US-Soldaten in Afghanistan

Links vom 13.12.2018

2.1. Deutschland / Europa

IntelNews vom 13.12.2018

"Strasbourg attack raises serious security concerns in Europe"

https://intelnews.org/2018/12/13/01-2456/

Der Terroranschlag in Straßburg wirft nach Ansicht von Joseph Fitsanakis erneut die Frage auf, wie sich Europa am besten vor dem "islamistischen Aufstand" schützen sollte. Es sei bemerkenswert, dass sich der Täter offenbar während seiner Haftzeit radikalisiert habe. "This raises important questions about Salafist-Jihadi radicalization networks inside Western European prison systems. The security implications of this realization inevitably widens the security considerations of Europe’s counterterrorism agencies. The latter have so far focused primarily on the danger posed by the return of European Islamic State volunteers from the Middle East. The problem, however, appears to be more complicated. Ultimately, the Strasbourg attack demonstrates that, despite several years of concerted efforts, the ability of European counterterrorism agencies to prevent strikes by Islamist groups on European soil is limited. (...) Should Tuesday’s attack in Strasbourg mark the beginning of a sustained terrorism campaign by the Islamic State, December could prove to be a deadly month in Europe."

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Deutschlandfunk Kultur vom 12.12.2018

"Ein Problem der Exklusion nicht der Religion"

https://www.deutschlandfunkkultur.de/attentat-von-strassburg-ein-problem-der-exklusion-nicht-der.1008.de.
html?dram:article_id=435774

Der frühere Frankreich-Korrespondent des Deutschlandfunks, Burkhard Birke, führt die Radikalisierung des Täters von Straßburg dagegen nicht auf dessen Religion zurück, sondern macht die Tatsache verantwortlich, dass Menschen wie Chérif C "am Rande der Gesellschaft leben". "'Es ist weniger ein Problem der Religion sondern der Exklusion.' Zwar gebe es keine Statistik darüber, wie groß der Anteil der Muslime an den Menschen ist, die in Frankreich inhaftiert sind, Experten würden aber schätzen, dass 'fast die Hälfte der Gefängnisbevölkerung aus diesem Milieu ist'. Birke sagt, dass sei ein Zeichen der Ungleichheit. Diese Probleme würden in Frankreich derzeit an unterschiedlichen Stellen sichtbar. Auch die Mitglieder der Gelbwesten-Bewegung, die seit vier Wochen in Frankreich für höhere Löhne und niedrigere Steuern demonstrieren, seien 'Menschen, die sich ausgeschlossen fühlen'. Dass es soweit kam, sei die Schuld der französischen Politiker."

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The Moscow Times vom 11.12.2018

"The Yellow Vests Aren’t Imported from Russia"

https://themoscowtimes.com/articles/the-yellow-vests-arent-imported-from-russia-op-ed-63784

Leonid Bershidsky bezweifelt, dass russische Medienberichte oder Internetaktionen bei den französischen Gelbwesten-Protesten eine wesentliche Rolle gespielt haben. "(...) maybe it’s time for democratic leaders and dictators alike to realize something important about the modern brand of protest, no matter where it takes place – in Cairo, Moscow, Kiev or Paris. If pro-establishment U.S. voices or Russian propaganda channels cheer it on, that doesn’t make it an import. It’s not a conspiracy instigated by foreign enemies even if, outwardly, it appears to serve the interests of Putin, Trump or George Soros. (...) the core reasons for the protests are domestic, as Macron clearly realizes given his belated – and likely misguided – attempt to appease the protesters. Faced with a version of the Yellow Vests, any nation’s elite must look inward; the question to answer is, 'What have we done wrong?' Once a satisfactory answer is found, there’ll be plenty of time to investigate foreign interference."

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Tichys Einblick vom 12.12.2018

"Wie eine Unwahrheit sich selbst entlarvt"

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/wie-eine-unwahrheit-sich-selbst-entlarvt/

Tomas Spahn schreibt in seiner Analyse der Rede von Angela Merkel in Marrakesch, dass die Bundeskanzlerin die verbreiteten Vorbehalte gegen den UN-Migrationspakt ungewollt bestätigt habe. "Unerwartet sah Angela Merkel sich genötigt, höchstselbst in den nordafrikanischen Staat zu reisen, der sich mittlerweile noch vor Libyen zur Nummer Eins der Drehscheiben illegaler Migration nach Europa entwickelt hat. Ursprünglich sollte dort nur Heiko Maas die bundesrepublikanische Zustimmung zu einer höchst umstrittenen und angeblich gänzlich unverbindlichen Vereinbarung erteilen (...). Also hielt Merkel als eine der wenigen Staatschefs, die den Weg nach Nordafrika gefunden hatten, am 10. Dezember in Marrakesh eine Rede, die es in sich hat. Und die alles bestätigt, was die Kritiker immer wieder deutlich gemacht hatten. Wobei, darauf sei an dieser Stelle hingewiesen, es wie immer, wenn Merkel etwas verlautbart, trotz der scheinbaren Einfachheit der Sätze vor allem auf die semantischen Feinheiten ankommt."

