US-Soldaten in Afghanistan

Links vom 10.11.2019

2.1. Deutschland / Europa

Reuters vom 08.11.2019

"EU needs to learn the 'language of power', incoming chief says"

https://uk.reuters.com/article/uk-eu-commission-von-der-leyen/eu-needs-to-learn-the-language-of-power-inc
oming-chief-says-idUKKBN1XI2BM

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ihr Amt am 1. Dezember antreten soll, hat in einer Grundsatzrede gefordert, dass sich die Europäische Union bei der Durchsetzung ihrer internationalen Interessen nicht nur auf "soft power" verlassen dürfe. "'We must go our own European way with confidence,' she said in Berlin. But she added: 'Soft power alone won’t suffice today if we Europeans want to assert ourselves in the world. Europe must also learn the language of power.' 'That means on the one hand developing our own muscles - where for a long time we could lean on others, for example in security policy. On the other hand, it means engaging our available power with more focus,' she added, pointing to trade ties with China."

Mehr lesen


Spiegel Online vom 10.11.2019

"Wir wollen und brauchen die Nato"

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/heiko-maas-sicherheit-fuer-europa-gastbeitrag-des-bundesaussen
ministers-a-1295735.html

Bundesaußenminister Heiko Maas weist die deutliche Kritik von Präsident Macron an der NATO in diesem Gastbeitrag für Spiegel Online zurück und wirbt zugleich für den gemeinsamen Vorschlag zur Bildung eines Europäischen Sicherheitsrats (ESR). "Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass wir in Deutschland in Frieden und Sicherheit leben. In den letzten Jahren ist immer wieder gesagt worden: Deutschland muss mehr Verantwortung für Frieden und Sicherheit in der Welt übernehmen. In diesem historischen Moment sehen wir, dass sich über diese Aufgabe hinaus eine zweite, noch drängendere stellt: Wir müssen Verantwortung übernehmen, um überhaupt unsere eigene Sicherheit in Europa und Deutschland zu bewahren. Deshalb gehört die politische Frage ins Zentrum, welchen internationalen Rahmen wir errichten, um auch in Zukunft Frieden und Sicherheit für Europa und unser Land zu bewahren. (…) Eine Idee, an der ich mit meinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian arbeite, und die für mich ins Zentrum der deutschen EU-Präsidentschaft gehört, steht für mich exemplarisch für diesen Kurs: der Europäische Sicherheitsrat. Kein Projekt für morgen, aber eine wichtige Orientierungsmarke am Horizont. Wir brauchen ein solches Gremium als den Ort, an dem die Europäer ihre außen- und sicherheitspolitische Arbeit bündeln, im institutionellen Gefüge der Europäischen Union und darüber hinaus. Großbritannien muss mit von der Partie sein, auch wenn es die Union verlässt."

Mehr lesen


Politico vom 06.11.2019

"A stronger Europe to face down Trump? Don’t count on it"

https://www.politico.eu/article/stronger-europe-to-tackle-donald-trump-dont-count-on-it/

Eine Wiederwahl des US-Präsidenten im nächsten Jahr würde die EU nicht in gestärkter Opposition zu Donald Trump zusammenführen, sondern bestehende Differenzen eher vertiefen, erwartet Marcel Dirsus. "Historically, American support has played an integral role in bringing Europe together. Diplomatic support aside, U.S. security guarantees provided the conditions necessary for the emergence of the European Union in the first place. As the American security umbrella becomes less trustworthy under Trump, old fault lines will become more visible and new divisions will emerge. As NATO weakens, some European countries will attempt to strike bilateral deals with the U.S. to guarantee their security. Others will argue in favor of pushing full steam ahead for some sort of European solution. At the same time, the EU will be losing one of its most powerful militaries to Brexit. (…) Europe is still in denial about how bad things could get. It’s increasingly popular among European politicians to call for the EU to get rid of the need for unanimity on foreign and security policy decisions. The difficulty of finding consensus, they argue, is holding Europe back. But far from a necessary answer to Trump’s America First approach, this risks only making things worse."

