US-Soldaten in Afghanistan

Tageszeitung


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17.11.2018

"Trumps Traum-Armee"

http://www.taz.de/Middle-East-Security-Alliance/!5548363/

Hanna Voss berichtet über die Planungen für ein arabisches Militärbündnis, das von einigen Beobachtern bereits als "Arabische Nato" bezeichnet werde. "Eine Idee, die seit einem Treffen zwischen US-Außenminister Mike Pompeo und seinen arabischen Amtskollegen im September Gestalt annimmt. Denn die Gründung einer arabischen Nato ist keine originär arabische, sondern eine amerikanische Idee. Und so ist es auch kein Zufall, dass alle an dem Manöver beteiligten Nationen enge Partner der USA im Nahen Osten sind. Allzu beflügelt sein dürfte etwa Saudi-Arabien. Der Golfmonarchie unter Kronprinz Mohammed bin Salman, kurz MbS, ist mehr als jedem anderen Land der Region daran gelegen, ein sunnitisches Bollwerk gegen den schiitischen Iran auf der anderen Seite des Golfs aufzuschütten. Noch dringlicher will das nur Donald Trump."

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14.11.2018

"Die Wüste lebt"

http://www.taz.de/Bundeswehr-in-Mali/!5547219/

Christian Kreutzer hat Bundeswehrsoldaten für seine Reportage auf einer Patrouille in Mali begleitet. "Marschieren, lächeln, winken – die Morgenpatrouille der Bundeswehr durch Gao erinnert an einen Faschingszug. Familien sammeln sich in den Eingängen der kleinen Gehöfte. Kinder lachen und winken. Die Deutschen defilieren mit ihren Waffen, winken freundlich zurück und machen Scherzchen. Ihre sechs gepanzerten Fahrzeuge rollen langsam nebenher. Doch während sie lächeln und winken, beobachten die 20 Männer die Umgebung: Wie schauen die, die im Hintergrund stehen? Wird irgendwo ein Stinkefinger gereckt? Lauert jemand auf einem der Flachdächer? 'Aufklären und Präsenz zeigen', lautet die Jobbeschreibung der deutschen Bundeswehr in Nord-Mali. Es gibt Patrouillen, Drohnenflüge und Fernspähermissionen in der Sahara."

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14.11.2018

"Im Rausch von Law and Order"

https://www.taz.de/!5547180/

Konrad Litschko kommentiert die derzeitige Debatte über die Verschärfung von Polizeigesetzen in Deutschland. "Fast bundesweit feilen die Länder derzeit an ihren Polizeigesetzen. Und es gibt nur eine Richtung: härter, schärfer, doller. Handys sollen überwacht, Präventivgewahrsame verhängt, Videokameras ausgebaut, Handgranaten in den Polizeidienst integriert werden. Inzwischen zieht selbst die rot-rote Regierung in Brandenburg mit, das grün-schwarze Baden-Württemberg legte schon vor Monaten vor. Dabei ist längst ein Innehalten angebracht."

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13.11.2018

"Maas muss liefern"

http://www.taz.de/Kommentar-Abruestungsplaene-mit-China/!5550634/

Andreas Zumach kommentiert die Pläne für eine gemeinsame Initiative für Abrüstung und Rüstungskontrolle, die Bundesaußenminister Heiko Maaß bei seinem Besuch in Peking vorgestellt hat. "Natürlich wäre etwa eine multilaterale Erweiterung des über 30 Jahre alten bilateralen INF-Vertrages über nukleare Mittelstreckensysteme zwischen den USA und der Sowjetunion auf China, Iran und andere Staaten, die inzwischen auch über Mittelstreckenraketen verfügen, sehr viel besser als die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Zerstörung dieses Vertrages. Würden Deutschland und China, derzeit auf den Plätzen drei und vier der weltweit größten Rüstungsexporteure, dieses Geschäft mit dem Tod zumindest einschränken, wäre das ein wichtiger Beitrag zu mehr globaler Sicherheit. Dasselbe gilt für den seit Langem überfälligen Beitritt Pekings zu den internationalen Verbotsabkommen für Antipersonenminen und Streubomben. Den Beitritt Chinas wird eine deutsche Regierung aber – wenn überhaupt – nur erreichen, wenn sie ihn ebenso deutlich von den ebenfalls noch abseits stehenden USA, Israel, Russland und Pakistan einfordert."