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Spiegel Online vom 10.12.2018

"Juristen halten EU-Verteidigungsfonds für illegal"

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ruestung-eu-verteidigungsfonds-laut-gutachten-illegal-a-1242792.htm
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Der Europäische Verteidigungsfonds, der als wichtiges Mittel zur Umsetzung der "strategischen Autonomie" der EU gilt, könnte sich einem neuen Rechtsgutachten zufolge als illegal herausstellen. "Laut einem Gutachten, das der Bremer Rechtswissenschaftler Andreas Fischer-Lescano im Auftrag der Linksfraktion im EU-Parlament verfasst hat, verstößt der Verteidigungsfonds gegen EU-Recht. Denn der Lissaboner EU-Vertrag verbiete die Finanzierung militärischer oder verteidigungspolitischer Projekte aus dem Gemeinschaftshaushalt. Die Kommission versuche zwar, das Problem zu umgehen, indem sie Industrie- und Forschungsförderung als Hauptziele des Fonds ausgebe, so Fischer-Lescano. Doch dessen Hauptziel sei eindeutig, 'die Verteidigungsfähigkeit zu verbessern'. (...) Auch der Göttinger EU-Rechtler Alexander Thiele sieht in dem Kommissionsvorschlag einen 'qualifizierten Verstoß' gegen europäisches Recht. Einig sind sich die beiden Juristen auch darin, dass das Verteidigungsfonds-Konstrukt spätestens vor dem Europäischen Gerichtshof oder dem Bundesverfassungsgericht zusammenbrechen könnte. Und das nicht nur, weil Militärprojekte nicht aus dem EU-Haushalt finanziert werden dürfen. Die Kommission greife mit ihrer Verordnung auch auf unzulässige Art in die Kompetenzen der Mitgliedstaaten ein, darunter die Mitspracherechte des Bundestags."

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Center for Security Studies vom 12.12.2018

"Der Militärpfeiler der OSZE: Der FSK-Vorsitz der Schweiz"

http://www.css.ethz.ch/ueber-uns/css-news/2018/12/der-militaerpfeiler-der-osze-der-fsk-vorsitz-der-schwei
z0.html

Christian Nünlist macht auf die Bedeutung des Forums für Sicherheitskooperation (FSK) für die Sicherheit und Stabilität Europas aufmerksam. "Grundsätzlich ist die Aufgabe eine Routineangelegenheit, doch seit dem Ausbruch der Ukrainekrise ist auch in der OSZE nichts mehr reine Routine. Auch das FSK hat vom raueren Klima zwischen Russland und dem Westen Schaden genommen. Dennoch bietet es gerade in Krisenzeiten die Möglichkeit zu Kontakten zwischen Russland und dem Westen, insbesondere auch zwischen Militärs. Denn das FSK behandelt politisch-militärische Fragen. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählen die Verhandlung und Verabschiedung politisch verbindlicher Beschlüsse in den Bereichen Rüstungskontrolle und Abrüstung sowie vertrauens- und sicherheitspolitischer Massnahmen (VSBM)."

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2.2. USA

The Hill vom 12.12.2018

"GOP-controlled Senate breaks with Trump on Saudi vote"

https://thehill.com/homenews/senate/421141-gop-controlled-senate-breaks-with-trump-on-saudi-vote

Der bislang noch von Republikanern kontrollierte US-Senat hat eine Resolution auf den Weg gebracht, die eine Beendigung der US-Unterstützung für den saudi-arabischen Krieg in Jemen vorsieht. Die Resolution könnte noch in dieser Woche endgültig verabschiedet werden. "The vote will mark the likely climax for the measure until 2019 since the House voted to block supporters from being able to force a vote this year by slipping the provision into a rule governing debate of the unrelated farm bill. But the Senate’s actions underscore the depth of frustration with Saudi Arabia on Capitol Hill, as well as the escalating gap between the White House and Congress on the U.S.-Saudi relationship. (...) The vote is a dramatic U-turn from less than nine months ago when the chamber pigeonholed the exact same resolution, not even agreeing to discharge it out of committee and on to the full Senate. At the time, 10 Democrats joined 45 Republicans in opposing it. And it comes as the administration has lobbied hard against the measure. (...) Senior House Democrats are already vowing to revive the Saudi Arabia and Yemen fights when they control the chamber next year."

