|
|
 |

 |

GrafStat - Unterrichtsmaterial Fußball und Nationalbewusstsein
 |
 |
 |
 |
 |
M 02.15 Warum Mario Gomez kein Spanier ist? |

 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
Für die Statistik sind "Menschen mit Migrationshintergrund" ausländische Einwanderer, deutschstämmige Spätaussiedler (etwa aus Russland), in Deutschland geborene und/oder eingebürgerte (frühere) Ausländer sowie alle überwiegend in Deutschland lebende Personen, bei denen mindestens ein Elternteil eines dieser Kriterien erfüllt. Das sind rund 20 Prozent der Bevölkerung, also 16 Millionen "Mitbürger", wie sie aus der Perspektive der übrigen 80 Prozent meist etwas gönnerhaft genannt werden. Über die Hälfte von ihnen, also etwa neun Millionen haben einen deutschen Pass, sind also – auch wenn sie noch eine zweite Staatsangehörigkeit besitzen – mit allen Rechten und Pflichten deutsche Staatsbürger.
Für den "Hintergrund" ist es offiziell nicht entscheidend, ob ein Betroffener eine eigene Migrationserfahrung hat, ja: ob er oder sie das Land ihrer ausländischen Vorfahren überhaupt selber kennt. Es geht daher um eine kulturelle und gar ethnische Zuordnung, wobei die Klassifizierung im Sprachgebrauch von Polizei, Politik und Medien den "Hintergrund" durchaus auf in Deutschland geborene deutsche Staatsangehörige auch in der vierten oder gar fünften Generation fortschreibt. Anders als bei eingebürgerten ehemaligen Franzosen, Engländern oder Amerikanern gilt bei entsprechend klingenden Familiennamen im Zweifelsfall: einmal Türke, immer (noch) Türke.
Man merkt das schon an unserer offiziösen, durch Gesetze, Kommentare, allgemeine Übung verbreiteten Sprachlosigkeit. Oder Sprachwidrigkeit. Da ist zum Beispiel Deutschlands Fußballer des Jahres 2007, Mario Gomez. Der 1985 in Riedlingen geborene Schwabe hat immer in Deutschland gelebt, ist deutscher Nationalspieler und hat eine schwäbische Mutter und einen spanischen Vater. Weil das unter EU-Bürgern ziemlich problemlos geht, besitzt Gomez neben dem deutschen zwar auch einen spanischen Pass. Aber ein "Deutsch-Spanier" wäre angesichts seines Migrationshintergrunds heute wohl eher der Augsburger Bernd Schuster bei Real Madrid.
Trotzdem wird Gomez bei uns weiterhin ausgebürgert, indem man den Stuttgarter in den Medien regelmäßig als "deutsch-spanischen" Nationalspieler bezeichnet. Indes ist der DFB-Stürmer allenfalls ein "spanisch-deutscher" Spieler. So, wie der in Hamburg geborene und dort lebende deutsche Filmemacher Fatih Akin, mit seinem türkischen Vater und seinem keineswegs im Hintergrund bleibenden Filmthema Migration, auch als "türkisch-deutscher" Erfolgsregisseur bezeichnet werden kann. Und nicht andersherum, wie es laufend geschieht.
[…]
Gemäß den aktuellen deutschen Begriffen [wie "Migrationshintergrund" – die Autoren] wird Frankreich jetzt von einem ungarischen Migrantenspross (plus griechischem Hintergrund) regiert und ist Barack Obama ein amerikanischer Kenianer (mit muslimischem Hintergrund). Um solchen Blödsinn auszuschließen, spricht man freilich: von einem Afro-Amerikaner, spricht ebenso von Italo-Amerikanern und nicht etwa von US-Italienern, sei’s ein Sinatra oder Giuliani. Die Betonung liegt immer auf dem zweiten Hauptwort. Dem Amerikaner.
Aus: Peter von Becker: Warum Mario Gomez kein Spanier ist, in: Tagesspiegel vom 13.01.08, http://www.tagesspiegel.de/kultur/Sprache-Integration;art772,2455178 (23.05.08). |
 |
 |
|
 |
11. März 2010
 |
 |
 |
Dossier Fußball-WM 2006 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Fußball-WM 2006
2006 war die Fußball-Welt zu Gast in Deutschland. Die bpb stellt weiterhin alle Länder vor, die teilgenommen haben. Und in der Presseschau können Sie alles Wichtige zum Turnier nachlesen. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
fluter (Nr. 18) |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Spiel der Welt – Fußball
Fußball hat heute eine immense gesellschaftliche Bedeutung, keine Frage. Aber warum ist das eigentlich so? Im April ergründet fluter die Faszination des Weltsports Nummer Eins. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
Themenblätter im Unterricht |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Nr. 29 - Nationale Symbole
Nationale Symbole treten nicht nur an Dienstgebäuden auf, auch das Singen der Nationalhymne zu Beginn eines Fussball-Länderspieles gehört dazu. Wie definieren sich solche Symbole? Welche Wirkung haben sie auf uns? |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
Informationen zur politischen Bildung (Heft 290) |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Fußball - mehr als ein Spiel
Fußball ist zu einem globalen Sport geworden, der Millionen Menschen fasziniert. Er hat einen wachsenden Stellenwert in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und spiegelt gesamtgesellschaftliche Entwicklungen wider. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|