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Im Praxistest:Themenblätter im Unterricht (Nr. 70) – US-Präsidentschaftswahl 2008

25.10.2016
Der diesjährigen Präsidentschaftswahl in den USA kann man sich kaum entziehen. Dies gilt umso mehr, als dass das Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump von einer beispiellos aggressiven Wahlkampfrhetorik begleitet wird, die Sachfragen oft in den Hintergrund treten lässt. Die starke Polarisierung der politischen Lager im US-Wahlkampf und die hochmedialisierte Wahlkampfstrategie beider Präsidentschaftsanwärter schlägt sich auch in den sozialen Netzwerken nieder und führt dazu, dass auch hierzulande kaum eine Schülerin und kaum ein Schüler vom US-Wahlkampf unberührt bleiben. Die vorliegenden Themenblätter bieten eine gute Grundlage, um das dadurch vorhandene Interesse aufzunehmen und für eine vertiefte Auseinandersetzung mit demokratischen Systemen nutzbar zu machen.

Konzeption des Materials



Das vorliegende Arbeitsmaterial wurde zwar für die Präsidentschaftswahlen 2008 konzipiert, ist aber durch die recht allgemein gehaltenen Arbeitsaufträge auch im Jahr 2016 einsetzbar. Neben der Lehrerhandreichung beinhaltet das Material zwei Arbeitsblätter für Schülerinnen und Schüler. Die Arbeitsblätter stehen sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache zur Verfügung.

Inhaltlich sind die Arbeiterblätter in vier Themenblöcke gegliedert. Im ersten Teil werden die Anforderungen an einen Präsidentschaftskandidaten thematisiert und anhand eines Kurztextes und einer Karikatur problematisiert. Es folgt die Beschäftigung mit dem Verlauf des Wahlkampfes von den Vorwahlen bis hin zur eigentlichen Präsidentschaftswahl in Form eines Lückentextes. In Block drei werden die Eigenheiten US-amerikanischer Fernsehdebatten an einem konkreten Beispiel erarbeitet und in Block vier sollen zentrale Unterschiede hinsichtlich der Organisation und Durchführung der Wahlen zwischen den USA und Deutschland herausgestrichen werden.

Das Material richtet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Dies gilt vor allem für die Aufgabenbereiche 3 und 4, da der Vergleich des Wahlkampfes und des politischen Systems in Deutschland und den USA relativ viel Vorwissen erfordert. Sollten die Schülerinnen und Schüler nicht über einen ausreichenden Kenntnisstand verfügen, können die Schülerarbeitsbögen um Texte und Schaubilder aus der Lehrerhandreichung ergänzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass sich zum Beispiel "der Fahrplan" zeitlich noch auf den Wahlkampf von 2008 bezieht und das Material aktualisiert werden muss. Jedoch können die Materialien bei entsprechender sprachlicher und inhaltlicher Entlastung durchaus auch im Unterricht der höheren Jahrgangstufen der Sekundarstufe I eingesetzt werden.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht und Anregungen



Die Themenblätter lassen sich curricular mit einer Sequenz zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland verknüpfen (Vergleich demokratischer Systeme). Hier bietet insbesondere der zweite Block die Grundlage für einen Vergleich. Da die Schülerinnen und Schüler dabei über Detailwissen zum Ablauf einer Bundestagswahl verfügen müssen, ist es ratsam, dass zusätzliche Sachtexte bereitgestellt werden oder alternativ der Zugang zu weiteren Recherchemedien (Internetzugang) besteht. Dies ist auch für den vierten Block sinnvoll, um die vorliegenden Informationen zu ergänzen. Aufgrund der hohen Aktualität des Themas ist es jedoch auch gerechtfertigt, die Themenblätter in einer losgelösten Sequenz in Form von "aktuellen Stunden" einzusetzen. Die Zweisprachigkeit der Arbeitsblätter bietet zusätzlich die Möglichkeit zu einem binnendifferenzierten Unterrichtsarrangement, in dem es den Schülerinnen und Schülern freigestellt ist, welchen sprachlichen Zugang sie wählen.

Die Fokussierung auf die US-amerikanischen Fernsehdebatten können schnell und einfach um aktuelle Ausschnitte aus den TV-Debatten zwischen Clinton und Trump ergänzt werden. Gesamtduell und Zusammenfassungen stehen dabei sowohl auf Internetplattformen wie YouTube (meist in englischer Sprache) als auch in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten (in deutscher Sprache) zur Verfügung. Die Analyse, beispielsweise der Gesprächstechniken, kann dann für einen Vergleich nutzbar gemacht werden. Wie eingangs erwähnt, hat sich der Wahlkampf in den USA seit dem Jahr 2008 stark auf Plattformen der sozialen Medien ausgeweitet. Dieser Tatsache sollte im Unterricht Rechnung getragen werden, weil viele Schülerinnen und Schüler vor allem auf diesem Wege in Kontakt mit dem Thema kommen und sich die Aufgabenstellungen gut um diese zunehmend wichtige Form der Wählerbeeinflussung ergänzen lassen.

Um auch den Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern zu erhöhen und die Präsentationskompetenz zu schulen, könnten in den Erarbeitungsphasen Lernprodukte erstellt werden. So bietet es sich beispielweise an, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Wahl des Präsidenten in den USA und der Wahl des Bundeskanzlers in Deutschland auf Plakaten festzuhalten. Darüber hinaus ist es sinnvoll, jeder Gruppe einen zusätzlichen Betrachtungsschwerpunkt zu geben, sodass die abschließenden Präsentationsergebnisse nicht zu redundant sind. Dieser zusätzliche Schwerpunktbereich könnte sich beispielsweise auf die Wahlkampfstrategie in den sozialen Medien konzentrieren, wobei dann pro Gruppe ein spezielles Wahlkampfmedium näher zu betrachten (Twitter, Facebook, Snapchat, Pinterest, Instagram, vernetzte Apps) ist. In diesem Zuge können auch diverse Internetseiten kritisch unter die Lupe genommen werden. Durch den selbstgesteuerten Rechercheprozess der Schülerinnen und Schüler kann auch die Fähigkeit zur Selbstorganisation geschult werden.

Artikel zum Wahlkampf in den sozialen Medien
https://www.bpb.de/dialog/wahlblog/166544/

Zum Unterrichtsmaterial
Themenblätter im Unterricht (Nr. 70) – US-Präsidentschaftswahl 2008
http://www.bpb.de/shop/lernen/themenblaetter/36574/



 
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