Büroutensilien

Im Praxistest: Global Governance am Beispiel der Klimapolitik


20.5.2016
Spätestens seit sich zerstörerische Hurrikane, sengende Sommerhitze und milde Winter häufen, ist der Klimawandel in aller Munde. Die Prognosen für die Zukunft klingen nicht weniger bedrohlich: Mittlerweile haben die meisten Staaten der globalen Gemeinschaft die Gefahren des Klimawandels erkannt und bemühen sich im Rahmen gemeinsamer Konferenzen wie der COP 21 in Paris im November 2015 verbindliche Lösungen zu finden.

Konzeption der Materialien



Bei den Materialien handelt es sich erstens um einen Artikel von Dagmar Kiyar zum Thema "Internationale Klimapolitik. Ein komplexes Feld mit vielschichtigen Akteuren" und zweitens um eine vom teamGLOBAL erstellte Simulation zum Thema "Globale Verhandlungen über eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen". Beide Materialien bieten sich für einen Einsatz ab der 10. Klasse in den Fächern Politik oder Sozialkunde an. Frau Kiyar stellt übersichtlich und gut verständlich die zentralen Akteursgruppen der jährlichen Klimakonferenzen (COP) sowie deren Positionen und Ziele dar. teamGLOBAL, von 2004 bis 2014 ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung, hat ein Rollenspiel konzipiert, in dem die Teilnehmenden für die Dauer der Simulation Verhandlungsführer eines von acht Ländern (Australien, Brasilien, China, Indien, Japan, Nigeria, Russland, USA) und der EU im Rahmen eines UNFCC-Prozesses (United Nations Framework Convention on Climate Change) sind. Ihre Aufgabe ist es, mit ihren Kolleginnen und Kollegen über ein Abkommen zu verhandeln, das die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 deutlich reduzieren soll. Die Simulation-Materialien beinhalten eine kurze Sachinformation zum Thema der Verhandlung, die Aufgabenstellung, Rollenkarten, Übersicht über acht Länder und die EU im Vergleich und einen Verhandlungsbogen in Kurz- oder Langversion (Möglichkeit der Binnendifferenzierung). Ferner gibt es noch ein Informationsblatt für Lehrkräfte, in der Hinweise zum Ablauf der Simulation und Leitfragen für die Auswertung genannt werden.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht



Als Einstieg formulieren die Schülerinnen und Schüler Leitfragen zum Thema "Globale Klimapolitik". In einem ersten Erarbeitungsschritt – als Vorbereitung der Simulation – befassen sich die Lernenden mit den Akteuren des UNFCC-Prozesses. Sie setzen sich kooperativ in 5er-Grupen mit dem Artikel auseinander (USA und die JUSSCANNZ-Gruppe/Umbrella Group, EU; "Entwicklungsländer", Parallel Tracks, IGO/NGO) und vervollständigen arbeitsteilig als Sicherungsgrundlage ein Ergebnispapier, das die einzelnen Gruppen und ihre Mitglieder sowie deren Positionen und Ziele festhält. Die anschließende Simulation setzt sich aus einen Vorbereitungs-, Durchführung- und Nachbereitungsphase zusammen, die grundsätzlich selbstständig von den Schülerinnen und Schülern gestaltet werden können. Die Lehrkraft sollte den Lernenden zunächst das Thema und den Ablauf des Rollenspiels erläutern, bevor die Rollenkarten verteilt und mit der Vorbereitung der Simulation gestartet wird. Die Moderation der Simulation übernimmt ein Schüler, bzw. eine Schülerin, die in die Rolle des Generalsekretärs des Sekretariats der UNFCC schlüpft. Die Auswertung kann von der Lehrkraft übernommen werden oder auch in den Händen des Generealsekretärs verbleiben. Zum Abschluss des Lernschrittes sollte zu den Leitfragen der Lernenden zurückgekehrt und überprüft werden, ob und wie diese nach Abschluss der Stunden beantwortet werden können.

Anregungen



Den gesamten Lernschritt im Unterricht zu realisieren, bedarf ausreichend Zeit. Für die Analyse der zentralen UNFCC-Akteursgruppen sollten bei ausreichender Sicherung der Arbeitsergebnisse circa ein bis zwei Unterrichtsstunden veranschlagt werden. Das Rollenspiel benötigt ungefähr eine Stunde zur Vorbereitung, wenn die Gestaltung der Rollen in die Hausaufgaben gelegt wird, zwei Unterrichtsstunden zur Durchführung der Simulation und eine Stunde für Sicherung und Transfer. Ferner müssen die Materialien vom teamGLOBAL unbedingt im Vorfeld von der Lehrkraft aktualisiert werden! Grundsätzlich eignen sich die Materialien jedoch – gerade in der Kombination – ganz hervorragend zur Bearbeitung des Themenschwerpunkts "Global Governance am Beispiel der Klimapolitik". Als Ergänzung des Lernschrittes kann die Dokumentation "Das Paris-Protokoll. Wie Weltpolitik gemacht wird" hinzugezogen werden, die anlässlich der COP 21 in Paris Akteure der Konferenz begleitet. Hier hätten die Lernenden reale Teilnehmende der Verhandlung vor Augen und könnten deren Rollenverhalten diskutieren und mit ihrem Agieren während der Simulation vergleichen.

Zugriff



Unter http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/klimawandel/38535/akteure und http://www.bpb.de/veranstaltungen/netzwerke/teamglobal/67515/simulation-kyoto-ii stehen die einzelnen Materialien kostenlos bereit. Der Filmbeitrag findet sich ebenfalls kostenlos unter http://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Wie-Weltpolitik-gemacht-wird,sendung457732.html.



 
Blick ins Konferenzzentrum des Klimagipfels in Doha (Katar) am 08.12.2012. Der UN-Klimagipfel ringt um Minimalkompromisse im Kampf gegen die Erderwärmung, um zumindest geringe Erfolge während der zweiwöchigen Konferenz zu erzielen.Klimapolitik

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