Mehr lesen


Süddeutsche Zeitung vom 09.11.2019

"Zwei Konstruktionsfehler gefährden die moderne Weltordnung"

https://www.sueddeutsche.de/politik/europas-sicherheit-zwei-konstruktionsfehler-gefaehrden-die-moderne-we
ltordnung-1.4673385

Stefan Kornelius kommentiert aus Anlass des Jahrestags der Maueröffnung die aktuelle Debatte über eine neue europäische Sicherheitsordnung. "Niemand hätte (...) vor 30 Jahren vorausgesehen, dass es ausgerechnet die USA sein würden, die ihrer eigenen Nachkriegsordnung überdrüssig werden - einer Ordnung, die Amerika nahezu unbegrenzte Macht und Einflussmöglichkeiten gegeben hat. Wenn der französische Präsident jetzt der Nato die letzte Ehre erweisen will, dann stellt er nur das Offensichtliche fest: Die europäische Ordnung nach dem Fall der Mauer unterscheidet sich in ihrem Kern nicht von der (west-)europäischen Sicherheitsarchitektur im Kalten Krieg, wo die Nato-Mitglieder Schuldscheine an Washington ausgestellt und im Gegenzug der USA ein gewaltiges Einflussgebiet eröffnet haben. Diese Sphäre übersteigt das Militärische und ist mit all ihrem politischen, wirtschaftlichen, technologischen und kulturellen Erfolg zum amerikanische Jahrhundert geronnen."

Mehr lesen


Nachdenkseiten vom 08.11.2019

"Wenn es noch einen Beleg für die Rechtsverschiebung des politischen Diskurses braucht, dann ist dies das Schweigen zu AKKs 'Hunnenrede'"

https://www.nachdenkseiten.de/?p=56209

Jens Berger vergleicht das Echo auf die jüngste Grundsatzrede von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer mit den Reaktionen auf das inhaltlich ähnlich gelagerte Interview des damaligen Bundespräsidenten Köhler zur sicherheitspolitischen Ausrichtung Deutschlands am 22. Mai 2010. "Der damalige SPD-Fraktionsführer Thomas Oppermann verkündete, 'Wir wollen keinen Wirtschaftskrieg'. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte, 'Wir brauchen weder Kanonenbootspolitik noch eine lose rhetorische Deckskanone an der Spitze des Staates' und befand, Köhlers Äußerungen stünden nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes. Auch aus den Reihen der damaligen Regierungsparteien CDU und FDP gab es Kritik. (…) Aus einer politischen wurde schnell eine gesellschaftliche Debatte und die Kritik an Horst Köhler war so präsent, dass sich dieser wenige Tage später zum Rücktritt gedrängt fühlte und sein Amt niederlegte. (…) Offenbar gehört es mittlerweile zum normalen politischen Diskurs, aus wirtschaftlichen Motiven heraus globale Machtansprüche zu formulieren und diese Ansprüche auch militärisch zu 'verteidigen' oder besser gesagt durchzusetzen. Was vor neun Jahren noch als Tabubruch wahrgenommen wurde, ist heute Normalität."

Mehr lesen


Spiegel Online vom 10.11.2019

"Rückzug und Entgegenkommen"

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-praesident-wolodymyr-selenskyj-und-der-truppenabzug-im-don
bass-a-1295472.html

Christina Hebel berichtet über die politischen Komplikationen bei der Umsetzung der "Entflechtung" ukrainischer Soldaten und prorussischer Separatisten im Donbas. "Selenskyj spürt zum ersten Mal Gegenwind: Im Oktober protestierten allein in Kiew über 10.000 Menschen - nicht nur Nationalisten, Veteranen und Poroschenko-Anhänger. Für sie ist der Präsident zu weit auf Moskau zugegangen. Die Ukraine hatte der sogenannten Steinmeier-Formel zugestimmt, benannt nach dem Ex-Außenminister und Bundespräsidenten (lesen Sie hier dazu die Hintergründe) - ebenfalls eine Bedingung des Kreml für ein Normandie-Treffen. (…) 'Keine Kapitulation', riefen da schon die Menschen. Von der könne keine Rede sein, erwidert Selenskyj. Er wolle einen Konsens mit den Menschen in der Donbas-Frage finden. Doch die würden nicht verstehen, welchen Plan Selenskyj für einen Frieden hat, sagt Militärexperte Schdanow. Der Kiewer Politologe Wladimir Fesenko sagt, dass der Präsident und seine Mannschaft keinen langfristigen Plan hätten, sondern nur in Etappen, in Folgen von Serien dächten. Schließlich kämen die meisten aus der TV-Produktionswelt. Und Moskau? 'Die Zeit spielt für Putin', glaubt Schdanow. Denn der russische Präsident habe - anders als Selenskyj - nicht den Druck, schnell Ergebnisse zu liefern."

