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Open Data - Technologien für eine informiertere Gesellschaft


23.2.2016
Seit einigen Jahren erlebt der Begriff “Open Data” Konjunktur - in der Politik, Verwaltung und Wirtschaft werden die Möglichkeiten offener Daten breit diskutiert, anerkannt und in der Praxis umgesetzt. Während die Verwaltung durch Offene Daten effizienter werden soll, hoffen Unternehmen durch die Bereitstellung von Informationen auf Innovationsmöglichkeiten.

Neonschilder OpenOffen Daten sind eine Chance für staatliche Institutionen wie Bürger/-innen. Lizenz: cc by/2.0/de (CC, Antti T. Nissien)

Auch in der Zivilgesellschaft gibt es eine große und stetig wachsende Community von engagierten Ehrenamtlichen, die sich mit Offenen Daten auseinandersetzen. Aus dieser Community sind bereits zahlreiche Technologien und Projekte rund um Offene Daten entstanden, die zeigen, wie Offene Daten auch für eine informiertere Gesellschaft, bessere Zusammenarbeit und transparenteres Regierungshandeln genutzt werden können.

Frag den Staat - und grüß das Informationsfreiheitsgesetz

FragDenStaat ist das Portal zur Informationsfreiheit, über das Bürger online Anfragen an über 10.000 Behörden in Deutschland stellen können. Die Antworten werden veröffentlicht, sodass nicht nur Antragsstellerinnen, sondern die gesamte Öffentlichkeit besseren Zugang zu staatlichen Informationen erhält. Mehr als 15.000 Anfragen wurden seit 2011 über die Plattform gestellt. Damit ist FragDenStaat das wichtigste Werkzeug für die Öffnung staatlicher Informationen in Deutschland. Ergänzt wird FragDenStaat inzwischen von staatlich betriebenen Webseiten wie dem Hamburger Transparenzportal, in dem Hamburgs Behörden zusätzlich zur reaktiven Bereitstellung von Informationen proaktiv Daten veröffentlichen müssen. So hat die Stadt inzwischen 40.000 Datensätze und Dokumente online veröffentlicht. Grundlage der hanseatischen Offenheit ist das revolutionäre Transparenzgesetz Hamburgs, das inzwischen zum Vorbild für ähnliche Regelungen in Rheinland-Pfalz und bald auch Thüringen geworden ist. Es entsprang einer Volksinitiative zivilgesellschaftlicher Gruppen und wurde 2012 beschlossen.

Code for Germany - digitales Ehrenamt

Das Projekt Code for Germany wurde im Jahr 2014 von der Open Knowledge Foundation mit acht Open Knowledge Labs gestartet und umfasst mittlerweile eine Community von über 300 ehrenamtlichen Entwicklerinnen, Journalistinnen und Designern. Sie treffen sich regelmäßig in den heute 25 Open Knowledge Labs, um sich mit ihren Fähigkeiten für ihre Mitbürger und Mitbürgerinnen zu engagieren. Mit Offenen Daten und digitalen Tools entwickeln sie Anwendungen und bereiten Daten für alle verständlich auf. Sie nutzen dafür vorhandene Offene Daten und zeigen in über 100 verschiedenen Projekten, wie diese sinnvoll genutzt werden können - um die Kitasuche zu erleichtern, Bauvorhaben zu visualisieren, Trinkwasserqualität zu vergleichen oder um Informationen über die Qualität von Radwegen darzustellen.

München noch Transparenter

Ebenfalls aus einem Open Knowledge Lab stammt die Anwendung “München transparent” Die Macher der Anwendung sind begeistert von der Offenheit, mit der die Stadt München Dokumente aus dem „parlamentarischen Alltag“ rund um den Stadtrat und Bezirksausschüsse für alle Bürgerinnen und Bürger veröffentlicht. Allerdings fehlten ihnen einige Funktionen, also entwickelten sie diese auf einer eigenen Plattform selbst - im Austausch mit der Stadt. Nun gibt es auf München Transparent beispielsweise eine Volltext- und Schlagwortsuche für alle Dokumente sowie automatische Email-Benachrichtigungen.

Diese und zahlreiche weitere Beispiele zeigen, dass es oftmals wegweisende individuelle Ideen, Projekte und Köpfe sind, die mit der notwendigen Expertise die Potentiale von Open Data ausschöpfen. Dieses Know-How muss nun auch von den Akteuren anerkannt werden, für die Open Data noch ein relativ neues Feld ist, also Verwaltungen, Kommunen, Stadt- und Landesregierungen. Sie können dabei nur gewinnen: Auf sie wartet eine verbesserte Kommunikation mit Bürgerinnen, bessere Entscheidungsgrundlagen und transparenteres Handeln.

Wie gut eine Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft klappen kann, zeigt das Land Nordrhein-Westfalen: Im Düsseldorfer Landtag trafen sich vor wenigen Wochen Vertreter aus den Open Knowledge Labs und der Geschäftsstelle openNRW zum Kick-Off des Open Knowledge Round Tables NRW. Gemeinsam wollen die Vertreter sich nun vierteljährlich zu Entwicklungen rund um Open Data austauschen, zu Plänen der Landesregierung, zu Daten im Portal, zu neuen Projekten und technischen Entwicklungen.

Das sollte Vorbild für ganz Deutschland sein. Die Grundlagen für die Öffnung der staatlichen Daten sind gelegt. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Verwaltung gemeinsam mit der Zivilgesellschaft Wege sucht, Offene Daten für die Gesellschaft nutzbar zu machen.


PDF-Icon Präsentation "Open Data" von Arne Semsrott und Fiona Krakenbürger.