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12.11.2018

"Taliban rücken weiter vor"

http://www.taz.de/Selbstmordanschlag-in-Afghanistan/!5547099/

Thomas Ruttig berichtet aus Anlass eines erneuten Selbstmordanschlags in Kabul über den scheinbar nicht aufzuhaltenden Vormarsch der Taliban in Afghanistan. "Sie demonstrierten gegen Gewalt – und fielen dabei einem Attentat zum Opfer: Sechs Afghanen, darunter drei Frauen, sind am Montagnachmittag in Kabul durch einen Selbstmordanschlag ums Leben gekommen. Etwa zwanzig wurden verletzt. Zu der Tat bekannte sich der afghanische Ableger des 'Islamischen Staates'. Der Attentäter hatte sich am äußersten Sicherheitsring um die Demonstranten in die Luft gesprengt, als der Protest sich gerade auflöste."

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12.11.2018

"Arm in Arm mit Antidemokraten"

https://www.taz.de/!5549674/

Dass die polnische Regierung den 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Polens mit Rechtsradikalen gefeiert hat, ist nach Ansicht von Gabriele Lesser eine "Katastrophe für die polnische Demokratie". "Dass Rechtsradikale durch Polens Städte marschieren, antisemitische und rassistische Parolen grölen, europäische Fahnen oder eine Judenpuppe verbrennen – daran haben sich längst alle gewöhnt. Doch dass die polnische Regierung Arm in Arm mit Rechtsradikalen durch Warschau marschiert und auch noch alle Polen auffordert, sich dieser Demonstration anzuschließen, das ist eine Katastrophe für die polnische Demokratie."

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11.11.2018

"Erinnerung an Soldaten aus Kolonien"

http://www.taz.de/Weltkriegsgedenken-in-London/!5546980/

Daniel Zylbersztajn berichtet von einer Zeremonie jenseits der offiziellen Gedenkfeierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs im "multikulturellen" Brixton im Süden von London. "Die Zeremonie beginnt mit Trommeln. Professor Gus John aus Grenada nimmt kein Blatt vor den Mund. 'Die Soldaten aus der Karibik und Afrika in den beiden Weltkriegen lebten in von Großbritannien besetzten Gebieten und hatten vorher die Sklaverei erfahren', deklamiert er. 'Trotzdem verschrieben sich diese Menschen, um freiwillig für Großbritannien zu kämpfen'. Am Windrush Square in Brixton, dem am stärksten afrokaribisch geprägten Stadtteil Londons, stehen an diesem Sonntag mehrere hundert Personen und gedenken der über zwei Millionen Soldaten aus Afrika und der Karibik, die im Ersten Weltkrieg dem britischen Empire dienten."

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10.11.2018

"Kampf um Hodeida"

http://www.taz.de/Krieg-in-Jemen/!5549558/

Die Tageszeitung berichtet über die "erbitterten Kämpfe" um die jemenitische Hafenstadt Hodeida, bei denen binnen 24 Stunden mehr als 130 Kämpfer getötet worden seien. "Den Ärzten in Hodeida zufolge wurden 110 Rebellen und 22 regierungstreue Kämpfer getötet. Damit stieg die Zahl der Toten auf beiden Seiten seit der Intensivierung der Kämpfe um Hodeida am 1. November auf mindestens 382."

