US-Soldaten in Afghanistan

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08.08.2019

"Nigeria wird den Terror von Boko Haram nicht los"

https://www.derstandard.at/story/2000107166121/nigeria-wird-den-terror-von-boko-haram-nicht-los

In der vergangenen Woche habe die radikalislamische Boko-Haram-Sekte in Nigeria den 10. Jahrestag der Ermordung ihres Gründers Mohammed Yusuf feiern können, schreibt Johannes Dieterich. Die Regierung in Abuja wisse nicht, wie sie die Terrorgruppe bekämpfen soll und stecke deshalb "den Kopf in den Sand". "Präsident Muammar Buhari hatte die Killersekte schon 2015 für 'technisch besiegt' erklärt: Für ihre Vernichtung seien nur noch kleine 'Säuberungsaktionen' nötig. Buharis Behauptung hat sich längst als plumpe Schönrederei erwiesen. Seit Beginn dieses Jahres nehmen die Angriffe wieder zu, Monat für Monat fallen der Sekte hunderte Menschen – Soldaten, Extremisten und Zivilisten – zum Opfer. In den zehn blutigen Jahren des Konflikts verloren fast 30.000 Nigerianer ihr Leben, zwei Millionen mussten fliehen."

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23.07.2019

"Berlin, Paris, Madrid, London gegen Abriss palästinensischer Häuser"

https://www.derstandard.de/story/2000106616878/berlin-paris-madrid-london-gegen-abriss-palaestinensischer
-haeuser

Deutschland und drei weitere EU-Länder haben die Zerstörung palästinensischer Häuser in Ost-Jerusalem verurteilt. "Nach dem Abriss mehrerer palästinensischer Häuser in Ost-Jerusalem haben vier EU-Staaten scharfe Kritik am Vorgehen der israelischen Behörden geäußert. 'Deutschland, Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich verurteilen den Abriss palästinensischer Gebäude durch Israel im Bezirk Wadi Al-Hummus im Südosten von Jerusalem scharf', hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung. (...) Israelische Sicherheitskräfte hatten im Südosten Jerusalems am Montag insgesamt zwölf Gebäude zerstört. Viele der Häuser befanden sich noch im Rohbau. Israel gibt an, die Gebäude seien zu nah an der Sperranlage errichtet worden, die Israel, das annektierte Ost-Jerusalem und grenznahe Siedlungsbereiche vom besetzten Westjordanland abschottet. Die Palästinenser werfen Israel vor, sie aus dem Sicherheitsgebiet rund um die Sperranlage verdrängen zu wollen, um israelische Siedlungen und Verbindungsstraßen zu bauen."

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31.03.2019

"Wahlen in der Slowakei: Dämpfer für die Nationalisten"

https://derstandard.at/2000100546927/Daempfer-fuer-die-Nationalisten

Gerald Schubert hält den Sieg der "liberalen Juristin und Bürgerrechtlerin" Zuzana Čaputová bei der Stichwahl der slowakischen Präsidentschaftswahlen im Hinblick auf Europa für eine gutes Zeichen. "Einmal mehr zeigt sich, wie wenig das weitverbreitete Bild von den angeblich nationalistischen Ländern Osteuropas der Realität entspricht. Während die Briten im Brexit-Streit längst jede vernünftige Kommunikationsbasis mit den EU-27 verloren haben, während Italiens Regierung sich in Flüchtlings- und Budgetfragen immer wieder mit Brüssel anlegt und während in Frankreich Rechtsextremisten seit Jahren die Politik vor sich hertreiben, haben es die EU-Feinde in der Slowakei nicht einmal in die Stichwahl geschafft. Und es gibt noch andere Beispiele. Im vielgescholtenen Polen etwa haben jüngst liberale, proeuropäische Kräfte, die der rechtspopulistischen Regierungspartei PiS Paroli bieten, bei den Kommunalwahlen große Erfolge erzielt. Die Wahl Caputovás ist eine machtvolle Bestätigung für alle, die die Slowakei als liberalen Staat im Herzen Europas sehen."

