Dossierbild Film als Teil schulischer Bildung

Film als Teil schulischer Bildung

Obwohl Film als Gegenstand des Unterrichts mittlerweile auch in Lehr- und Bildungsplänen anerkannt wird, fehlt es bislang noch an konkreten didaktischen Konzepten zur schulischen Filmbildung. Als Teil des Kongresses "Vom Kino lernen", der vom 15. bis zum 19. Januar 2009 in Bremen stattfand, widmete sich die interdisziplinäre Tagung "Film als Teil schulischer Bildung", die von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Universität Bremen veranstaltet wurde, insbesondere diesem Themenfeld.

Die Tagung gliederte sich in drei Sektionen, die in thematisch verbundenen Vorträgen und Workshops jeweils einen Aspekt der Filmbildung in der Schule im Detail behandelten. Im Mittelpunkt der ersten Sektion stand die Auseinandersetzung mit dem Filmkanon der Bundeszentrale für politische Bildung sowie Möglichkeiten, mittels der Kanonfilme Filmgeschichte im Unterricht zu vermitteln. Die zweite Sektion fragte nach Methoden, filmische Techniken zu behandeln. Die dritte Sektion schließlich konzentrierte sich auf Filmästhetik und wie diese in verschiedene Fächer eingebunden werden kann.

Diese Dokumentation informiert über die Vorträge und Workshops der Tagung, fasst Diskussionspunkte, Thesen und methodische Vorschläge zusammen und gibt Anregungen für die eigene theoretische wie praktische Arbeit mit Filmen im Schulunterricht.

Die Autoren/innen sind: Alejandro Bachmann (Volontär bpb), Stefan Stiletto, Kirstin Weber (Volontärin bpb) Redaktion: Katrin Willmann (verantwortlich), Kirstin Weber (Volontärin bpb)

Film als Teil schulischer Bildung

Programm

Die Tagung gliederte sich in drei Sektionen, die in thematisch verbundenen Vorträgen und Workshops jeweils einen Aspekt der Filmbildung in der Schule im Detail behandelten. Weiter...

Film als Teil schulischer Bildung

Begrüßung

Begrüßung von Dr. Bernd Hübinger (Bundeszentrale für politische Bildung) auf dem Kongress Film als Teil schulischer Bildung. Weiter...

Werkstattgespräch "Filmkanon"

Beinahe sechs Jahre nach seiner Vorstellung im Juli 2003 sorgt der Filmkanon der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb noch immer für viel Diskussionsstoff. Das Werkstattgespräch im Anschluss an den Vortrag von Ulf Abraham kreiste um die Chancen des Filmkanons im Unterricht sowie die Schwierigkeiten, die sich aus einer solchen Kanonisierungsdebatte ergeben. Weiter...

Filmgeschichte mit Ufa-Klassikern im Unterricht? Zur Integration früher Filmgeschichte in zeitgemäße Curricula

Anhand des "Innovationskonzepts" stellte Martin Leubner eine Methode vor, die Anhaltspunkte für eine Auswahl geeigneter Filme für einen filmgeschichtlichen Unterricht sowie dessen konkrete Durchführung gibt. Weiter...

Erarbeitung konkreter Methoden zum Einsatz des Filmkanons im Curriculum

In seinem Einführungsvortrag umriss Achim Barsch die Kernpunkte von Kanonkonzepten. Von seiner geschichtlichen Herleitung betrachtet sei ein Kanon eng mit der Entwicklung von Maßstäben, Kriterien, Prinzipien, Normen oder Regeln verbunden und impliziere somit eine gewisse Verbindlichkeit. Weiter...

Montagekonzepte in der Geschichte des internationalen Spielfilms

Michael Staiger führte in seinem Vortrag aus, dass die Filmmontage als zentrales Merkmal der Medienästhetik eines Films gelte, dieser Aspekt in der schulischen Filmvermittlung heutzutage aber kaum eine Rolle spiele. Weiter...

Handlungsorientierung im Bereich Film in der Hochschuldidaktik

Waltraud Schreiber präsentierte Formen handlungsorientierter Filmarbeit, die in der Lehrer/innenausbildung im Fachbereich Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eingesetzt werden. Weiter...

Erarbeitung konkreter Methoden zum filmischen Experimentieren mit Schülerinnen und Schülern

Marc Schmelter und Nik Schinzler gaben Einblick in ihre Arbeit bei makemedia studios, einem Schüler/innenstudio für Audio-, Video- und Fotoproduktionen im Landesinstitut für Schule in Bremen und führten zum anderen praktische Übungen mit den Workshop-Teilnehmern durch. Weiter...

Filmästhetik als Aufgabe und Potenzial ästhetischer Bildung

Um Filmästhetik, ihren Wandel im Laufe der Zeit und die Notwendigkeit von Fachbegriffen in der medienpädagogischen Praxis ging es in dem Vortrag von Klaus Maiwald. Weiter...

Filmästhetische Kompetenzen in unterschiedlichen Fächern

Carola Surkamp ging in ihrem Vortrag darauf ein, was filmästhetische Kompetenz ausmache, wozu sie notwendig sei und wie ihre Vermittlung in die einzelnen Unterrichtsfächer integriert werden könne. Weiter...

Filmen filmend begegnen

Die Kunstpädagogin Sabine Blum-Pfingstl organisierte mit den Teilnehmenden eine produktionsorientierte Werkstatt. Eingeleitet wurde diese mit der Vorstellung einiger Animationsfilme, die die Referentin im Rahmen ihrer kunstpädagogischen Tätigkeit gemeinsam mit Schülern/innen realisiert hat. Weiter...

Film als Teil schulischer Bildung

Fazit und Ausblick

In den Vorträgen, den Workshops sowie den anschließenden Diskussionen zeigte sich auf der Tagung "Film als Teil schulischer Bildung" eine Vielfalt methodischer Vorschläge und Überlegungen, die den Bogen von grundsätzlichen Fragen der Filmbildung in der Schule bis hin zur konkreten Unterrichtspraxis spannten. Weiter...

 
Filmszene aus dem Film Amelie rennt.

Film des Monats: Amelie rennt

Der Jugendfilm handelt von der abenteuerlichen Bergtour zweier Teenager und thematisiert den schwierigen Umgang mit einer chronischen Krankheit. Kinofenster.de sprach mit Drehbuchautorin Natja Brunckhorst und erklärt die Dramaturgie des Films per Video-Analyse. Zum Film des Monats gibt es Arbeitsblätter für den Unterricht ab Klasse 4. Weiter... 

Kultur

Film und Politik

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden. Weiter...