO in Israel auch von vielen Liberalen und Linken kritisch beurteilt werde. "Gründe dafür gibt es reichlich. Zum einen stößt fast allen die Vorgehensweise der NGO unangenehm auf. Mit dem Hinweis auf den Schutz ihrer Informanten anonymisiert 'Breaking the Silence' alle Aussagen, sodass eine Verifizierung der Behauptungen so gut wie unmöglich ist. Genau das war erst vor einem Jahr Gegenstand einer Gerichtsverhandlung in Petach Tikwa. (...) Zum anderen finden Israelis die Radikalität der Kritik unerträglich – sogar jene, für die die Zahal alles andere als eine heilige Kuh und keineswegs 'die moralischste aller Armeen' ist. Immerhin sichern die Streitkräfte das Überleben des jüdischen Staates."

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05.03.2017

"Zeichen des Antisemitismus"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/27966

Konrad Ege konstatiert eine zunehmende Besorgnis unter amerikanischen Juden nach dem Wahlsieg Donald Trumps. "Viele Synagogen in den USA verstärken ihre Sicherheitsvorkehrungen, beobachtet Alvin Rosenfeld. Der Direktor des 'Instituts zur Untersuchung des kontemporären Antisemitismus' an der Indiana University in Bloomington im US-Staat Indiana ist häufig zu Gast in jüdischen Gotteshäusern. Dabei falle ihm eine zunehmende Besorgnis unter amerikanischen Juden auf, sagte Rosenfeld dem Evangelischen Pressedienst (epd)."

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22.09.2016

"Gotteskrieger mit Kippa"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26544

Michael Wuliger rezensiert die ARTE-Dokumentation "Die Siedler der Westbank" und vermerkt kritisch, dass der Film ein einseitiges Bild weniger extremistischer Siedler zeige, das keine Verallgemeinerung erlaube. "Die extremistischen Siedler müsste die Dokumentation heißen. Denn auch wenn sie sich selbst als die neuen zionistischen Pioniere betrachten: Auf den Zionismus Theodor Herzls, David Ben Gurions und auch Zeev Jabotinskys können diese Rechtsradikalen sich nicht berufen. Und, wie Dotan selbst anmerkt, seine Protagonisten sind auch unter den Siedlungsbewohnern selbst bloß eine kleine Gruppe. Die meisten von ihnen, vor allem in den großen Siedlungsblöcken wie Ma’ale Adumim, Gusch Etzion und Ariel, wo die übergroße Mehrzahl aller Siedler lebt, sind keine nationalreligiösen Fanatiker. Nicht wenige wohnen dort aus pragmatischen Gründen, weil die Grundstückspreise wesentlich niedriger sind als im israelischen Kernland."

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01.09.2016

"Gesichter der Frauen"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26407

Ayala Goldmann schreibt in der Jüdischen Allgemeinen über das Burkini-Verbot und bezeichnet die Diskussion darüber als Ersatzdebatte. "Das Burkini-Verbot an französischen Stränden, das mehrere Bürgermeister durchsetzen wollten, ist eindeutig eine Ersatzhandlung: Weil das Land den islamistischen Terror nicht in den Griff bekommt, machen seine Vertreter Symbolpolitik – und untersagen religiösen muslimischen Frauen, einen Ganzkörperbadeanzug zu tragen. Hilfreich ist das inzwischen gerichtlich gekippte Verbot allerdings nicht. Kein einziger Terroranschlag wird verhindert, wenn man Frauen zwingt, Bikini statt Burkini zu tragen. Das Ergebnis könnte aber sein, dass Frauen aus religiösen muslimischen Familien nicht mehr baden gehen. Außerdem hat der Burkini im Vergleich zur Burka, die nur die Augen unbedeckt lässt, einen entscheidenden Vorteil: Das Gesicht bleibt frei."

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27.04.2016

"Feind meines Feindes"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/25276

Sabine Brandes berichtet über die Hintergründe der Entscheidung Israels, der Rückgabe zweier ägyptischer Inseln an Saudi-Arabien zuzustimmen. "Viel Lärm um nichts? Der Nahe Osten ist in Aufruhr um zwei kleine Inseln, 'auf denen sich überhaupt nichts befindet'. Das weiß der einstige israelische Botschafter in Ägypten, Yitzhak Levanon. 'Es sind zwei winzige, gänzlich unbewohnte Eilande.' Und doch sorgen Tiran und Sanafir im Roten Meer für diplomatisches Geraune über die Grenzen der betreffenden Länder hinaus. Ägypten hatte die Inseln vor Kurzem an Saudi-Arabien übertragen – mit Israels Zustimmung. Es ist dieser Zusatz, der jetzt für wilde Spekulationen sorgt. Steht vielleicht sogar ein Friedensabkommen der einstigen Erzfeinde kurz bevor?"