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2.4. Naher und Mittlerer Osten, Maghreb

Telegraph vom 12.12.2018

"Yemen death toll 'six times higher' than estimated"

https://www.telegraph.co.uk/news/2018/12/12/yemen-death-toll-six-times-higher-estimated/

Einer neuen Untersuchung des britischen "Armed Conflict Location & Event Data Project" (ACLED) zufolge könnte die Zahl der Opfer des Jemen-Kriegs sechsmal höher sein als bisher angenommen. "The figure of 10,000 used by the United Nations is outdated and nowhere near the likely true fatality figure of 60,223, according to UK-based independent research group Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED). Calculating death tolls in Yemen, which is approaching its fourth year, is complicated by the lack of access. The figure offered by ACLED, which looked at open-source data and local news reports, does not include those thought to have died from malnutrition. Save the Children charity says some 85,000 may have died from starvation since 2016. The death toll 'is far higher than official estimates - and still underestimated,' Clionadh Raleigh, ACLED’s executive director, said."

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Deutsche Welle vom 11.12.2018

"Eine Hölle auf Erden für Kinder"

https://www.dw.com/de/jemen-eine-h%C3%B6lle-auf-erden-f%C3%BCr-kinder/a-46677342

Oliver Pieper schreibt, dass die humanitäre Krise in Jemen vor allem Kinder treffe. "Die Zahlen sind erschütternd: alle zehn Minuten stirbt im Jemen ein Kind an vermeidbaren Krankheiten, an Infektionen und Mangelernährung. Doch damit nicht genug: fast 1,5 Millionen Kinder sind im Jemen auf der Flucht, über zwei Millionen gehen nicht zur Schule. Viele Mädchen werden vor ihrem 18.Geburtstag zwangsverheiratet, Jungen als Kindersoldaten rekrutiert. Ninja Charbonneau mag eigentlich keine Superlative, 'weil es schwere Krisen auch in anderen Ländern gibt', aber die humanitäre Notlage sei beispiellos."

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2.5. Zentral- und Ostasien

Deutschlandfunk vom 11.12.2018

"Spannungen zwischen Hindus und Muslimen nehmen zu"

https://www.deutschlandfunk.de/indien-im-wahlkampf-spannungen-zwischen-hindus-und-muslimen.886.de.html?dr
am:article_id=435520

Bernd Musch-Borowska berichtet eine erneute Eskalation der Spannungen zwischen Hindus und Muslimen in Indien. "Der Streit um ein Stück Land eskaliert – wieder mal. Vor gut 25 Jahren zerstörten Hindunationalisten die Babri-Moschee in Ayodhya – es folgten Ausschreitungen mit tausenden Toten. Jetzt ist in Ayodhya wieder die Gewalt ausgebrochen. Der Konflikt ist in Indien zum Wahlkampfthema geworden."

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Deutsche Welle vom 12.12.2018

"Kriegsrecht auf Mindanao bis Ende 2019 verlängert"

https://www.dw.com/de/kriegsrecht-auf-mindanao-bis-ende-2019-verl%C3%A4ngert/a-46696430

Bei der Bekämpfung des Terrorismus im Süden der Philippinen ist der Ausnahmezustand auf der zweitgrößten Insel Mindanao verlängert worden. "Eigentlich hätte die Regelung Ende Dezember 2018 auslaufen sollen. Begründet wird die Verlängerung damit, dass die Armee mehr Zeit brauche, den Terrorismus im Süden der Insel zu bekämpfen. Laut Verteidigungsminister Delfin Lorenzana seien noch 180 mutmaßliche Terroristen auf freiem Fuß. Oppositionspolitiker bezeichnen den erneuten Aufschub als verfassungswidrig. Sie sehen die Bürgerrechte der über 25 Millionen Inselbewohner bedroht. Kritiker befürchten außerdem, Duterte könnte die Terrorgefahr als Vorwand nehmen, um den Ausnahmezustand auf das gesamte Land auszuweiten."