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08.11.2018

"Der Hass ist wandelbar"

https://www.taz.de/!5546524/

Frederik Schindler wirft der Leipziger Autoritarismus-Studie 2018 vor, den Antisemitismus in Deutschland "zumindest teilweise wegdefiniert" zu haben. "Ein Ergebnis allerdings ist irritierend: Der Antisemitismus sei weiterhin rückläufig. Schnell zeigt sich jedoch, dass die in der Studie verwendeten Fragen überhaupt nicht geeignet sind, um alle aktuell verbreiteten Erscheinungsformen des Antisemitismus zu erfassen. In der Antisemitismusforschung ist schon lange bekannt, dass der Hass auf Juden heutzutage häufig auf den Staat Israel übertragen wird – beispielsweise durch Vergleiche Israels mit dem Nationalsozialismus, durch eine Delegitimierung des jüdischen Staates oder eine Anwendung von doppelten Standards an diesen."

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06.11.2018

"100 Jahre NSU"

http://www.taz.de/Debatte-Rechter-Terror-in-Bayern/!5544518/

Thies Marsen schreibt, dass es in Bayern einen "extrem rechten Untergrund" gebe, dessen Wurzeln in die Zeit der Gründung des Freistaats zurückreichen und der bis heute geduldet werde. "In Bayern wird derzeit der 100. Geburtstag der Revolution gefeiert – völlig zu recht. Fast ohne Blutvergießen wird im November 1918 die Monarchie abgeschafft, der Krieg beendet und das allgemeine Wahlrecht für alle eingeführt. In der Nacht zum 8. November 1918 ruft der linke Sozialdemokrat Kurt Eisner den 'Freistaat Baiern' aus und wird Ministerpräsident. Sein Programm: 'Die Demokratisierung des öffentlichen Geistes wie der öffentlichen Einrichtungen'. Doch zeitgleich bildet sich in Bayern ein extrem rechter Untergrund, der die Demokratisierung erbittert bekämpft" (...) Auch nach 100 Jahren scheint sich der Wille, den nationalsozialistischen Untergrund in Bayern wirklich trocken zu legen, in Grenzen zu halten."

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06.11.2018

"Europäische Maulhelden"

https://www.taz.de/Kommentar-US-Sanktionen-gegen-Iran/!5544523/

Die EU habe auf die neuen US-Sanktionen gegen den Iran aus "Angst vor dem Zorn der Amerikaner" mit "mangelndem Mut" reagiert, so der Vorwurf von Silke Mertins. Für die Zukunft des Atomabkommens sei das kein gutes Zeichen, da der Iran nun kaum noch große Erwartungen an Europa haben dürfte. "Während Trump handelt, stehen die Europäer als Maulhelden da. Der mangelnde Mut kann ziemlich ungemütliche Folgen haben. Nicht nur wird Washington die Europäer außenpolitisch noch weniger ernst nehmen als bisher schon – auch jenseits des Konflikts um den Atomdeal. Auch die iranische Regierung wird nicht mehr glauben, dass Europa den US-Sanktionen noch etwas entgegensetzen kann. In Teheran wird man nun sehr kühl kalkulieren, ob es sich lohnt, das Abkommen aufrecht zu erhalten. Die EU hat zwar verboten, dass europäische Unternehmen die US-Sanktionen befolgen. Doch die meisten werden kein Risiko eingehen und ihr US-Geschäft nicht aufs Spiel setzen."

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02.11.2018

"Eine Abschreckung bleibt aus"

https://www.taz.de/!5544793/

Konrad Litschko meint, dass das NSU-Urteil sein Ziel der "Abschreckung" verfehlt habe. Die verurteilten Haupttäter seien teilweise bereits wieder in der rechtsextremen Szene aktiv und würden dort als "Helden" gefeiert. Straftaten ihrer Helfer, gegen die noch ermittelt wird, könnten zudem bald verjähren. "Eine Abschreckung der rechtsextremen Szene fällt damit auch hier aus. Bereits jetzt zählt das Bundeskriminalamt fast 360 Straftaten mit NSU-Bezug seit Aufdeckung des Terrortrios 2011: Gedenkorte für die Opfer wurden geschändet, Graffiti gesprüht, die Taten auf Aufmärschen gepriesen. Als die Bundesanwaltschaft kürzlich in Sachsen das rechtsterroristische 'Revolution Chemnitz' hochnahm, stießen sie auf einen internen Chat, in dem es hieß, der NSU sei eine 'Kindergartenvorschulgruppe' gegen die Chemnitz Truppe."