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04.03.2019

"Die Doppelmoral der EU-Außenpolitik"

https://derstandard.at/2000098955551/Die-Doppelmoral-der-EU-Aussenpolitik

Das jüngste Gipfeltreffen der EU mit der Arabischen Liga hat nach Ansicht von Kurt Palm die "Verlogenheit der Außenpolitik der EU" bestätigt. "Zwei Tage lang wurden da von EU-Vertretern Politiker hofiert, von denen wahrscheinlich die Hälfte wegen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und anderer Verbrechen längst im Gefängnis sitzen müsste. (...) Während Bundeskanzler Kurz also offenbar keine Probleme mit Putschgenerälen und Diktatoren in der arabischen Welt hat, fordert er in Venezuela 'rasche, freie und faire Präsidentschaftswahlen'. (...) Man mag mit Maduros Politik einverstanden sein oder nicht, aber eigentlich wäre es Aufgabe des neutralen Österreichs, bei internationalen Konflikten als Vermittler aufzutreten und nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Aber das ist in Zeiten wie diesen wohl nur frommes Wunschdenken."

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15.12.2018

"Darknet-Plattform für 'Auftragsmorde' führte zu echten Todesopfern"

https://derstandard.at/2000093225571/Darknet-Plattform-fuer-Auftragsmorde-fuehrte-zu-echten-Todesopfern

Der Cyberkriminalitätsforscher Chris Monteiro hat einem Wired-Bericht zufolge herausgefunden, dass im sogenannten Darknet in betrügerischer Absicht Auftragsmorde angeboten worden sind. "Zu einem wirklichen Mord durch die Betreiber kam es in keinem einzigen Fall. Gefährlicher als die Betrüger selbst stuft Monteiro aber die Kunden ein – diese meinten ihre Anfragen zu einem Großteil nämlich ernst und zahlten dafür auch Geld. Ein Mann wollte den Liebhaber seiner Ehefrau umbringen lassen, seine Organe verkaufen lassen und seine Frau nach Saudi-Arabien schmuggeln lassen. Ein Niederländer zahlte laut 'Wired' und Monteiro 20 Bitcoins, um jemanden bei einem vorgetäuschten Fahrradunfall umzubringen."

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01.12.2018

"Der Warnruf des Ex-CIA-Mitarbeiters Edward Snowden"

https://derstandard.at/2000092844954/Der-Warnruf-des-Ex-CIA-Mitarbeiters-Edward-Snowden

Der österreichische Standard hat mit Edward Snowden ein Interview über die aktuellen Maßnahmen von US-Behörden gegen die Unterstützer des NSA-Whistleblowers geführt. "'Das ist Vergeltung.' Edward Snowden findet im STANDARD-Interview klare Worte für das Vorgehen der Behörden gegen jene Menschen, die ihm das Leben gerettet haben. (...) nicht nur Snowden, auch seine Unterstützer zahlen heute einen hohen Preis für ihr Tun. Während ihn die USA weiter der Spionage bezichtigen, seine Auslieferung fordern und Präsident Donald Trump – wie er mehrfach bekräftigte – ihn am liebsten exekutieren lassen würde, werden die sieben Flüchtlinge und ihr Anwalt Tibbo von den Behörden in Hongkong unter Druck gesetzt. (...) Die Situation hat sich für Snowdens Helfer mittlerweile derart zugespitzt, dass sich Tibbo diese Woche mit einem Hilferuf an ausgewählte Medien wie die 'New York Times', 'Paris Match' und den STANDARD wandte. Denn er selbst war gezwungen Hongkong unter diplomatischem Schutz verlassen, die sieben Flüchtlinge musste er zurücklassen."

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03.11.2018

"Polizei nutzt Algorithmen, um Verbrechen vorherzusehen – Kritiker sehen 'Aberglaube'"

https://derstandard.at/2000090545361/Nicht-mehr-als-Aberglaube-Polizei-nutzt-Algorithmen-um-Verbrechen-vo
rherzusehen

Muzayen al-Youssef und Markus Sulzbacher berichten über die Bemühungen der österreichischen Polizei, Straftaten mit Hilfe einer Software vorherzusagen. "Eine Software, die voraussagt, wo und wann ein Verbrecher zuschlägt: Was nach einem Science-Fiction-Szenario im Stil von Minority Report klingt, ist in Österreich bereits Realität. 'Predictive Policing' (zu Deutsch: vorhersagende Polizeiarbeit) gehört mittlerweile zum Alltag der Polizei. Das Bundeskriminalamt in Wien heuert eigene Programmierer an, die sich mit 'Crime-Mapping', der geografischen Zuordnung von Kriminalität, befassen. Derzeit kommen Algorithmen verstärkt zur Bekämpfung von sogenannten Dämmerungseinbrüchen zum Einsatz."

