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Häufig gestellte Fragen

Frequently asked questions


21.10.2014
Was sind freie Bildungsmaterialien? Und was bringen freie Bildungsmaterialien den Lehrenden? Antworten auf diese und weitere häufig gestellte Fragen finden Sie in unseren FAQ.

Was sind freie Bildungsmaterialien?

Mit freien Bildungsmaterialien oder -ressourcen sind Materialien gemeint, die sowohl Lehrenden als auch Lernenden frei zugänglich zur Verfügung gestellt werden, ohne dass dabei Lizenz- oder Nutzungskosten entstehen. Das können beispielweise Lehrvideos, Podcasts, aufbereitetes Unterrichtsmaterial, Fotos oder Grafiken sein. Diese Materialien können bearbeitet und weiterverbreitet werden. Die Bezeichnung leitet sich von der englischen Begrifflichkeit Open Educational Resources (kurz: OER) ab.

Was bedeutet frei im Zusammenhang mit freien Bildungsressourcen?

Frei heißt, dass die Materialien offen zugänglich sind, verändert und anderen digital zur Verfügung gestellt werden können. Normalerweise sind Bildungsmaterialien urheberrechtlich geschützt. Auf freie Lernressourcen (Open Educational Resources) trifft dies nicht zu. Durch eine offene Lizenz wird die Zugänglichkeit, Bearbeitung und Weiterverbreitung gewährleistet.

Was bringen freie Bildungsmaterialien mir als Lehrer/in?

Es entsteht ein großer und vielfältiger Materialpool, der ohne restriktive Lizenzen auskommt. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto stärker kann die Auswahl an multimedialem, unterschiedlich aufbereitetem Material wachsen. Das erleichtert die Materialsuche für den Unterricht. Zudem können offene Lernmaterialien zu individuellem Lernen beitragen. Sie können sowohl inhaltlich als auch technisch einfach verändert und an die Ansprüche verschiedener Lernniveaus angepasst werden.

Wo finde ich freie Bildungsmaterialien?

In Deutschland gibt es bisher kein zentrales Portal. Es existieren jedoch deutschsprachige Webseiten, auf denen Ressourcen ausgetauscht bzw. bereitgestellt werden. Dazu zählen beispielsweise segu – selbstgesteuert entwickelnder Geschichtsunterricht, rpi-virtuell – die überkonfessionelle Plattform für Religionspädagogik und -unterricht oder zum.de – Zentrale für Unterrichtsmedien. Daneben gibt es zahlreiche internationale Plattformen wie OERcommons. Weitere Überlegungen wie beispielsweise EDUtags zum Auffinden von OER finden Sie in unserem Beitrag zum Suchen und Nutzen.

Wie kann ich mit Suchmaschinen nach freiem Material suchen?

Es gibt OER-Suchmaschinen wie das deutschsprachige Angebot Elixier des Deutschen Bildungsserver oder das internationale Angebot CC-Search. Auch bei Google lässt sich über die erweiterte Suche freies Material finden, indem ganz unten bei den Nutzungsrechten beispielsweise "frei zu nutzen, weiterzugeben oder zu verändern" ausgewählt wird.

Und wie sieht es mit der Qualität des Materials aus?

In fast allen Fällen ist erkennbar, wer der Autor der Materialien ist. Der Autor steht demnach mit dem Namen für die Qualität des erstellten Inhalts. Letztlich ist die Qualitätsprüfung und/oder -kennzeichnung aber jedem Portal selbst überlassen. Manche Portale verfügen über die Möglichkeit der Nutzerbewertung. Dadurch, dass offene Materialien bearbeitet und weiterverbreitet werden, kann für sie nur schwer eine "Qualitätssicherung" gewährleistet werden. Lehrende sollten die Inhalte noch einmal vor dem Einsatz sichten.

Wie stark kann ich freie Bildungsmaterialien für meine Zwecke anpassen?

Die Definition von freien Bildungsressourcen besagt unter anderem, dass sie verändert werden können. Das bedeutet, dass solches Material nach dem eigenen Geschmack angepasst werden kann, was auch umfangreiche Änderungen einschließt. Wird das veränderte Material anderen zur Verfügung gestellt, sollte der ursprüngliche Autor genannt und seine Fassung verlinkt werden. Daneben macht es Sinn, im Material den Zusatz einzufügen, dass es angepasst wurde und von wem die Änderungen vorgenommen wurden.

Für wen und zu welchem Zweck sind die Materialien freigegeben?

Zwar heißt es freies Bildungsmaterial, aber der Einsatz ist grundsätzlich über die Grenzen der Lehre und des Lernens hinweg möglich. Wer vermeiden möchte, sein Material im Netz oder gedruckt bei Anbietern wiederzufinden, die einen Profit damit machen möchten, sollte sein Material unter eine Lizenz stellen, die das Weiterverbreiten und Veröffentlichen von Material nur erlaubt, wenn es unter gleichen Bedingungen geschieht. Da das Material dann für alle frei zugänglich und nutzbar sein muss, wird es deutlich erschwert, dass andere einen Profit daraus ziehen.

Wie kann ich meine eigenen Materialien mit anderen teilen?

Portale für freie Bildungsressourcen verfügen über die Möglichkeit, Materialien auch hochzuladen. Bei vielen Portalen ist es notwendig, sich vorab anzumelden (zumeist kostenlos). Natürlich kann man auch über die eigene Website oder andere Bildungscommunitys seine Inhalte teilen. Ganz wichtig ist es aber immer, dem eigenen Material einen Lizenzhinweis hinzuzufügen. Geschieht das nicht, ist das Material urheberrechtlich geschützt und kann nicht bearbeitet und bzw. oder weiterverbreitet werden. Ein geeignetes Lizenzmodell bietet z.B. Creative Commons (CC). Was dabei genau zu beachten ist, erfahren Sie in unserer Reihe zu Creative Commons.

Warum sollte ich meine geistige Arbeit kostenlos zur Verfügung stellen?

Stellt man sein Material unter eine offene Lizenz wie beispielsweise die von Creative Commons, werden bei einer Weiterverbreitung immer die Macher genannt. Daneben hat es einen ideellen Wert, Materialien offen zugänglich zu machen: die Förderung der Kultur des Teilens und damit auch des kollegialen Austauschs. Damit wird ein Beitrag zu einer offeneren Bildungslandschaft geleistet, die es einer breiten Masse ermöglicht, Zugang zu Bildungsmaterial zu haben. Weitere Gründe nennt die Broschüre der Deutschen UNESCO Kommission Was sind Open Educational Resources?.

Welche Rolle spielt die Medienkompetenz bei freien Bildungsmaterialien?

Sicherlich gibt es einige offene Bildungsressourcen, die sich mit der Vermittlung von Medienkompetenz beschäftigen. Auch darüber hinaus gibt es einen Zusammenhang mit Medienkompetenzvermittlung: Materialien müssen von Lehrenden und Lernenden erst einmal gefunden und ausgewählt werden. Dafür ist Medienkompetenz notwendig, insbesondere auch, was die kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten und deren Überprüfung angeht. Weitere Informationen zum Bereich Medienkompetenz finden Sie in unserem Dossier Medienpädagogik.


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Autor: Jaana Müller für bpb.de
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