 
Ein Wordle aus dem Einführungstext des Dossiers.Dossier

Open Data

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Creative Commons - eine mögliche Lizenz für offene Daten.Dossier Open Data

Was sind offene Daten?

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Tree Map des Bundeshaltes - Anders als viele Geo-Daten standen die Haushaltszahlen des Bundes kostenfrei zur VerfügungDossier Open Data

Wem nutzen offene Daten?

Was dürfen offene Daten den Anwender kosten? Welche Preismodelle soll die öffentliche Hand für die Herausgabe ihrer Datenbestände entwickeln? Weiter... 

Bonner Gespräche zur politischen Bildung 2018

Künstliche Intelligenz, Big Data und digitale Gesellschaft – Herausforderungen für die politische Bildung

Die "Bonner Gespräche" werden 2018 mit einem noch breiteren Programm für alle Generationen fortgesetzt.
Die entstehenden Angebote können Sie auf der Seite "Big Data und politische Bildung" mitverfolgen.

Hier geht es zur Veranstaltungsseite Weiter... 

Publikation

Arbeitshilfe für die Jugendarbeit

Das jfc Medienzentrum Köln hat eine kostenlose Arbeitshilfe für die Jugendarbeit zum Thema Big Data entwickelt. Sie behandelt grundlegende Fragen zum Thema, stellt praktische Methoden für die Jugendarbeit vor und verschafft einen Überblick über weitere Informationen rund um das Thema. Weiter... 

Übersicht

Tools zur Verschlüsselung

Viele Daten, die online verschickt werden, können mitgelesen werden – von Dienst-Anbietern, Hackern oder Geheimdiensten. Digitale Spuren, die bei der Internetnutzung automatisch hinterlassen werden, sind nachvollziehbar und auswertbar. Das "SIN-Studio im Netz" hat in einer Broschüre Tipps und hilfreiche Tools zusammengestellt, die bei der Verschlüsselung von Daten und Absicherung eigener Geräte unterstützen sollen. Weiter... 

Datenbank

Medienkompetenz-Datenbank

Die Medienkompetenz-Datenbank bietet einen Überblick über die Vielfalt an länderübergreifenden, überregionalen und regionalen Angeboten zur Förderung der digitalen Medienkompetenz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es ist eine systematische Sammlung von nachhaltigen institutionalisierten nicht kommerziellen Angeboten, deren erklärtes Ziel es ist, Medienkompetenz als Kernkompetenz zu fördern. Weiter... 

Schwerpunktthema "Die Netzdebatte"

Überwachung, Tracking, Datenschutz

Alarmismus, antiamerikanische Reflexe, Paranoia oder berechtigte Angst vor der Aushöhlung des Rechtsstaats und der Übermacht technisch hochgerüsteter Geheimdienste? Die Debatte zum Thema Überwachung und Datenschutz ist kompliziert. Netzdebatte vergleicht Positionen, erörtert Hintergründe und diskutiert Perspektiven. Weiter... 

Viktor Mayer-Schönberger bei den Bonner Gesprächen 2016

Viktor Mayer-Schönberger, der weltbekannte Wissenschaftler und Autor mehrerer Grundsatzwerke zu "Big Data" führte bei den Bonner Gesprächen mit seiner faszinierenden Vortragsweise in das herausfordernde Thema ein. Weiter... 

einfach Internet

einfach Internet: Online-Leitfäden in einfacher Sprache

Teilhabe mit Medien für alle. Die "Internet-Leitfäden in einfacher Sprache" sind für alle Menschen, die noch wenig Erfahrung mit dem Internet gemacht haben: Die ersten Schritte ins Netz, Facebook, YouTube, WhatsApp selbständig nutzen. Einfache Sprache soll dabei helfen, Informationen besser zu verstehen. Weiter... 

Dossier

Die Politik des Suchens

Beherrschen Suchmaschinen nicht nur Märkte, sondern auch unser Denken? Am Beispiel von Google untersucht das Dossier deren Bedeutung und innere Systematik. Es diskutiert angemessene Reaktionen in Gesellschaft, Gesetzgebung und Politik sowie von Verbraucherseite. Weiter... 

Schwerpunktthema "Die Netzdebatte"

Internet der Dinge

In ziemlich naher Zukunft werden die Dinge unseres Alltags miteinander kommunizieren und uns das Denken abnehmen. Unser Haus regelt dann selbstständig Wärme und Strom, unser Auto erkennt seinen Fahrer und lenkt uns autonom zur Arbeit. Wie das unser Leben gravierend verändern wird, zeigt der Schwerpunkt „Internet der Dinge“ auf Netzdebatte. Weiter... 

Mediathek

Evgeny Morozov: Big Data and You

Vortrag und Diskussion in englischer Sprache mit Evgeny Morozov in der neuen Staffel der Reihe Die Neue Weltbühne der Bundeszentrale für politische Bildung am 07.10.2013 in Berlin. Weiter... 

Schwerpunktthema "Die Netzdebatte"

Wer regiert das Netz?

Seit den Anfängen des Internets wird viel und gerne darüber diskutiert, wer im Netz das Sagen hat. Wer regelt den Zugang zum Netz? Wer bestimmt die Spielregeln? Im Schwerpunkt "Wer regiert das Netz" blickt Netzdebatte auf die aktuellen Entwicklungen und Debatten um die Netzinfrastruktur und Netzneutralität. Weiter... 

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Brauchen wir die Vorratsdatenspeicherung?

Die Vorratsdatenspeicherung steht in Deutschland wieder zur Debatte. Auch ein Alleingang, ohne Abstimmung mit Brüssel, scheint nicht undenkbar. Zeit, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Diskutieren sie mit, hier bei uns auf netzdebatte.bpb.de! Weiter...