Ein Ausstellungsraum der Deutschen Kinemathek Berlin. Audiovisuelle Formate sind in Filmmuseen längst etabliert, setzen sich aber auch in anderen Zusammenhängen mehr und mehr durch.

Audiovisuelle Filmvermittlung

Filme, ihre Ästhetik und ihre Geschichte vermittelt man am besten über Filme. So logisch das klingt, so auffällig ist doch, dass der größte Teil der Filmvermittlung durch Texte geschieht. Wir schreiben über einen Film, eine Szene, einen Stil und versuchen, mit Worten zu erläutern, was wir zuvor gesehen haben. Dieses Paradox löst sich mit immer häufiger anzutreffenden Formen der audiovisuellen Filmvermittlung auf. Sie nutzen Bild, Schnitt und Ton, um etwas über das Bild, den Schnitt und den Ton eines Filmes zu vermitteln. Bei genauerem Hinsehen findet sich eine ganze Kultur audiovisueller Filmvermittlung: Von DVDs, die die Möglichkeit eines nichtlinearen Zugriffs didaktisch nutzen, über Museen, die das Werk eines Regisseurs in Kompilationen innerhalb einer Ausstellung vermitteln, bis zu Filmemachern wie Harun Farocki, der eine Vielzahl von Filmen über Filme gemacht hat. Das Dossier soll einen Überblick über Formen und Geschichte, didaktische Einsatzmöglichkeiten und die mögliche Zukunft der audiovisuellen Filmvermittlung geben. Es soll dazu anregen, sich einer audiovisuellen Welt über das Audiovisuelle zu nähern.

Auch eine Form der Filmvermittlung: Eine Besucherin des Filmmuseums in Potsdam betrachtet eine Reihung von Bildern aus der bekannten Duschszene in Alfred Hitchcocks "Psycho".

Geschichte und Formen

Geschichte und Formen der audiovisuellen Filmvermittlung

Die Vermittlung des Films im eigenen Medium ist älter als man denkt. In der über 100-jährigen Geschichte des Films findet sich eine parallele Geschichte der audiovisuellen Filmvermittlung. Vom Kino über das Fernsehen zu DVD und Internet sucht Michael Baute nach ihren Spuren. Weiter...

Der Philosoph Slavoj Zizek taucht im Film "The Birds" von Alfred Hitchock auf und vermittelt, was er selbst in dem Film sieht - Eine Szene aus "The Pervert's Guide to Cinema".

Mediale Varianten

Varianten Audiovisueller Filmvermittlung

Mit der Ausbreitung visueller Kanäle haben sich auch die Formen audiovisueller Filmvermittlung verändert. Wo liegen die Unterschiede dieser verschiedenen Formen, wo ihre Gemeinsamkeiten? Und was tragen sie dazu bei, Film als Kunst zu vermitteln? Weiter...

Die Filmavantgarde begann schon früh das Medium Film durch sich selbst zu reflektieren. Eine Szene aus Dziga Vertovs "Der Mann mit der Kamera" von 1929. © absolut MEDIEN

Grenzgänge - Der Experimentalfilm als Mittler zwischen Kunst und Film

Die Hochzeit der Avantgarde Kunst fällt mit den Anfängen des Mediums Film zusammen. Was aber können wir von der bildenden Kunst über den Film lernen? Dirk Schaefer über den Blick des Einen auf das Andere. Weiter...

"Der Ärger mit den Bildern"

Drückebergerei vor der Wirklichkeit

Wie wird das Bild im Fernsehen als eigenständiges Ausdrucksmittel genutzt? Was sehen wir im Fernsehen wirklich und wie wird unser Blick gelenkt? Harun Farocki analysiert 1973 im Fernsehen das Fernsehen. Eine Zusammenfassung. Weiter...

Robert DeNiro macht in seiner Rolle als Studioboss Monroe Stahr in "The Last Tycoon" (Der letzte Tycoon, R: Elia Kazan) einfach nur Filme - und Filmkritik sollte aufzeigen, wie das geht, findet Helmut Merker.

