Christian Ehring, Kabarettist und Moderator, in seiner Sendung "extra 3".

Frauen in der NPD

1.4.2016
Der Filmclip befasst sich mit dem Frauenbild der rechtsextremen Szene sowie mit der Mitarbeit von Frauen in der NPD. Es werden Frauen gezeigt, die sich auf NPD-Veranstaltungen zu Wort melden. Auch Edda Schmidt, ehemalige Vorsitzende des Verbandes "Ring Nationaler Frauen (RNF)", und Gitta Schüßler, ehemalige NPD-Landtagsabgeordnete in Sachsen (bis 2014), werden mit ihren unterschiedlichen Positionen vorgestellt. Während Schmidt die Rolle der Frau "als Schicksalsgefährtin des Mannes" sieht, ist für Schüßler klar, dass sich Frauen genauso politisch betätigen können wie Männer. Schmidt hingegen sieht die Frau als "Hüterin des Heims, der Sitte und Kultur" sowie als "Bewahrerin des rassischen Erbes". Im gesamten Filmclip werden Frauen unter anderem als "Weiber" bzw. "Weibsbilder", "Suppenhuhn", "Sumpfkühe", "transsibirische Breitarsch-Gazelle", "Waschküchen-Amazone", "Brutkasten" oder "Gebärmaschine" bezeichnet.

Hintergrund



Obwohl Frauen in der rechtsextremen Szene eine zunehmend stärkere Rolle spielen, bleibt diese Szene nach wie vor von Männern dominiert. Funktionärinnen und prominente NPD-Politikerinnen sind die Ausnahmen. Erst 2006 wurde der "Ring Nationaler Frauen (RNF)" gegründet. Das von Edda Schmidt propagierte Frauenbild der NPD ist an die nationalsozialistischen Vorstellungen zur Rolle der Frau angelehnt. Wenngleich Frauen nun verstärkt in Erscheinung treten, wird die Frau im Vergleich zum Mann in der Szene nicht als gleichberechtigt angesehen. Eine Erklärung, warum Frauen trotz des rückständigen Frauenbildes verstärkt politisch eingebunden werden, ist, dass Frauen zunehmend als wichtige Wählergruppe erkannt werden. Darüber hinaus agieren Frauen z.B. vermehrt im "gesellschaftlichen Ehrenamt" (Elternvertreterinnen usw.), um rechtsextremes Engagement "salonfähig" zu machen. Die in Artikel 3 des Grundgesetzes (GG) festgeschriebene Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, welches im Allgemeinen Gleichbehandlungssetz (AGG) verankert ist, sind mit den rechtsextremen Vorstellungen zur Rolle der Frau nicht vereinbar. Obwohl in der Gesellschaft noch nicht in allen Bereichen eine vollständige Gleichbehandlung erreicht ist (z.B. weniger Frauen in Führungspositionen, teilweise niedrigere Entlohnung, geringerer Frauenanteil im Bundestag), gibt es positive Beispiele (z.B. eine Frau als Bundeskanzlerin, Frauen in ehemals von Männern dominierten Sportarten, gleiche Bildungschancen).

Lernziele



Die Schüler sind in der Lage, das Frauenbild der NPD wiederzugeben und sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Sie kennen das Gebot von Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von Mann und Frau und können positive und negative Beispiele hierzu benennen.

Einsatz im Unterricht - Kopiervorlage 7



Ausgehend von den Beschimpfungen von Frauen im Filmclip kann das rechtsextreme Frauenbild analysiert werden (Aufgaben 1 und 2). Daran anschließend sollen die Schüler diskutieren, ob dieses Bild im 21. Jahrhundert noch zeitgemäß ist (Aufgabe 3). Unterstützend kann der kurze Erläuterungstext unter Aufgabe 3 hinzugezogen werden. Das Arbeitsblatt bietet abschließend die Möglichkeit, das Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ jenseits rechtsextremer Weltanschauung zu diskutieren und eine weiterführende Beschäftigung damit anzuregen (Aufgabe 4).

Didaktische und methodische Hinweise zu Filmclip und Arbeitsblatt:
PDF-Icon Frauen in der NPD

Weiterführende Informationen:
Frauen in der rechtsextremen Szene



 

Dossier

Rechtsextremismus

Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer. Weiter...