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Interview

Methoden

2.6.2004
Die Attraktivität des Unterrichtsfaches Politik/Sozialkunde kann in erheblichem Maße dadurch gesteigert werden, dass den Jugendlichen motivierende Aufgaben gestellt und Raum für Eigenaktivitäten geschaffen wird. Die unterrichtsmethodischen Vorschläge haben das Ziel, die methodischen Handlungsmöglichkeiten der Lehrperson deutlich zu erhöhen.

Die Attraktivität des Unterrichts im Fach Politik bzw. Sozialkunde kann in erheblichem Maße dadurch gesteigert werden, dass den Jugendlichen motivierende Aufgaben gestellt und Raum für Eigenaktivitäten geschaffen wird. Die vor allem am Beispiel der Unterrichtsreihe "Bundestagswahl im Unterricht – Wählerbefragung mit GrafStat" und der beiliegenden CD-ROM "Wahlanalyse und Wahlprognose 2005" erstellten 51 unterrichtsmethodischen Vorschläge haben das Ziel, die methodischen Handlungsmöglichkeiten der Lehrperson deutlich zu erhöhen.

Ein weiterer Vorteil der methodischen Vielfalt: Die an einem Thema exemplarisch erlernten methodischen Fähigkeiten und Fertigkeiten lassen sich auf andere Themen der politischen Bildung übertragen. Zudem bietet sozialwissenschaftlicher Unterricht die Chance, die empirisch-analytische Denkweise der naturwissenschaftlichen Fächer und die hermeneutische Zugangweise der Geisteswissenschaften miteinander zu verbinden und dadurch die Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler insgesamt zu fördern. Jugendliche, die am konkreten Fall ihre methodischen Kompetenzen entwickelt haben, sind urteils- und handlungsfähige Subjekte, die sich in politischen Entscheidungsfällen verantwortungsvoll verhalten können.

Die hier vorgestellten Unterrichtsmethoden umfassen Beispiele aus den Bereichen Informationsgewinnung und -verarbeitung, Recherche, Üben/Wiederholen und Argumentation. Als Makromethoden werden beispielsweise Interviews, Artikel für die Schüler- bzw. Lokalzeitung schreiben, Radiobeitrag produzieren oder auch Erkundung oder Expertenbefragung vorgestellt. Den Abschluss einer Projektreihe kann eine Qualitätskontrolle durch die Projektevaluation bilden. Zu den Methoden gibt es jeweils didaktische Hinweise für die Lehrpersonen und thematisch ausgerichtete Arbeitsblätter für die Schüler/Schülerinnen, die als PDF-Dateien zum Ausdruck zur Verfügung stehen. Obwohl die Unterrichtsmethoden hier konkret auf das Thema "Wahlanalyse und Wahlprognose 2005" bezogen werden, können aber auch beliebige Texte und Beispiele zu anderen Unterrichtsthemen ausgetauscht werden!

Urteilsbildung



Außerdem wird das schwierige Thema angegangen, wie Urteilsbildung in der politischen Bildung methodisiert werden kann. Gerade dieser Beitrag trägt zur Stärkung des handelnden Subjektes bei und festigt außerdem die Stellung des Faches im Curriculum der Schule. Hier wird erstmals der methodische Nachweis erbracht, wie Urteilsbildung im Unterricht didaktisiert werden kann. Gleichzeitig wird das Überwältigungsverbot der politischen Bildung und der Grundsatz beachtet: Was in der Gesellschaft kontrovers ist, muß auch im Politikunterricht als Kontroverse erkennbar sein. Umgekehrt werden Schüler in die Lage versetzt, politische Urteile von Lobbyisten auf ihre Einseitigkeit hin zu analysieren und auf der Basis von mehreren kontroversen Urteilen selber zu einer Einschätzung der Fakten und der Kriterien, die für ein verantwortungsvolles Urteil relevant sind, zu kommen.

Die Qualität des Gesamturteils der Schülerinnen und Schüler kann auf diese Weise sichtbar gesteigert werden. Zudem gelingt es, der Lehrperson Wege aufzuzeigen, wie er/sie selber begründet einen Standpunkt (Urteil) vertreten kann (wenn es erforderlich ist), ohne dadurch die Schüler/innen in ihrer Urteilsbildung durch Parteilichkeit zu beeinflussen. Vielmehr kann bei gekonnter methodischer Anlage des Unterrichtes ein Wettbewerb der "Gerichtshöfe der Vernunft" beginnen, bei dem nicht die Position oder Person zählt, sondern die Tragfähigkeit der Argumente. Ein umfangreiches Angebot zum Komplex der Urteilsbildung findet sich unter dem Stichwort "Fairurteilen" im Angebot www.pbnetz.de.