Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert
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Internationaler Terrorismus


21.8.2006
Die Welt sieht sich derzeit vor allem mit Terroranschlägen islamistischer Gruppierungen konfrontiert. Mit klassischen Machtinstrumenten allein lässt sich ihr ideologisches Grundmodell, der Dschihadismus, nicht bekämpfen.

Wrackteile des Fahrzeugs von einem Selbstmordattentäter liegen auf der Straße, afghanische Polizisten passieren die Stelle im Hintergrund. Der mit einer Autobombe verübte Selbstmordanschlag im Basoud-Bezirk in der Ningarhar-Provinz östlich von Kabul, Afghanistan am 5. Februar 2009 hatte nach Angaben der afghanischen Polizei keine weiteren Folgen.Wrackteile des Fahrzeugs von einem Selbstmordattentäter in der afghanischen Provinz Ningarhar. (© AP)

Terrorismus gestern und heute



In den letzten Jahrzehnten hat es auch im terroristischen Bereich erhebliche Veränderungen gegeben:
  • Der Terrorismus ist deutlich internationaler geworden, was einerseits mit insgesamt steigender internationaler Mobilität, andererseits vor allem mit dem Aufkommen von ideologisch-weltanschaulichen Gruppen zusammenhängt.
  • Die "Begründungsgewichte" für Terrorismus haben sich verschoben. Das sozialrevolutionäre Grundmotiv war in den 1970er Jahren ausgeprägt, spielt aber heute keine Rolle mehr. Das ethno-nationalistische Grundmotiv dauert zwar seit den 1970er Jahren fort, hat sich aber erheblich abgeschwächt. Das ideologisch-weltanschauliche Grundmotiv hingegen ist nicht zuletzt durch die erhebliche Relevanz des islamistischen Terrorismus dominanter geworden.
  • Terrorismus ist zunehmend zu einer Kommunikationsstrategie mit dem Gegner über die Medien geworden. Es existieren mehr Möglichkeiten, terroristische Gewalt zu kommunizieren, woraus sich eine symbiotische Beziehung ergeben hat: Terroristen nutzen die zunehmenden medialen Möglichkeiten weltweit, die Medien finden in terroristischen Aktionen Nachrichten für ihre Produkte.
  • Die Mehrzahl der Terroranschläge wird zwar immer noch mit "konventionellen" Mitteln (Bomben und Schusswaffen) begangen. Doch seit Mitte der 1990er Jahre ist insbesondere mit dem "NBC-Terrorismus" (nuklear, biologisch, chemisch) eine neue potenzielle Anschlagsform hinzugekommen. Anschläge mit biologischen Agenzien (zum Beispiel die Anthrax-Briefe Herbst 2001) und chemischen Substanzen (zum Beispiel der Sarin-Anschlag der AUM-Sekte in Japan 1995) haben bereits stattgefunden, Experimente mit radiologischen Waffen ("Schmutzige Bomben" - konventionelle Bomben mit radioaktiven Inhalten) scheinen relativ weit gediehen. Der Einsatz von Atombomben durch Terroristen hingegen ist auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.
  • Terroristen heutiger Prägung geht es immer seltener darum, bestimmte Personen zu beseitigen. Sie greifen vielmehr symbolische Orte und Gebäude an, die die Werte, Systeme und Einstellungen des Gegners repräsentieren. Dabei geht es ihnen mehr als jemals zuvor um möglichst hohe Opferzahlen. Dafür gibt es mehrere Gründe:

    - Der Schrecken des Anschlages wird gesteigert; Angst und Verunsicherung steigen.

    - Das Ereignis findet größere Berücksichtigung in den Medien.

    - Den eigenen Anhängern kann die "Wirksamkeit" des Kampfes nachhaltig verdeutlicht werden.

    - Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten, sind als so genannte weiche Ziele einfacher zu treffen als prominente Einzelpersonen.
  • Anders als traditionelle Terrorgruppen unterhalten heutige Terroristen häufig intensive Beziehungen zur legalen und illegalen Wirtschaft sowie zum Bereich der Organisierten Kriminalität; einerseits zur Finanzierung, anderseits um entsprechende Transferwege zu nutzen.
  • Die Bereitschaft, als Selbstmordattentäter bei einem Anschlag ums Leben zu kommen, ist gestiegen. Dies hängt erstens mit dem Aufkommen ideologisch-weltanschaulicher Gruppierungen zusammen, zweitens unterstreicht es beim Gegner und den eigenen Anhängern die Bedeutung des "Kampfes", drittens werden keine "Exit-Strategien" vom Tatort benötigt, und viertens laufen Abschreckungsstrategien des Gegners ins Leere. (Womit soll jemand abgeschreckt werden, der bereit ist, für die eigene Sache zu sterben?)

