US-Soldaten in Afghanistan

Links vom 13.08.2019

2.1. Deutschland / Europa

Tageszeitung vom 12.08.2019

"Postfaschistische Flirts"

https://taz.de/Matteo-Salvinis-Erfolg-in-Italien/!5614793/

Der italienische Journalist Fabio Ghelli analysiert die Hintergründe des Erfolgs von Innenminister Matteo Salvini in Italien. Dabei macht er den früheren Premierminister Berlusconi für den "autoritären Rechtsruck" mitverantwortlich. "Laut einer Studie des US-amerikanischen Forschungsinstitut Pew Center ist Italien das westeuropäische Land, in dem nationalistische und menschenfeindliche Einstellungen am meisten verbreitet sind: Etwa 30 Prozent der Italiener haben eine 'sehr negative' Einstellung gegenüber Muslimen. Fast 90 Prozent lehnen Roma und Sinti ab. Kein Wunder also, dass der harte Kurs des Innenministers gegen Geflüchtete und Minderheiten ihm große Popularität gebracht hat. Das alles hätte ihm allerdings wenig genutzt, hätte er nicht gleichzeitig eine gut durchdachte Image-Strategie angewandt. Diese verdankt er einem anderen alten Bekannten der italienischen Politik: seinem ehemaligen Weggefährten und 'Original Gangster' des europäischen Populismus, Silvio Berlusconi."

Mehr lesen


The Economist vom 01.08.2019

"Are Western democracies becoming ungovernable?"

https://www.economist.com/international/2019/08/01/are-western-democracies-becoming-ungovernable

Der Economist hat sich mit der Frage beschäftigt, ob bzw. inwieweit westliche Demokratien heute tatsächlich immer "unregierbarer" werden. "Ungovernability can be thought of in four ways. No Western country is ungovernable in every one. But there are a few features that exist in more than one country and a few countries that look ungovernable in more than one sense. First, some countries cannot form a stable government either because (in first-past-the-post systems) the largest party does not command a majority in parliament, or because (in countries with coalitions) parties cannot organise a stable alliance on the basis of election results. (...) Next, ungovernability can mean that governments fail to pass basic laws on which the operations of the state depend. Spain’s could not pass a budget this year, triggering the election in April. (...) A third aspect of ungovernability is the systematic corruption of constitutional norms, making political processes haphazard or arbitrary. (...) Lastly, the past year has seen a return to the streets of mass demonstrations. In France, the gilets jaunes (yellow jackets), a populist grassroots movement, have blocked roads and staged some of the most violent demonstrations the country has seen since 1968. (...) Everywhere, parties are finding it harder to recruit and retain members and to mobilise voters. Parties are the organising forces of parliamentary democracy. They pick candidates, approve manifestos and get out the vote. Coalitions usually revolve around one large party. If parties continue to decline, political systems are likely to become at least more fluid, and at worst harder to govern."

Mehr lesen


Foreign Affairs vom 24.07.2019

"Max Weber Diagnosed His Time and Ours"

http://https://www.foreignaffairs.com/articles/central-europe/2019-07-24/max-weber-diagnosed-his-time-and
-ours

Der Historiker Robert Zaretsky meint, dass die Lektüre des deutschen Soziologen Max Weber zum Verständnis der aktuellen politischen Umstände beitragen könne. "In early 1919, Germany risked becoming a failed state. Total war had morphed into a civil war that pitted revolutionaries against reactionaries, internationalists against nationalists, and civilians against soldiers. Munich was the bloodiest arena: over a few short months, the city was ruled by a Bavarian king, a socialist prime minister, and a Soviet republic. The first was overthrown, the second murdered, and supporters of the third slaughtered. “Everything is wretched, and everything is bloody,” Victor Klemperer, a professor at the University of Munich, wrote in his diary, 'and you always want to laugh and cry at once.' These events framed the much-anticipated lecture 'Politics as a Vocation' that Klemperer’s colleague Max Weber gave that same year. One hundred years later, there are few better texts to serve as a guide for the increasingly wretched and violent events now unfolding in our own time and place. In particular, Weber’s discussion of the charismatic politician, as well as his distinction between the ethics of conviction and the ethics of responsibility, has perhaps even greater relevance in our own era than in his."