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2.6. Afghanistan / Pakistan

Al Jazeera English vom 11.12.2018

"The Afghan government should not be sidelined in peace talks"

https://www.aljazeera.com/indepth/opinion/struggle-peace-talks-taliban-181210135032300.html

Safiullah Taye würde es für einen "desaströsen" Fehler halten, wenn die USA und Russland die afghanische Regierung bei ihren jeweiligen Verhandlungen mit den Taliban weiter an den Rand drängen sollten. "By engaging directly with the Taliban, countries like the US and Russia are able to pursue their own geopolitical interests. The US is eager to stabilise Afghanistan and secure its continuing presence in the country to stave off Chinese, Iranian and Russian influence in the region. And Russia is seeking to reassert itself in Afghanistan after a 30-year absence to potentially curtail the emergence of the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) on its southern flank and to open another front in its soft confrontation with the US. But by conducting direct talks with the Taliban, the two countries demonstrate that they perceive Ghani's administration as weak and incapable of undertaking a viable peace process. Thus, the international community, led by the US and Russia, are effectively shunning the Afghan government and taking over negotiating peace on its behalf. (...) External actors bypassing elected bodies in the country could be significantly damaging to Afghanistan's political institutions. It would delegitimise the Afghan government and legitimise an armed group which has wreaked havoc in the country for decades."

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3. Bündnisse und internationale Diplomatie

New York Times vom 12.12.2018

"A Weakened China Tries a Different Approach With the U.S.: Treading Lightly"

https://www.nytimes.com/2018/12/12/business/china-trade-war.html?emc=edit_th_181213&nl=todaysheadlines&nl
id=201795341213

Die New York Times stellt fest, dass die chinesische Führung auf die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin in Kanada relativ verhalten reagiert habe. Der befürchtete geopolitische "Showdown" sei möglicherweise ausgeblieben, da China sich derzeit in einer geschwächten Position befinde. "The country’s economy is in a sharp downturn, putting political pressure on President Xi Jinping to reach a deal with President Trump. American officials recognize the leverage they now have, wielding tariffs to extract concessions that Beijing has long delayed or rejected altogether. (...) It’s hard to tell exactly how bad the economy has gotten in China. Many economists regard Chinese data as unreliable, and Beijing keeps a tight grip on information. But some sectors, like real estate and cars, indicate the plunge is getting steeper with each passing month."

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Project Syndicate vom 11.12.2018

"The War on Huawei"

https://www.project-syndicate.org/commentary/trump-war-on-huawei-meng-wanzhou-arrest-by-jeffrey-d-sachs-2
018-12

Der Ökonom Jeffrey D. Sachs betrachtet die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin in Kanada als Teil einer amerikanischen Strategie, die darauf abziele, dem Rivalen China den vollen Zugang zu internationalen Märkten, entwickelten Technologien und globalen Bankdienstleistungen zu verwehren. "Huawei is one of China’s most important technology companies, and therefore a prime target in Trump administration’s effort to slow or stop China’s advance into several high-technology sectors. America’s motivations in this economic war are partly commercial – to protect and favor laggard US companies – and partly geopolitical. They certainly have nothing to do with upholding the international rule of law. (...) The unprecedented arrest of Meng is even more provocative because it is based on US extra-territorial sanctions, that is, the claim by the US that it can order other countries to stop trading with third parties such as Cuba or Iran. The US would certainly not tolerate China or any other country telling American companies with whom they can or cannot trade."

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Stiftung Wissenschaft und Politik vom 12.12.2018

"Schadensbegrenzung bei der Rüstungskontrolle"

https://www.swp-berlin.org/kurz-gesagt/2018/schadensbegrenzung-bei-der-ruestungskontrolle/

"Ein nuklearer Rüstungswettlauf in Europa kann und muss verhindert werden", fordert Oberst a.D. Wolfgang Richter in seinem Papier für die Stiftung Wissenschaft und Politik. Im Streit um den INF-Vertrag sollte die NATO seiner Ansicht nach nicht nur Forderungen an Russland stellen, sondern auch die Beschwerden Moskaus ernster nehmen. Dies sollte auch für den Fall des Scheiterns des Vertrags gelten. "Russland bestreitet, den INF-Vertrag zu brechen. Es wirft seinerseits den USA Vertragsbruch vor, weil sie in Rumänien und demnächst in Polen das Raketenabwehrsystem Aegis ashore stationierten, dessen Startsystem auf Schiffen auch zum Abschuss weitreichender Marschflugkörper verwendet wird. Es könne Russland bedrohen. Auch wenn die Allianz dies zurückweist, sollte sie – zweitens – die Transparenz zeigen, die sie von Russland verlangt. Das Angebot reziproker Vorortinspektionen würde ein konstruktives Eingehen auf russische Bedenken demonstrieren und Russland einen gesichtswahrenden Weg weisen, um selbst transparenter zu agieren. Im Falle eines Scheiterns des INF-Vertrages sollte die Allianz Russland signalisieren, dass sie keine landgestützten INF-Systeme in Europa stationieren wird, solange Russland nicht damit beginnt."

