Christian Ehring, Kabarettist und Moderator, in seiner Sendung "extra 3".

Mein lieber Herr Gesangsverein

1.4.2016
Im Filmclip erläutert der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt die "Musikstrategie" der NPD: Über Musik sollen Jugendlichen die Inhalte der Partei nähergebracht werden. Musik wird somit zur "Einstiegsdroge" in die rechtsextreme Szene. Anhand von Ausschnitten verschiedener Veranstaltungen der rechtsextremen Szene wird diese Strategie jedoch ins Lächerliche gezogen, in dem hier jeweils nur "schräge Töne" zu hören sind.

Hintergrund



Die rechtsextreme Musikszene gilt nicht nur als "Einstiegsdroge" in den Rechtsextremismus, sondern zugleich als lukratives Geschäft, bei dem Millionen verdient werden. Die rechtsextreme Musik umfasst ein breites Spektrum an Musikstilen. Darunter finden sich sowohl der Liedermacher Frank Rennicke und die einflussreichste, mittlerweile aber aufgelöste Rechtsrockband "Landser" als auch Hardcore- bzw. Hatecore-Bands wie "Path of Resistance", Rap-Musiker oder Black Metal-Bands. Durch diese breite Palette an Musikrichtungen kann eine Vielzahl von Jugendlichen mit unterschiedlichen Musikgeschmäckern angesprochen werden. Zu beobachten ist dies besonders gut an den sogenannten "Schulhof-CDs", die von der NPD in Umlauf gebracht wurden. Gemein ist ihnen allen, dass die Texte rassistisch, menschenfeindlich oder gewaltverherrlichend sind. Viele Aussteiger aus der rechtsextremen Szene berichten, dass die Musik der erste Berührungspunkt mit dem Rechtsextremismus war. Der Verfassungsschutz (VS) berichtet von 99 Konzerten und Liederabenden im Jahr 2012 und 161 im Jahr 2011. 2012 zählte der VS 182 rechtsextreme Musikgruppen und 23 Liedermacher (2011: 178 und 22). Insgesamt gab es 2012 82 Versandhäuser und Vertriebe für rechtsextremes Liedgut (2011: 91).

Lernziele



Die Schüler kennen die Bedeutung von Musik als Einstieg in die rechtsextreme Szene und können die Größe der rechtsextremen Musikszene anhand statistischer Zahlen und mit Band-Beispielen darlegen. Sie erkennen, dass damit auch wirtschaftliche Interessen verbunden sind sowie ein Geschäft, das jährlich Millionen einbringt. Mithilfe ausgewählter Textbeispiele können die Schüler die rechtsextremen Inhalte solcher Musik beschreiben.

Einsatz im Unterricht - Kopiervorlage 5



Aufgabe 1 und 2 dienen dazu, die „Musikstrategie“ der NPD herauszuarbeiten. Hierbei ist darauf zu achten, dass die gezeigten „schrägen Beispiele“ nicht als repräsentativ für die rechtsextreme Szene gesehen werden, sondern eher dem satirischen Konzept des Filmclips geschuldet sind. Die Aufgaben 3 und 4 vertiefen deswegen die Thematik und erweitern die Wissensbasis der Schüler mit Informationen zur Musikszene im Jahr 2012. In Aufgabe 4 haben Schüler die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit rechtsextremen Bands oder Musik einzubringen. Um den Charakter rechtsextremer Musiktexte herauszuarbeiten, kann darüber hinaus mit Textauszügen gearbeitet werden. Solche finden sich z.B. unter dem folgenden Links:

Didaktische und methodische Hinweise zu Filmclip und Arbeitsblatt:
PDF-Icon Mein lieber Herr Gesangsverein

Weiterführende Informationen:
Musik als Tor zur Szene
Rechtsextremes Liedgut



 

Dossier

Rechtsextremismus

Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer. Weiter...