Mehr lesen


Süddeutsche Zeitung vom 11.08.2019

"Was macht eigentlich ... Edward Snowden?"

https://www.sueddeutsche.de/politik/prantl-snowden-eu-1.4560582

Heribert Prantl hält es für einen "Skandal", dass Whistleblower Edward Snowden sechs Jahre nach seinen aufsehenerregenden Enthüllungen als "klassischer politischer Flüchtling" immer noch im russischen Exil festsitzt. "Die EU, die sich stolz 'Raum des Rechts, der Sicherheit und der Freiheit' nennt, traute und traut sich nicht, Snowden irgendeinen Schutz angedeihen zu lassen; und Deutschland war in der Phalanx der Drückeberger ganz vorne. Die deutsche Politik hatte erst Angst vor dem Amerika des Rechtsprofessors Barack Obama, jetzt hat sie Angst vor dem Amerika des Twitterwüstlings Donald Trump, der schon in seinem Wahlkampf angekündigt hat, dass auf Snowden die Todesstrafe warte. (...) Vor fünf Jahren hat der jetzige deutsche Außenminister Heiko Maas (damals war er noch Justizminister) Snowden einen altklug-selbstgerechten Rat gegeben: Snowden sei ja jung, sein Leben noch lang, er könne doch nicht ewig irgendwo Asyl suchen. Also solle er doch einfach in die USA zurückkehren und sich dem Walten der US-Gewalten anvertrauen. Was soll man dazu sagen?"

Mehr lesen


Süddeutsche Zeitung vom 11.08.2019

"Sickerndes Gift"

https://www.sueddeutsche.de/politik/moskau-proteste-putin-1.4560453

Ekaterina Kel hofft, dass sich die andauernden Proteste in Moskau auf ganz Russland ausweiten. "Will die Opposition erfolgreich sein, so muss sie über die Kommunalwahlen und Moskau hinausführen, in andere Regionen, in denen die Unzufriedenheit mit Putins Politik ebenfalls wächst. Sei es wegen auslaufender Mülldeponien, rücksichtsloser Baumaßnahmen oder der miserablen wirtschaftlichen Lage. Zur geistigen Größe des Widerstands muss, wie schon einmal im Winter 2011/2012, nun die geografische hinzukommen."

Mehr lesen


2.4. Naher und Mittlerer Osten, Maghreb

Vanity Fair vom 29.07.2019

"No One Is Safe: How Saudi Arabia Makes Dissidents Disappear"

https://www.vanityfair.com/news/2019/07/how-saudi-arabia-makes-dissidents-disappear

Einer Untersuchung des Magazins Vanity Fair zufolge sollte die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi nicht als Ausnahmefall betrachtet werden. Das saudi-arabische Königshaus habe unter der Führung von Kronprinz Mohammed bin Salman in den vergangenen Jahren in vielen anderen Fällen versucht, politische Abweichler nach Saudi-Arabien zurückzubringen, zu entführen oder gar zu ermorden. "Through interviews on three continents with more than 30 individuals — activists, national security experts, relatives of the forcibly disappeared, and American, European, and Middle Eastern government officials — a clearer picture has emerged about the extent to which Saudi authorities have gone to imprison, repatriate, and even murder countrymen who dare to protest the kingdom’s policies or somehow malign the image of the nation. On these pages are the stories of eight recent abductees — and those of four others who managed to elude capture — part of a systematic program that goes far beyond the killing of Jamal Khashoggi. The Saudi campaign is ruthless and relentless. And it has more similarities with, say, the codes of a crime syndicate than it does with those of a traditional, modern-era ally of the United States of America."