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27.10.2018

"Woher kommt die Lust auf Gewalt?"

http://www.taz.de/Horror-im-Film/!5538034/?fbclid=IwAR08QnfxEi4x9aa9IcAQugOdtze6JsIk1jX9yoWxESsna3P4Ws1lx
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Jenni Zylka, Prüferin bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF).schreibt in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung über den Einfluss medialer Gewaltdarstellung auf die Gewaltbereitschaft von Medienkomsumenten. "(...) wenn sie doch so schlimm ist, diese Gewalt – wieso feiern wir sie in der Fiktion derartig ab? Werden immer realistischer in unseren Gewaltdarstellungen, lassen neuerdings vermehrt Frauen zuschlagen, choreografieren die Kampfszenen elegant wie Tänze? Warum erregt uns Gewalt, fasst uns emotional an? Mein innerer Film- und Fernseh-Nerd fragt die Jugendschützerin in mir zudem regelmäßig voller Bammel: Stimmt es, was gewalthaltigen Formaten – und Video- und Computerspielen ohnehin – übel nachgesagt wird, dass diese sogar Gewalt triggern können?"

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21.10.2018

"Der falsche Verbündete"

http://www.taz.de/Kommentar-Saudi-Arabien-und-Khashoggi/!5540926/

Silke Mertins kommentiert in der Tageszeitung den Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi. "Der grausige Fall, der weltweit Schockwellen ausgelöst hat, offenbart, was den politischen Führungen im Westen schon lange hätte klar sein müssen: Saudi-Arabien mag ein sehr lukrativer Geschäftspartner sein, aber das Königreich taugt nicht zum befreundeten Staat. Kronprinz Mohammed bin Salman, der das Land de facto regiert, mag zwar Kinos zugelassen und Frauen das Autofahren erlaubt haben, aber diese Zugeständnisse an die Jugend sind kein Zeichen von politischer Liberalität. Er verfährt vielmehr nach dem chinesischen Modell: ein bisschen Modernität und ausreichend Wohlstand ja, aber das Verlangen nach politischer Pluralität oder gar Demokratisierung wird mit großer Brutalität unterdrückt."

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21.10.2018

"Ohne Mauer geht es nicht"

https://www.taz.de/!5539673/

Ralf Sotscheck mit einem Stimmungsbild aus der nordirischen Hauptstadt Belfast mit Blick auf den nahenden Brexit, seine mutmaßlichen Folgen für den Frieden in Nordirland und das immmer noch distanzierte Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten. "Seit über 20 Jahren herrscht Frieden in Nordirland. Nun sorgt der nahende Brexit für neue Ungewissheiten und reißt alte Wunden auf."

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18.10.2018

"Neue Allianzen für Europa"

https://www.taz.de/!5544106/

Die Tageszeitung hat mit Partnermedien aus Ungarn, Polen, Österreich, Italien und Frankreich einen neuen Rechercheverbund ins Leben gerufen, der die Vernetzung europäischer Rechtspopulisten bis zur EU-Wahl genauer unter die Lupe nehmen will. "Europa ist RechtspopulistInnen dabei negativer und positiver Bezugspunkt zugleich: Sie dämonisieren die EU als Angriff auf die nationale Souveränität – und bilden gleichzeitig auf europäischer Ebene Allianzen. Eine Internationale der NationalistInnen mag in der Vergangenheit selten gut funktioniert haben. Heute aber gibt es mehr als nur Parallelen unter den rechten Parteien Europas: Es gibt Synergien, Kooperationen, Koordination. Teils ist dies erst in Ansätzen spürbar, wie bei der Verbindung zwischen AfD und dem französischen Rassemblement National, der früher Front National hieß. Teils haben sich schon klare Achsen gebildet, wie jene zwischen der FPÖ in Österreich und Fidesz in Ungarn. In den nächsten Monaten, bis zur EU-Wahl im Mai, wird sich zeigen, welche Wirkung diese Bündnisse für ein autoritäres, nationalistisches Europa haben. Das wird die taz mit Partnermedien aus Ungarn, Polen, Österreich, Italien und Frankreich im neuen Rechercheverbund 'Europe’s Far Right' dokumentieren."