Mehr lesen


2.2. USA

Los Angeles Times vom 08.11.2019

"The Berlin Wall fell and the U.S. learned the wrong lessons. It got us Donald Trump"

https://www.latimes.com/opinion/story/2019-11-08/berlin-wall-30th-anniversary-cold-war-donald-trump

30 Jahre nach dem Mauerfall seien die falschen Lehren, die die USA aus dem Ende des Kalten Krieges gezogen hätten, immer noch spürbar, meint Andrew Bacevich. "In their preferred reading, the fall of the Berlin Wall in 1989 had rendered a conclusive and irreversible verdict destined to shape the future, with the United States of America empowered to do the shaping. This led, once more, to politics decoupled from reason. We live today with the consequences of this decoupling: the World Trade Center attacks on 9/11, multiple wars that beg comparison with Vietnam in their folly, and, however obliquely, the bizarre presidency of Donald Trump. You won’t hear it from any of the candidates vying to succeed Trump, but we are still haunted by our false conception of the Cold War. On the stump, politicians get away with reciting comforting clichés about the imperative of American global leadership. Yet the time for believing such malarkey is long gone. An essential first step toward recoupling national security policy and reason is to see the Cold War for what it was: not a 'long, twilight struggle' ending in victory, but a vast and costly tragedy that inflicted needless suffering, brought humankind absurdly close to extinction, and from which U.S. policymakers have drawn all the wrong lessons. The anniversary of the fall of the Berlin wall offers an occasion not for celebration but for somber and long overdue reflection."

Mehr lesen


2.5. Zentral- und Ostasien

The Atlantic vom 07.11.2019

"What Would It Take to Unify Korea? Germany Offers Lessons."

https://www.theatlantic.com/international/archive/2019/11/german-reunification-offers-lessons-korea/60129
7/

Die Wiedervereinigung Deutschlands sei 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch nicht abgeschlossen, stellt Melissa Chan fest. Für die koreanische Halbinsel, die auf der Suche nach Wegen zur eigenen Wiedervereinigung immer wieder nach Deutschland blicke, sei dies keine gute Nachricht. "Every expert and official I contacted believes that German-style reunification — essentially an absorption of North Korea on South Korea’s terms — is the only possible scenario to consider, and that’s only if events play out fairly peacefully. Seoul has flown German bureaucrats from that era over to pick their brains for insight. And if Germany is any indication, the process would take far longer, and cost far more, than anyone might imagine. (…) Koreans would have to shoulder a greater burden. In Germany in the early 1990s, people in the west made two to three times as much as their eastern counterparts. In 2017, South Korea’s per capita GDP was $29,743. That same year, North Korea’s was $1,214 — a 25-to-1 differential. It would take generations for North Koreans to catch up and enjoy the same prosperity as South Koreans. One estimate has Korean reunification costing $10 trillion, or almost seven times South Korea’s annual GDP. 'South Korea is deathly afraid of German-style unification,' says Andrei Lankov, the director of Korea Risk Group, a research firm."

