Wegweiser zum Wahllokal in Berlin aus dem Jahre 2013

3.8.2017

M 02.08 Teufelskreis sinkender Partizipation

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in diesem Material die Konsequenzen sinkender Partizipation für die repräsentative Demokratie. Der Kreislauf aus sozialer Ungleichheit und sinkender Partizipation wird im Unterrichtsgespräch festgehalten. Besonderer Fokus sollte auf die defizitäre Abbildung der Interessen der sozial schlechter gestellten Menschen gerichtet werden.

Bei dieser Übung geht es darum, dass ihr aus dem Topf zu den drei Fragen die jeweils richtige Antwort findet. So erstellt ihr nach und nach einen Text.
  1. Welche Bevölkerungsgruppen beteiligen sich wie politisch?
  2. Wozu führt eine nachlassende Partizipation bestimmter Bevölkerungsgruppen?
  3. Was könnten mögliche Folgen einer geringeren politischen Repräsentation der Bevölkerungsgruppe der geringverdienenden und weniger gut ausgebildeten Personen sein?
Antworttopf:
  • Nachlassende politische Partizipation ist vor allen Dingen in Bevölkerungsgruppen zu beobachten, die über ein geringes Einkommen verfügen. Menschen mit einem höheren Einkommen beteiligen sich erwiesenermaßen stärker an der Politik, sei es durch Mitgliedschaften in einer Partei oder durch Teilnahme an einem politischen Protest. Außerdem bestimmt Bildung dominant die politische Teilhabe. Politische Beteiligung steigt mit zunehmender Verfügbarkeit über Bildung. So gehen Menschen mit einer besseren Bildung häufiger zur Wahl als weniger Gebildete.

  • Durch eine geringe Repräsentation der Interessen der Bevölkerungsgruppe der geringverdienenden und weniger gut ausgebildeten Personen entsteht ein Teufelskreis. Sie fühlen sich schlecht politisch vertreten und lehnen aus diesem Grund eine Teilnahme an zukünftigen Wahlen ab, da ihre Interessen „ja eh nicht“ berücksichtigt wurden und somit zukünftig auch nicht werden.

  • Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass sich tendenziell jüngere Leute mit einem niedrigeren Bildungsstand weniger politisch partizipieren, als es bei jüngeren Leute früherer Generationen der Fall war.

  • Politische Amtsträger zeigen eine geringere Bereitschaft auf Interessen von Bürgerinnen und Bürgern einzugehen, die politisch nicht partizipieren. Daraus folgt, dass eine Interessenvertretung im politischen System sich zunehmend auf einkommensstarke und gut gebildete Personengruppen beschränkt.

  • Personen, die ihre Interessen in der Politik nicht widergespiegelt sehen, werden zunehmend das Vertrauen in diese verlieren und eventuell sogar gänzlich das politische System ablehnen (Legitimationsdefizit).

  • Durch die geringe Wahlbeteiligung der gesellschaftlichen Gruppen, die ein vergleichsweise geringes Einkommen und/oder über eine geringe Bildung verfügen, erfolgt ein verzerrtes Bild der Interessensabbildung auf politischer Seite. Somit werden die Interessen, vor allen Dingen von Geringverdienern und/oder schlecht ausgebildeten Personen vergleichsweise schlecht abgebildet. Folglich nimmt die Inklusionsfähigkeit der Demokratie ab.

Das Arbeitsmaterial ist hier als PDF-Icon PDF-Datei abrufbar.


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