Turnschuhe

30.11.2007

M 06.09 Sich gegen Diskriminierung wehren

Das Material gibt Tipps für den Umgang mit Diskriminierungserfahrungen und die Dokumentation von Fällen im persönlichen Umfeld der Jugendlichen.

Kennt ihr jemanden, der wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe, seines ausländischen Namens ungleich behandelt wurde? Habt ihr selbst oder jemand aus eurem Bekanntenkreis erlebt, dass jemand wegen seiner Religion, einer Behinderung oder seines Geschlechts benachteiligt wurde?

Seit 2006 gilt in Deutschland das Allgemeine Gleichstellungsgesetz, das Schutz vor Benachteiligungen wegen Rasse, Religion, Alter, Behinderung, Geschlecht oder der sexuellen Ausrichtung bieten soll. Bei vielen der unten genannten Einrichtungen und Initiativen findet ihr weitere Informationen und die Möglichkeit, ungleiche Behandlungen anzuzeigen oder euch dagegen einzusetzen.

Antidiskriminierungsstelle des Bundes
http://www.antidiskriminierungsstelle.de

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) unterstützt auf unabhängige Weise Personen, die Benachteiligungen erfahren haben, die rassistisch motiviert sind oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität erfolgt sind. Die ADS kann insbesondere
  • über Ansprüche informieren
  • Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens im Rahmen gesetzlicher Regelungen zum Schutz vor Benachteiligungen aufzeigen
  • Beratungen durch andere Stellen vermitteln und
  • eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten anstreben.
Fragebogen zur Erfassung von Diskriminierungsfällen
http://www.diskriminierung-melden.de
Auf dieser Internetseite des Anti-Rassismus-Informations-Centrums ARIC-NRW e.V. und der AntiDiskriminierungsBüros NRW gibt es ein Formular zur Erfassung rassistisch motivierter Diskriminierungsvorfälle. ARIC-NRW e.V. ist seit über 10 Jahren eine praxisorientierte Anlaufstelle für in der antirassistischen Arbeit Tätige. Die Mitglieder haben es zur Aufgabe gemacht, engagierte Menschen und Initiativen in ihrer Arbeit gegen Diskriminierung und Rassismus auf vielfältige Weise zu unterstützen. Ziel ist es, Maßnahmen und Regelungen zur Gleichstellung gegen rassistische Diskriminierung in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft zu etablieren.

Aktion Courage
http://www.aktioncourage.org/
Diskriminierungen jeglicher Art sind ein Angriff auf die Menschenwürde, meinen die Initiatoren von "AktionCourage" - ein Zusammenschluss von engagierten Bürgern und Organisationen unterschiedlicher Kulturen und Identitäten aus allen Regionen der Welt in Deutschland. "AktionCourage" setzt sich bundesweit gegen Rassismus und für den Dialog mit dem Islam ein - vor allem in der Schule.

GET in - Guide to equal treatment in the private sector (Leitfaden für Gleichbehandlung im privaten Sektor) http://www.getin-online.net
Das Projekt "GET in" - Guide to equal treatment in the private sector (Leitfaden für Gleichbehandlung im privaten Sektor) – kümmert sich vor allem um Diskriminierungsfälle in der Privatwirtschaft, wobei vor allem Fälle im Einzelhandel (beim Einkaufen usw.) und der Finanzdienstleistungssektor (Vergabe von Krediten usw.) behandelt werden. Dabei geht es beispielsweise um eine benachteiligende Behandlung in Verkaufsgesprächen, um die Vertragsgestaltung oder um das "Redlining" (= Verweigerung von Verträgen und Dienstleistungen an KundInnnen aus Stadteilen mit hohem Migrantenanteil) beim Kundendienst bis hin zur Kriminalisierung durch ungerechtfertigten Taschenkontrolle im Kaufhaus. Mit Informationsmaterialien für Betroffene und Beratungsstellen, u.a. Flyer: "Diskriminiert... Was können Sie tun? Ungleichbehandlungen als Kunde/Kundin erkennen und dagegen vorgehen.

Schule ohne Rassismus
http://www.schule-ohne-rassismus.org
Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC) ist ein Projekt von und für SchülerInnen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen. Diese drei Punkte sind das Selbstverständnis einer "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Wollt Ihr zu einer "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage werden, müssen sich mindestens 70 Prozent aller SchülerInnen, LehrerInnen und sonstigen Personen an Eurer Schule persönlich mit ihrer Unterschrift dazu bekennen:
  • Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
  • Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, einander künftig zu achten.
  • Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.
Aktion: Unsere Stadt ohne Rassismus
http://www.schule-ohne-rassismus.org/stadt-ohne-rassismus.html
Wie wäre es, wenn sich nicht nur Eure Schule, sondern Eure ganze Stadt verpflichten würde, sich engagiert gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen? Für die Initiative "Schule ohne Rassismus ist das nicht nur ein Traum – sie hat schon Schülerinnen und Schüler aus Bremen, Chemnitz, Bonn, Friedrichsthal und Gröpelingen motiviert, sich erfolgreich dafür einzusetzen. Die Jugendlichen haben in der Bevölkerung um breite Unterstützung geworben und anschließend mit den Abgeordneten ihrer Stadt diskutiert. Das Ziel war es, schließlich eine Zwei-Drittel-Mehrheit im städtischen Parlament zu gewinnen, damit die Nichtdiskriminierungsagenda nicht nur ein Stück Papier bleibt, sondern das Handeln in der Stadt verändert. Das könnt ihr auch!

Hier, wo ich lebe, will ich wählen!
http://www.wahlrecht-fuer-migranten.de
"Hier, wo ich lebe, will ich wählen!" nennt sich eine von zahlreichen Organisationen unterstützte Initiative, die seit September 2007 das kommunale Wahlrecht für alle Migrantinnen und Migranten fordert, die lange in Deutschland leben.

Die Einführung des kommunalen Wahlrechts ist längst überfällig, sagen die Initiatoren, weil
  • die meisten Migrantinnen und Migranten schon seit vielen Jahren in den Städten unseres Landes leben. Viele sind hier geboren. Sie identifizieren sich mit "ihrer" Stadt und engagieren sich gesellschaftlich vor Ort.
  • Integration nur über politische Beteiligung gelingt! Als Subjekte der Politik können und wollen Migrantinnen und Migranten über die Zukunft der Städte und Gemeinden mitbestimmen.
  • Migrantinnen und Migranten in Rahmen des Betriebsverfassungsgesetzes sich schon längst in den Mitbestimmungsgremien der Unternehmen beteiligen und sich dort genau so engagieren wie ihre deutschen Kollegen.
  • viele Länder in Europa mit dem kommunalen Wahlrecht für Migranten gute Erfahrungen gemacht haben. Wie selbstverständlich können deutsche Staatsbürger in den Städten und Gemeinden des europäischen Auslands mitbestimmen – auch außerhalb der EU!