Dossierbild: Planspiele

Planspiel

Konflikte um Land


Teilnehmerzahl: Mind. 16 bis max. 34
Altersstufe: Erwachsenenbildung
Zeitbedarf: 1-tägig - Für die Durchführung des Planspiels sollten mindestens acht Stunden eingeplant werden. Sollte mehr Zeit zur Verfügung stehen, kann das Planspiel verlängert werden. Eine kürzere Spieldauer ist hingegen nicht zu empfehlen.
Preis Materialien od. Lizenz: Das Planspiel „Konflikte um Land“ wird als Open Educational Ressource (OER) unter der Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0 Lizenz veröffentlicht.
Preis Durchführung: Bei Unterstützungsbedarf wenden Sie sich gerne an die Anbieterin.
Benötigte Ausstattung: Indoor, 2 Notebooks, 1 Beamer, 1 Tafel bzw. Whiteboard

Kurzbeschreibung:
Im Planspiel „Konflikte um Land“ simulieren die Teilnehmenden einen Konflikt um Land. Gegenstand des Spiels ist der Konflikt um ein geplantes Palmölprojekt eines multinationalen Unternehmens. Das Unternehmen möchte auf einem Gebiet, das bislang von Kleinbauern und -bäuerinnen genutzt wurde, Ölpalmen anbauen und für den internationalen Markt produzieren. Die Kleinbauern und -bäuerinnen nutzen das Land für die Subsistenzlandwirtschaft und für die Produktion von Nahrungsmitteln für den lokalen Markt. Ihnen droht der Verlust ihres Landes. Einige der betroffenen Anwohner*innen sollen zudem umgesiedelt werden. Die betroffenen Kleinbauern und -bäuerinnen wehren sich gegen das geplante Palmölprojekt. Im Zentrum des Konflikts steht die Frage, wie und von wem das Land zukünftig genutzt werden soll. An dem simulierten Konflikt sind eine Vielzahl von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft beteiligt. Sie treffen im Planspiel im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens zusammen. Dort verhandeln sie über die Frage, ob das Projekt realisiert werden soll und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Ziel dieser Verhandlung ist es, einen Kompromiss zur zukünftigen Landnutzung herbeizuführen, der von allen Beteiligten oder zumindest von einer relevanten Mehrheit getragen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich die verschiedenen Akteure strategisch organisieren und überzeugend argumentieren. Das Land, in dem der Konflikt ausgetragen wird (Carasido), und die Rollen sind fiktiv, jedoch an die Wirklichkeit angelehnt. Die Idee und Entwicklung des Planspiels entstand im Rahmen der BMBF-Nachwuchsgruppe GLOCON („Global Change – Local Conflicts?“) an der Freien Universität Berlin, welche zu Konflikten um Land und Rohstoffe in Lateinamerika und Subsahara-Afrika forscht.

Zielsetzung:
Ziel dieses Planspiels ist die interaktive Auseinandersetzung mit dem Thema „Konflikte um Land“. Die Teilnehmenden sollen lernen, sich in die verschiedenen Konfliktparteien hineinzuversetzen und ihre Handlungslogiken nachzuvollziehen. Sie sollen darüber hinaus praktische Erfahrungen im Umgang mit den Dynamiken eines komplexen Systems machen. Das Planspiel zielt auch darauf ab, dass die Teilnehmenden Erfahrungen für die eigene Handlungsorientierung sammeln. Wie positionieren sie sich gegenüber anderen Akteuren in einem Konflikt? Wie argumentieren sie für die Durchsetzung ihrer Ziele? Welche persönlichen, wissenschaftlichen und politischen Rückschlüsse ziehen die Teilnehmenden aus dem Planspiel in Bezug auf reale Konflikte um Land? Im Rahmen eines Seminar eingesetzt, ergänzt das Planspiel die Diskussion über Konflikte um Land auf Basis wissenschaftlicher Literatur. Durch die Interaktion und das Spielen der eigenen Rolle verfestigt sich das so erlernte Wissen.

