WebQuests
WebQuests sind webbasierte Lernumgebungen, die das problem- und handlungsorientierte Lernen mit dem Internet ermöglichen. Sie beinhalten systematische Hilfestellungen und wirken einer potenziellen Überforderung der Lernenden entgegen. Die freie Verfügbarkeit von historischen WebQuests im Internet sowie die einfache Erstellung mittels kostenloser Hilfsprogramme machen sie zu einer attraktiven Form des Internet-Einsatzes in der Schule.Einsatz des Internets im Geschichtsunterricht
Zwar sind unsere Schulen ans Netz gebracht, doch fehlt es weitgehend an didaktischen Konzepten für eine sinnvolle Nutzung des Internets im (Geschichts)Unterricht. Dies macht die vielmals vorhandene Hemmschwelle, das Internet in der Schule einzusetzen, verständlich – zu groß erscheint zudem oft der organisatorische und zeitliche Aufwand. Dabei lässt sich das Internet auf vielfältige Weise in den – insbesondere projektorientierten – Geschichtsunterricht integrieren, indem die Schüler/innen z.B.:
- Internetangebote zum historischen Lernen, wie z.B. Die Familie Chotzen, den Anne Frank Webguide oder das Lebendige Museum Online (LEMO) nutzen,
- Informationen im Internet recherchieren,
- sich via Chat oder E-Mail mit den Mitgliedern einer Projektpartnergruppe im In- oder Ausland verständigen und so unter anderem über ihre Arbeitsergebnisse austauschen,
- Weblogs sowie Wikis und Wikipedia-Einträge erstellen oder quellen-/medienkritisch analysieren,
- eigene Websites erstellen und im WWW veröffentlichen.
Didaktisches Konzept
Das WebQuest-Modell basiert auf einer problemorientierten Aufgabenstellung, die die Schülerinnen und Schüler mittels Materialien aus dem Internet sowie herkömmlichen Medien wie dem Schulgeschichtsbuch bearbeiten. Dabei sollten die Aufgaben stets situiert, das heißt in eine – zumeist fiktive – Ausgangssituation eingebettet sein. Aus dieser ergibt sich das selbständig zu bearbeitende Problem für die Schüler.
Methodensteckbrief
So könnten die Schüler beispielsweise die Rollen der Beraterstäbe des polnischen und des deutschen Präsidenten annehmen und deren Reden im Rahmen einer gemeinsamen Gedenkzeremonie am 8. Mai verfassen. Oder sie begeben sich auf eine Zeitreise ins Jahr 1965 und erstellen eine Sonderausgabe einer Zeitschrift zur Urteilsverkündung im »Frankfurter Auschwitzprozess«. Viele weitere Szenarien sind denkbar und bereits im Internet veröffentlicht (siehe »"Beispiele und Materialien"«).
Dem lerntheoretischen Paradigma des gemäßigten Konstruktivismus folgend, organisieren die
Schüler/innen ihre Arbeits- und Lernprozesse beim Lernen mit WebQuests weitgehend selbst. Die Lehrkraft tritt in die Rolle eines Lernbegleiters oder Coachs zurück.
Den orientierenden Rahmen bilden der spezifische Aufbau und die in das WebQuest integrierten Materialien und Hinweise. So können den Lernenden ausgewählte Links an die Hand gegeben werden, um Online-Recherchen vorzustrukturieren und sie nicht gänzlich den Weiten des World Wide Web und den Suchalgorithmen der einschlägigen Suchmaschinen zu überlassen. Hierin liegt eine besondere Stärke des unterrichtlichen Einsatzes von WebQuests.
Dossier
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