Grafstat Methoden

14.5.2004

5. Gruppenarbeit durchführen

Didaktische Hinweise


Die Gruppenarbeit ist eine der grundlegenden Sozialformen des Unterrichts, die aber meist weit weniger zum Einsatz kommt, als die Partner- und Einzelarbeit. Gruppenarbeit gilt zu Unrecht oft als ergebnisarm und chaotisch sowie schwer zu bewerten. Das muss nicht so sein. Wie bei allen Methoden kommt es auf das schrittweise Einüben und auf die Vertrautheit, die die Lerngruppe damit hat, an. So wird sich nach der ein oder anderen unruhigen Anfangsstunde bei einer erfahrenen Lerngruppe ein produktives und schülerorientiertes Arbeiten ergeben.

Besonders Hilbert Meyer weist auf die pädagogischen Vorzüge der Gruppenarbeit hin:

Ein sicherlich zutreffendes Argument ist die höhere Anzahl der Beteiligten als beim Frontalunterricht. Auch wenn sich in der Gruppe der ein oder andere "Trittbrettfahrer" verstecken kann, so sind doch insgesamt mehr Schüler/innenaktiv und vor allem länger, als beim Frontalunterricht, der jeder Schülerin/ jedem Schüler nur wenig Redezeit zugesteht. Desweiteren können Schüler/innen, die sonst eher still sind, in der Gruppenarbeit zum Reden (vor wenigen und gleichgestellten) ermuntert werden. Die Schüler/innen lernen darüber hinaus, ihren Arbeitsprozess selbständig zu strukturieren. Das kann mit zunehmender Offenheit der Aufgabenstellung gefördert werden. Auch für den Lehrer/die Lehrerin hat diese Sozialform Vorteile: Er/sie kann sehr wohl Arbeitsverhalten und Sozialverhalten der einzelnen Gruppen beobachten, zum Teil genauer als es im Plenum möglich ist. Dies ist den Schüler/innen auch zu verdeutlichen , so dass sie erkennen, dass nicht nur das Endprodukt zählt, sondern auch ihr Engagement in der Gruppe. Schließlich stellt eine Gruppenarbeitsphase für die Lehrerin/den Lehrer eine Entlastung bzw. Abwechslung dar, da er/sie aus der Rolle des Wissensvermittlers und Lenkers nun einmal die Rolle des Beratenden, Organisierenden und Beobachtenden einnehmen kann. Dazu muss er/sie aber auch bereit sein zu , denn Schüler/innen können nur selbständig werden, wenn ihnen diese Selbständigkeit auch abverlangt wird. Dieses Ziel sollte (zumindest ab und zu) Prioriät haben vor dem Anspruch des inhaltlichen Perfektionismus.

Einsatzmöglichkeiten


Diese Methode kommt in der Reihe mehrmals zum Einsatz. Wenn mit Hilfe des Methodenblattes vor allem die Verteilung der Funktionen geklärt ist, kann die Gruppenarbeit dann jeweils mit dem kurzen Hinweis "Legt bitte fest, wer wofür zuständig ist!" angegangen werden. Auf die Verteilung der Rollen ist zu achten, da so jede/r Schüler/in eine "Zusatzaufgabe" bekommt, für die er/sie Verantwortung übernimmt.

Wichtig ist, den Schüler/innen zu verdeutlichen , dass sie diese Aufgaben nicht von der inhaltlichen Gruppenarbeit entbindet, dass also nicht nur Schreiber und Vortragende die inhaltliche Arbeit erledigen. Möglich ist auch, dass der Lehrer/die Lehrerin die Aufgaben festlegt und bei der nächsten Gruppenarbeit gezielt auf einen Wechsel achtet. Einzusetzen ist die Gruppenarbeit in jeder Jahrgangsstufe.

Literatur


Hilbert Meyer, Unterrichtsmethoden. Theorie- und Praxisband, Scriptor Verlag Frankfurt am Main 1987, S. 242ff, S. 256ff.

Udo Kliebisch/ Peter Schmitz, Methodentrainer. Arbeitsbuch für die Sekundarstufe I Gesellschaftswissenschaften, Cornelsen Verlag Berlin 2001, S. 68ff.



Interview
Unterrichtsprojekte mit Umfragen

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