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18.10.2018

"Der rechte Propagandakrieg"

http://taz.de/efr/Der-rechte-Propagandakrieg/?fbclid=IwAR2wQO-M4Rc4qOyO0MsTdScvTlcqcY-N8gCAgiWKpSJksBkwvd
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Malene Gürgen, Patricia Hecht, Christian Jakob und Sabine am Orde tragen in diesem Beitrag zusammen, wie Europas Rechte mithilfe der Medien ihre Macht ausbaut und wie sie dabei europaweit voneinander lernen. "Die öffentlich-rechtlichen Medien unter Kontrolle bringen, die privaten diffamieren und unter Druck setzen – das ist ein Teil der Medienstrategie von Europas RechtspopulistInnen. Ein weiterer ist der Aufbau einer eigenen Medienlandschaft, die sie Gegenöffentlichkeit nennen. Das Praktische für die RechtspopulistInnen: All dies geht Hand in Hand. Denn je mehr die Glaubwürdigkeit der etablierten Medien untergraben wird, desto bessere Chancen haben die rechten Propagandaorgane, Gehör zu finden."

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10.10.2018

"Zwei Volksschützer"

https://www.taz.de/!5542266/

Der Gastbeitrag des AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland in der "FAZ" beschäftigt auch heute noch verschiedene deutsche Medien. Klaus Hillenbrand glaubt in der Tageszeitung nicht, dass Gauland eine Hitler-Rede zitiert habe, was aus seiner Sicht aber "die Sache keineswegs besser" mache. "Die AfD ist keine Nazi-Partei, und Alexander Gauland ist schon gar nicht ein Adolf Hitler. Solche Vergleiche entsprächen nicht nur einer Banalisierung der NS-Herrschaft und des Holocaust. Sie sind auch schlicht falsch. Weder plant die AfD eine 'Machtergreifung', noch will sie alle anderen Parteien verbieten oder Konzentrationslager einrichten. Aber ja, diese Partei will eine andere Gesellschaft und einen anderen Staat. Ihre ideologische Grundausstattung ähnelt in vielen Bereichen völkischen Versatzstücken aus den Tagen der NSDAP. Das aber macht die Angelegenheit umso gefährlicher – denn wer würde heutzutage schon einen Adolf Hitler wählen? Das Wort 'Demokratie' fällt übrigens in keinem der besprochenen Texte."

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08.10.2018

"Dubiose Zusammenarbeit"

http://www.taz.de/!5542019/

Frederik Schindler berichtet in der Tageszeitung über die Zusammenarbeit des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin (ZfA) im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Islamfeindlichkeit mit einer Organisation, die den israelfeindlichen Al-Quds-Tag in London mitorganisiert hat. Das Institut hat mittlerweile organisatorisch auf die Vorwürfe reagiert. "'Da wir den Eindruck vermeiden möchten, mit der IHRC zusammenzuarbeiten, haben wir Frau Merali von der IHRC abgesagt. Mir war auch nicht bekannt, dass die IHRC den Al-Quds-Tag in London organisiert hat', sagte der stellvertretende Direktor des ZfA, Uffa Jensen, zur taz."

