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Geschichte der Grundrechte


5.3.2010
Staatlich verbriefte Grundrechte für jeden sind ein Ideengut der Aufklärung. Sie entstanden oftmals als Folge von Revolutionen und Systemumbrüchen und sind somit eng mit der Einführung der Demokratie verbunden. In den USA, in Großbritannien, Frankreich und Deutschland mussten sie gegen Widerstände und Rückschläge behauptet werden.

Die erste Sitzung des Reichskabinetts in der Weimarer Republik im Februar 1919 unter Philipp Scheidemann.Die erste demokratische Verfassung in Deutschland brachte die Weimarer Republik. Hier tagt erstmals das Kabinett unter Philipp Scheidemann im Februar 1919. (© Bundesarchiv, Bild 146-1982-092-29)

Einleitung



Ginge es bei den Grundrechten um die theoretische Vorstellung, dass allen Menschen gewisse Rechte zustehen, so ließen sich zumindest Ansätze dafür schon bei den Philosophen der griechischen und römischen Antike finden, etwa bei den Anhängern der Stoa und bei den Sophisten. Aber auch Platon (427 - 347 v. Chr.), Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) und Cicero (106 - 43 v. Chr.) haben sich mit dieser Thematik beschäftigt.

Ginge es darum, dass bestimmte grundlegende Rechte verbrieft werden, ließe sich ihre Geschichte mindestens bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Das bekannteste Beispiel ist die englische Magna Charta von 1215. Die "Große Urkunde der Freiheiten" verbriefte geltendes adliges Lehensrecht gegenüber der königlichen Willkür und band bereits Übergriffe auf Leben und Eigentum freier Männer - also des Teils der Bevölkerung, der sich gegen den König hatte durchsetzen können - an gesetzliche Grundlagen.

Das aber, was wir unter Grundrechten verstehen, verbriefte Rechte für jeden Menschen oder jeden Staatsbürger bzw. jede Staatsbürgerin, also eine Kombination aus beiden Entwicklungen, ist sehr viel jünger. Die Entwicklung der Grundrechte geht Hand in Hand mit der des bürgerlichen Verfassungsstaats der Moderne.



 

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