Mehr lesen


2.5. Zentral- und Ostasien

Zeit Online vom 12.08.2019

"Wer Peking zu nahe kommt"

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-08/proteste-hongkong-polizeigewalt-aktivisten-china-peking

Nach Ansicht von Steffen Richter bestätigt das harte Vorgehen der Hongkonger Polizei gegen Protestierende, wie die "Machthaber in Peking" auf demokratische Herausforderungen reagieren. "Würde in China, auf dem Festland, das Gleiche geschehen wie gerade in dessen Sonderverwaltungszone, würden die Sicherheitskräfte ungleich härter und schneller zuschlagen. Darüber muss sich niemand Illusionen machen. Das wahre Gesicht des KP-Staates ist antidemokratisch. Bedauerlich ist daher die Zurückhaltung im demokratischen Teil der Welt. Die Hongkonger Demokratiebewegung erfährt aus der Politik dieser Länder öffentlich wenig Zustimmung."

Mehr lesen


Die Welt vom 12.08.2019

"Ob Hongkong oder Krim – Der Westen gibt sein Territorium preis"

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article198395373/Hongkong-Der-Westen-laesst-die-Demonstranten-alle
in.html

Klaus Geiger vergleicht das chinesische Vorgehen in Hong Kong mit der russischen Übernahme der Krim und wirft dem Westen vor, auf die "aggressiven" Gebietsansprüche der "illiberalen Großmächte" "opportunistisch" zu reagieren. "Was in Hongkong passiert, sollte den Europäern bekannt vorkommen. In der chinesischen Sonderverwaltungszone erhebt eine nuklear gerüstete, illiberale Großmacht aggressiv Ansprüche auf ein Territorium, das bisher zur westlichen Welt zählen konnte. In Europa geschieht dies seit fünf Jahren – seit Russland sich die Krim einverleibte und die Ostukraine destabilisierte. (...) China ist wie Russland eine Nation, die sich tief gedemütigt fühlt vom Westen. Das zentrale geostrategische Ziel beider Staaten ist es, einstige tatsächliche oder eingebildete Größe wiederzuerlangen. Das ist der psychologische Kern der Systeme Wladimir Putin und Xi Jinping. (...) Europa und Ostasien sind jene Weltregionen, die von den USA nach dem Zweiten Weltkrieg zu zwei Säulen der freien Welt gemacht wurden. Russland und China sind dabei, diese zwei Säulen langsam zu zertrümmern. In dieser neuen Weltordnung drohen die Demonstranten in Hongkong auf verlorenem Posten zu stehen."

Mehr lesen


Zeit Online vom 13.08.2019

"Krisenregion voller Krisenzonen"

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-08/asien-konflikte-krisen-kaschmir-taiwan-hongkong-nordkorea

Theo Sommer befürchtet eine Europas kriegerischer Vergangenheit ähnelnde Zukunft für Asien. "Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es zwischen Hindukusch und Hokkaido drei konfliktträchtige Krisenzonen: Kaschmir, Taiwan und Korea. Eine Lösung der Probleme ist nirgendwo nähergerückt. Im Gegenteil: In jüngster Zeit mehren sich überall die bedrohlichen Reibungsflächen. (...) Pax Asiatica? Zweifel sind erlaubt. Europas kriegerische Vergangenheit könnte durchaus Asiens Zukunft werden, wenn nicht die Leidenschaft zur Vernunft obsiegt."