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25.02.2016

"Zurück an den Stammtisch"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24767

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, möchte die AfD zurück an die Stammtische schieben, weit weg von deutschen Parlamenten. "Wir alle sind gefordert, der AfD den Boden zu entziehen. Die großen Parteien müssen – so schwierig es ist – Lösungen für die anstehenden Probleme finden. Ebenso ist die Zivilgesellschaft gefordert. In der Weimarer Republik haben zu viele Bürger die Demokratie verachtet. Judenwitze gehörten zum guten Ton. Heute sind wir gefragt, einzuschreiten, wenn Politiker beschimpft oder Muslime beleidigt werden. Schieben wir die AfD an den Stammtisch zurück. Dort gehört sie hin. Nicht in die Parlamente."

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03.01.2016

"Anschlag in Tel Aviv"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24275

Sabine Brandes berichtet über den Anschlag in Tel Aviv, bei dem zwei Menschen erschossen und sieben weitere verletzt worden sind. "Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass es sich um einen Terroranschlag handelt. Wie israelische Medien berichten, wurde der Täter inzwischen identifiziert. Es soll sich um den 29-jährigen Mashat Melhem, einen arabischen Israeli, handeln, der aus der Stadt Wadi Ara im Norden stammt und schon mehrmals gewalttätig geworden sein soll. Sein Vater hatte ihn auf den Aufnahmen der Sicherheitskamera erkannt. In der belebten Gegend um das Dizengoff-Einkaufszentrum schoss ein Mann gegen drei Uhr am Freitagnachmittag offenbar mit einem halbautomatischen Gewehr wahllos auf Menschen in einem Pub. Der Eigentümer des Lokals, Nati Schaked, sagte im Armeeradio Galgalatz, dass er einen Mann mit einer großen Waffe auf der Straße sah, der wenig später begann, auf die Gäste zu feuern. 'Er schoss einfach wild ums sich. Es gab eine riesige Hysterie.'"

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26.11.2015

"Im Angesicht des Hasses"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24018

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ruft in diesem Gastbeitrag für die Jüdische Allgemeine dazu auf, im Zeichen des Terrors "unser Wertefundament" zu verteidigen. "Weder die Sicherheitskräfte noch die Gerichtsbarkeit verfügen über die notwendigen Ressourcen. Immer wieder erleben wir, dass wir nicht zu wenig Daten und Informationen haben – ausnahmslos alle Attentäter der vergangenen Jahre waren bekannt und standen auf Gefährderlisten –, aber wir schaffen es einfach nicht, den gewonnenen Informationen richtig nachzugehen. Wir laufen Gefahr, in Daten zu ertrinken und die Fähigkeit zu verlieren, diese Daten sinnvoll auszuwerten. Den Begriff des Krieges möchte ich mir im Zusammenhang mit Terrorismusbekämpfung nicht zu eigen machen. Terrorismusbekämpfung, das ist klassische Polizei- und Justizarbeit, und deshalb müssen wir unsere Strafverfolgungsbehörden in die Lage versetzen, ihren Job zu machen. Außerdem ist es notwendig, dass europäische Geheimdienste und Sicherheitsbehörden mehr Daten und Informationen miteinander austauschen."

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29.10.2015

"Was wir nicht mehr hören wollen"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23713

Der französische Publizist Bernard-Henri Lévy wehrt sich in seinem Essay für die Jüdische Allgemeine gegen eine Bagatellisierung der "Messer-Intifada". Ohne eine "bedingungslose" Verurteilung dieser Angriffe drohe deren weltweite Verbreitung. "Und schließlich ist nicht auszuhalten, dass sich ein kleiner, ein unerträglicher Mythos rund um die Tatwaffen, die Messer entwickelt hat: die Waffen der Armen? Wirklich? Die Waffe, die benutzt wird, weil sie die einzige ist, die sich noch in Reichweite befindet? Wenn ich solche Klingen sehe, denke ich an die Klinge, mit der Daniel Pearl hingerichtet wurde. Ich denke an die Enthauptungen von Hevé Gourdel, James Foley und David Haines. Die IS-Videos, die die Hinrichtungen zeigen, haben offensichtlich Schule gemacht. Wir stehen an der Schwelle zur Barbarei, die bedingungslos verurteilt werden muss, wenn wir nicht erleben wollen, dass solche Methoden sich überall verbreiten. Und ich meine: überall."

