Schultafel

15.10.2018 | Von:
Sabine Achour
Carsten Koschmieder

Die "gespaltene Gesellschaft"

Herausforderungen und Konsequenzen für Politikunterricht und Schulkultur

"Die gespaltene Gesellschaft": Eine abgrenzende gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Ablehnung von Pluralismus in Deutschland stellen eine Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Welche Chancen und Ansatzpunkte hat hierfür die politische Bildung, wenn sie auf Emotionen, Diskursverschiebungen und Polarisierungen konstruktiv reagieren will?

Um Antworten auf diese Fragen diskutieren zu können, thematisiert der Workshop, woran sich die Polarisierung in der Gesellschaft festmachen lässt und wie das auch konkret die Institution Schule – vom Politikunterricht bis hin zur Schul- und Unterrichtskultur – herausfordern kann. Hier richten sich zu diskutierende Strategien nicht nur an Schüler*innen als Adressat*innen politischer Bildung, sondern auch an Lehrer*innen und das gesamt pädagogische Personal. Die plötzlich geforderte „Neutralität“ von (Politik-)Lehrkräften scheint dabei eher wenig wirksam zu sein, wenn Emotionen, Ideologien der Ungleichwertigkeit und Diskursverschiebungen im Rahmen von politischen Bildungsprozessen aufgegriffen werden sollen. Wie sollen Schüler*innen i.S. des Grundgesetzes und der Schulgesetze für die Demokratie gewonnen werden, wenn neurechte Gruppierungen elementare Grundlagen ihrer pluralistischen Ausprägung ablehnen und zahlreiche gesellschaftliche Gruppen verbal angreifen, ausgrenzen und konkret bedrohen?

Ganz konkret stellt sich die Frage, wem muss Schule z.B. vor den Wahlen (k)ein Forum bieten? Was muss, was kann den Schülerinnen und Schülern zugemutet werden? Was geben „Beutelsebacher Konsens“ und Schulgesetz vor?

Damit Lehrkräfte und Schüler*innen auf diese Fragen Antworten können, muss sich politische Bildung aber verstärkt durch folgende Aspekte auszeichnen, die als Thesen im Workshop diskutiert werden sollen:

  • Angst vor politischer Komplexität aufgreifen: Wissen fördern
  • Politischer Ohnmacht und Wut entgegentreten: Emotionen nutzen
  • Menschenfeindlichkeit abbauen: Kontakte herstellen & Vielfalt als Wert erfahrbar machen
  • Sehnsucht nach gesellschaftlicher Schließung & nationaler Homogenität in Frage stellen: für Pluralismus fit machen
  • Diskursverschiebungen aufdecken: Sprachsensibilität als Grundlage politischer Kultur vermitteln
  • Politische Bildung aus dem schulischen Schattendasein befreien: Stärkung des Faches
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Was hat Bildung mit Demokratie zu tun? Eine ganze Menge! Um die Welt um sich herum zu verstehen, politische Sachverhalte zu durchschauen und sich auch in verzwickten Fragen ein eigenständiges Urteil bilden zu können, muss man vieles wissen. Doch Wissen allein macht noch keinen Demokraten. Was braucht man eigentlich, um in der heutigen Demokratie handlungsfähig zu sein und wie können unsere Bildungseinrichtungen dazu beitragen?

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Grundfragen und Kontroversen

Definitionen

Politische Bildung? Politik? Demokratie? Politische Bildung verhandelt Begriffe und Konzepte, die wir alltäglich verwenden, die in der politischen Praxis eingesetzt oder in der Wissenschaft diskutiert werden. Die spontanen, in der Öffentlichkeit gesammelten Statements zeigen ein Mosaik der Annäherungen an zentrale Begriffe und Bruchstücke von Vorstellungen darüber, was politische Bildung selbst sein könnte.

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Interaktives Wahltool

Wahl-O-Mat

Seit 2002 gibt es den Wahl-O-Mat der bpb. Mittlerweile hat er sich zu einer festen Informationsgröße im Vorfeld von Wahlen etabliert. Hier erfahren Sie, wie ein Wahl-O-Mat entsteht und was seine Ziele sind. Im Archiv können Sie außerdem jeden Wahl-O-Mat der vergangenen Jahre noch einmal nachspielen.

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Film des Monats: The Big Short

Mit The Big Short hat Regisseur Adam McKay Michael Lewis' gleichnamiges Sachbuch über die Finanzkrise 2007/08 verfilmt. Ein paar Außenseiter sehen den Zusammenbruch des US-amerikanischen Bankenwesens voraus und spekulieren an der Börse auf den Crash. So profitieren einige Wenige von der Bankenkrise, während Millionen von Amerikanerinnen und Amerikanern ihre Häuser und Ersparnisse verlieren. Mithilfe von Stars wie Christian Bale, Ryan Gosling und Brad Pitt sowie einer humorvollen, ausgefeilten Filmsprache gelingt es dem Film, die komplexen Hintergründe der Finanzkrise anschaulich zu erklären.

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