Mehr lesen


2.6. Afghanistan / Pakistan

Voice of America vom 12.08.2019

"Taliban, US End Latest Round of Talks Without Announcing Outcome"

https://www.voanews.com/south-central-asia/taliban-us-end-latest-round-talks-without-announcing-outcome

Die mittlerweile achte Verhandlungsrunde zwischen den USA und den Taliban in Doha ist trotz gemeldeter Fortschritte erneut ergebnislos zu Ende gegangen. "The nine-day negotiations in the Gulf state of Qatar were wrapped up before dawn on Monday, announced a Taliban spokesman. The talks continued on a day when Muslims around the world began celebrating their three-day annual festival of sacrifice, known as Eid-al-Adha. 'Work was tedious and effective. Both sides agreed to consult their respective leaderships for next steps,' Zabihullah Mujahid said in a brief statement. (...) [Chief American negotiator, Zalmay Khalilzad,] had tweeted during the just concluded talks that 'we have made excellent progress,' raising exceptions a deal was imminent. (...) Washington has said it is seeking a peace deal before the Afghan presidential election scheduled for September 28. The U.S.-Taliban agreement, if reached, would outline the insurgent guarantees that Afghan territory, particularly Taliban-controlled areas, will not be used for staging terrorist attacks against America or its allies in exchange for a timeline for the withdrawal of U.S.-led foreign troops from the country."

Mehr lesen


3. Bündnisse und internationale Diplomatie

Al-Monitor vom 12.08.2019

"Intel: Why a military confrontation between Turkey and the Kurds in Syria might be good news for Russia"

https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2019/08/intel-military-confrontation-turkey-kurds-syria-russia
.html

Ruslan Mamedov erläutert, warum eine von vielen Beobachtern befürchtete militärische Konfrontation zwischen der Türkei und den Kurden in Syrien Russland nicht ungelegen kommen würde. "The calculation is that once Turkey launches its assault and the Americans are unable to provide a cover for them, the Kurds may turn to Russia, empowering Moscow to try to create the conditions for yet another attempt at a rapprochement between the Kurds and Bashar al-Assad’s government. Until now, Russia sees the Kurds as having adopted 'maximalist positions' in their dealings with the Syrian government. 'Of course, we’d like to avoid casualties. But the Turkish operation could, perhaps, help us settle some issues,' a senior Russian diplomat told Al-Monitor on the basis of anonymity. 'If the Turks attack the Kurds, this may make the latter more flexible in terms of reaching an agreement with Damascus.'"

Mehr lesen


4. Militär und bewaffnete Konflikte

Frankfurter Rundschau vom 12.08.2019

"Kein Militäreinsatz am Golf ohne Exit-Option"

https://www.fr.de/meinung/kein-militaereinsatz-ohne-exit-option-12908687.html

Der Konfliktforscher Eric Chauvistré erläutert die Risiken einer deutschen Beteiligung an einer Marinemission in der Straße von Hormus. "Wer eine militärische Entscheidung trifft, muss dies nicht nur politisch, sondern auch militärisch begründen können. Vor einer Entscheidung über eine deutsche Beteiligung sollten daher ganz banale Fragen stehen: ob der Einsatz die gesetzten Ziele erreichen kann, welche anderen militärpolitischen Ziele der Einsatz möglicherweise gefährdet und wie die Bundeswehr aus dem Einsatz im Zweifelsfall wieder aussteigen kann. Auch völkerrechtliche und verfassungsrechtliche Debatten und Entscheidungen sind selbstredend notwendig, hinreichend sind sie aber nicht. Am Ende muss immer die Ansage stehen, was genau die Bundeswehr in dem Krisengebiet bewirken soll – und vor allem was sie erreichen kann. (...) Für den Fall einer dann tatsächlich auftretenden militärischen Eskalation stünde Deutschland auch im Rahmen einer EU-Mission irgendwann vor der heiklen politischen wie militärischen Frage, ob es sich weiter beteiligt oder die Bundeswehr umgehend in Richtung Horn von Afrika oder Mittelmeer zurückbeordert wird. Ohne eine klare Exit-Strategie könnte Deutschland dann ungeplant zu einer Kriegspartei mit dem Iran als Gegner werden. Dann aber fiele die Bundesregierung als dringend gebrauchter diplomatischer Akteur in dem eigentlichen Konflikt um das iranische Atomprogramm wohl langfristig aus."