Quellentext

Definition und Abgrenzungen

Bisher gibt es keine weltweite Definition von "Terrorismus". Die verschiedenen Ansätze in Wissenschaft und Praxis können allerdings zu einer kompakten Beschreibung des Phänomens zusammengefasst werden.
Der Begriff "Terrorismus" bezeichnet demnach eine andauernde und geplante Gewaltanwendung mit politischer Zielsetzung, um mit terroristischen Methoden das Verhalten des Gegners zu beeinflussen.
Diese Definition enthält fünf Komponenten, die der Abgrenzung dienen:
  • Es muss sich um eine über einen Zeitraum andauernde Gewaltausübung handeln, damit Einzelereignisse wie der Tyrannenmord (Zeitpunktereignisse) nicht unter Terrorismus fallen.
  • Es muss sich um ein vorher geplantes Vorgehen handeln, damit spontane Gewalt, wie sie zum Beispiel auf Demonstrationen ausbrechen kann, nicht unter Terrorismus fällt.
  • Es muss eine politische Zielsetzung wie etwa beim ethno-natio-nalen oder weltanschaulich-ideologischen Terrorismus vorliegen, damit wirtschaftliche Beweggründe für Gewaltanwendung (zum Beispiel Organisierte Kriminalität) nicht als "Terrorismus" zählen.
  • Die beiden letzten Komponenten dienen der Abgrenzung zum Freiheits-, Partisanen- oder Guerillakampf. Es muss sich um terroristische Methoden handeln und nicht um eine Guerilla-Kriegsführung: das heißt Terroranschläge, bei denen eine Trennlinie zwischen am Konflikt Beteiligten (Kombattanten) und unschuldigen Dritten (Nicht-Kombattanten) nicht existiert.
So wird beim islamistischen Terrorismus ohne Unterschied jeder zum Opfer, der sich zum Zeitpunkt des Anschlages am Ort aufhält, während Rebellen- und Partisanenbewegungen in der Regel differenziert gegen die Einheiten und Verbände des Gegners und damit nicht gegen alle am Ort befindlichen Personen vorgehen. Zudem wollen sich Terroristen im Unterschied zu Freiheits-, Partisanen- oder Guerillabewegungen überwiegend nicht an die Stelle des Gegners setzen, sondern diesen zu einer Änderung seines politischen Verhaltens nötigen. Der deutsche Terrorismusforscher Franz Wördemann stellte hierzu 1977 fest: "Guerillas wollen den Raum, Terroristen das Denken besetzen".
Von "Internationalem Terrorismus" wird dann gesprochen, wenn die Ziele, Begründungen und Aktionsräume der Terroristen sich nicht nur auf eine Region bzw. ein Land beziehen.
Sehr wichtig bei der Analyse des Phänomens "Internationaler Terrorismus" ist, dass nicht, wie es häufig geschieht, Methoden und Ziele der politischen Gewalt miteinander vermischt werden. Der Begriff "Terrorismus" bezeichnet ausschließlich eine illegale und menschenverachtende Handlungsmethode, trifft aber keinerlei Aussage über die Legitimität oder Verständlichkeit der angestrebten Ziele.

Kai Hirschmann




Rahmenbedingungen

Seit dem Ende des Kalten Krieges nimmt die bislang dominierende Bedeutung des Nationalstaates ab, weil immer weniger Akteure bereit sind, seine Monopolstellung anzuerkennen. Grenzüberschreitende Abhängigkeiten unterlaufen das Prinzip nationalstaatlicher Souveränität. Es bilden sich neue, grenzüberschreitende Verbindungen - zum Beispiel über Religionsgemeinschaften sowie ethnische und kulturelle Zugehörigkeiten. Infolgedessen spielt auch die klassische sicherheitspolitische Konfliktkonstellation "Staat gegen Staat" eine immer geringere Rolle. In den 1990er Jahren sind innerstaatliche Konflikte in Verbindung mit dem Phänomen des "Staatszerfalls" sowie Akteure unterhalb der staatlichen Ebene (Stammesführer, Regionalherrscher, Banden, Terroristen) zur bedeutendsten sicherheitspolitischen Herausforderung geworden. Begünstigt wird der Zulauf zu politischen und ethnischen Gewaltgruppen durch verschiedene miteinander verknüpfte Entwicklungen:

Die Grenzziehungen bei den Gründungen von Nationalstaaten insbesondere in Afrika und Asien folgten oft politischen Interessen des Westens, die ethnisch heterogen zusammengesetzte Nationalstaaten schufen und dabei historisch-kulturell gewachsene Siedlungsräume und Strukturen weitgehend ignorierten. Solche Nationalstaatsgebilde können oft nur durch totalitäre Herrschaftssysteme (Diktaturen) zusammengehalten werden. Dies gilt besonders in den meisten muslimischen Staaten, in denen totalitär-autokratische Herrschaftssysteme als Minderheitsregime jede Opposition unterdrücken.

