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Barcamp: Die "Un-Konferenz"

Koordination, Dokumentation


10.8.2011
Dieses Beispiel beschreibt das "EduCamp", das im März 2011 in Bremen stattgefunden hat. Auch wenn es sich hier nicht primär um politische Bildung handelte, lässt sich das Fallbeispiel doch ohne Einschränkung übertragen. Im vorliegenden Fall waren die Teilnehmenden selber hochaktiv in Sachen Web 2.0, sowohl in der Vorbereitung und Nachbereitung als auch während der Durchführung selber.
Das Educamp in Bremen 2011 - eine "Mitmach-Konferenz" (Franz Patzig).Das Educamp in Bremen 2011 - eine "Mitmach-Konferenz" (Franz Patzig). Lizenz: cc by-nc-sa/2.0/de (Lisa Henjes-Kuns)

Grobkonzeption / Methodik
Bei einem Barcamp handelt es sich um ein Tagungsformat, bei dem vom Veranstalter nur der Rahmen definiert wird: Zeit, Ort und Thema. Die konkreten Inhalte werden von den Teilnehmenden selber zu Beginn der Veranstaltung festgelegt. Dazu stellt alle Teilnehmenden, die es wollen, Inhalte vor, die sie in jeweils i.d.R. 45-60minütigen "Sessions" vortragen, diskutieren oder gemeinsam entwickeln wollen. Üblich ist es, diese parallel stattfindenden Sessions zu Beginn und Ende der Veranstaltung von gemeinsamen, plenaren Einheiten einzurahmen.

In Deutschland werden solche Barcamps fast immer durch die Community-Plattform Mixxt begleitet. Hier melden sich Interessenten an und verfassen ein kleines Profil über sich. Neben der Vernetzung untereinander und der Veröffentlichung von News und Mailings durch den Veranstalter dient die Plattform auch der Vorbereitung und Dokumentation der Inhalte. So können Sessions vorab in einem Forum vorgestellt und diskutiert werden. Das Thema kann somit bereits vorab durch Rückmeldungen der (potentiellen) Teilnehmenden genauer differenziert werden; zwischen ähnlichen Themen können Abgrenzungen untereinander (oder Fusionen) vereinbart werden; Inhalte können sich auch "gewünscht" werden, ohne dass die wünschende Person selber das Thema anbietet.

Für die Dokumentation wurde z.B. beim EduCamp Bremen ein koordiniertes, dezentrales Verfahren eingesetzt: In einem (mixxt-internen) Wiki wurden Platzhalter für alle Sessions angelegt. Nach Festlegung des Sessionsplans zu Beginn der Veranstaltung waren alle Anbieter einer Session aufgefordert, den Platzhalter der jeweiligen Session mit einem Titel und ggf. weiterführenden Hinweisen zu ersetzen. Die Dokumentation selber erfolgte dann meist zweigeteilt: Während der Session wurde von einem oder mehreren Teilnehmenden live ein Protokoll via Etherpad erstellt. Zusätzlich gab es mit kleinen Digitalkameras / Handys ausgestattete Videoreporter, die nach jeder Session den jeweiligen Anbieter um eine 2minütiges zusammenfassendes Statement baten. Die Dokumentation wurde noch erweitert durch zahlreiche themenübergreifende oder vertiefende Beiträge einzelner Teilnehmender im Anschluss an die Veranstaltung. Diese wurden dezentral meist in Blogs der Teilnehmenden verfasst. Über eine Wiki-Seite wurde eine Übersicht über diese Beiträge gesammelt.

Zusätzlich ermöglichten Video-Livestreams, Twitterwalls und Skype-Konferenzen die Einbindung externer Teilnehmenden.

Weltweit finden Barcamps statt. Das Barcamp 2008 in Honkong startete unter dem Motto "Come, Speak and Learn!" und stellte somit den Gedanken der Partizipation in den Vordergrund.Weltweit finden Barcamps statt. Das Barcamp 2008 in Honkong startete unter dem Motto "Come, Speak and Learn!" und stellte somit den Gedanken der Partizipation in den Vordergrund. (© flickr.com / Sebastian Wallroth)
Zielgruppe und Zielsetzung
Der exzessive Einsatz von Web 2.0 für diese Veranstaltung war nur mit einer hoch engagierten, interessierten und offenen Teilnehmerschaft möglich, die darüber hinaus i.d.R. über fortgeschrittene Kompetenzen und eigene mobile Endgeräte verfügte. Die Zielsetzungen einer konsequenten Teilnehmerorientierung und einer ausführlichen Dokumentation konnten in diesem Fall ohne Einschränkungen umgesetzt werden. Wichtig ist auch, dass die Teilnehmenden in diesem Fall zwar relativ technikaffin waren, dass es aber nicht die "üblichen Verdächtigen" waren, verstanden als diejenigen Zielgruppen, die sich ohnehin vor allem mit Technik beschäftigen. (Die Teilnehmenden waren überwiegend PädagogInnen.)

Erfahrungen
Das Educamp Bremen hat gezeigt, dass ein hochgradig an Teilnehmerorientierung und Partizipation orientiertes Format möglich und mit Web 2.0 Unterstützung erfolgreich umgesetzt werden kann. Gleichzeitig wurde in Bremen deutlich, wie wichtig die Rahmensetzung (Gerüst und Konventionen für die Dokumentation, gute Auswahl und Vorbereitung von Ort und Infrastruktur) ist. Aus den Rückmeldungen von Teilnehmenden, die zum ersten Mal an einer solchen Veranstaltung wurde aber auch deutlich, dass eine "Umgewöhnung" an die neuen Rahmenbedingungen notwendig ist, hier war vor allem die weitgehende (mediale) Öffentlichkeit der Veranstaltung gemeint.



 

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