Grafstat Methoden

14.5.2004

4. Diagramm erstellen

Didaktische Hinweise


Diagramme werden im Politikunterricht häufig eingesetzt. Allerdings werden die Schülerinnen und Schülern vorwiegend mit ausgearbeiteten Diagrammen konfrontiert, die von ihnen gedeutet werden sollen. Zu wenig berücksichtigt wird jedoch oft die Fähigkeit, statistische Daten in schematische Darstellungen zu übersetzen. Dies hat zur Folge, dass es vielen Schülerinnen und Schülern Schwierigkeiten bereitet, vorliegende Daten schaubildlich aufzubereiten.

Generell ist beim Erstellen eines Diagrammes zu beachten, dass die Form dem darzustellenden Sachverhalt angepasst ist. Nur dann kann eine einfache und schnelle Erfassung des Inhaltes gewährleistet werden. So eignen sich Kurvendiagramme für die Darstellung zeitlicher Abläufe, wie z.B. die Entwicklung der Wahlergebnisse einer Partei über mehrere Legislaturperioden. Ein Säulendiagramm eignet sich zum Vergleich absoluter und relativer Werte, weshalb bei der Darstellung der Stimmenverteilung einer Wahl gerne mit dieser Art von Diagrammen gearbeitet wird.

Kreisdiagramme hingegen werden eingesetzt, um Anteile oder die Aufteilung eines Ganzen darzustellen, wie z.B. die Sitzverteilung im Bundestag.

Da die Schüler/innen im Beispiel "Wahlanalyse und Wahlprognose 2005" das Kurvendiagramm als die geeignete Diagrammform für die Darstellung von Wahlergebnissen über mehrere Legislaturperioden kennengelernt haben entfällt für sie die Überlegung nach der angemessenen Darstellungsform.

Im Rahmen der Aufgabenbearbeitung ist es von Vorteil, einen oder eine der Schüler/innen die Daten auf eine Folie übertragen zu lassen. Die vorgefertigte Diagrammform sollte deckungsgleich mit der Foliengraphik M 2.1.03 sein, so dass beide Folien am Ende der Unterrichtseinheit zu Vergleichszwecken im Overlay-Verfahren übereinander gelegt werden können. Im Sinne einer augenfälligen Präsentation empfiehlt es sich zudem, die Kurven der Parteien farbig zu markieren, z.B. die Kurve der SPD für das Bundesgebiet rot-durchgehend, für den heimischen Wahlkreis rot-durchbrochen.

Materialbeispiel

ErgebnisErgebnis


An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis: Um eine größere Übersichtlichkeit beim Folien-Overlay zu gewährleisten, werden in M 2.2.03 nur CDU/CSU, SPD und Sonstige (einschließlich der Grünen) berücksichtigt, während die FDP ausgespart bleibt. Diese Auslassung sollte den Schülerinnen und Schülern zuvor erläutert werden.

Materialbeispiel

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Einsatzmöglichkeiten


Im Politikunterricht bieten sich viele Möglichkeiten an, die Erstellung eines Diagramms zu erlernen. Das Thema Wahlen eignet sich im Besonderen zur Einübung, da die Schüler/innen die Umsetzung von Wahlergebnissen aus dem Fernsehen kennen dürften. Infolge der eigenständigen Erstellung eines Diagramms kann ihnen auch bewusst werden, welche Manipulationsmöglichkeiten sich bei der Erstellung eröffnen. Diese Bewusstwerdung fördert einen kritischen Umgang sowohl mit Statistiken als auch deren schaubildlichen Aufbereitung.

Sowohl die Begegnung mit einer ähnlichen grafischen Umsetzung im Unterricht als auch die Überschaubarkeit der tabellarischen Auflistung des Zahlenmaterials lassen den Einsatz dieser Methode in der Klasse 9 sinnvoll erscheinen.

Literatur


Paul Ackermann; Reinhard Gaßmann: Arbeitstechniken politischen Lernens kurzgefasst, Ernst Klett-Schulbuchverlag, Stuttgart 1991, S. 44.



Interview
Unterrichtsprojekte mit Umfragen

Forschen mit GrafStat

Mit GrafStat werden Schülerinnen und Schüler selbst zu Sozialforschern. Das Programm zur Erstellung und Auswertung von selbst erstellten Umfragen greift aktuelle Themen wie Wahlen, Mobbing, Rechtsextremismus oder Fußball und Nationalbewusstsein auf. Lernende können selbst Hypothesen bilden, Daten ihrer eigenen Umfrage erheben und Ergebnisse selbstständig auswerten und interpretieren: ein spannender Einblick in die Meinungsforschung mit überraschende Analysen des eigenen Umfelds.

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