Büroutensilien

28.7.2016 | Von:
Myoung-Le Seo

Im Praxistest: fluter: Handel (Heft Nr.50)

Organe, Aktien, TTIP, Darknet – der globalisierte Weltmarkt kennt mittlerweile keine Ausnahmen. Alles kann zur Ware werden und virtuell oder in Echtzeit Grenzen passieren. Aber wie steht es um die sozialen, arbeitsmarkt- und umweltpolitischen Standards? Dass die Effekte der Globalisierung jeden alltäglichen Aspekt der Lebenswelt der Jugendlichen berührt, ist keine Neuigkeit. Was Verantwortung des Verbrauchers bedeutet, "was ein Schwein in Deutschland mit dem Regenwald in Brasilien zu tun hat" und welche Konsequenzen wie zusammenhängen, können Schülerinnen und Schüler in diesem fluter-Heft erfahren.

Konzeption des Materials

fluter Heft Nr. 50 Handelfluter Heft Nr. 50 Handel (© bpb)
Das Heft ist in zwanzig Artikeln auf 49 Seiten vor allem als Hintergrundmaterial für die Lehrkraft oder auch als Informationsmaterial in der Sekundarstufe II für Schülerinnen und Schüler geeignet. Es ist anhand von aktuellen Themen schülerorientiert aufbereitet. Ergänzend sind die Artikel ansprechend illustriert und mit kleinen Informationstexten, Fakten und Zahlen unterfüttert, die die Problemorientierung zuspitzen. Reißerische Titel und Thesen motivieren die Schülerinnen und Schüler sich mit dem Artikel auseinanderzusetzen.

Die Themen aus dem internationalen, vielfältigen Markt sind in drei große Leitfragen bzw. Kapitel unterteilt: 1. Was wir handeln, 2. Wie wir handeln" und 3. Was Handel mit uns macht.

Dabei stehen abgesehen von den drei Oberkapiteln die Artikel für sich und thematisieren Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung, Handelskonzepte und Fragen der Verantwortung und Gerechtigkeit auf den Weltmärten (in Berlin, Brasilien, Russland, Ägypten usw.).

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht und Anregungen

Angesichts der Komplexität und Bandbreite, die das Thema Globalisierung und Handel eröffnet, ist es sinnvoll exemplarisch anhand von Waren, Märkten und Ländern verbunden mit konkreten Schicksalen und der Problemhaftigkeit bzw. einhergehenden Kontroversen vorzugehen. Das Heft lässt sich dabei inhaltlich in den Oberstufenunterricht des vierten Qualifikationssemesters in Politikwissenschaft einordnen, aber auch reduziert und eingeordnet in der Sekundarstufe I einsetzen.

Das Heft kann sehr situativ eingesetzt werden. Entweder als Hintergrundmaterial für die Schülerinnen und Schüler als Ganzes, auf das im Laufe der Reihe in Auszügen zurückgegriffen werden kann oder um Unterrichtsanregungen für die Lehrkraft zu sammeln.

Ein ausgewählter Fall (z.B. "Let’s meat") eignet sich insbesondere, um daran die wesentlichen Akteure, globalen Zusammenhänge und Mechanismen exemplarisch zu erarbeiten, diskutieren und politisch zu beurteilen.

Die meisten Artikel sind als eindeutig positionierte problematisierende Stellungnahme verfasst und müssen daher mit Gegendarstellungen im Unterricht ergänzt werden, um eine differenzierte Urteilsbildung zu gewährleisten.

Die eingeschobenen Informationen mit Zahlen und Fakten zu den Artikeln können im Einstieg bspw. über die vier Ecken-Methode einen ersten aktivierenden Impuls in die Thematik bzw. in die Fallanalyse geben: z.B. "Wie viel Kilogramm aß [rein rechnerisch] jeder Bundesbürger im Jahr 2012?"; "Unter Darknet versteht man …" (mit jeweils vier vorgegebenen Antwortmöglichkeiten). Diese Methode ist aktivierend, weckt Neugier bei unerwarteten Antworten und stellt unmittelbar den Bezug zur eigenen Person und Lebenswelt her. Zudem können Schülerinnen und Schüler für den Verlauf der Reihe Vermutungen über die Hintergründe, bzw. Begründungszusammenhänge der Antworten formulieren und im Laufe der Unterrichtssequenz abgleichen.

Die Artikel erfordern je nach Lerngruppe die Aufbereitung für den sprachsensiblen Unterricht, indem z.B. ein Glossar mit den verwendeten politikwissenschaftlichen Fachkonzepten ergänzt wird. Für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler ist die Didaktisierung der Texte, sowohl durch Kürzen als auch Vereinfachen der Artikel sinnvoll.

Zuletzt ermöglicht der inhaltliche Bogen, der im Heft zum fairen Handel ("Und das soll gerecht sein?") und den Konsequenzen für den Verbraucher geschlagen werden, einen ähnlichen Abschluss in einer Unterrichtsreihe zu Globalisierung und wirtschaftlichen Verflechtungen, die am Ende beim Verbraucher ankommen aber auch vom Verbraucher abhängig sind. Hier bietet sich eine Diskussion an zur handlungsorientierten Frage, nach welchen Kriterien ein "faires Gütesiegel" vergeben werden sollte und wie dies auf einem liberalisierten Markt zu bewerkstelligen ist.


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