Titelbild Bevölkerungsentwicklung
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Zur aktuellen Lage der Weltbevölkerung


23.12.2011
Gemäß Erkenntnissen aus der bisherigen Entwicklung und Zukunftsprognosen bilden die Staaten der Welt einen Geleitzug zu sinkenden Geburtsraten. An seiner Spitze stehen die EU-Länder, am Ende die Drittweltstaaten. Innerhalb Europas gibt es trotzdem große Unterschiede, wobei Deutschland eine der niedrigsten Geburtenraten vorzuweisen hat.

Ein Vater schmust mit seiner neugeborenen Tochter.Den Staaten der Welt stehen Zukunftsprognosen zufolge sinkende Geburtenraten bevor. (© AP)



Einleitung



Die Länder, Regionen und Gemeinden der Welt, so unterschiedlich sie auch sind, lassen sich im Hinblick auf die demografischen Ursachen ihrer Bevölkerungsveränderungen miteinander vergleichen. Diese werden beeinflusst durch eine natürliche Komponente, die Geburtenbilanz (Geburten minus Sterbefälle auf 100 oder auf 1000 Einwohner) sowie durch die Wanderungsbilanz (Zuwanderungen minus Abwanderungen auf 100 oder auf 1000 Einwohner), die beide in ihrer Summe die Wachstumsrate der Bevölkerung ergeben.
Jedes Land und jede Stadt läßt sich einer der vier Fallgruppen zuordnen:
  • (1) positive Geburtenbilanz, positive Wanderungsbilanz,
  • (2) positive Geburtenbilanz, negative Wanderungsbilanz,
  • (3) negative Geburtenbilanz, positive Wanderungsbilanz,
  • (4) negative Geburtenbilanz, negative Wanderungsbilanz.
Die USA haben beispielsweise zu Beginn des 21. Jahrhunderts sowohl eine positive Geburten- als auch eine positive Wanderungsbilanz. In der Türkei ist die Geburtenbilanz positiv, die Wanderungsbilanz negativ, in Deutschland ist es umgekehrt. Beispiele für eine defizitäre Geburten- und Wanderungsbilanz sind Polen und Ungarn.

Deutschland gehört zur Ländergruppe mit Geburtendefiziten. Weil die Geburtendefizite in den vergangenen Jahrzehnten durch Einwanderungsüberschüsse mehr als ausgeglichen wurden, wuchs die Bevölkerungszahl beispielsweise im Jahr 2002einwanderungsbedingt immer noch leicht um ein Promille, obwohl sie eigentlich – das heißt ohne den Ausgleich des Geburtendefizits durch Einwanderungen – seit 1969 (frühere DDR) bzw. 1972 (frühere Bundesrepublik Deutschland) schrumpft.

Deutschland ist also ein Beispiel für den Fall der Verzögerung der Bevölkerungsschrumpfung durch Einwanderungsüberschüsse. Polen und andere osteuropäische Länder sind Beispiele für eine Beschleunigung der Bevölkerungsschrumpfung durch Abwanderungsüberschüsse.

Die Entwicklungsländer haben zwar wie alle anderen Staaten und die Welt als Ganzes tendenziell jeweils abnehmende Geburtenraten und -Überschüsse, aber die Kinderzahlen pro Frau liegen teilweise noch um das Doppelte und mehr über dem Bestandserhaltungsniveau. Daher wächst ihre Bevölkerung immer noch.

Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung sinkt seit den 1970er Jahren, sie wird, wie schon erläutert, voraussichtlich um das Jahr 2070 auf Null gesunken und danach negativ sein. Im Zeitraum 2000 bis 2005 betrug sie noch 1,2 Prozent pro Jahr. Nach 2070 wird die Weltbevölkerung als Ganzes in die Phase der Bevölkerungsschrumpfung übergehen, während sich das Wachstum der Länder mit hohen Geburtenraten, vor allem der ärmeren Entwicklungsländer, weiter fortsetzen wird. Die Geburtenbilanz der Industrieländer und ihre Wachstumsrate hängt dann entscheidend vom Umfang der Einwanderungen aus den Entwicklungsländern ab.




 

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