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22.10.2015

"Das letzte Symbol"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23645

Der Tempelberg könnte ein Schlüssel zur Wiederannäherung werden, schreibt Johannes Becke trotz der jüngsten Eskalation der Gewalt in Israel. "Die International Crisis Group, ein Thinktank zur Konfliktlösung, hat (...) einen erstaunlichen Vorschlag gemacht, wie trotz der religiösen Zuspitzung beider Gesellschaften gerade der Tempelberg als Potenzial für eine Wiederannäherung genutzt werden könnte: Die Experten empfehlen – wohlgemerkt im Falle der Zustimmung aller Seiten! – die Öffnung des Tempelbergs für jüdisches Gebet, im Austausch für eine stärkere Einbeziehung der palästinensischen Seite in die Verwaltung des Geländes."

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22.10.2015

"Alle sind bedroht"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23658

"Die Gefahr, die von der neuen Rechten ausgeht, richtet sich gegen die gesamte offene Gesellschaft", schreibt Christoph Giesa in der Jüdischen Allgemeinen. "Die Basis für einen langfristigen Erfolg des neurechten Gedankenguts sind nicht kurzfristige Wahlerfolge, sondern die Hoheit über den öffentlichen Diskurs. Um das Klima zu vergiften, braucht man keine Mehrheiten im Parlament, das wissen wir sowohl aus der Weimarer Republik als auch aus den frühen 90er-Jahren, als die Republikaner die Stimmung anheizten, aus der dann die Übergriffe von Lichtenhagen, Hoyerswerda, Solingen und Mölln hervorgingen."

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15.10.2015

"Regierung unter Druck"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23562

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gerate in Sachen Sicherheit innenpolitisch immer mehr unter Druck, schreibt Lissy Kaufmann in der Jüdischen Allgemeinen. "Haaretz zitierte Anfang der Woche eine neue Erhebung, laut der die Befragten zu 21 Prozent Avigdor Lieberman von Israel Beiteinu zutrauten, am besten mit der Sicherheitslage und der Terrorgefahr umzugehen. Knapp dahinter, mit 17 Prozent, landete Naftali Bennett. Premierminister Netanjahu – 'Mr. Security' – schaffte es mit 15 Prozent nur auf Rang drei. Doch womöglich gelingt es dem Premier, mit den neuen Sicherheitsmaßnahmen das Ruder noch einmal herumzureißen."

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15.10.2015

"Pfefferspray ist ausverkauft"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23563

Sabine Brandes berichtet über Reaktionen der israelischen Bevölkerung auf die derzeitige Eskalation der Gewalt in ihrer Heimat. "Vielen Israelis sitzt die Angst im Nacken. Seit Tagen dominiert der Terror den Alltag. Mit grausamer Regelmäßigkeit laufen die Horrornachrichten ein: Bei Attacken in Jerusalem zwei Menschen getötet, zwölfjähriger Junge durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt, Soldatin absichtlich überfahren, Anschlag im Herzen von Tel Aviv. Kein Tag, an dem nicht mindestens ein blutiger Anschlag eines Palästinensers die Menschen schockiert. Auch Selbstverteidigungskurse haben Konjunktur. Ob Krav Maga oder spezielle Kurse für Frauen, Studios und Privatlehrer können sich vor Anmeldungen kaum retten. 'Was sollen wir sonst tun?', meint eine junge Amerikanerin, die vor einem Jahr Alija gemacht hat. 'Ich habe immer an das Zusammenleben zwischen Arabern und Juden geglaubt, aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob das noch möglich ist.'"

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25.09.2015

"Sie wollen bleiben"

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23409

"Die Bundesrepublik wandelt sich zur Einwanderungsgesellschaft und steht vor großen Herausforderungen" konstatiert Doron Kiesel in der Jüdischen Allgemeinen. Die Jüdische Gemeinde in Deutschland befürchtet beim Ausbleiben notwendiger "Integrationsbausteine" einen Anstieg des Antisemitismus in Deutschland.

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