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30.11.2007

M 02.03 Tipps und Tricks zur Erstellung eines Fragebogens

Diese Auflistung beinhaltet viele Hilfen zur Positionierung und Wahl der Fragen sowie Formulierungshinweise und einen bedenkenswerten Schlussgedanken.

Formulierungshinweise

Achtet auf:
  • klare, verständliche, aussagekräftige und vor allem eindeutige Formulierungen
  • (bewährte Items verwenden, Vergleich mit Musterfragebögen)
  • möglichst kurze Fragetexte
  • Vermeidung von Doppelfragen
  • neutrale Fragestellungen (keine Wertungen oder Suggestivfragen)
  • die Verwendung von logischen und sinnvollen Antwortmöglichkeiten
  • Ausgewogenheit der Antwortmöglichkeiten und auch des Fragebogens insgesamt
  • mit "Aufwärmfragen" beginnen
  • "weiche" Formulierungen anstatt "harte" (z. B. "zu wenig einfallsreich" anstatt "einfallslos" oder "nicht besonders sympathisch" anstatt "unsympathisch")

Wahl von "geschlossenen" oder "offenen" Fragen

"geschlossene" Fragen
  • sind schneller auszufüllen (zeitsparend)
  • ergeben klare Stellungnahmen (vorgegebene Antworten als Artikulationshilfe)
  • erhöhen (durch einheitliche Antwortmöglichkeiten) die Vergleichbarkeit
  • sind leichter und somit auch schneller auszuwerten
"offene" Fragen
  • ergeben u. U. ein genaueres Stimmungsbild (ermöglichen Begründungen)
  • erfassen neue Aspekte, die man bei der Erstellung des Fragebogens evtl. nicht bedacht hat
  • erhöhen den Aufwand bei der Auswertung, da sie nicht mit dem Computer auszählbar sind

Positionierung der Fragen bzw. Antworten

Fragen
  • Am Anfang sollten einfach zu beantwortende Fragen stehen, um die Gesprächsbereitschaft zu wecken.
  • Persönliche und heikle Fragen eher in der Mitte, am Anfang stehend könnten sie zur Ablehnung der gesamten Befragung führen.
  • Fragen zur Person (demographische Angaben) gehören ans Ende (geringe Motivationsgrenze).
  • Schwierige Fragen sollten in der Mitte des Fragebogens platziert werden, weil dort die Aufmerksamkeit am größten ist.
  • Allgemeine Fragen sollten vor den speziellen stehen, um in die Thematik einzuführen.
  • Ebenso ist es sinnvoll, einfache Fragen vor den komplizierteren zu stellen, um einen guten Einstieg in den Themenkomplex zu erreichen.
  • Nicht zu viele Fragen stellen (z.B. bei einer Telefonbefragung max. 20).
Antworten
  • positive Antwortmöglichkeiten werden den negativen häufig vorgezogen
  • die zweite bzw. die letzte Alternative hat einen höheren Erinnerungswert (beide Tendenzen gleichen sich aus, wenn die positive Antwortmöglichkeit zuerst genannt wird.)
Schlussgedanke:
Orientiert euch an bewährten Fragebögen und guten Beispielen. Habt nicht den Ehrgeiz, das Rad neu zu erfinden. Passt einfach Musterfragebögen an das eigene Projekt an!