ZENTRUM
Gründungsjahr:
1870Mitgliederzahl:
827Bundesvorsitz:
Gerhard WoitzikKontakt:
Straberger Weg 12 / 41542 DormagenPartei-Profil
Autorin: PD Dr. Ute Schmidt, FU Berlin
Die 1945 wiederbegründete Deutsche Zentrumspartei (Zentrum) knüpft an die Tradition der historischen Zentrumspartei an, die sich seit 1870 als Interessenvertretung des politischen Katholizismus formierte. Sie war eine bedeutende politische Kraft im Kaiserreich (1871-1918) wie auch in der Weimarer Republik (1918-1933). Nach 1945 verlor das Zentrum infolge der Gründung der interkonfessionellen CDU große Teile seiner Anhängerschaft. Heute ist die Partei noch regional und lokal präsent, vor allem in Nordrhein-Westfalen.
Steht zur Wahl...
... in Nordrhein-Westfalen.
Vor der Bundestagswahl 2009 lagen dem Bundeswahlausschuss Beteiligungsanzeigen von zwei Vorständen der Zentrumspartei vor. Der Bundeswahlausschuss ließ am 17. Juli 2009 die Gruppe um Gerhard Woitzik zur Wahl zu. Am 31. Juli 2009 erfolgte die Zulassung der Wahlvorschläge durch die Landeswahlleiterin NRW. Die unterlegene Gegenseite hat Rechtsmittel gegen den Vertretungsanspruch dieser Gruppe eingelegt (der Ausgang des Verfahrens lag bei Redaktionsschluss am 14. August 2009 noch nicht vor).
Laut ihrem "Grundsatzprogramm" (2008) will die Zentrumspartei "christliche Grundsätze für Staat und Gesellschaft in der politischen Arbeit" umsetzen. Maßgebliche Ziele sind "die Achtung jeden menschlichen Lebens" von Anbeginn, die Förderung von Ehe und Familie, eine auf Subsidiarität und Solidarität aufgebaute, gerechte Sozialordnung sowie die Wahrung des verfassungsmäßigen Freiraums und gesellschaftlichen Auftrags der Kirchen.
Das Zentrum präsentiert sich als christlich-soziale Partei der politischen Mitte, die den Ausgleich unterschiedlicher Interessen anstrebt (freiheitlich-demokratische Grundordnung, soziale Marktwirtschaft, Chancengleichheit, Bewahrung der Schöpfung). Abtreibung, Sterbehilfe, Genmanipulation und Stammzellenforschung werden strikt abgelehnt. Aktuell kritisiert die Zentrumspartei die vermeintlichen Demokratiedefizite der Europäischen Union und lehnt den Vertrag von Lissabon ab. Kritisch beurteilt werden auch die Folgen der Globalisierung sowie die "Verstaatlichung" von Erziehung.