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08.10.2018

"Ermordet und zerstückelt?"

https://www.taz.de/!5538198/

Jürgen Gottschlich berichtet von einem "fürchterlichen Verdacht", wonach der saudische Journalist Jemal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul von einem 15-köpfigen aus Saudi-Arabien eingeflogenen Team ermordet und seine Leichnam zerstückelt worden sei, um diesen ungesehen aus dem Konsulat abtransportieren zu können. "Das Gerücht, Khashoggi sei im Konsulat ermordet worden, sickerte zuerst aus türkischen Ermittlerkreisen durch. Ein Freund Khashoggis präzisierte, Ermittler gingen davon aus, dass Khashoggi von dem 15-köpfigen saudischen Team im Konsulat empfangen und ermordet und dann, in kleine Teile zerstückelt und auf die Taschen der Killer verteilt, hinausbefördert worden sei. Offiziell gilt Khashoggi immer noch als vermisst. Doch die Washington Post schrieb unter Berufung auf die türkische Polizei bereits von Mord. Ein Vertreter des Konsulats wies die Anschuldigungen dagegen als völlig gegenstandslos zurück: Es gäbe keinen Grund dafür."

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05.10.2018

"Tagebuch eines Aufstands"

http://www.taz.de/40-Jahre-taz-Die-Lage-in-Nicaragua/!5538749/

Zur aktuellen Lage in Nicaragua lässt die Tageszeitung in- wie ausländische Stimmen zu Wort kommen. "1979 feierte die Linke in Europa den Sieg der Sandinisten. 2018 protestiert die Bervölkerung Nicaraguas gegen Präsident Ortega. Stimmen aus einem zerrissenen Land."

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01.10.2018

"Kein Mob, sondern Rechtsterroristen"

https://www.taz.de/!5536672/

Malene Gürgen kommentiert die Ermittlungen gegen eine mutmaßliche rechtsextreme Terrorgruppe in Chemnitz, die Anschläge auf Ausländer und Andersdenkende geplant haben soll. "Schon Mitte September, während halb Deutschland die semantischen Feinheiten des Begriffs 'Hetzjagd' diskutierte, wurde ganz praktisch - geübt für die zum Tag der Deutschen Einheit am kommenden Mittwoch geplante Tat: Mit Quarzhandschuhen, Glasflaschen und einem Elektroschocker ausgestattet, zogen die Mitglieder der selbst ernannten Bürgerwehr nach einer rechtsextremen Demonstration von 'Pro Chemnitz' zur Chemnitzer Schlossteichinsel, spielten sich bei einer Geburtstagsfeier als Ausweiskontrolle auf und griffen anschließend eine iranisch-pakistanische Gruppe an."

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01.10.2018

"Assad wartet schon"

http://www.taz.de/Syrer-im-Libanon/!5536628/

Jakob Farah beschreibt in der Tageszeitung den Alltag geflüchteter Syrer im Libanon. "Etwa 1,5 Millionen Geflüchtete aus Syrien leben heute im Libanon – neben 4 Millionen Libanesen. Wie hoch die Zahl genau ist, kann niemand sagen. Im Mai 2015 stoppte die libanesische Regierung die Registrierung der Ankommenden durch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Der Libanon hat weder die Genfer-Flüchtlingskonvention von 1951 noch das Zusatzprotokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge unterzeichnet. Geflüchtete aus Syrien genießen nach libanesischem Recht also keinen besonderen Schutzstatus. Zu Beginn des Konfliktes im Nachbarland praktizierte der Libanon eine Politik der 'offenen Tür': Flüchtende Syrer wurden ohne Einschränkung hereingelassen. Aber ab 2014, als deutlich wurde, dass der Konflikt nicht so schnell gelöst werden würde und die Zahl der Schutzsuchenden die 1-Million-Marke überschritt, änderte sich das."

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29.09.2018

"Iranische Optionen"

http://www.taz.de/Krise-im-Iran/!5536008/

Bahman Nirumand sieht den Iran in seiner schwersten wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Krise seit seiner Gründung vor fast vierzig Jahren. "Nicht einmal der achtjährige Krieg gegen den Nachbarstaat Irak stellte das Land vor derart schwerwiegende Probleme, für die es, zumindest kurz- oder mittelfristig, kaum Lösungen gibt. Die Staatsführung versucht die Probleme herunterzuspielen. Niemand brauche sich um die Zukunft der Islamischen Republik Sorgen zu machen, sagte Revolutionsführer Ali Chamenei. 'Keine Macht der Welt kann das Land gefährden.'"