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24.09.2018

"Innenministerium beschränkt Infos für 'kritische Medien'"

https://derstandard.at/2000087988184/Innenministerium-beschraenkt-Infos-fuer-kritische-Medien

Der Standard berichtet über eine geplante neue Kommunikationsstrategie des österreichischen Innenministeriums mit Blick auf "unliebsame" Presseorgane. "Das Innenministerium unter Ressortchef Herbert Kickl (FPÖ) ändert seinen Umgang mit den Medien und seine Veröffentlichungspolitik. Darauf lässt eine vierseitige Mail schließen, die jüngst aus dem Haus in der Herrengasse an die Kommunikationschefs der Landespolizeidirektionen ergangen ist. 'Leider wird wie eh und je seitens gewisser Medien (zum Beispiel STANDARD, 'Falter') sowie neuerdings auch seitens des 'Kuriers' eine sehr einseitige und negative Berichterstattung über das BMI beziehungsweise die Polizei betrieben', wird in dem Schreiben gewarnt, das dem STANDARD und dem 'Kurier' über mehrere Stationen zugespielt wurde und dessen Authentizität von mehreren Beamten bestätigt wird."

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17.07.2018

"Der unsichtbare Luftkrieg beruhigt sich nicht"

https://derstandard.at/2000081021329/Der-unsichtbare-Luftkrieg-beruhigt-sich-nicht

Auch Manuel Escher hat sich vier Jahre nach dem Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine mit den politischen Faktoren bei der Planung internationaler Flugreisewege beschäftigt. "Der Osten der Ukraine, zuvor beliebte, weil schnellste Route von vielen europäischen Ländern nach Asien, wird seit vier Jahren nicht mehr überflogen. Das machte die Situation noch komplizierter, denn schon vorher mussten die Airlines mit zahlreichen Sperren umgehen: Der Luftraum über Syrien, dem Nordirak, Teilen Afghanistans und Pakistans sowie dem ägyptischen Sinai ist oder war lange aus Sicherheitsgründen gesperrt oder durfte nur unter Auflagen durchquert werden. Dazu kommt die Politik: Wer ein Land überquert oder anfliegt, darf oft den Luftraum eines anderen Staates nicht nutzen. Paradebeispiel ist das Verhältnis zwischen Israel und vielen seiner Nachbarn. (...) Aber auch geopolitische Scharmützel unter weniger traditionellen Feinden bilden sich schnell in Flugrouten ab. (...) Während die VAE mit dem Iran im Clinch liegen, hat Katar bisher stets die Kommunikation mit Teheran offengehalten. Katar wird (auch) deshalb seit mehr als einem Jahr von den Nachbarn Saudi-Arabien, VAE und Bahrain sowie von Ägypten mit Sanktionen belegt, zu denen auch die Schließung von Lufträumen zählt."

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15.07.2018

"Israel und Hamas schrammen an neuem Krieg vorbei – vorerst"

https://derstandard.at/2000083521715/Israel-und-Hamas-schrammen-an-neuem-Krieg-vorbei-zumindest-vorerst

Die jüngste Konfrontation Israels und der Hamas in Gaza hätte leicht zu einem neuen Krieg führen können, berichtet Lissy Kaufmann aus Jerusalem. "Am Wochenende sah es vor übergehend so aus, als schlitterten Israel und Gaza geradewegs hinein in eine neue kriegerische Auseinandersetzung – auch wenn keine der beiden Seiten das derzeit wirklich will: Die Hamas weiß, dass im Falle eines Krieges viel auf dem Spiel steht und sie ihre Macht verlieren könnte. Und für Israel ist das weitaus größere Problem momentan der Norden, wo syrische Regimetruppen der Grenze immer näher kommen. (...) Am Sonntag schien die Gefahr einer weiteren Verschärfung des Konflikts vorerst gebannt zu sein: Seit dem Vorabend herrschte zwischen Israel, der Hamas und dem Islamischen Jihad eine Waffenruhe. Berichten zufolge waren der ägyptische Geheimdienst sowie der UN-Sondergesandte Nickolay Mladenov an deren Ausarbeitung beteiligt. Doch der Samstag zeigt, dass in einer dauerhaft so angespannten Lage wie jener im und um den Gazastreifen selbst kleine Ereignisse zu größeren Gefechten führen können – selbst wenn keine Seite daran offenkundiges Interesse hat."