Mehr lesen


Neue Zürcher Zeitung vom 13.08.2019

"Schiffe, Panzer, gern! Oder doch lieber Kitas? – Die Mythen der deutschen Zwei-Prozent-Debatte"

https://www.nzz.ch/meinung/panzer-oder-kitas-die-mythen-der-deutschen-zwei-prozent-debatte-ld.1498334

Karl-Heinz Kamp, Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin, befürchtet eine Schwächung der Nato und eine verringerte Sicherheitsgarantie für Deutschland, sollte das Zwei-Prozent-Ziel für den Bundeswehretat nicht erreicht werden. "Natürlich kann der politisch Handelnde in Deutschland sich die Frage stellen, wie viele Kitas zum Preis von einem Panzer gebaut werden könnten. Allerdings stellen sich der politisch Handelnde in den USA und auch der amerikanische Bürger die gleiche Frage: Wie viele zivile Infrastrukturprojekte könnten in den USA für die Gelder finanziert werden, die bis jetzt in die Bereitstellung militärischer Fähigkeiten für die europäischen Verbündeten fliessen? Angesichts der drängenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme in den USA fällt die Antwort sehr eindeutig aus: Die Forderung, Europa müsse deutlich mehr für die eigene Verteidigung tun, wird über das gesamte amerikanische politische Spektrum vehement unterstützt. Geschieht das nicht, wird zweifellos die amerikanische Zustimmung zur Nato und damit auch die deutsche Sicherheit leiden."

Mehr lesen


6. Wissenschaft und Forschung

Reason vom 03.08.2019

"Impending Defeat for the Four Horsemen of the Apocalypse"

https://reason.com/2019/08/03/impending-defeat-for-the-four-horsemen-of-the-apocalypse/

Im Gegensatz zu den vielen schlechten Nachrichten aus aller Welt weist Ronald Bailey darauf hin, dass sich wichtige globale Trends durchaus in eine positive Richtung bewegen. Für die Überbetonung negativer Entwicklungen gebe es u.a. psychologische Gründe. "Smart people seek to be well-informed and so tend to be more voracious consumers of news. Since journalism focuses on dramatic events that go wrong, the nature of news thus tends to mislead readers and viewers into thinking that the world is in worse shape than it really is. This mental shortcut is called the availability bias, a name bestowed on it in 1973 by the behavioral scientists Amos Tversky and Daniel Kahneman. 'People tend to assess the relative importance of issues by the ease with which they are retrieved from memory — and this is largely determined by the extent of coverage in the media,' explains Kahneman in his book 'Thinking, Fast and Slow'. Another reason for the ubiquity of mistaken gloom derives from evolutionary psychology. A Stone Age person hears a rustle in the grass. Is it the wind or a lion? If he assumes it's the wind and the rustling turns out to be a lion, then that person does not live to become one of our ancestors. We are the descendants of the worried folks who tended to assume that all rustles in the grass were dangerous predators."

Mehr lesen


8. Konflikt der Kulturen

Tagesspiegel vom 12.08.2019

"Das sind muslimische Identitäre"

https://www.tagesspiegel.de/berlin/seyran-ates-zum-gebet-auf-dem-tempelhofer-feld-das-sind-muslimische-id
entitaere/24895706.html