Spielablauf:
1. Einführung in das Szenario, Erläuterung des Ablaufs, Vergabe der Rollen (Dauer: 45 Minuten) Die Einführung in das Planspiel übernimmt die Spielleitung, in der Regel die Veranstalter*innen des Planspiels. Die Spielleitung erläutert kurz das Szenario, also den Konflikt, der im Rahmen der Verhandlung gelöst werden soll, sowie den Ablauf der Verhandlungen. Das kann beispielsweise in Form einer PowerPoint-Präsentation geschehen, in der die Spielleitung zentrale Kontroversen zwischen den einzelnen Positionen sowie die Funktion des „Runden Tisches“ erläutert, die verschiedenen Akteursgruppen vorstellt und den konkreten Ablaufplan präsentiert. Anschließend verteilt die Spielleitung an jede*n Teilnehmer*in jeweils einen Umschlag, der folgende Dokumente enthält: das Szenario, ein Rollenprofil, Informationsblätter zu den Themen Ernährungssouveränität, Industrielle Landwirtschaft, Land Grabbing, Palmöl und Vertragslandwirtschaft sowie die Zusatzinformation für die Allianzsitzungen. Wir empfehlen eine zufällige Aufteilung der Rollen. Es gibt jedoch zwei Ausnahmefälle: die Presse und die Verhandlungsleitung. Hier empfehlen wir, die Spieler*innen vor der Rollenverteilung zu fragen, ob sie diese Rollen spielen wollen, da sie sich in der Art ihrer Aufgabenstellung von den anderen Rollen unterscheiden. Wenn alle Rollen verteilt sind, haben die Teilnehmenden Zeit ihre eigene Rolle zu studieren. 2. Die Spielphase (Simulation) (Dauer: 5h 45min) Nachdem sich alle Spielteilnehmer*innen mit ihren Rollen vertraut gemacht haben, beginnt die Spielphase. Diese umfasst drei Verhandlungsrunden. In den einzelnen Runden verhandeln die Akteure gemeinsam an einem „Runden Tisch“. Zwischen den formellen Runden organisieren sich die Spieler*innen entweder in einer Allianz und besprechen ihre Strategie mit anderen Akteur*innen, die gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen, oder sie haben in informellen Runden die Möglichkeit bilaterale Gespräche zu führen. Dabei können sie sich auch mit Gegner*innen austauschen und gegebenenfalls neue Allianzen schließen. 3. Die Evaluation (Dauer: 1h 30min) Ein wesentlicher Moment eines jeden Planspiels ist die Evaluation nach Ablauf der Spielphase. Ziel ist es, die Erfahrungen aus dem Planspiel zusammenzutragen und zu besprechen. Zudem sollen die gewonnenen Erkenntnisse auf reale Konflikte um Land übertragen und vor diesem Hintergrund diskutiert werden. Das Dokument „Aufgaben der Spielleitung“ bietet ein paar Tipps und Hintergrundinformationen, auf deren Basis eine eigene Evaluation des Planspiels entwickelt werden kann.

Inhaltliche Vorbereitung der Teilnehmer:
Zur inhaltlichen Vorbereitung der Teilnehmer*innen gibt es eine Link- und Literaturliste, die aktuelle wissenschaftliche Debatten zur Thematik "Konflikte um Land" auflistet. Anhand dieser Liste kann bedarfsgerecht in das Thema eingeführt werden. Das Planspiel stellt sodann eine interaktive Ergänzung zur Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Literatur dar.

Anmerkungen:
Das Planspiel „Konflikte um Land“ wird als Open Educational Ressource (OER) unter der Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0 Lizenz veröffentlicht.
https:/ / www.land-conflicts.fu-berlin.de/ multimedia/ planspiel_konflikte-um-land/ index.html

Anbieter:
Lydia Galonska-Wäldele
Autorin
Röderbergweg 205
60385 Frankfurt am Main
Deutschland
E-Mail: lydiagalonska@gmail.com

Durchführende Organisation:
BMBF-Nachwuchsgruppe GLOCON (`Global Change - Local Conflicts?´), Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Bettina Engels/ Dr. Kristina Dietz (Herausgeberin)
Boltzmannstr. 1
14195 Berlin
Website: https://www.land-conflicts.fu-berlin.de/index.html

Rezensionen:
Kommentar einer unabhängigen Gutachterin im Auftrag des Portals Globales Lernen Es gibt eine ausführliche Ablaufbeschreibung sowie Hinweise zur Methode. Zudem sind Ereignisskarten und Rollenkarten vorhanden, die die Durchführung des Spiels erleichtern. Das Ziel des Planspiels scheint es zu sein, dass die Erfahrungen aus dem Planspiel zusammengetragen und besprochen werden. Zudem sollen die gewonnenen Erkenntnisse auf reale Konflikte um Land übertragen und vor diesem Hintergrund diskutiert werden
https:/ / www.globaleslernen.de/ de/ bildungsmaterialien/ alle/ planspiel-konflikte-um-land?searchterm=glo