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11.07.2018

"Heikle Weichenstellungen zum Nato-Beitritt Mazedoniens"

https://derstandard.at/2000083214296-1285200887302/Heikle-Weichenstellungen-zum-Nato-Beitritt-Mazedoniens

Die vorläufige Beilegung des Namensstreits zwischen Mazedonien und Griechenland habe die Tür für einen NATO-Beitritt Mazedoniens geöffnet, schreiben Markus Bernath und Adelheid Wölfl. Zuvor müsse die Bevölkerung dem Kompromiss mit Griechenland Ende September in einem Referendum zustimmen. "Bei dem Referendum wird die mazedonische Bevölkerung darüber abstimmen, ob sie mit der Vereinbarung über die Lösung des Namensstreits mit Griechenland, die kürzlich getroffen wurde, einverstanden ist. Es ist damit zu rechnen, dass die Mehrheit dem Abkommen zustimmen wird – allerdings müssen 50 Prozent der Wahlberechtigten an der Volksbefragung teilnehmen, damit sie gültig ist. Und ob das gelingen wird, ist fraglich. Denn die nationalkonservative Oppositionspartei VMRO-DPMNE mobilisiert gegen das Abkommen und versucht den Mazedoniern einzureden, dass dadurch ihre Identität gefährdet sei. (...) Die Mehrheit im Land ist für den Beitritt zur Nato. Die Nato-Mitgliedschaft ist aber vor allem den Albanern in Mazedonien ein Anliegen, unter den mazedonischsprachigen Mazedoniern gibt es hingegen auch Nato-Gegner. "

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10.07.2018

"Treffen in Helsinki: Putins Wunschliste an Trump"

https://derstandard.at/2000083139784/Treffen-in-Helsinki-Wladimir-Putins-Wunschliste-an-Donald-Trump

Russland habe vor dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin in Helsinki eine "Wunschliste" vorbereitet, berichtet der Standard. "In Syrien hat Moskau derzeit beispielsweise die besseren Karten und könnte die weitere Duldung Bashar al-Assads als Präsident vorantreiben. Laut Dmitri Suslow, Politologe an der Moskauer Higher School of Economics, ist Moskaus wichtigstes Ziel jedoch eine Übereinkunft über strategische Sicherheit mit einem neuen Zugang zu Rüstungskontrolle und Stabilität. Dazu gehört neben dem Dialog über Raketensysteme auch der für militärische Zwecke interessante Bereich Netzsicherheit. Die USA und Russland haben sich zuletzt gegenseitig die Verletzung von Abrüstungsverträgen vorgeworfen. Ein neues Wettrüsten will und kann sich Moskau derzeit aber nicht leisten."

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03.07.2018

"Flüchtlingspolitik: Die Achse der Böswilligen"

http://derstandard.at/2000082747956/Nationale-und-persoenliche-Egoismen-sind-offenbar-staerker-als-die-eu
ropaeische

Michael Völker kommentiert die Einigung der deutschen Unionsparteien in der Asyldebatte aus österreichischer Perspektive. "Von einer Achse der Willigen ist keine Rede mehr. Es ist eine Achse der Böswilligen, eine Achse der Willkür, des Wahnsinns, des Chaos und der Hysterie, die sich in Deutschland gestaltet hat und von dort aus ihre Verlängerung nach Österreich und in andere Teile Europas sucht. Was in Berlin diskutiert wird und als Einigung zwischen CDU und CSU herhalten muss, baut auf einer Fiktion auf und überträgt die Last auf andere, auch auf Österreich, zulasten der europäischen Idee und der Vernunft."

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01.07.2018

"Europa! Herz der Finsternis"

https://derstandard.at/2000082491730/Christoph-Ransmayr-Europa-Herz-der-Finsternis?ref=article

Christoph Ransmayr macht Europa für die ökonomische Schwäche der Länder des afrikanischen Kontinents mitverantwortlich. "Wohin immer ein Afrikareisender sich auf diesem Kontinent wandte, selbst wenn er nur unterwegs war, um weiße Nashörner, Elefanten, Hyänen oder Leoparden zu bestaunen (oder zu jagen), musste er auf die Spuren Europas stoßen, auf eine zertrampelte Bühne der Grausamkeit, dazu aber auch: auf Quellgebiete des europäischen Reichtums. Ohne die hier geschürften Erze und seltenen Erden, ohne die Gold- und Silber- und Diamantenminen und unzähligen anderen Bodenschätze, ohne die hier eingebrachten Ernten, ohne die Arbeitskraft von Abermillionen Sklaven und Billigstlohnarbeitern wäre Europa wohl bis zum heutigen Tag noch längst nicht jenes Paradies, als das es in jenen Flüchtlingsströmen ersehnt und bewundert wird, die auf den Schlachtfeldern von europäisch mitverschuldeten Kriegen und Elends- und Dürregebieten entspringen."

