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Orientierung im Medienalltag

17.4.2018 | Von:
Prof. Dr. Petra Grimm

Digitale Ethik - Reflexion über Grundwerte und ethisches Handeln

Prof. Dr. Petra Grimm beim Zukunftslabor digital der bpb 2018 (© 2018 Bundeszentrale für politische Bildung)

Grimm stellt eingangs Meta-Narrative der Digitalisierung gegenüber.
Dabei überträgt sie die Symbolik der griechischen Mythologie, das Prometheus-Narrativ auf den Prozess der Digitalisierung im Sinne des Gemeinwohls im Gegensatz zum Hermes-Narrativ auf die Digitalisierung im Sinne der Ökonomisierung.

Prometheus-Narrativ

Hermes-Narrativ

Digitalisierung im Sinne des GemeinwohlsDigitalisierung im Sinne der Ökonomisierung
▸ Für ein gutes Leben▸ Fortschritt
▸ Grundrechte sichern (Autonomie, Freiheit, Privatheit, Gerechtigkeit)▸ Wettbewerbsvorteil
▸ Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen▸ Effizienz und Effektivität
▸ Folgenabschätzung▸ Ersetzung menschlicher Arbeit durch intelligente Maschinen
▸ Auflösung von Machtkonzentration▸ Quantifizierung


Wertewandel

Seit Mitte der 60er Jahre kein Werteverlust, aber Wertewandel:
Wandel von Pflichtwerten (Fleiß, Disziplin, Pünktlichkeit) zu Selbstentfaltungswerten (Autonomie, Kreativität, Lebensgenuss)

Im 20. Jh. Individualisierung und Ausdifferenzierung der Gesellschaft:
Akzeptanz der Pluralität von Lebensstilen

Im 21. Jh. Ausweitung der Ökonomisierung der Wertesysteme:
Leistung, Effizienz, Selbstoptimierung, Quantifizierung

Digitale Ethik

Zentrale Frage: Wie ist ein gelingendes Leben unter den Bedingungen der Digitalisierung möglich?

Ethische Digitalkompetenz
  • Reflexion des eigenen Handelns (oder Unterlassens) und seiner Folgen
  • Prinzip der Verantwortung
  • Wertehaltung
Daraus ergeben sich ethische Reflexionsfragen auf den Ebenen der Gesellschaft, der Unternehmen und Organisationen und der Nutzer.

Makroebene: Gesellschaft
  • Überwachungssysteme in modernen Demokratien?
  • Freiwillige Preisgabe in Social Media?
  • Normierung?
  • Wertekonflikte: Sicherheit vs. Privatheit und Autonomie?
  • Kontexte, in denen Gesichtserkennung (ethisch) begründbar sind?
Meso-Ebene: Unternehmen/Organisationen
  • Selbstverpflichtung zu wertebasiertem Design (Ethics by Design)?
  • Folgenabschätzung?
  • Transparenz (Data Policies)?
  • Nachhaltiges Datenwirtschaften?
  • Privacy „made in Europe“ – Wettbewerbsvorteil?
Mikro-Ebene: Nutzer
  • Welche Werte sind mir wichtig?
  • Aufklärung über Datenanalyseprozesse?
  • Risiken für sich selbst und andere abschätzen?
  • Alternativen nutzen?
  • Werkzeuge für Selbstdatenschutz?
Grimm entwickelt daraus 10 Ethische Leitgedanken
  • Demokratische Grundordnung und Werte müssen geschützt werden
  • Sich der Verantwortung bewusst sein und Folgenabschätzung vornehmen
  • Selbstbestimmung und Autonomie der Menschen durch Steuerungsoptionen und Kontrolle über die Maschinen gewährleisten
  • Privatheit erhalten
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller Prozesse ermöglichen
  • Vertrauen aktiv herstellen
  • Pflichtbewusstsein für Gewährleistung der Sicherheit der Systeme
  • Achtsamkeit entwickeln für den Umgang mit impliziten Wertsetzungen in Algorithmen und bei der Interpretation von Big Data Analytics
  • Perspektivenwechsel durchführen für eine holistische Erfassung der Realität
  • Chancengleichheit für alle Menschen garantieren

Weitere Informationen:

10 Gebote der digitalen Ethik sowie die Diskussion dazu in der Netzgemeinde:

https://www.digitale-ethik.de/digitalkompetenz/10-gebote/
https://www.digitale-ethik.de/showcase/2017/04/Booklet_zum_upload.pdf


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