Zerstörter Straßenzug in Rotterdam im Mai 1940
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Krieg im eigenen Land


18.12.2012
Mit allen Mitteln sucht das NS-Regime die Kriegswirtschaft und den Durchhaltewillen der heimischen Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Doch bedrückende Nachrichten von den Kriegsfronten, verheerende Luftangriffe auf deutsche Städte und Angst vor den Siegern tun ihre Wirkung – mit mörderischen Folgen für die entrechteten Juden, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter.

Die bombardierte Innenstadt Dresdens im Februar 1945Die bombardierte Innenstadt Dresdens im Februar 1945 (© Bundesarchiv, Bild 183-Z0309-310)

Strafverschärfungen


Gleich zu Kriegsbeginn im September 1939 hatte Reinhard Heydrich einen Befehl an die Polizei ausgegeben: "Jeder Versuch, die Geschlossenheit und den Kampfwillen des deutschen Volkes zu zersetzen, ist rücksichtslos zu unterdrücken. Insbesondere ist gegen jede Person sofort durch Festnahme einzuschreiten, die in ihren Äußerungen am Sieg des deutschen Volkes zweifelt oder das Recht des Krieges in Frage stellt.“ Ähnlich hieß es in einer internen Denkschrift des Reichsjustizministeriums aus dem Januar 1940, Aufgabe der Justiz sei die "Aussonderung hetzerisch und verbrecherisch eingestellter Elemente, die in kritischer Zeit einen Dolchstoß von hinten gegen die Front versuchen könnten (vgl. die Arbeiter- und Soldatenräte von 1918)“.

Zwischen 1939 und 1941 traten etliche neue Strafbestimmungen in Kraft, mit denen Deutsche, die feindliche Sender hörten, die sich kritisch über den Krieg äußerten oder Kontakt zu Kriegsgefangenen aufnahmen, verfolgt werden konnten. Mit der Todesstrafe konnten sogar Diebstähle während der Verdunkelungszeiten oder der Bombenangriffe belegt werden, weil, wie es in der "Verordnung gegen Volksschädlinge“ vom 5. September 1939 hieß, "dies das gesunde Volksempfinden wegen der besonderen Verwerflichkeit der Straftat erfordert“. Auf Initiative von Hitler wurden sechzehnjährige Jugendliche wie erwachsene Straftäter verurteilt. Zwischen 1940 und 1945 verhängten die Strafgerichte, insbesondere die Sondergerichte und der Volksgerichtshof, etwa 15 000 Todesurteile, von denen mehr als drei Viertel vollstreckt wurden. Auch die Zahl der Gefangenen in den Strafanstalten nahm drastisch zu, von 109 685 Ende Juni 1939 auf 196 700 Ende Juni 1944.




 

Webdocumentary

Auschwitz heute - dzisiaj - today

Auschwitz – Ort und Symbol der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Der Name der südpolnischen Stadt steht für den millionenfachen Mord an Juden, Sinti und Roma und Menschen, die nach der NS-Rassenideologie nicht zur "Volksgemeinschaft" gehörten. Der Bombay Flying Club hat dazu eine Webdocumentary für die bpb umgesetzt - in deutscher, englischer und polnischer Sprache. Weiter...