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29.03.2018

"Kim Jong-un in China: Trumps fast unbegründete Freude"

https://derstandard.at/2000076969405/Kim-Jong-un-in-China-Unbegruendete-Freude

Atomwaffen sind und bleiben eine "Lebensversicherung" für den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un, ist Manuel Escher überzeugt. "Pjöngjang wird es umso schwerer fallen, an ein Abkommen mit den USA zu glauben, wenn Trump zugleich daran arbeitet, den Iran-Deal möglichst spektakulär zu zerreißen, und einen Sicherheitsberater einstellt, dessen liebste Lösung für fast jedes Problem Bombenhagel lautet. Es existieren also kaum Gründe für Zuversicht. Dass es sie trotzdem gibt, müssen alle Beteiligten jetzt nutzen. Es dürfte die letzte Chance auf eine friedliche Lösung sein."

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18.03.2018

"Schlacht um Afrin: Schuss ins Nato-Knie"

https://derstandard.at/2000076379732/Schlacht-um-Afrin-Schuss-ins-Nato-Knie

Christoph Prantner sieht die türkisch-syrische Grenze als "eine Art geopolitische Sollbruchstelle", da die Türkei dort gemeinsame Sache mit Russland und Iran, den "Erzfeinden der Amerikaner", mache. "Die Vereinigten Staaten ihrerseits sind nicht in der Lage, ihre Verbündeten in Ankara von einer Intervention abzuhalten, die für die meisten Beobachter völkerrechtswidrig ist und jedenfalls gegen die Interessen der USA läuft. Anders gesagt: Jeder Schuss, der in Afrin fällt, ist auch ein Schuss ins Knie der Nato. Waren die Türken schon zuletzt schwierige Partner im Nordatlantikpakt, haben es vor allem US-Präsidenten verstanden, die Situation unter Kontrolle und Ankara bei der Stange zu halten. Dafür scheint Donald Trump weder Mittel noch Interesse zu haben."

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24.01.2018

"Asli Erdogan: 'Die Solidarität draußen hat mir das Leben gerettet'"

https://derstandard.at/2000072947416/Asli-Erdogan-Die-Solidaritaet-draussen-hat-mir-das-Leben-gerettet

Colette M. Schmidt im Gespräch mit der türkischen Kernphysikerin und Autorin Asli Erdogan über ihre Zeit in türkische Haft und die Zeit danach. "Die gelernte Kernphysikerin Asli Erdogan ist eine der renommiertesten Autorinnen der Türkei und eine laute Stimme für Menschenrechte. Ihre Beiträge für die prokurdische Zeitung Özgür Gündem wurden ihr zum Verhängnis. Im August 2016 wurde sie verhaftet und verbrachte 136 Tage im Gefängnis. Die Vorwürfe: 'Volksverhetzung' und 'Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation'. Der Staatsanwalt forderte lebenslange Haft, doch Erdogan kam Ende 2016, gesundheitlich schwer gezeichnet, frei. Im September 2017 durfte sie ausreisen. Das Verfahren gegen sie läuft noch. Doch sie erhielt das zweijährige Stipendium 'Stadt der Zuflucht' in Frankfurt, wo sie nun lebt. Am 3. Februar liest Asli Erdogan im Wiener Werk X."

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01.04.2017

"Die Mentalität des doppelten Denkens"

http://derstandard.at/2000055181752/Sergej-Lebedew-Die-Mentalitaet-des-doppelten-Denkens

Joe Kirchengast im Gespräch mit dem russischen Journalisten und Schriftsteller Sergej Lebedew über das Herrschaftssystem Wladimir Putins und die Reaktion der russischen Zivilgesellschaft darauf. "Das lange Leben in der späten Sowjetkultur erzeugte sehr ausgeklügelte Strategien, jeden direkten Kontakt mit dem Staat zu vermeiden. Die Leute waren gewöhnt an diese Grauzonen, wo sie nicht vom Auge des Staates überwacht wurden, wo sie Schwarzgeld verdienen konnten etc. Direkten Protest gab es nicht, alles drehte sich ums Vermeiden. Gleich vom Beginn der Herrschaft Putins an praktizierten die Menschen genau diese Strategie: jeden direkten Zusammenstoß zu vermeiden."

