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Dossierbild: Planspiele

1.4.2010 | Von:
Dr. Stefan Rappenglück

Einführung

Planspiele werden in Schulen, bei Trägern der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung und nicht zuletzt in der universitären Ausbildung mit großer Resonanz angewendet. Denn sie ermöglichen Jugendlichen und Erwachsene, sich aktiv mit einem Unterrichtsthema oder einer politischen Frage auseinanderzusetzen.

Vorbereitung eines Planspiels.Vorbereitung eines Planspiels. (© Bildarchiv Bayerischer Landtag, Foto Rolf Poss)
"Ein Planspiel ist eine tolle Sache, um zu lernen, wie der Prozess der Aufnahme neuer Staaten läuft. Ich habe auch gelernt, dass man mit Kompromissen und Dialog viel erreichen kann." Nebojska aus Pancevo (Serbien)

"Was haben Sie mit meinem Schüler gemacht- den erkenn ich nicht wieder!"

Solche Aussagen sind mir in meiner langjährigen Praxis als Planspieltrainer oftmals begegnet. Sie verweisen darauf, dass durch Planspiele sonst eher ruhige Schülerinnen und Schüler - oft erstmalig- aktiv werden und sich intensiv an Planspielen beteiligen.

Vom chinesischen Philosophen Konfuzius wird der Satz überliefert: "Erzähle mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere, lass es mich tun und ich verstehe." Der erste Teil des Zitates ist leider immer noch zu häufig im Hinblick auf den größtenteils vorherrschenden Frontalunterricht wohl am treffendsten. Diese traditionelle Unterrichtsform ist doch sehr statisch und geht wenig auf die Bedürfnisse und Interessen von Jugendlichen ein. Dieser verleitet die Schülerschaft oft zu einer gelangweilten und passiven Konsumhaltung.
Aber auch die immer noch oftmals verwendete Form eines Vortrags in der außerschulischen Bildungsarbeit wird dem Anspruch einer teilnehmerorientierten Didaktik nicht gerecht.

Daher hat sich in den letzten Jahren die Handlungsorientierung als Unterrichtskonzept nachhaltig etabliert. Die Bedeutung handlungsorientierter Methoden für die Entwicklung von Demokratie- und Bürgerkompetenz ist in der Politikdidaktik "common sense".

Eine äußerst produktive handlungsorientierte Methode stellt die Simulationsmethode dar. Obwohl diese Methode nicht den neuesten Ansatz auf dem Bildungsmarkt darstellt, erfreut sie sich dennoch einer großer Beliebtheit: Planspiele werden in Schulen, bei Trägern der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung und nicht zuletzt in der universitären Ausbildung mit großer Resonanz angewendet.

Denn sie ermöglichen Jugendlichen und Erwachsene, sich aktiv mit einem Unterrichtsthema oder einer politischen Frage auseinanderzusetzen, d.h. sie ermöglicht ein hohes Maß selbstbestimmten Lernens. Zudem zeigen Untersuchungen, dass durch die Methode die Teilnehmenden vielmehr an Lernstoff behalten bzw. nachhaltig bearbeiten als durch andere gängige Methoden: die Behaltensquote liegt bei 90 % und übertrifft die Behaltensquote bei Frontalunterricht mit 50 % bei weitem. Zugleich werden Schlüsselqualifikationen in den drei Dimensionen: Fachliche Kompetenz- methodische Kompetenz und soziale Kompetenz vermittelt, als auch die Fähigkeit zu vernetzten ganzheitlichen Denken und Handeln geschult.

Pädagogische Ziele von Planspielen.Pädagogische Ziele von Planspielen. (© bpb)
Diese spielerische Methode wird jedoch in der Schule noch recht wenig angewendet. Denn für die Lehrkräfte gibt es noch zu wenig Materialien, die in der Schule schülergerecht sowie lehrplanorientiert und in dem entsprechenden Zeitkorsett durchgeführt werden können.

Dieses Dossier will neben der umfangreichen Neuauflage der Datenbank zu Planspielen der Bundeszentrale für politische Bildung dazu beitragen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Bildungsarbeit zu ermutigen, diese Methoden in ihren eigenen Arbeitszusammenhängen verstärkt einzusetzen.

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