Das Verstehen als sinnliches Vergnügen

Was muss eine Filmkritik im Fernsehen eigentlich leisten? Muss sie informieren, zum Kinoabend motivieren oder die Wirkung des Films erläutern? Helmut Merker mit einem bissigen Kommentar zu den Prinzipien dieses Formats und den Unterschieden zu anderen Filmsendungen im Fernsehen. Weiter...

Schule im Kino - Die Filmvermittlerin Stefanie Schlüter bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Veranstaltung "Was ist Kino?" im Arsenal Kino Berlin.

Audiovisuelle Filmvermittlung in der Praxis

Erziehung zum Bild mit Bildern

Die verschiedenen Formen audiovisueller Filmvermittlung schließen auch im Unterricht an der Schule und Universität eine didaktische Lücke. Die Filmvermittlerin Stefanie Schlüter über Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis. Weiter...

Video-Interviews

Gespräche über Filmvermittlung

Ob Filmkritikerin, Filmrestaurator, Sounddesigner oder Filmemacher: Sie alle haben ihre eigenen Vorstellungen, was von Ihrer Arbeit in die Filmvermittlung einfließen sollte - Gespräche mit Martin Koerber, Cristina Nord, Dirk Schaefer und Harun Farocki. Weiter...

Eine Standbild aus Harun Farockis "Zur Bauweise des Films bei Griffith".

Filmemacher als Filmvermittler I

Harun Farocki, Bildforscher und Filmvermittler

Ob Filme, Fernsehfeatures, Überwachunskameras oder die BILD-Zeitung: Das Werk des Filmemachers Harun Farocki ist geprägt von einem Interesse für Bilder. Eine Einführung in die Arbeit eines bildvermittelnden Filmemachers. Weiter...

Experimentalfilme wie jene des Filmemachers Martin Arnold ermöglichen dem Betrachter einen nahen Blick auf die Einzelheiten des sonst eher flüchtigen Mediums.

Filmvermittlung und Bildende Kunst II

"Früher habe ich das mit einem Filmstreifen und einer Lupe gemacht"

Techniken des Experimentalfilms - wie Verlangsamung oder Wiederholungen - können auch in der Filmvermittlung von Nutzen sein. Sie machen Dinge sichtbar, die man sonst übersieht. Ein Gespräch mit Martin Arnold. Weiter...

 

Publikation zum Thema

Kino als Kunst

Kino als Kunst

Kino ist Kunst – aber wie kann es in und außerhalb der Schule als Kunst vermittelt werden? Der französische Filmtheoretiker und Cineast Alain Bergala gibt Antworten und Denkanstöße für die Debatte um kulturelle Filmbildung. Weiter...

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Dossier

Der Filmkanon

Auf Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung wurden 35 bedeutende Werke der Filmgeschichte zusammengestellt. Ziel war es, für das Medium Film zu sensibilisieren und der filmschulischen Bildung in Deutschland Auftrieb zu geben. Weiter... 

Cinema fairbindet

Preisträger 2011: "Bad o meh - Wind und Nebel"

Erster Cinema-fairbindet-Preisträger war im Jahr 2011 der iranische Kinderfilm "Bad o meh - Wind und Nebel". Aus der Perspektive eines kleinen Jungen zeigt Regisseur Mohammad-Ali Talebi darin, wie der Krieg das Leben einer Familie beeinflusst. Märchenhafte, metaphernreiche Szenen und Naturaufnahmen aus dem Norden Irans prägen die Erzählweise. Weiter... 

Filmszene aus dem Film Amelie rennt.

Film des Monats: Amelie rennt

Der Jugendfilm handelt von der abenteuerlichen Bergtour zweier Teenager und thematisiert den schwierigen Umgang mit einer chronischen Krankheit. Kinofenster.de sprach mit Drehbuchautorin Natja Brunckhorst und erklärt die Dramaturgie des Films per Video-Analyse. Zum Film des Monats gibt es Arbeitsblätter für den Unterricht ab Klasse 4. Weiter... 

Kultur

Film und Politik

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden. Weiter...