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6. Wissenschaft und Forschung

GIGA German Institute of Global and Area Studies vom 30.10.2018

"Die widersprüchliche Logik internationaler Interventionen"

https://www.giga-hamburg.de/de/publication/die-widersprüchliche-logik-internationaler-interventionen

Christian von Soest vom GIGA Institut für Afrika-Studien schreibt, dass der sicherheitspolitische Begriff der "Intervention" heute angesichts einschlägiger Erfahrungen oft negativ bewertet wird. Oft werde der Begriff mit Militäroperationen fragwürdiger Legitimität gleichgesetzt. "Die Unterscheidung verschiedener Interventionsformen, Ziele und Kontexte ist eine grundlegende Voraussetzung für die angemessene Analyse und Anwendung von internationalen Interventionen. Die wichtigsten Dimensionen sind die beteiligten Akteure, die Art der Intervention (die Ausübung von militärischem Zwang im Vergleich zu friedlichen Mitteln) und die Ziele, die mit der Intervention erreicht werden sollen, zum Beispiel das zugrunde liegende Konzept von Frieden. (...) Die Staaten des Westens dominieren nicht länger die internationale Demokratieförderung, die Friedenssicherung ('peacekeeping') und Friedensförderung ('peacebuilding'). Vor diesem Hintergrund sind pragmatische Ansätze zur Wahrung von Mindeststandards demokratischer Regierungsführung und internationaler Sicherheit die realistischste Option für Interventionen von außen. Um die Wirkung einzelner Interventionen genauer feststellen zu können, sollten Praktiker (und Wissenschaftler) stärkere Anstrengungen unternehmen, die Erfolgsmaßstäbe und Indikatoren bereits festzulegen, bevor eine Intervention beginnt."

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8. Konflikt der Kulturen

Qantara vom 10.12.2018

"'Islamische Menschenrechte' als Irrweg"

https://de.qantara.de/inhalt/70-jahre-menschenrechtserklaerung-islamische-menschenrechte-als-irrweg

Die iranische Friedensnobelpreisträgern Shirin Ebadi erläutert in diesem Essay, warum sie die Deklaration islamischer Menschenrechte für problematisch hält. "1990 haben die Außenminister der islamischen Länder die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam verabschiedet, die von den meisten islamischen Ländern, darunter der Islamischen Republik Iran, angenommen wurde. Wenn wir diese Erklärung als eigenen Weg der islamischen Länder bei der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte begreifen, dann ist sie unproblematisch. Wenn diese Länder ihre Erklärung aber als Gegenentwurf zur Allgemeinen Menschenrechtserklärung verstehen, sind sie auf einem Irrweg. Muslime, die sich selbst das Recht einräumen, auf der Grundlage ihrer Religion eine eigene Menschenrechtserklärung zu verabschieden, müssten dies auch den Anhängern anderer Religionen zugestehen. In der Folge würden eine Vielzahl von Menschenrechtserklärungen verkündet: eine jüdische, eine buddhistische und viele mehr. Dass dies nicht mit universell gültigen und einklagbaren Menschenrechten vereinbar wäre, liegt auf der Hand."

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Jüdische Allgemeine vom 10.12.2018

"Falsche Diagnose, falsche Therapie"

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/falsche-diagnose-falsche-therapie/

Der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn äußert sich in diesem Interview über den "deutsch-jüdischen Patriotismus" und die Ursachen der "Distanz oder gar Feindschaft", die Juden heute in Deutschland entgegengebracht wird. "Da ist erstens die alte und neue militante Rechte. Da ist deren harmlosere Variante: der, wie wir sagen, gute alte Risches, also der klassische Antisemitismus der sogenannten feinen Kreise. Da ist zweitens die alte und neue Linke. Sie gefährdet unsere existenzielle Sicherheit, weil sie Israel als jüdischen Staat, also unsere Lebensversicherung, so sehr liebt, dass sie es am liebsten aufgelöst in der islamisch‐arabischen Welt sähe. Drittens, und historisch relativ neu für Deutschland und Westeuropa, gibt es den sehr gefährlichen muslimischen Antisemitismus. Der betrachtet Deutschland und Westeuropa als nahöstlichen Nebenkriegsschauplatz. Er wird zudem von der Judenfeindschaft im Koran sowie der mündlichen religiös‐islamischen Überlieferung gespeist."

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