Quellentext

Arten des Terrorismus

Es gibt zwei Arten des Terrorismus mit entsprechenden Begründungen, unter die sich alle Terroranschläge der letzten fünfzig Jahre zusammenfassen lassen:
  • Zum einen den "ethno-nationalen Terrorismus". Die Anwendung von Gewalt ist hierbei nicht durch eine Weltanschauung oder Ideologie begründet. Vielmehr geht es um regionale, separatistische Forderungen, die von bestimmten Autonomierechten bis hin zu einem eigenen Staat reichen können. Beispiele sind bzw. waren die nordirische IRA (bis zur "Beendigung des Kampfes" 2005), die baskische ETA (bis zur "Beendigung des Kampfes" 2006), die palästinensische PLO (bis Mitte der 1980er Jahre), die kurdische PKK oder die tamilischen "Tamil Tigers".
  • Zum anderen der "ideologisch-weltanschauliche Terrorismus", der sich aus unterschiedlichen politischen Gewaltideologien ableitet und in zwei Strömungen aufteilen lässt:
    - Die Strömung des säkularen "sozialrevolutionären Terrorismus", der aus rechts- sowie vor allem linksextremistischen Bestrebungen hervorgeht. Angestrebt wird hierbei eine neue bzw. veränderte Politik-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung entsprechend den eigenen ideologischen Vorstellungen. Beispiele für diese Art des Terrorismus sind insbesondere die linksterroristischen Gruppen der 1970er und 1980er Jahre in Deutschland ("Rote Armee Fraktion" - RAF), Italien ("Rote Brigaden" - BR) oder Frankreich ("Action Directe" - AD).
    - Die Strömung des "ideologisch-religiösen Terrorismus", der entweder in sektenartigen Gruppierungen Buchreligionen missbräuchlich interpretiert (wie der islamistische Terrorismus sowie angeblich christlich inspirierte Gewaltgruppen) oder pseudoreligiöse Heilslehren zur Legitimation von Gewalt heranzieht (wie die AUM-Shinrikyo-Sekte in Japan, die für zwei Giftgasanschläge 1995 verantwortlich ist). Die Gewalttäter dieser Terrorismusart leiten die Legitimität ihres Handelns aus einer "absoluten Wahrheit" her. Nur sie selbst als "Auserwählte" sind im Besitz dieser ultimativen Weisheit; alle anderen sind Ungläubige und damit Feinde. Diese "Erkenntnis" wird als Rechtfertigung zur Anwendung von Gewalt eingesetzt.


Kai Hirschmann




Diese Entwicklungen führen immer häufiger zu Auflösungserscheinungen einer staatlichen Ordnung. Denn oft können totalitäre Regierungen ihre Staatsterritorien auf Dauer nicht kontrollieren oder fallen durch Putsch, Tod des Diktators und Intervention von außen in sich zusammen. In das entstehende Machtvakuum streben nun drei problematische Gruppen:

  • Gebiets- und Provinzherrscher innerhalb des Staates, denen es um wirtschaftliche und politische Macht geht, was Verhandlungen mit ihnen möglich macht.
  • Kriminelle Banden, denen es nur um wirtschaftliche Vorteile geht, was sowohl Bekämpfung als auch Verhandlungen möglich macht.
  • Politisch-ideologische Gewalttäter (Terroristen), denen es nur um eine politische Systemveränderung in ihrem Sinne geht, was Verhandlungen unmöglich macht.
Mit Gewalttätern der dritten Kategorie, die sich aus politisch-religiösen Motiven des Terrorismus bedienen, sind die Staaten der Welt seit Anfang der 1970er Jahre konfrontiert. Die Gründe hierfür sind taktischer Natur: Religion polarisiert zwischen "Uns" und "den Anderen" und schafft ein Abgrenzungskriterium, das unabhängig von Bildung und Lebensumständen verstanden wird. Sie wirkt verhaltenssteuernd und vermittelt einen sozialen Bezugsrahmen.

Religion definiert sich zudem oft als Opposition zum herrschenden politischen System und ist tiefer in der Sozialisationsstruktur von Menschen verwurzelt als jede politische Ideologie. Daher eignet sich im terroristischen Kalkül der religiöse Bezug in Verbindung mit eigenen politischen Zielen besonders gut. Ohne Zweifel geht von den Extremisten und Terroristen, die sich auf den Islam berufen und ihn damit missbrauchen, auf absehbare Zeit die größte internationale Gefahr aus.

Gewaltideologie "Dschihadismus"



Seit den 1980er Jahren hat sich als neues terroristisches Phänomen die Gewaltideologie des "Dschihadismus" ausgebreitet, die ihre Wurzeln und Inspirationsquelle in der fundamentalistischen Bewegung des Islamismus hat. Die Weltreligion Islam darf nicht mit Islamismus oder Dschihadismus gleichgesetzt werden, denn sie wird von diesen sektenartigen Minderheitenströmungen zur Legitimierung von Gewalt missbraucht. Der Islamismus entwickelte sich als totalitäre politische Ideologie im zeitgenössischen Islam. Muslimische Rechtsgelehrte stellten sich die Frage nach der Ursache der seit dem Mittelalter zunehmenden westlichen Überlegenheit (auf politischem, wirtschaftlichem, militärischem Gebiet) und nach den Ursachen des eigenen sozio-ökonomischen und politischen "Niedergangs".

