Fahnen der EU-Mitgliedsländer wehen am Eingang zum Europaparlament in Strassburg

22.3.2019 | Von:
Andrea Szukala
Sabine Kühmichel
Cornelius Knab

Modul 1: Du und die EU - Was macht die EU eigentlich und wo betrifft mich das in meinem Alltag?

Wo betrifft mich die EU in meinem Alltag? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Eingangs-Modul. In Form eines Quiz und einem einfachen Text entdecken sie Auswirkungen von EU-Politik in ihrem Alltag. Beispielhaft erarbeiten sie sich, wie Gesetze in der EU gemacht werden und lernen abschließend Vorurteile und Kritik über die EU kennen und beurteilen.

Lernziele

Die Schülerinnen und Schüler …
  • werden für die Reichweite der EU-Politik sensibilisiert und erkennen, wie sich diese konkret in ihrem Alltag auswirkt.
  • können verschiedene Tätigkeitsfelder der EU benennen.
  • sind in der Lage, anhand eines Beispiels den Weg vom Entwurf zum Gesetz nachzuvollziehen und dabei das Zusammenwirken der verschiedenen EU-Organe bei der Entwicklung eines Gesetzes zu erschließen.
  • setzen sich kritisch mit Vorurteilen zur EU im Hinblick auf Intransparenz und Einfluss von Lobbyismus auseinander.
Einstieg Entscheidungsspiel (M 01.01) Was entscheidet die EU?

Screenshot zum Quiz über die Tätigkeitsfelder der EUQuiz zu den Tätigkeitsfeldern der EU (© Team Forschen mit GrafStat)
Im Entscheidungsspiel sollen die Schülerinnen und Schüler in einer Auswahl von echten und angeblichen EU-Bestimmungen beurteilen, ob es die genannten EU-Bestimmungen wirklich gibt oder nicht. Das Entscheidungsspiel steht den Schülerinnen und Schülern in Form einer Online-Abstimmung zur Verfügung, kann jedoch auch klassisch mit einem Arbeitsblatt (PDF-Icon PDF) durchgeführt werden. Für die Lehrkraft steht zur klassischen Durchführung in der Klasse zudem ein Infomaterial (Info M 01.01) mit Anleitung, den Lösungen und weiteren Informationen zur Verfügung.

Überleitung: Im Unterrichtsgespräch wird nochmal zusammengefasst und verdeutlich, dass oft nicht bekannt ist, was die EU wirklich macht und wie sich ihr Handeln auf unser Leben auswirkt. --> Was macht die EU eigentlich konkret?

Erarbeitung Aufgabenbereiche: Was macht die EU eigentlich?

Mithilfe eines Texts über den Alltag eines Jugendlichen (M 01.02) gespickt mit Details, die etwas mit EU-Verordnungen/-Richtlinien zu tun haben, arbeiten die Schülerinnen und Schüler in einem Think-Pair-Share (Methode) verschiedene Auswirkungen von EU-Entscheidungen im Alltag der EU-Bürger/innen heraus und benennen vier bis fünf übergeordnete Aufgabenbereiche/ Tätigkeitsfelder der EU. Die Ergebnisse werden von den Schülerinnen und Schülern auf Kärtchen festgehalten und im anschließenden Unterrichtsgespräch zusammengetragen, diskutiert und nach Kategorien (Aufgabenbereichen) sortiert.

Der Text enthält zudem weiterführende Links mit ergänzenden Informationen die - ebenso wie die schon bekannten Aspekte aus dem Entscheidungsspiel (M 01.01) - ergänzend für die Erarbeitung der Aufgabenbereiche berücksichtigt und genutzt werden können.

Exemplarische Erarbeitung: Wie sieht das konkret aus, wenn eine EU-Verordnung/ EU-Richtlinie umgesetzt wird?

Animationsfilm „Plastikmüll (M 01.03) dient als Beispielproblem, was europäisch geregelt wird, aber in den Ländern unterschiedlich umgesetzt wird bzw. für die Bürgerinnen und Bürger unterschiedliche Konsequenzen hat.

  • Die Plastikmüllrichtlinie wird aus Perspektive unterschiedlicher Personengruppen (z.B. Fischer, Naturschützer, Touristikindustrie, Urlauber etc.) thematisiert.
  • Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Richtlinie und ihren Konsequenzen.
  • Die Ergebnisse werden im Plenum besprochen.
Ergänzender Text: „Vom Entwurf zum Gesetz“ (M 01.04) zeigt auf, wie komplex das Entwickeln und Umsetzen einer EU-Verordnung bzw. EU-Richtlinie ist und dass neben den EU-Organen und Ländern auch Lobbyisten durch Beratungstätigkeit Einfluss auf die letztliche Ausgestaltung der Verordnungen/ Richtlinien haben.

Zwischenfazit --> Wissen über Aufgaben und Arbeit der EU ist bei Schülerinnen und Schülern (bzw. allgemein) eher gering, die Umsetzung von Richtlinien und Verordnungen recht komplex nicht unbedingt transparent. Stichwort: Intransparenz, Lobbyarbeit

Vertiefender Text:
Sprechblasen mit Vorurteilen über die EUVorurteile über die EU?! (© Team Forschen mit GrafStat)
Abschließend erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in der 5-Schritt-Lesemethode den Text "Die EU – ein politisches Ungetüm hinter verschlossenen Türen?" (M 01.05) zu Intransparenz, Lobbyismus und Demokratiedefizit und setzen sich kritisch damit auseinander, dass die Komplexität auch Basis häufiger Vorurteile über die EU sein kann.


Zusatzmaterial: Experteninterview PD Dr. Freise zum Demokratiedefizit in der EU

Interview Dr. Matthias FreiseInterview Dr. Matthias Freise (© Team Forschen mit GrafStat)
In einem Interview erläutert PD Dr. Matthias Freise vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster mögliche Gründe für ein Demokratiedefizit in der EU und diskutiert Möglichkeiten zur Überwindung des Demokratiedefizits. Das Interview greift viele Aspekte der anderen Materialien nochmals auf und ergänzt diese. Damit ermöglicht das Interview sowohl eine Festigung des bisher Gelernten als auch eine Vertiefung zum Thema Demokratiedefizit.

Fazit zu Modul 1: Den Schülerinnen und Schülern wird bewusst, dass das Wissen über die EU eher diffus ist und die EU (Aufgaben/Arbeit) oft recht intransparent erscheint. Was heißt das nun für mich und mein Wissen über die EU? (--> Überleitung zu Modul 2)

Eine tabellarische Übersicht der Planung des Moduls steht als PDF-Icon PDF-Datei zur Verfügung.