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08.01.2017

"Saudi-Arabien stellt die Weichen zwischen Wandel und Untergang"

http://derstandard.at/2000050323108/Saudi-Arabien-stellt-die-Weichen-zwischen-Wandel-und-Untergang

Das Königreich Saudi-Arabien durchlebe derzeit eine existentielle Krise, stellt Gudrun Harrer fest. "Was ist geschehen? Wie kommt es, dass sich Saudi-Arabien plötzlich aus der politischen Komfortzone hinausbewegt, in der es trotz aller lauter werdenden Systemkritik von außen noch immer verortet wurde? Nach den Umbrüchen in der arabischen Welt von 2011, die meist keine Wende zum Besseren brachten, war doch jahrelang die Rede von den 'stabilen Monarchien', in denen die Herrscher eben doch irgendwie anders legitimiert waren als jene in den autokratisch geführten Republiken. Hat sich seitdem so viel geändert, und wenn ja, warum?"

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04.12.2016

"Ein Votum des 'anderen Österreich'"

http://derstandard.at/2000048753877/Ein-Votum-des-anderen-Oesterreich

Den Hochrechnungen zufolge hat Alexander Van der Bellen die Bundespräsidenten-Wahl in Österreich gewonnen. Alexandra Föderl-Schmid erhofft sich davon eine Signalwirkung, die über Österreich hinausgeht. "Van der Bellen hat nicht nur überzeugte Anhänger zur Stimmabgabe gebracht, sondern auch darüber hinaus mobilisieren können: all jene, die für ihn nach dem Motto 'Das kleinere Übel' gestimmt haben; und andere, die sich nicht wundern wollten nach diesem Wahltag. Van der Bellen konnte auch all jene zur Stimmabgabe für ihn bewegen, die Angst hatten vor einem Klima in Österreich, in dem antisemitische und fremdenfeindliche Aussagen immer alltäglicher werden; in dem die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft und der Medien infrage gestellt wird; wo Diskriminierung und Hetze zum 'guten Ton' gehören. Kurzum: Die von Karl Popper propagierte 'offene Gesellschaft' stand mit zur Abstimmung."

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08.10.2016

"US-Autor Teju Cole: 'Im Kopf ist mehr Platz als für einen Gedanken'"

http://derstandard.at/2000045553030/US-Autor-Teju-Cole-Im-Kopf-ist-mehr-Platz-als

Dominik Kamalzadeh im Gespräch mit dem amerikanischen Schriftsteller Teju Cole über sein neues Buch "Vertraute Dinge, fremde Dinge", in dem der Autor über Kulturkrisen, die US-Wahl und guten Geschmack schreibt. "Europa befindet sich in einer Krise, aber ich bin mir nicht sicher, ob es eine Flüchtlingskrise ist. In absoluten Zahlen scheinen es viele zu sein, in relativen nicht so sehr. Deutschland hat 80 Millionen Einwohner und hat eine Million aufgenommen. Eine große Zahl, aber nicht das Ende der Welt. Die wirkliche politische und moralische Krise ist das Erstarken rechtsradikaler Politik, die das Flüchtlingsthema als Ausrede nützt. Doch es wäre zu einfach für mich, nur schwarzzusehen – ich treffe so viele offene Menschen, die sich Gedanken über ihre Gesellschaft machen. Ich habe nicht den Eindruck, dass Europa müde und altersschwach ist, es ist jung und dynamisch und macht gerade eine neue Phase des Wachstums durch. Das hat viel mit Dynamik und sozialer Inklusivität zu tun, was viele Leute verängstigt."

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04.10.2016

"Die Mehrheitsgesellschaft hat auch eine Bringschuld"

http://derstandard.at/2000045313847/Lamya-Kaddor-Die-Mehrheitsgesellschaft-hat-auch-eine-Bringschuld

Lisa Nimmervoll im Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor "über Fremdenfeinde als Gefahr für die Demokratie, den Hass auf Muslime und die Burka, die nicht verboten werden sollte, obwohl sie unislamisch sei".