Das neue islamistische Denken begann in den 1920er Jahren in Ägypten und Indien. Das Fundament der heutigen Gewaltideologie findet sich in den Schriften des ägyptischen Grundschullehrers Sayyid Qutb (1906-1966). Ihr zentraler Inhalt ist der Kampf gegen den Westen, die Ablehnung seiner Werte und der kulturellen Moderne. Den Grund für den "Niedergang" der muslimischen Zivilisation sieht Qutb darin, dass die muslimische Welt durch Übernahme westlicher Werte ihre religiöse Orientierung und damit ihre Entwicklungschancen verloren habe. Das aber könne ein rechtgläubiger Muslim nicht dulden. Daher müsse die (religiöse) "Wiedererweckung" der islamischen Länder in einem "Dschihad" durch eine Bewegung zurück zu den Wurzeln betrieben werden.

Der Glaubensbegriff des Dschihad geht auf koranische Suren zurück und wird oft falsch als "Heiliger Krieg" übersetzt. Vielmehr bedeutet er "Bemühung, Anstrengung, Streben". Traditionell wird zwischen dem "kleinen" und dem "großen Dschihad" unterschieden. Der große Dschihad bezeichnet eine individuelle Anstrengung im Glauben, während der kleine Dschihad für eine gemeinsame Anstrengung zur Verteidigung des eigenen Glaubens steht. Qutb, der den Dschihad-Begriff selektiv und missbräuchlich verwendet, sieht eine derartige Verteidigung mit Gewalt als erforderlich an.

Sayyid Qutbs ideologische Grundlagen wurden nach seiner Hinrichtung in Ägypten 1966 unter anderem von Scheich Abdullah Azzam (1941-1989), einem Ideologen aus Palästina, fortentwickelt und verfeinert. Azzam stimmt den Analysen und Schlussfolgerungen Qutbs zu, führt aber aus, dass nicht alle Muslime diese Verteidigungsanstrengung (Dschihad) gleichzeitig leisten könnten. Also müsse eine Vorhut von Aktivisten, die ihr Leben für den wahren Islam einsetzen und ein "starkes Fundament" (al qaeda alsul-bah) für die angestrebte Gesellschaft bilden sollen, voranschreiten. Diese Idee und Bezeichnung einer kleinen opferbereiten Elite bildet die ideologische Grundlage für das Selbstverständnis (und die Namensgebung) des Terrornetzwerks "Al Qaida".

Das "3-2-1-Modell"

Die Ideologieansätze von Qutb und Azzam bilden den Kern eines seit den 1980er Jahren gültigen Universalmodells des Dschihad. Verfeinerungen und kleinere Weiterentwicklungen wurden von den religiösen Ideologen der jeweiligen Dschihad-Gewaltgruppen (wie Scheich Jassin/HAMAS oder Scheich Rahman/Ägyptische Dschihad-Gruppen) vorgenommen. Die Ideologie des gewaltsamen Dschihad lässt sich zu einem "3-2-1-Modell" zusammenfassen, das heute fast allen Terroranschlägen dieser Richtung zugrunde liegt. Es geht von drei Feinden, zwei Angriffsarten und dem "Dschihad" als Verteidigungsmaßnahme aus:
  • Die Feinde sind: "Die Kreuzfahrer" (westlich-christliche Staaten), "die Juden" (der Staat Israel) und "die Handlanger" (diejenigen muslimischen Regierungen, die Erfüllungsgehilfen westlicher Unterdrückung seien). Diese drei Feinde hätten die Unterlegenheit und Unterdrückung der muslimischen Welt zu verantworten. Darüber hinaus würden sie auch eine Gegenbewegung der "wahren Muslime" niemals zulassen, da dies ihren Interessen zuwiderlaufe.
  • Den Feinden werden zwei Angriffsarten unterstellt: Zum einen besetzten sie mit ihren Soldaten muslimische Länder und unterdrückten die Bevölkerung (physischer Angriff). Zum anderen übertrügen sie ihre Werte und Verhaltensmuster auf muslimische Staaten und unterdrückten damit deren einheimische Kultur (psychischer Angriff).
  • Zur Verteidigung gegen die Feinde und ihre Angriffe sei eine gemeinsame Anstrengung (Dschihad) erforderlich: zum einen in den "besetzten Regionen" (Ländern) durch Kampf, zum anderen im Herzen der Feinde durch Anschläge ("Nadelstichtaktik").
Nach diesem Modell müssen aus dem gesamten Bereich der muslimischen Welt (Umma) freiwillige Kämpfer zum Dschihad zusammengeführt werden, um als dschihadistische Elite ihrer vermeintlich religiösen Pflicht nachzukommen. Solche internationalen Kämpfer werden als Mudschahiddin bezeichnet.

