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15.1.2008

M 06.06 Gemeinsam (religiöse) Feste feiern

Eine gute Möglichkeit, etwas über die Bräuche und Traditionen verschiedener Kulturkreise kennen zu lernen, ist das gemeinsame Feiern religiöser Feste. Dazu könnt ihr auch eure Eltern einladen, die vielleicht typische Speisen und Getränke mitbringen und erzählen, wie sie die Feste früher (eventuell außerhalb Deutschlands) in ihrer Familie gefeiert haben.

Die Feiern können entweder in der Schule stattfinden oder auch in der jeweiligen Kirche, Moschee bzw. anderen religiösen Orten.

Die folgenden Informationen geben euch einen ersten Überblick über die wichtigsten religiösen Feste ...

... im Christentum

Für die Christen in aller Welt ist Ostern das "Fest der Feste". Nicht Weihnachten, wie viele meinen, sondern Ostern ist der Höhepunkt des Kirchenjahres und hier wiederum die Osternacht, die eigentliche Feier der Auferstehung von Jesus. Mit dem Gründonnerstag beginnen die österlichen Tage, er erinnert an das "letzte Abendmahl", das Abschiedmahl, das Jesus am Abend vor seinem Tod mit seinen Jüngern hielt. Am Karfreitag gedenken die Christen der Kreuzigung Jesu.

Das christliche Pfingstfest ist das Fest der "Ausgießung des Heiligen Geistes" und der Gründung der Kirche und das letzte Fest des Osterfestkreises.

Weihnachten ist im Kirchenjahr neben Ostern und Pfingsten eines der drei Hochfeste. Die Christen feiern an diesen Tagen die Geburt Jesu. Hauptfeiertag ist der 25. Dezember, der am Abend vorher - dem Heiligen Abend - festlich eingeleitet wird.

... im Judentum

Mit dem Rosh ha-Shanah, dem jüdischen Neujahrsfest, wird eine Zeit der Reue und Umkehr eingeleitet, die am Yom Kippur, dem Versöhnungstag, endet. Während die meisten jüdischen Feiertage ihren Ursprung in historischen Ereignissen haben, sind Rosh ha-Shanah und Yom Kippur rein religiöse Feste. Nach traditioneller Vorstellung wird am Rosh ha-Shanah, dem "Kopf des Jahres", das Buch des Lebens aufgeschlagen und ein Urteil über den Lebenswandel des Menschen geschrieben. Die folgenden zehn Tage dienen der tätigen Reue, Versöhnung und Umkehr: Streitigkeiten und Unfrieden sollen beseitigt, schlechtes Verhalten und schlechte Gedanken bereut werden.

Am Yom Kippur, dem höchsten religiösen Fest des Judentums, wird das Urteil besiegelt und das Buch geschlossen. In den Synagogen, die in dieser Zeit in weißer Farbe gehalten sind, wird am Yom Kippur aus dem Buch Jona gelesen: Der Prophet Jona sprach vor den Bewohnern der Stadt Ninive von dem Strafgericht Gottes. Diese bereuten daraufhin ihre Sünden und wurden gerettet.

... im Islam


Der Fastenmonat Ramadan gehört zu den fünf Säulen des Islam. Die anderen vier Säulen sind: das Glaubensbekenntnis, das rituelle Gebet, die Sozialabgabe und die Wallfahrt nach Mekka. Das Ramadanfasten ist eine Pflicht von der ein Muslim nur unter ganz bestimmten entbunden werden kann. Der Höhepunkt des Ramadan ist die "Nacht der Bestimmung" (Lailat-ul Qadr), in welcher dem Propheten Muhammad nach der islamischen Heilsgeschichte und Lehre die erste Sure des Koran herabgesandt wurde. Dreißig Tage lang sind alle Muslime - Sunniten wie Schiiten gleichermaßen - aufgerufen enthaltsam zu sein, und sich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang von allen Genüssen fern zu halten. Nach Sonnenuntergang wird das Fastenbrechen durchgeführt, indem man eine Dattel isst oder Wasser trinkt. Der Fastenmonat endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens ('Id-ul Fitr). Hierzu gehört nicht nur das Fest selber sondern auch eine spezielle Abgabe an Arme, die Zakat-ul-fitr, die noch vor dem Fest gegeben werden sollte.

... im Hinduismus

Durga Puja gehört zu den großen Festen des Hinduismus und wird von Hindus auf der ganzen Welt - auch in Deutschland - gefeiert. Die eigentlichen Festlichkeiten und Zeremonien dauern zehn Tage, von denen die ersten vier in Gemeinschaft mit anderen Gläubigen verbracht werden. Durch die rituelle Erweckung der Durga am ersten Tag der Feierlichkeiten wird die Göttin eingeladen während der gesamten Festtage anwesend zu sein. In dieser Zeit ehren die Gläubigen die Göttin unter anderem durch rituelle Bäder, neue und reichbestickte Kleidung, Gebeten und Opfern in Tempeln sowie feierlichen Prozessionen, bevor die Durga am letzten Tag rituell verabschiedet wird.

... im Buddhismus

Vesakh ist das wichtigste Fest im Buddhismus. In der Theravada-Tradition fällt am "dreimal heiligen" Vesakh-Fest die Geburt des Buddha, sein Erwachen (bodhi) in Bodh Gaya und sein Eingang ins Nirvana (Verlöschen) zusammen. Andere Traditionen und Schulen feiern nur das Erwachen. Im Mahayana-Buddhismus werden die drei Ereignisse aus dem Leben des Buddha an verschiedenen Tagen gefeiert (Hanamatsuri, Bodhi-Tag und Parinirvana)

Auch in Deutschland wird Vesakh von vielen buddhistischen Gemeinschaften gefeiert. Dabei ist die Tendenz zu beobachten, dass auch Buddhisten aus anderen Schulrichtungen an diesem Fest teilnehmen und Vesakh so zu dem zentralen Feiertag aller Buddhistinnen und Buddhisten wird. Nach der Datierung des westlichen Buddhismus fällt das Vesakh-Fest auf den ersten Vollmondtag im Mai. Jedoch variieren je nach Region und Gemeinde die Termine von Anfang Mai bis Mitte Juni.

Weitere Informationen im Internet

Feste der Religionen
http://www.feste-der-religionen.de
Eine Übersicht der Religionswissenschaftlerin Kerstin Probiesch mit Beschreibungen ausgewählter religiöser Feste und Feiertage, Beschreibungen und Links zu biografischen Festen (Rituale der Taufe, Namensgebung, Hochzeit, Tod), Linksammlungen, z.B. afrikanische und asiatische Feste und Feiertage, Informationen zur Symbolik, z.B. Farbensymbolik. Ein interkultureller und interreligiöser Festkalender für das laufende Jahr, der ständig erweitert wird, enthält Daten weltweiter religiöser Feste und Feiertage. Viele dieser Feste werden inzwischen auch in Deutschland gefeiert.

Informationsplattform Religionen
http://www.religion-online.info
Die Informationsplattform Religion ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes e. V. REMID in Marburg.