Grafstat Methoden

Lehrervortrag

14.5.2004

1. Lehrervortrag



Kennzeichen



Der Lehrervortrag - oft als methodisch veraltet verschrien - ist ein geeignetes Mittel, Informationen zu einem bestimmten Sachverhalt oder Thema in konzentrierter Form und gut strukturiert an die Schüler und Schülerinnen weiterzugeben.

Phasen



Phase I - Einleitung (ca. 2-3 Minuten)

• Thema vorstellen sowie Interesse und Aufmerksamkeit der Schüler und Schülerinnen wecken
• Bedeutung des Inhalts im Rahmen der Unterrichtsreihe deutlich machen, um Bereitschaft zum Zuhören zu bewirken
• Rückbezug auf den vorhergegangenen Unterricht herstellen (Anbindung)
• Informationsquellen nennen
• Gliederung des Vortrags vorstellen


Phase II - Hauptteil (ca. 12-15 Minuten)

• Sachinformationen und Fakten zum Thema präsentieren
• Anbindung an Vorwissen und Einstellung der Schüler und Schülerinnen versuchen
• Gliederung einhalten und Zwischenüberschriften nochmals deutlich aufgreifen
• Unterkapitel am Ende kurz zusammenfassen (Zwischenzusammenfassungen)


Phase III - Schlussteil (ca. 1-2 Minuten)
• Zusammenfassung der wichtigsten Fakten und Ergebnisse
• evtl. kurze Stellungnahme zum Thema
• Diskussion zu inhaltlichen Punkten des Vortrags
• Übergang zum weiteren Vorgehen im Unterricht/ in der Unterrichtsreihe herstellen


Vor- und Nachteile



Vorteile
• konzentrierte und zeitökonomische Form der Informationsvermittlung
• Informationen können gut strukturiert und evtl. auch problematisierend präsentiert werden
• Gewährleistung, dass Sachverhalte richtig und nicht verzerrt, "unscharf" oder gar falsch dargestellt werden
• Zusammenhänge und Problemlagen werden verdeutlicht und vertieft


Nachteile
• lehrerzentriert
• inhaltlicher Absolutheitsanspruch
• hohe Anforderung an die Konzentration der Schüler und Schülerinnen
• geringe Aktivität der Schüler und Schülerinnen
• intensive Vorbereitung des Vortrags erforderlich


Hinweise



Körpersprache
• Blickkontakt
• Einsatz von Gestik und Mimik
• Körperhaltung nicht verkrampft, aber auch nicht zu "relaxed"
• nicht auf einer Stelle stehen bleiben, aber auch nicht zu sehr im Raum umherwandern

Sprechweise (vokal)
• deutliche Artikulation
• unterstützende Betonung wählen
• laut genug sprechen
• nicht zu schnell sprechen
• gezielt Pausen einsetzen
• Sprechweise im Vortrag variieren


Wortwahl
• Wortwahl dem Niveau der Schüler und Schülerinnen annähern
• Fremd- und Fachwörter erklären
• komplexe Sachverhalte und Begriffe durch Beispiele o.ä. veranschaulichen
• einfache Satzkonstruktionen wählen, Schachtelsätze vermeiden
• eher verbal formulieren anstatt Nominalkonstruktionen zu verwenden


Sonstiges
• unterstützender Einsatz von Tafel oder OHP zur Visualisierung
• Vortrag unter einer gezielten Fragestellung hören lassen
• Vortrag gründlich vorbereiten (Manuskript, Karteikärtchen etc.)



Anwendung



Der Lehrervortrag eignet sich besonders für die Einführung in ein Thema und die Problempräzisierung. Die Lehrperson ist hier quasi Stellvertreter eines Experten zum Thema, welcher Hintergrundinformationen für die weitere Erarbeitung liefert.



 
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