Der Dschihad-Kampf wird als Weg gesehen, an dessen Ende eine neue, fundamentalistische Politik-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung stehen soll. Vorbilder einer derartigen Ordnung sind im religiösen Sinne die Ordnung zu Zeiten des Propheten Mohammed sowie in der heutigen Zeit das Regime der Taliban ("Studierende des Islam") in Afghanistan in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre.

Von der Theorie zur Praxis

Die einflussreichste islamistische Bewegung war und ist die 1928 in Ägypten gegründete "Muslimbruderschaft", die die Ideologie Sayyid Qutbs verbreitet. Diese bildet das Fundament aller religiös-politischen Grundsätze, mit denen Dschihadisten ihre Taten und ihre Ziele rechtfertigen. In dem Maße, wie sich der Palästina-Konflikt nach dem Zweiten Weltkrieg zuspitzte, radikalisierte sich die Muslimbruderschaft und wurde durch Ableger in vielen muslimischen Staaten zu einer internationalen Bewegung.

Zahlreiche Anhänger und Schüler Qutbs strebten danach, seine Lehren zu predigen und in die Praxis umzusetzen. Daraus entstanden erste regionale Dschihad-Organisationen, in Palästina zum Beispiel die HAMAS (Harakat al Muqawama al Islamiyya - Bewegung des Islamischen Widerstands) und der "Palästinensische Islamische Dschihad" (PIJ) sowie in Ägypten der Islamische Dschihad. Letzterer wird von Ayman al-Zawahiri, einem Kinderarzt aus Kairo, geleitet, der heute Stellvertreter Osama bin Ladens ist.

An der König-Abdul-Aziz-Universität in Dschiddah, Saudi-Arabien, besetzten zwei Gelehrte und Prediger der Muslimbruderschaft Lehrstühle: der bereits erwähnte Islamwissenschaftler Scheich Abdullah Azzam sowie ein Bruder Sayyid Qutbs, der Philosoph und Schriftsteller Mohammed Qutb. Sie wurden für Osama bin Laden, der dort 1981 sein Studium der Verwaltungswissenschaften abschloss, zu Mentoren und Vorbildern. Wie viele seiner Studienkollegen trat auch Osama bin Laden, 1955 in Dschiddah als 53. Kind des aus dem Jemen eingewanderten Bauunternehmers Mohammed bin Laden geboren, der Organisation der Muslimbruderschaft bei. Ende der 1970er Jahre hatte er die Ideologie des Dschihadismus von Qutb und Azzam vollständig übernommen und war zum Gefährten Abdullah Azzams geworden.

Regionaler Terrorkampf

Zwar prangerten beide die Werte und Verhaltensmuster des Westens an und forderten, den Kampf dagegen "in das Herz des Feindes" zu tragen. Aber noch fehlte - außer in Palästina - der vermeintliche Besatzer, dessen Verhalten von den Dschihadisten als Unterdrückung muslimischen Landes interpretiert werden konnte. Das änderte sich im Dezember 1979, als die Sowjetunion Afghanistan besetzte. Der Krieg dort wurde zum Referenzmodell für den regionalen Terrorkampf. Abdullah Azzam und Osama bin Laden gingen mit einem Kontingent freiwilliger Dschihad-Kämpfer (Mudschahiddin) nach Afghanistan. Azzam steuerte religiöses Fachwissen und Ideologie bei, bin Laden Geld und technisches Know-how.

Ihren Aufrufen zum Kampf folgten zudem Tausende aus den muslimischen Staaten und der Diaspora weltweit. Gemeinsam mit Ayman al-Zawahiri gründeten sie eine Dienstleistungsorganisation (Provider), die für die Mudschahiddin Ausbildung, Logistik und Waffen anbot und Geld bereitstellte. Sie nannte sich "Al Qaida" und verstand sich als die kleine Elite (Avantgarde) im Sinne Azzams, die voranschreitet. Zermürbt von steigenden Opferzahlen und explodierenden Kosten zogen die Sowjets nach fast zehn Jahren Krieg 1989 aus Afghanistan ab. Die Dschihadisten zogen folgende Schlussfolgerungen:
  • Wo immer Muslime nach Dschihadisten-Sicht unterdrückt und bedroht sowie ihre Länder besetzt werden, lohnt sich ein Dschihad.
  • Der Preis für den Gegner kann so in die Höhe getrieben werden, dass er ihn schließlich nicht mehr bezahlen will oder kann.
Anfang bis Mitte der 1990er Jahre erschlossen sich für einen ideologischen Kampf der Dschihadisten neue Betätigungsfelder. So greifen sie beispielsweise in den Regionalkonflikt in Tschetschenien ein. Dort kämpfen unter Leitung von Shamil Bassajew (geb. 1965), einem tschetschenischen Dschihad-Fanatiker mit Al Qaida-Ausbildung und -Kontakten, seit 1998 einheimische und ausländische Mudschahiddin aus Europa, Asien und der arabischen Welt. Nach Bosnien und Herzegowina wurden von Al Qaida zwischen 1992 und 1995 über 7000 Dschihad-Kämpfer eingeschleust. Das Friedensabkommen von Dayton entzog dem Dschihad 1995 die Grundlage, aber nicht alle Kämpfer. Einige gingen in ihre Heimatländer zurück, aber viele blieben.