Mehr lesen


2.8. Mittel- und Lateinamerika

Frankfurter Rundschau vom 10.11.2019

"Bolivien kurz vor dem Umsturz: Polizisten laufen über, Staatssender besetzt"

https://www.fr.de/politik/bolivien-kurz-umsturz-polizisten-laufen-ueber-staatssender-besetzt-zr-13207880.
html

In Bolivien hätten sich mittlerweile auch Polizisten an die Seite der Demonstranten gestellt, berichtet die Frankfurter Rundschau. "Der linke Staatschef hatte einige Stunden zuvor in einer Fernsehansprache erneut von einem Putschversuch gesprochen und seine Anhänger aufgefordert, zu mobilisieren. Die Polizei ermahnte er, die Verfassung zu erfüllen. Der neu eingesetzte Polizeichef der bevölkerungsreichsten bolivianischen Stadt Santa Cruz, Miguel Mercado, sagte nach einem Bericht der Zeitung 'El Deber' vor einer Menschenmenge: 'Ich unterstütze die Meuterei.' Der Oppositionsführer Luis Fernando Camacho dankte der Polizei auf Twitter dafür, dass sie auf der Seite des Volkes stehe. Er bedankte sich auch bei den Streitkräften. Deren Oberbefehlshaber Williams Kaliman hatte auf einer Pressekonferenz erklärt, Soldaten würden nicht gegen das Volk vorgehen."

Mehr lesen


3. Bündnisse und internationale Diplomatie

Zeit Online vom 06.11.2019

"Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan bestätigen gemeinsames Treffen"

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-11/usa-tuerkei-donald-trump-erdogan-treffen

Präsident Trump und Präsident Erdogan wollen sich trotz der Armenien-Resolution des US-Kongresses in dieser Woche zu Gesprächen treffen. "Er freue sich, Erdogan nächsten Mittwoch zu sehen, twitterte Trump nach einem Telefonat mit dem türkischen Staatschef. Auch das türkische Präsidialbüro hat das geplante Treffen bestätigt. Erdogan habe Trump in dem Telefonat darüber informiert, dass die Türkei zahlreiche Kämpfer der Terrormiliz 'Islamischer Staat' (IS) festgenommen habe, darunter die Ehefrau und eine Schwester des getöteten IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi, schrieb der US-Präsident weiter. Gesprochen habe man auch über die türkische Grenze zu Syrien."

Mehr lesen


Guardian vom 08.11.2019

"Turkey threatens to send foreign Isis suspects home from next week"

https://www.theguardian.com/world/2019/nov/08/turkey-isis-suspects-repatriation-islamic-state

Die türkische Regierung will am Montag mit der Rückführung von gefangenen IS-Kämpfern in ihre Heimatländer beginnen. "Ankara has repeatedly criticised European nations for refusing to take back any of the 1,200 foreign nationals currently held in Turkish prisons on suspicion of links to the terror organisation. 'Now we are telling you that we are going to send [members of Isis] back to you. We are starting this on Monday,' Süleyman Soylu said in Ankara on Friday. (…) The logistics of the policy remain unclear. Some countries request passenger manifests for both military and commercial flights in advance before a plane is allowed to enter their airspace. It is also unlikely that Turkey will be able to repatriate those who have lost their citizenship."

Mehr lesen


5. NSA / Überwachung / Big Data

Spiegel Online vom 07.11.2019

"Moskau rüstet auf"

https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/moskau-aktivistin-aljona-popowa-wehrt-sich-gegen-ueberwachung
-a-1295198.html

Christina Hebel berichtet aus Moskau über das Engagement der Aktivistin Aljona Popowa gegen ausufernde Überwachungspraktiken des russischen Staates. "Popowa, die in Russland für ihren Einsatz für Frauenrechte bekannt ist, hat einen neuen Kampf begonnen, den um ihre Daten. 'Sie verfolgen uns sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang, egal wo, nicht nur an sicherheitsrelevanten Orten wie Flughäfen', sagt sie. 'Wir müssen besser verstehen, wie das Gesichtserkennungssystem funktioniert.' Sie befürchtet eine 'digitale Diktatur': 'Wer Daten über dich sammelt, besitzt dich'. Popowa wird dabei von IT-Experten wie Alexej Sidorenko unterstützt: 'Das Problem in einem Land wie Russland ist, dass die Menschen keine Möglichkeit haben, die Sicherheitsorgane zu kontrollieren. Die machen was sie wollen.'"