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05.09.2016

"Wir erleben die Milizionierung ganzer Nationalstaaten"

http://derstandard.at/2000043835342/Syrien-Konflikt-Wir-erleben-letztlich-die-Milizionierung-ganzer-Natio
nalstaaten

Stefan Binder im Gespräch mit Aaron Stein, Experte des Atlantic Council in Washington, D.C., über die Hintergründe des türkischen Einmarsches in den Norden Syriens. "Der Plan wurde wohl bereits im Mai 2015, wenn nicht sogar davor entwickelt. Es wurde von der Türkei eine IS-freie Zone angedacht, und es gab eine Vielzahl von Gründen, warum der Plan lange Zeit nicht umgesetzt wurde. Es gab Bedenken der USA bezüglich einiger Rebellen, dann intervenierte Russland in Syrien, dann unterstützten die USA kurdische Rebellen. Als sich die Türkei schließlich entschied, eine Operation zum größten Teil auf eigene Faust zu beginnen, lagen die Pläne dazu schon bereit. Sie wurden den USA präsentiert, und diese entschieden sich, das Vorgehen bis zu einem gewissen Grad zu unterstützen. Der Grund für die US-Unterstützung: Solange die Operation begrenzt bleibt, hilft sie US-Interessen, nämlich dass die Grenzen geschlossen werden."

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14.08.2016

"Ece Temelkuran: 'Der schlechteste Zeitpunkt, die Türkei aufzugeben'"

http://derstandard.at/2000042789795/Ece-Temelkuran-Der-schlechteste-Zeitpunkt-die-Tuerkei-aufzugeben

Dominik Kamalzadeh hat mit der Autorin Ece Temelkuran über die aktuellen Ereignisse in der Türkei gesprochen. Temelkuran hofft, dass die EU die Türkei nicht völlig aufgibt. "Als eine säkulare, unabhängige Autorin glaube ich natürlich, dass der Weg der Türkei in Richtung EU gehen muss. Es gibt die Sorge, dass die Stricke zwischen der Türkei und dem Westen schwächer werden. Das macht mich betroffen. Soweit ich das sehen kann, baut die Reaktion Europas vor allem darauf auf, dass die Regierung den Putschversuch als Hexenjagd nützt – wenn es nicht überhaupt ein inszeniertes Manöver war. Man macht da einen gewaltigen Fehler. Die EU durchlebt gerade ihre eigene Krise, dennoch ist es der schlechteste Zeitpunkt, die Türkei aufzugeben. Ich sage das nicht nur um der Türkei willen, sondern der ganzen Region wegen."

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09.08.2016

"Türkisch-russische Annäherung: Korrektur oder Wende"

http://derstandard.at/2000042610162/Tuerkisch-russische-Annaeherung-Korrektur-oder-Wende

Gudrun Harrer schreibt in ihrer Analyse des Treffens Putins und Erdogans in St. Petersburg, dass der russische Präsident von der erneuten Annäherung eine klare Wende in der türkischen Syrienpolitik erwarte. "Aber ist Erdogan zu mehr bereit als zu einer Kurskorrektur, die etwa darin bestünde, seine Grenze für Jihadisten, die von der Türkei aus in den syrischen Krieg ziehen, zu schließen? Das russische Modell für Syrien, das Assad einstweilen im Amt belassen und den eigenen russischen sowie einen beschränkten iranischen Einfluss in Syrien garantieren würde, widerspricht allem, was die Neoosmanen in den vergangenen Jahren programmatisch von sich gegeben haben: die Restauration der türkischen Hegemonie in Teilen der alten Levante. Vielleicht sieht Erdogan seine Nahostpolitik inzwischen als derartig verfehlt an, dass er meint, nur an der Seite der Russen ein Stück vom Kuchen – Mitsprache – abzubekommen. Oder er ist tatsächlich schon so antiwestlich, dass er bereit ist zum großen geopolitischen strategischen Bruch."