Das Netzwerk der El-KaidaDas Netzwerk der El-Kaida
Die Voraussetzungen für ein Eingreifen und eine Unterwanderung durch die Dschihadisten lagen in beiden Fällen vor und wurden genutzt: Ein nicht-muslimischer Feind wurde zum Besatzer und Aggressor erklärt. Es gelte, ihn in einer gemeinsamen Anstrengung zurückzuschlagen.

Dschihad-Freiwillige aller Nationalitäten beteiligten sich in großer Zahl an der gewaltsamen Austragung solcher Regionalkonflikte. Ihr Ziel: in muslimischen Regionen ein "wahres islamisches Regime" vergleichbar dem der Taliban in Afghanistan zu etablieren. So wurde auch für den Irak nach dem Sturz Saddam Husseins ein Dschihad ausgerufen. Der Dschihad-Führer im Irak mit dem Kampfnamen Abu Mussab al-Sarkawi (?Vater Mussab aus Sarka/Jordanien'; geb. 1966) hatte zuvor unter anderem eine Führungsposition in der auch in Europa verbreiteten dschihadistischen "Al-Tawhid" (Einheit Gottes) mit besten Kontakten zur gleichgesinnten "Ansar al-Islam" (Unterstützer des Islam)-Bewegung. Er kam im Juni 2006 bei einem US-Luftangriff nördlich von Bagdad ums Leben.

Weltweite "Nadelstichtaktik"

Darüber hinaus ist auch die Reaktion auf die "zweite Angriffsart der Feinde" ausgeprägter denn je: Terroranschläge auf symbolische Ziele des Feindes weltweit sollen ihn dazu veranlassen, seinen Export von Werten und Verhaltensmustern zu beenden. Inzwischen gibt es drei Generationen von Dschihad-Kämpfern. Die erste Generation der "Afghanistan-Veteranen" spielte in den 1990er Jahren eine wichtige Rolle. Die zweite Generation sind die bis 2001 in den Dschihad-Trainingslagern in Afghanistan ausgebildeten Terrorkämpfer. Sie sind an ihre Wohnorte zurückgekehrt und damit weltweit verteilt. Sie halten untereinander engen Kontakt und sind auch über Grenzen und Regionen hinweg sehr mobil, was das Netzwerk äußerst flexibel macht. Dieser Generation sind neben vielen anderen die Anschläge von New York und Washington am 11. September 2001, auf deutsche Urlauber in Djerba/Tunesien am 11. April 2002, auf Bali/Indonesien am 12. Oktober 2002 und 1. Oktober 2005, in Istanbul am 15. und 20. November2003 und in Madrid am 11. März 2004 zuzurechnen.

Mittlerweile hat sich eine dritte Generation gebildet, die mit Internet-Propaganda und Anwerbern vor Ort für den Dschihad gewonnen wird und innerhalb weniger Wochen einsatzbereit ist. Es gibt keine gemeinsame Ausbildung und Schulung mehr; das ideologische Gerüst des Dschihad, verbreitet über moderne Kommunikationskanäle, ist das Stimulans, das aus normalen Jugendlichen Terroristen und Mörder macht. Ein Beispiel für das "Wirken" der dritten Generation sind die Anschläge von London am 7. und 21. Juli 2005.

Über mögliche Ziele gibt ein auch im Internet kursierendes "Terrorhandbuch der Al Qaida" Auskunft. Angegriffen werden sollen politische und wirtschaftliche Einrichtungen, Versorgung und Logistik, Touristen sowie "Stätten des Amüsements und der Unmoral". Was unter letzteren genau zu verstehen ist, bleibt der Interpretation der Mudschahiddin überlassen.