Mehr lesen


6. Wissenschaft und Forschung

Center for Security Studies vom 06.11.2019

"Waffenstillstände in innerstaatlichen Friedensprozessen"

https://css.ethz.ch/content/dam/ethz/special-interest/gess/cis/center-for-securities-studies/pdfs/CSSAnal
yse252-DE.pdf

In diesem Beitrag des Center for Security Studies wird die Rolle von Waffenstillständen bei der Lösung innerstaatlicher Konflikte analysiert. "Das Potenzial des Waffenstillstands als Instrument für die Friedensförderung kann noch verbessert werden. Es besteht viel Lernbedarf bei den Fragen, welche spezifischen Faktoren dazu führen, dass Konfliktparteien eine Waffenstillstandvereinbarung akzeptieren oder ablehnen, welche Bestimmungen in einem Abkommen welche Auswirkungen haben, und auch welche (beabsichtigten oder unbeabsichtigten) Folgen ein Waffenstillstand für die Dynamik von innerstaatlichen bewaffneten Konflikten nach sich ziehen. Technologische Fortschritte bieten heute im Bereich Waffenstillstandsüberwachung und -überprüfung neue Möglichkeiten. Dies könnte die Gestaltung von Waffenstillständen in den nächsten Jahren stark beeinflussen. Ungeachtet der technischen Natur von Waffenstillstandsabkommen entstehen diese letztlich aus politischen Entscheidungsfindungsprozessen der Konfliktparteien, und im Gegenzug beeinflussen auch Abkommen diese Entscheidungsprozesse. Dieses dynamische Wechselspiel muss besser ergründet werden, damit die Funktion von Waffenstillständen im Friedensprozess greifbarer wird. Dafür müssen sich diejenigen, die unser Verständnis von Waffenstillständen voranbringen können – Leute aus der Mediationspraxis, Politiker*innen, Forschende, und NGOs – stärker austauschen und zusammenarbeiten."

Mehr lesen


8. Konflikt der Kulturen

Süddeutsche Zeitung vom 06.11.2019

"Kaum schalte ich den Fernseher an, erklärt mir jemand, wie gefährlich ich bin"

https://www.sueddeutsche.de/politik/kopftuch-frankreich-islam-1.4667295

Nadia Pantel berichtet in ihrer Reportage aus Paris über die erhitzte französische Debatte über Islam und Islamophobie. "Je nach Blickwinkel hat Frankreichs aktuelle Debatte um den Platz des Islam in der Gesellschaft am 28. September oder am 3. Oktober begonnen. Am 28. September hielt der Publizist Éric Zemmour auf einer Veranstaltung der rechtsextremen Galionsfigur Marion Maréchal, Nichte der Politikerin Marine Le Pen, eine Rede, die man durchaus als Aufruf zum Bürgerkrieg verstehen konnte und die live im Fernsehen übertragen wurde. Zemmour sprach vom 'Vernichtungskrieg gegen den weißen, heterosexuellen Mann', vom 'Totalitarismus des Islam', der in Frankreich die Demokratie zerstört habe, vom 'Bevölkerungsaustausch', von der 'demografischen' Übernahme Frankreichs durch Muslime. (…) Frankreich diskutiert nun über Islamophobie, über Gewalt gegen Minderheiten, über Medienstandards. Und niemand hört zu. Denn gleichzeitig wird die neueste Inszenierung der französischen Lieblingsdebatte aufgeführt: der Kopftuchstreit."

Mehr lesen


9. Terrorismus, Fundamentalismus und Extremismus

t3n vom 06.11.2019

"Warum ist das Netz so rechts? Diese Extremismus-Forscherin kennt die Antwort"

