
 |

Europawahl - Bausteine
 |
 |
 |
 |
 |
Baustein 6: Perspektiven der EU |

 |
 |
Wolfgang Sander / Julia Haarmann / Matthias Noé
|
 |
|

Baustein 6.1: Eine neue Verfassung für Europa |
   |
 |
 |
 |
 |
 |
In Baustein 6 erhalten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, anhand von ausgewählten vornehmlich institutionellen Problemen der EU die Reformmotivation in der EU ansatzweise zu verstehen. Dazu soll an exemplarischen Problembereichen der Reformdruck in der EU näher skizziert und die Lösungsmöglichkeiten des Vertrags von Lissabon erarbeitet bzw. problematisiert werden.
In diesem Baustein werden folgende Lernziele verfolgt:
Die Schülerinnen und Schüler sollen …
- exemplarische institutionelle Grundprobleme der EU kennen,
- die letzten Etappen des Reformprozesses mit Hilfe von passenden Karikaturen bezeichnen können,
- wesentliche Reformvorhaben des Vertrags von Lissabon erklären können,
- Gründe für das negative Votum der Iren zum Vertrag von Lissabon identifizieren und bewerten können,
- positive und negative Einschätzungen des Vertrags von Lissabon kennen und bewerten können.
Den Einstieg in das Thema bieten verschiedenen Schlagzeilen (ME 06.01), die verdeutlichen, dass schon lange Zeit ein gewisser Reformbedarf der EU angemahnt wurde. Die Jugendlichen sollen hierbei den Grundtenor der Schlagzeilen identifizieren und können ggf. auch Vorwissen zu den Problemen der EU einbringen (Baustein 3 ). Die angerissenen Probleme werden im Anschluss in ME 06.02
näher skizziert.
 |
 |
 |
 |
ME 06.04 Wir brauchen einen Zaubertrank, Druide! Zeichnung: Dieter Hanitzsch
|
 |
|  |
 |
Der Text thematisiert drei zentrale Probleme der EU-Institutionen: Handlungsunfähigkeit, Ineffizienz durch Entscheidungsblockaden, Demokratiedefizit. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese erkennen und erarbeiten, durch welche systembedingten Faktoren sie hervorgerufen werden.
In einer Skizze der letzten Reformetappen der EU soll den Schülerinnen und Schüler inhaltlich und optisch bewusst gemacht werden, dass die EU schon lange um eine Reform ihrer Institutionen gerungen hat, aber bisher gescheitert ist. Aus einer Karikaturensammlung (ME 06.03, Vorlage zum Ausschneiden der Karikaturen und Textabschnitte) ordnen sie dazu zentralen Ereignissen des Reformprozesses die passenden Karikaturen zu und erstellen auf dieser Basis anschließend einen Zeitstrahl. Die angebotenen Karikaturen können dabei auch gut zu einer näheren Thematisierung der letzten Reformetappen herangezogen werden (Karikatur interpretieren).
 |
 |
 |
 |
ME 06.07 Niederländer probieren die Verfassung. Zeichnung: Klaus Stuttmann
|
 |
|  |
 |
Eine erste inhaltliche Auseinandersetzung mit den konkreten Reformvorhaben des Lissabonner Vertrages ermöglicht ME 06.10. Hier arbeiten die Schülerinnen und Schüler einige Lösungsoptionen für die in ME 06.02
thematisierten Problembereiche heraus. (Sechs-Schritt-Lesemethode). Insbesondere die Erweiterung der Befugnisse des Parlaments sollte hier in Anlehnung an Baustein 3.2 besondere Beachtung erfahren. Nachdem die Jugendlichen in Einzelarbeit die Inhalte des Grundlagenvertrages erarbeitet haben, tauschen sie sich mit ihrem Nachbarn über das Erarbeitete aus.
Mit der Thematisierung des irischen Neins im Anschluss wird in eine problemorientierte Auseinandersetzung mit dem Vertrag von Lissabon eingestiegen. Dabei soll zunächst verstanden werden, warum die Iren den Grundlagenvertrag qua Referendum ablehnten. Den Einstieg in diese Auseinandersetzung bietet die Folie "No to Lisbon" (ME 06.11) In der Arbeit mit den Materialien ME 06.12 Warum das Referendum in Irland gescheitert ist (kurzer Film aus den Tagesthemen) und ME 06.13
werden die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass für das Nein der Iren weniger vertragsinterne Gründe denn Unsicherheit, Ängste, Ressentiments und vor allem auch Unwissenheit bei der irischen Bevölkerung eine Rolle gespielt haben.
 |
 |
 |
 |
ME 06.11 No to Lisbon. Bild: AP
|
 |
|  |
 |
In ME 06.14
wird dieser, in der Bevölkerung weit verbreitete, EU spezifische "Analphabetismus" aber auch das "Unvermögen der politischen Kaste", die Ziele und (Reform)Ideen der EU zu diskutieren und zu kommunizieren, behandelt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass die Vermittlungsdefizite der EU nicht alleinig der Europäischen Union und dem Desinteresse der Bürgerinnen und Bürger zuzurechnen sind, sondern vielmehr auch Ausdruck einer strategischen Informationspolitik der Nationalstaaten sind.
Auf Grundlage dieses Wissens wird in einem nächsten Schritt mit Hilfe zweier Kontrastpositionen von Peter Gauweiler und Joschka Fischer (ME 06.15) die Problemfrage entwickelt, ob die Ablehnung des Vertrages einer Katastrophe für die EU gleichkommt oder mehr als ein heilsamer Schock oder gar eine Chance für die Union zu bewerten ist. Dazu wird die Klasse in zwei Argumentationsgroßgruppen geteilt. Eine Gruppe behandelt in Einzelarbeit ein Interview mit dem, gegen den Grundlagenvertrag klagenden CSU-Bundestagsabgeordneten, Peter Gauweiler (ME 06.16). Sie erarbeiten Argumente, die Gauweiler gegen den Vertrag von Lissabon vorträgt.
Kontrastiv dazu steht die Position von Ex-Außenminister Joschka Fischer in der Montagskolumne (ME 06.17), zu der die andere Gruppe arbeitet. Fischer sieht in der Ablehnung des Vertrages eine ernsthafte Gefährdung der Zukunft und der Handlungsfähigkeit der EU. Mittels der Methode Begründungstraining (Begründungstraining) sollen die Schülerinnen und Schüler auf Grundlage der in Einzelarbeit gelesenen Texte in der Gruppe jeweils passfähige Argumentationsfäden erstellen. Die Argumentationsschemata visualisieren sie mit Hilfe einer Folie und präsentieren sie im Plenum. Sie bilden die Grundlage für eine anschließende Diskussion der Schülerinnen und Schüler.
Zur Vertiefung der Auseinandersetzung mit dem Vertrag von Lissabon dient abschließend ME 06.18. Der Zeit-Artikel stellt mögliche Optionen der EU nach dem irischen Nein gegenüber und bewertet diese.
Aktuelle Informationen zur Zukunft Europas sowie zur Europawahl, dem EU-Parlament und zu Europa und der Finanzkrise werden Ihnen durch eine laufend aktualisierte Auflistung kommentierter Links schnell zugänglich gemacht.
Hier
können Sie Baustein 6 als Komplett-PDF ausdrucken und herunterladen. |
 |
 |

|

|