Quellentext

Fragen und Antworten zu Al Qaida

Ist Al Qaida eine weltumspannende Terrorgruppe?
Nein. Al Qaida - das sind viele Organisationen. [...] Bis zum Jahr 2001 erstreckte sich bin Ladens Netzwerk, laut einer Zählung des US-Außenministeriums, über etwa 55 Staaten. [...] Am besten beschrieben ist Al Qaida heute als ein terroristisches Franchise-Unternehmen. Im Namen des Dschihad kann jeder kämpfen, der die Ziele der Bewegung teilt. Dabei können die Veteranen den Nachwuchs-Dschihadisten mit Know-how, Kontakten, Waffen und Geld weiterhelfen. [...]
Kann man den Terroristen nicht den Geldhahn zudrehen?
Kaum. Die Welt ist voll von Al Qaida-Sponsoren. Unmittelbar nach dem 11. September 2001 veröffentlichte die US-Regierung die Namen von 2500 Firmen und Einzelpersonen, die verdächtigt werden, Terroristen zu finanzieren. Darunter finden sich mehrere sudanesische Banken, palästinensische, ägyptische und jemenitische Wohlfahrtsorganisationen. Bisher sind etwa 200 Millionen Dollar eingefroren worden. - Eine Winzigkeit, verglichen mit den immensen Summen, die saudische Stiftungen ausgeben, um - so die offizielle Version - den puritanischen Wahabismus in alle Welt zu verbreiten. Das private Vermögen des Ex-Saudis bin Laden wird auf etwa 300 Millionen Dollar geschätzt. Zusätzlich soll Al Qaida jährlich etwa 30 Millionen Dollar einnehmen. Eine reiche Kriegskasse. Die Vorbereitung und Ausführung des 11. September kostete laut dem Kongressbericht des 9/11-Untersuchungsausschusses zwischen 400 000 und 500 000 Dollar.
Wird Al Qaida Deutschland verschonen?
Wahrscheinlich nein. [...] Deutsche Soldaten zogen mit den USA in den Krieg; sie sind noch immer in Afghanistan stationiert. Deutsche Marineboote patrouillieren noch immer im "Enduring Freedom"-Verband am Horn von Afrika. [...] Zudem gilt die Bundesrepublik als enger Freund Israels. [...] Zudem arbeiten die deutschen Sicherheitsbehörden eng mit CIA und FBI zusammen. Das Innenministerium hat mehrere islamistische Gruppen verboten. All das macht Deutschland aus Sicht von Al Qaida zum Komplizen des "großen Satans". [...]
Wie kann der Terrorismus besiegt werden?
[...] Auf lange Sicht muss es darum gehen, potenziellen Terroristen ihre Motivation zu entziehen. Diese speist sich vor allem aus dreierlei. Erstens aus dem Gefühl des Gedemütigtseins durch einen technisch und wirtschaftlich überlegenen Westen. Zweitens aus einer religiös unterstützten Selbststilisierung zum Opfer und einer damit verbundenen moralischen Selbsterhöhung. Drittens aus dem Glauben, dass die ungläubigen Unterdrücker Rache verdient haben. Mit schuld an der Konjunktur des anti-westlichen Verschwörungsglaubens sind die eklatanten Bildungsdefizite in der arabischen Welt. Laut einer Studie der UN sind seit dem 9. Jahrhundert nur 100 000 Bücher ins Arabische übersetzt worden. Das sind knapp so viele, wie in Spanien pro Jahr übersetzt werden. Zudem mangele es insgesamt an Freiheit und guter Regierungsführung.
Der Kampf gegen den Terrorismus ist also auch ein Kampf gegen ein dumpfes Weltbild. Aber lässt sich der Al Qaidaismus eindämmen wie einst der Kommunismus? Für ein solches Containment müsste der Westen in einen ideellen Wettstreit mit einer rückwärtsgewandten, selbstgerechten Islaminterpretation treten. Als "Gegenideologie" freilich hat er nur Pluralismus und Liberalismus zu bieten. Und das heißt eben: Ungewissheit.

Jochen Bittner, "Das weltweite Al Qaida-Netz", in: Die Zeit Nr. 29 vom 14. Juli 2005


Es ist wichtig zu sehen, dass alle islamistischen Terroristen heute eigentlich ein ideologisches Grundmodell teilen, das auf das Dschihad-Konzept von Qutb und Azzam zurückgeht. Auf der Grundlage dieser Ideologie wird der Kampf fortgesetzt werden.


Gegenmaßnahmen



Die Ideologie, Durchführung und Verbreitung des Dschihadismus erinnert in vielem an die Mechanismen von Sekten, ihre Mitglieder zu werben und zu binden. Die entscheidende Frage lautet daher: Wie kann eine Gewaltidee in den Köpfen bekämpft und an der Verbreitung gehindert werden? Es ist einerseits zu unterscheiden zwischen innen- und außenpolitischen Maßnahmen, andererseits zwischen reaktiven Maßnahmen zur Bekämpfung von Symptomen und präventiven Maßnahmen zur Bekämpfung von Ursachen des Dschihadismus.