https://t3n.de/news/netz-rechts-diese-kennt-antwort-1216257/

Die österreichische Extremismusforscherin Julia Ebner, die sich für ihr Buch "Radikalisierungsmaschinen" lange Zeit in "Foren, Apps und Portalen der rechten Szene" umgesehen hat, erklärt in diesem Interview mögliche Ursachen für die "Radikalisierung der rechten Szene" im Netz. "Die Rechten haben sich sehr geschickt als Gegenkultur zum Status quo inszeniert. Die linken Bewegungen der 70er, 80er, 90er hingegen haben ein Level erreicht, an dem sich die meisten eher als Befürworter des Status quo in dieser Hinsicht sehen müssten statt als Gegenkultur. Dabei haben die Rechten sich Taktiken dieser alten Linksbewegungen abgeschaut und mit den Netzstrategien kombiniert. Es fällt auch auf, dass auf der linksextremen Seite die Koordinierung und die Mobilisierung mit viel weniger Disziplin stattfindet. Das liegt schon daran, dass bei rechten Bewegungen Disziplin und Ordnung mehr im Mittelpunkt stehen. Es gibt auch Studien, die zeigen, dass selbst das Empörungs-Emoji schneller viral geht als andere Emojis. Dass das Empörungsmanagement und das Wutmanagement, auf das sich die rechten Bewegungen konzentrieren, so erfolgreich ist, liegt auch an der Art und Weise, wie Netzwerke wie Facebook funktionieren. (…) Die Ursachen würde ich ganz klar im menschlichen Bereich sehen, da werden uns Soziologie, Psychologie und Anthropologie weiterbringen auf der Suche nach Gründen. Wir sollten auch zu Phänomenen wie Onlineradikalisierung interdisziplinäre Zugänge finden. Wenn wir nur die technologische Ebene des Themas betrachten, fehlen einfach zu viele Elemente. In den sozialen Medien wird nur der Beschleunigungseffekt der Technologie sichtbar."

Mehr lesen


Zeit Online vom 01.11.2019

"#Baseballschlaegerjahre"

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-11/rechte-gewalt-neonazi-twitter-erfahrungen-rechtsex
tremismus

Christian Bangel berichtet über Reaktionen auf den Hashtag #Baseballschlaegerjahre, den er zu seinem Artikel über die ostdeutsche Neonazi-Szene in den Nachwendejahren kreiert hat. "Es melden sich Menschen aus Ost und West, mit Migrationshintergrund und ohne. Es berichten Frauen und Männer, Werber und Politikerinnen oder Menschen, die ziemlich nicht elitären Berufen nachgehen. Viele mit Bild und Klarnamen. Sie berichten von Gewaltexzessen, aber auch von diesen niederschmetternden alltäglichen Machtdemonstrationen, wenn Lehrerinnen oder Polizisten nicht fähig oder nicht willens waren zu helfen. Oder über die Lage in manchen Dörfern, wo Neonazis so sehr dominierten, dass es kaum möglich war, nicht mitzumachen."

Mehr lesen


Hier finden Sie die Redaktion der Sicherheitspolitischen Presseschau.

Mehr lesen

Internationales

Internationales

Europa, Asien, Afrika, Amerika und weltweite Phänomene und Institutionen. Die bpb bietet ein breites Angebot zu internationalen Themen.

Mehr lesen

Online-Angebot

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

Mehr lesen auf sicherheitspolitik.bpb.de

Dossier

Innerstaatliche Konflikte

Vom Kosovo nach Kolumbien, von Somalia nach Süd-Thailand: Weltweit schwelen über 280 politische Konflikte. Und immer wieder droht die Lage gewaltsam zu eskalieren.

Mehr lesen

Zahlen und Fakten

Globalisierung

Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. "Zahlen und Fakten" liefert Grafiken, Texte und Tabellen zu einem der wichtigsten und vielschichtigsten Prozesse der Gegenwart.

Mehr lesen

Publikationen zum Thema

Coverbild Internationale Sicherheit im 21. Jahrhundert

Internationale Sicherheit im 21. Jahrhundert

Die internationale Sicherheit ist fragil und bedroht. Wie können und müssen demokratische Systeme ...

Internationale Sicherheitspolitik Cover

Internationale Sicherheitspolitik

Seit Ende des Ost-West-Konflikts hat sich die internationale Sicherheitspolitik deutlich verändert....

Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt

Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt

16 Autor*innen aus Krisengebieten wünschen sich für ihre Zukunft weiterschreiben zu können. In di...

Sicherheitspolitik verstehen

Sicherheitspolitik verstehen

Wie sieht eine zeitgemäße Sicherheitspolitik angesichts einer zunehmend komplexer werdenden und st...

Am Hindukusch – und weiter?

Am Hindukusch – und weiter?

Ende 2014 zogen die letzten deutschen ISAF-Truppen aus Afghanistan ab. Dieser Band zieht Bilanz, fra...

Zum Shop