Konflikte 2030: Die Faktoren

Eine Folge der Serie "Mit offenen Karten"

von: Jean-Christophe Victor

Welche Konflikte erwarten die Welt bis zum Jahr 2030? Diese Folge untersucht, welche Faktoren in den kommenden Jahrzehnten zu Auseinandersetzungen führen werden. Besondere Bedeutung spielen dabei Ressourcenkonflikte.

Inhalt

Diese Folge beschreibt die Entwicklung von Ressourcenkonflikten bis ins Jahr 2030, die im Vergleich zu Territorialkonflikten zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Durch das erwartete Bevölkerungswachstum steigt auch der Bedarf an Energie. Besonders in den Schwellenländern wird durch das Wirtschaftswachstum der Energiebedarf deutlich ansteigen. Da die Vorkommen der weiterhin bedeutenden fossilen Energieträger aber in bestimmten Regionen wie den Golfstaaten liegen, sind Auseinandersetzungen um den Zugang zu Energieressourcen wahrscheinlich.

In diesem Zusammenhang steigt ebenso die Bedeutung der Sicherung von Transportwegen für die Energieträger, z.B. durch Pipelines oder Schiffsrouten. So beginnt China, sich von problematischen Wegen, die beispielsweise durch fremd kontrollierte Meerengen führen, unabhängig zu machen und sichert sich strategische Orte, etwa durch den Bau des Tiefseehafens Gwadar in Pakistan. So kann die Durchquerung der Meerenge von Malakka umgangen werden.

Besonders bedeutsam ist zukünftig die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Diese ist zum einen global durch den Klimawandel bedroht. Darüber hinaus gibt es regionale Konflikte um den Zugang zu Trinkwasser. So plant beispielsweise Äthiopien den Bau eines Staudamms, um die Trinkwasserversorgung der eigenen Bevölkerung sicherzustellen. Dieser würde allerdings den Zugang des Sudans und Ägyptens zum Nil einschränken und in diesen Ländern zu Wasserknappheit führen. Durch die Knappheit von Wasser wird die Kontrolle über die Zugänge zu dieser Ressource für viele Staaten überlebenswichtig.

Auch der Besitz von Ackerflächen wird angesichts der steigenden Bevölkerungszahlen immer dringender, um Ernährungssicherheit garantieren zu können. Boden wird so zu einer Ressource, die auf den globalen Märkten umkämpft wird.

"Mit offenen Karten" (frz. Le dessous des cartes) ist ein geopolitisches Magazin des TV-Senders ARTE.

Die Sendung stützt sich seit ihrem Bestehen (1990) auf die Verwendung von Landkarten zur Erläuterung internationaler Beziehungen, die Einbeziehung der geschichtlichen Hintergründe und die Analyse langfristiger Tendenzen.

Entworfen und präsentiert von Jean-Christophe Victor, kommen die Karten und Analysen vom Forschungsinstitut LEPAC (Laboratoire d'études politiques et cartographiques).

Weitere Informationen

  • Kamera: Hugues Gemignani

  • Schnitt: Philippe Truffault, Nicolas Menet

  • Drehbuch: Catherine Bijon

  • Sprecher: Karl-Heinz Grimm

  • Musik: Étienne Charry

  • Sound: Pascal Fuchs

  • Recherche: Le Lépac, Delphine Leclercq

  • Übersetzung: Christian Stonner

  • Grafik: Pierre-Jean Canak

  • Umsetzung: Frédéric Ramade

  • Produktion: 11.2011

  • Spieldauer: 00:12:13

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung & ARTE

 
© 2011 Bundeszentrale für politische Bildung & ARTE

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