Reaktive Bekämpfung

Ziel der reaktiven Bekämpfung muss es sein, Dschihad-Kämpfer zu identifizieren und einer Strafverfolgung zuzuführen sowie ihre Netzwerke zu zerschlagen. Dabei ist grundsätzlich davon auszugehen, dass Dschihad-Fanatiker über ein extrem gefestigtes Welt- und Feindbild verfügen, das eine Abkehr von der Gewalt nicht erwarten lässt. Notwendig ist daher erstens ein geeigneter Rechtsrahmen für ihre Bekämpfung: Die Gewaltideologie darf nicht als Religion akzeptiert werden. Außerdem muss den nationalen Sicherheitsbehörden die Möglichkeit eingeräumt werden, rechtlich gegen diese Art von Gewalttätern vorzugehen. Zweitens müssen die Strukturen der Bekämpfung an die neue, nicht an Grenzen gebundene Bedrohung angepasst werden. Dies betrifft sowohl die konsequente Vernetzung nationaler Sicherheitsbehörden als auch eine Intensivierung der internationalen Kooperation.

Präventive Strategien

Präventive Maßnahmen setzen die Auseinandersetzung mit den Faktoren voraus, die der Gewaltideologie des Dschihad immer neue Anhänger zutreiben. Im Vordergrund steht der Versuch zu verhindern, dass neue Gewalttäter rekrutiert werden. Bislang halten die Staaten allerdings an ihrer herkömmlichen Interessenpolitik fest und versuchen, die Dschihadisten mit Streitkräften, Polizei und repressiver Diplomatie zu bekämpfen. Doch mit diesen klassischen Machtinstrumenten kann die Dschihad-Ideologie nicht besiegt werden.

Karikatur: gleicher GedankeKarikatur: gleicher Gedanke
Dies gilt schon deshalb, weil eine Differenzierung zwischen der gewaltbereiten Minderheit und der friedlichen Mehrheit der Bevölkerung kaum gelingen kann. Eine "Politik der harten Hand" kann daher nicht zielgenau ausfallen, sondern trifft vor allem Nicht-Kombattanten, wie dies zum Beispiel bei dem äußerst brutalen und unangemessenen Vorgehen russischer Sicherheitskräfte in Tschetschenien der Fall ist. Das nutzen die Dschihadisten wiederum zur Rechtfertigung weiterer Gewaltaktionen und ziehen einige von der Terrorismusbekämpfung Betroffene als neue Sympathisanten auf ihre Seite.

Ein weiterer Hemmschuh präventiver Terrorismusbekämpfung ist das Fehlen einer an Prinzipien orientierten Politik. So sind Extremisten und Diktatorenregime oftmals als Kooperationspartner gern gesehen, solange sie der Stabilität und den politischen Interessen des Westens dienlich sind. Viele Staaten und Gruppierungen, mit denen freundliche Beziehungen gepflegt werden und die zur "Anti-Terror-Allianz" gehören, sind aber eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Solche Regierungen unterdrücken jede Opposition mit Hinweis auf den Kampf gegen den Terrorismus, um ihre eigene Macht abzusichern. Wenn aber eine Opposition, die in muslimischen Staaten für Demokratie, Pluralismus und Modernisierung eintritt, mit ideologisch rückwärts gewandten Gewaltgruppierungen gleichgesetzt, drangsaliert und unterdrückt wird, finden die Radikalen mehr Gehör und Sympathien als die Stimmen des Ausgleichs.

Die Islamisten versprechen der Bevölkerung eine umfassende und einfache Lösung ihrer Probleme. Daher sollte den Islamisten zum Beispiel das Feld der privaten Sozialleistungen und karitativen Dienste nicht überlassen werden, die sie - häufig finanziert aus "internationalen Spenden" - als "zweites Standbein" anbieten. Eine religiös-politische Auseinandersetzung mit der Gewaltideologie des Dschihadismus muss gesellschaftlich aus den muslimischen Gemeinden heraus geleistet werden. Die "Lehren" der Dschihadisten müssen immer wieder öffentlich als mit dem Glauben unvereinbare Handlungen aufgegriffen und widerlegt werden.

Benötigt werden Bewegungen in den muslimischen Gemeinden weltweit, die islamistische Umtriebe konsequent zu unterbinden versuchen. Innenpolitisch unverzichtbar ist daher auch eine bessere Integration von Muslimen, bessere Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen der Muslime und mit muslimischen Gemeinden in westlichen Ländern. Außderdem bedarf es der finanziellen und politischen Unterstützung reformorientierter Kräfte in muslimischen Ländern und im Westen durch westliche Staaten und internationale Organisationen. Von entscheidender Bedeutung ist darüber hinaus, die Strömung des modernen und pluralistischen Reformislam in den muslimischen Staaten zu stärken, der sich fatalerweise überall in der Opposition befindet und sowohl von den Islamisten als auch von den eigenen despotischen Regierungen angegriffen wird. Es ist wichtig zu erkennen: Entgegen der populären These des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel Huntington vom "Kampf der Kulturen" findet die eigentlicheAuseinandersetzung nicht zwischen Christentum und Islam, sondern innerhalb des Islam zwischen Reformkräften und Islamisten statt.

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Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

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