Die liberale Muslimin Seyran Ates betrachtet das umstrittene Gebet auf dem Tempelhofer Feld in Berlin am vergangenen Wochenende in diesem Interview als Versuch von "muslimischen Identitären", ihre konservativen religiösen Vorstellungen in die Öffentlichkeit zu tragen. "Die Tatsache, dass in den vergangenen 20 Jahren immer mehr patriarchalisch-archaische Praktiken zunehmend aus den privaten in öffentliche Räume gebracht wurde, führt dazu, dass sich eine Gesellschaft mit diesem Bild – in Anführungszeichen – immer mehr anfreundet und solche Praktiken als selbstverständlich betrachtet. Diese Idee der Geschlechtertrennung wird immer massiver in den öffentlichen Alltag getragen. Der Rest der Bevölkerung soll sich daran gewöhnen, dass Geschlechtertrennung Identität dieser Menschen sei und dass sie als wichtig empfänden, so zu leben. Das ist absurd, da wir ja auch der anderen Seite für mehr Geschlechter-Gerechtigkeit kämpfen. (...) Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass wir über die Grenzen der Grundrechte gehen und andere Grundrechte wie die Gleichberechtigung der Geschlechter übersehen. Grün Berlin muss sich auch die Frage stellen lassen, ob es einer christlichen Gruppierung ein Teil des Feld überließe, wenn die dort eine massive Geschlechtertrennung praktizieren und dies als Ideal für die gesamte Gesellschaft postulieren würde."

Mehr lesen


National Review vom 06.08.2019

"Facing Extinction in Iraq, Can Christians Hope for Aid from the West?"

https://www.nationalreview.com/2019/08/christians-iraq-face-extinction-can-they-hope-for-aid-from-west/

Edward Clancy hat sich mit Erzbischof Bashar Warda von der Chaldäisch-katholischen Kirche im irakischen Erbil über die prekäre Situation der verbleibenden Christen vor Ort unterhalten. "With ISIS defeated, 40,000 Christians have returned to their ancient homeland, repopulating nine historically Christian towns. Overall, about 250,000 remain in Iraq, down from 1.5 million in 2003, on the eve of the U.S. invasion. For the moment, they are safe, but Sunni Muslims and Iran-backed militias have designs on their land and property. (...) The horrors of ISIS have 'shocked the conscience' of the Islamic world. What remains to be seen, says Warda, is whether 'Islam will continue on its current political trajectory, in which sharia law is the basis for civil law and nearly every aspect of life is circumscribed by religion, or whether a more civil, tolerant movement will develop.' On that score, recent alarming reports have circulated that the Iraqi parliament is due to vote on a provision to appoint mullahs as judges, with the prospect that sharia law will override secular laws that are in conflict with it. (...) Will the West live up to its high calling and stand by persecuted Christians and other religious minorities? For Archbishop Warda and his flock, it is a matter of life and death. He has no illusions: 'Those of us who remain must be ready to face martyrdom,' he says."

Mehr lesen


Hier finden Sie die Redaktion der Sicherheitspolitischen Presseschau.

Mehr lesen

Internationales

Internationales

Europa, Asien, Afrika, Amerika und weltweite Phänomene und Institutionen. Die bpb bietet ein breites Angebot zu internationalen Themen.

Mehr lesen

Online-Angebot

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

Mehr lesen auf sicherheitspolitik.bpb.de

Dossier

Innerstaatliche Konflikte

Vom Kosovo nach Kolumbien, von Somalia nach Süd-Thailand: Weltweit schwelen über 280 politische Konflikte. Und immer wieder droht die Lage gewaltsam zu eskalieren.

Mehr lesen

Zahlen und Fakten

Globalisierung

Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. "Zahlen und Fakten" liefert Grafiken, Texte und Tabellen zu einem der wichtigsten und vielschichtigsten Prozesse der Gegenwart.

Mehr lesen

Publikationen zum Thema

Coverbild Internationale Sicherheit im 21. Jahrhundert

Internationale Sicherheit im 21. Jahrhundert

Die internationale Sicherheit ist fragil und bedroht. Wie können und müssen demokratische Systeme ...

Internationale Sicherheitspolitik Cover

Internationale Sicherheitspolitik

Seit Ende des Ost-West-Konflikts hat sich die internationale Sicherheitspolitik deutlich verändert....

Zum Shop