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24.09.2018

"Tripolis im Griff der Milizen"

http://www.taz.de/Kaempfe-um-Libyens-Hauptstadt/!5534832/

Die seit Ende August erneut aufgeflammten kämpferischen Auseinandersetzungen in Libyen lassen die für das Jahresende geplanten Wahlen im Land immer unwahrscheinlich werden, berichtet Micro Keilberth in der Tageszeitung. "Zu dem Konflikt zwischen den Milizen in Westlibyen kommt die Drohkulisse durch General Khalifa Haftar hinzu. Der Machthaber im Osten des Landes droht, mit seinen Truppen 'zu gegebener Zeit und auf die richtige Weise' in Tripolis einzugreifen. Haftar hat Ambitionen, die Macht in ganz Libyen an sich zu reißen. Er hatte sich im Mai mit al-Serradsch auf Wahlen bis Jahresende verständigt."

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23.09.2018

"Es kann kaum brutaler werden"

https://www.taz.de/!5534669/

Sophie Spelsberg im Gespräch mit dem Mafia-Experten Sandro Mattioli über Ausformungen der Organisierten Kriminalität in Deutschland. "Die deutschen Rocker sind nicht zu unterschätzen. Ansonsten gibt es viele ethnisch geprägte Gruppen wie die Tschetschenen oder Armenier. Laut einer Arbeitsgruppe im EU-Parlament sind in Europa 3.600 Gruppen der organisierten Kriminalität zuzurechnen. Das Problem ist weniger, wie viele Gruppen es sind, sondern was sie tun. Es gibt ein großes Dunkelfeld, das von keiner polizeilichen Statistik erfasst wird."

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22.09.2018

"Ich habe das selbst so erlebt"

https://www.taz.de/!5535210/

Isabelle Caldart im Gespräch mit der im deutschen Exil lebenden syrischen Schriftstellerin Dima Wannous über ihr Leben in Syrien vor dem Bürgerkrieg und ihr neues Buch "Die Verängstigten". "Meine Kindheit in Syrien in den 1980er und 90er Jahren war sehr deprimierend. Das realisierte ich aber erst rückblickend, als ich das Land 2011 verlassen hatte. Ich war depressiv und bemerkte es nicht, da ich kein anderes Leben kannte. Mit der Distanz und dem Abstand von drei, vier Jahren merkte ich im Exil, dass Syrien der Grund für meine Depression war. Grund war die allgegenwärtige Repression und Unterdrückung der Menschen durch das Regime. Nicht einmal im Theater hattest du dich getraut, Gefühle zu zeigen und laut zu klatschen. Oder die Architektur: In Syrien waren die Straßenzüge eigentlich schön, bevor Assad und seine Baath-Partei vieles abreißen ließen, um ihren tristen Betonstil durchzusetzen."

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16.09.2018

"Ich finde Deutschland richtig geil"

https://www.taz.de/!5531971/

Sabine am Orde im Gespräch mit dem Soziologen Aladin El-Mafaalani über "Chemnitz & Co". "Das Integrationsparadoxon: Der Soziologe Aladin El-Mafaalani sagt, dass Konflikte einfach zu einer funktionierenden Einwanderungsgesellschaft gehören."

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15.09.2018

"Die Kirche muss zuhören lernen"

https://www.taz.de/!5531979/

Nina Apin im Gespräch mit Matthias Katsch, Mitbegründer des Eckigen Tischs zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche, über die schwierige Aufarbeitung der zahlreichen Missbrauchsfälle. "Betroffene versuchen der Kirche seit Jahren zu sagen, was sich ändern muss, aber sie werden nicht gehört. Wenn der Papst für Februar die Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen in den Vatikan einbestellt, sollte er auch Betroffenenvertreter aus allen Ländern einladen. Das wäre ein Zeichen für einen Kulturwandel, hätte aber auch echte Effekte. Die Kirche könnte davon profitieren, wenn sie die Betroffenen nicht mehr als Gegner betrachtet, sondern als Experten."

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