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04.08.2016

"Saudi-Arabiens wackliger Versuchsballon in Israel"

http://derstandard.at/2000042294291/Saudi-Arabiens-wackliger-Versuchsballon-in-Israel

Gudrun Harrer berichtet über die anhaltenden Bemühungen Saudi-Arabiens, eine Allianz mit Israel einzugehen, um gemeinsam Iran gegenüber treten zu können. "Die Saudis bleiben offiziell dabei, dass vor einem arabischen Frieden mit Israel ein israelisch-palästinensischer stehen muss. Israels erklärtes Ziel ist es, an der Normalisierung mit möglichst vielen Staaten, etwa afrikanischen, zu arbeiten, egal was an der palästinensischen Front passiert. (...) Ideologisch liegen Welten zwischen den schiitischen Linksislamisten und dem konservativen wahhabitischen Königreich. Warum also nicht auch Israel? Die Sicht der iranischen Hardliner, aus der anderen Richtung, entspricht dem vollends: Israel und Saudi-Arabien (und die USA und noch einige andere) gehören zusammen."

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19.07.2016

"Das Sonnenparadies Nizza ist Nährboden für die Jihadisten"

http://derstandard.at/2000041393448/Das-Sonnenparadies-Nizza-ist-Naehrboden-fuer-die-Jihadisten

Stefan Brändle berichtet über die Banlieus Nizzas, aus denen der Attentäter Mohammed Lahouaiej-Bouhlel stammt, der am vergangenen Donnerstag mit einem Lastwagen 84 Menschen zu Tode fuhr. "Der Anschlag am französischen Nationalfeiertag war wohl kein Zufall: Mehrere Viertel in Nizza haben sich binnen weniger Jahre stark 'jihadisiert'. Die Tourismusdestination an der Côte d 'Azur ist heute auch ein Hotspot des Islamismus".

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13.07.2016

"Ein Land als Fehlkonstruktion ohne Friedensaussicht"

http://derstandard.at/2000040943704/Suedsudan-Die-vorhersehbare-Eskalation

Der Standard hat mit dem Afrika-Experten Matthias Fettback über die Hintergründe der Gewalteskalation in Südsudan gesprochen. "Kurz muss Matthias Fettback auflachen – als es um die Frage geht, wie man dem Südsudan dauerhaften Frieden bringen kann. Es scheint eine ausweglose Situation zu sein, selbst für afrikanische Verhältnisse. Dort nämlich kennt sich der 61-jährige Entwicklungshelfer bestens aus. Seit 1984 ist der Deutsche auf dem Kontinent tätig, aktuell als technischer Berater der Caritas Österreich im Südsudan. Die jetzige Eskalation, sagt Fettback zum STANDARD, 'war mehr oder weniger vorhersehbar'."

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28.04.2016

"Illegale Grabungen und Schmuggel bedrohen Kulturerbe in IS-Gebieten"

http://derstandard.at/2000035839272/Illegale-Grabungen-und-Schmuggel-bedrohen-Kulturerbe

Die Zerstörung von Kulturstätten in den vom IS besetzten Gebieten stelle Archäologen vor schwierige Herausforderungen, schreiben Anna Sawerthal und Michael Cosatka. "'Die Angestellten in Palmyra riskieren ihr Leben, um das kulturelle Erbe zu retten', sagt Abdulkarim. In der 'Wiener Erklärung' ruft Icaane nun zu mehr internationaler Zusammenarbeit auf: Aufgrund von Kriegshandlungen, Plünderungen und Schmuggel seien schon jetzt viele historische Monumente unwiederbringlich verloren gegangen."

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06.04.2016

"Panzer rollen: Das Säbelrasseln in der Westsahara wird lauter"

http://derstandard.at/2000034241203/Westsahara-Das-Saebelrasseln-in-der-Wueste-wird-lauter

"Lange nicht mehr war Krieg in der Westsahara so nahe wie dieser Tage", berichtet Reiner Wandler. Derzeit rüsteten Marokko und die Unabhängigkeitsbewegung Polisario im Streit um das Gebiet wieder auf. "Ausgerechnet eine Friedensmission löste die neuen Spannungen aus. Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon reiste Anfang März in die Region, um mit beiden Seiten zu sprechen. Dass der Uno-Chef auch die Polisario in seine Pläne einbezog, erzürnte Marokkos König Mohamed VI. Dieser empfing ihn weder in der Hauptstadt Rabat, noch durfte er in die besetzten Gebiete fahren. Ban musste sich mit einem Besuch der von der Polisario unterhaltenen saharauischen Flüchtlingslager in Algerien zufriedengeben. Dort wurde er auch von der Exilregierung empfangen."

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