Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages

5.10.2012

MW 02.15 Vorzüge und Auswirkungen der Verhältniswahl

Vorzüge der Verhältniswahl
  1. Gerechtigkeit: Das Verhältniswahlsystem zeichnet sich durch große Gerechtigkeit aus, da a) jede Stimme den gleichen Erfolgswert aufweist. b) Minderheitengruppen entsprechend ihrer tatsächlichen Stärke repräsentiert werden und c) kein Wähler durch einen Abgeordneten repräsentiert wird, den er nicht gewählt hat.
  2. Spiegelbild der Wählerschaft: Bei reinem Verhältniswahlsystem entsteht ein getreues Abbild der in der Wählerschaft bestehenden politischen Präferenzen.
  3. Keine Wahlkreisgeometrie: Durch die Verrechnung auf Wahlgebietsbasis besteht keine Möglichkeit der Manipulation von Wahlergebnissen durch Wahlkreiseinteilung im Interesse bestimmter Gruppen.
  4. Erforderliche Experten: Die für jedes Parlament notwendigen Experten können über Landeslisten besser abgesichert werden.
  5. Bessere Möglichkeiten für neue Parteien: Die Verhältniswahl ermöglicht neuen Parteien eher den parlamentarischen Zugang und verhindert ein Kartell der bestehenden Parteien.
  6. Verhinderung extremer politischer Umschwünge: In der Verhältniswahl ist es außerordentlich selten, dass extreme Veränderungen im Parteiensystem sich sehr schnell niederschlagen.
Aus: Wichard Woyke: Stichwort Wahlen. Wähler, Parteien, Wahlverfahren, 8., völlig neu bearbeitete Auflage, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1994, S. 37f.

Auswirkungen der Verhältniswahl
  • Koalitionsregierungen
  • Gerechte Repräsentation
  • Chancen für neue politische Strömungen
Eigener Text nach: Wichard Woyke: Stichwort Wahlen. Wähler, Parteien, Wahlverfahren, 8., völlig neu bearbeitete Auflage, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1994, S. 38.