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Wahlen in der Demokratie - Bausteine
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Baustein 2 - Bedeutung und Funktion von Wahlen in der Demokratie |

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Wolfgang Sander / Julia Haarmann / Matthias Noé /
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Baustein 2.1: Der Wähler als Souverän? Funktionen und Voraussetzungen von Wahlen |
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Der Baustein beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Bedeutung von Wahlen in der repräsentativen Demokratie.
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MW 02.01 Seine Majestät der Wähler. Zeichnung: Sepp Buchegger
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Der Stellenwert dieses Themas der Unterrichtseinheit rechtfertigt eine intensive Aufarbeitung, die sicherlich mit einigem Aufwand verbunden ist. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich eher, an einer anderen Stelle der Unterrichtsreihe den Stoff zu reduzieren, anstatt hier nur oberflächlich die Problematik anzureißen. Folgende Lernziele sollen mittels dieses Bausteins erreicht werden:
Die Schülerinnen und Schüler sollen...
- die Funktionen und Voraussetzungen von Wahlen kennen,
- anhand einer Negativfolie Merkmale für eine faire Wahl erschließen können,
- die Wahlrechtsgrundsätze kennen und mit Hilfe von Fallbeispielen identifizieren können, wie und wann gegen welche Grundsätze verstoßen wurde.
- sich des Spannungsverhältnisses zwischen normativem Verfassungsanspruch und Verfassungswirklichkeit bewusst werden.
Die Karikatur MW 02.01 zum Einstieg in die Unterrichtseinheit besitzt eine wichtige Motivationsfunktion und dient als Hinführung zum Thema der Unterrichtseinheit. Zugleich bildet sie eine Art "Klammer", die den gesamten Verlauf der Einheit umspannt und den Anstoß zu einer Problematisierung der Spannung zwischen Verfassungsnorm und Verfassungswirklichkeit provoziert.
Um diese Funktion zu gewährleisten, ist es unbedingt notwendig, dass die Karikatur zu Anfang der Unterrichtseinheit den Schülern zunächst nur mit der Unterzeile abgedeckt präsentiert wird. Erst am Ende dieser Unterrichtseinheit wird den SuS die Karikatur mit aufgedeckter Unterzeile präsentiert, so dass sich ein "Aha"-Effekt einstellt.
Der Wähler, gekennzeichnet durch einen Bleistift als Zepter und eine Schärpe mit Wahlkreuz, erscheint in der Rolle des Herrschers, ausgestattet mit Krone, Reichsapfel und Mantel als Insignien der Macht. Die Parteien sind ihm als "Schleppenträger" zu Diensten; sie unterhalten sich hinter seinem Rücken – ob freundlich oder spöttisch bleibt zunächst offen –, da die Unterzeile abgedeckt bleibt. Somit versinnbildlicht die Karikatur gewissermaßen überspitzt die verfassungsrechtliche Stellung des Wählers als Souverän in einer Demokratie – mithin den Satz: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus". Sie verweist damit auf den Wahlakt als einen Vorgang, in dem das Volk seine ihm zugeschriebene Staatsgewalt ausübt. Die Unterzeile indes macht nachhaltig deutlich, dass die Formel von der Volkssouveränität eine Norm ausdrückt, die nicht ohne weiteres mit der Realität gleichgesetzt werden kann. Diese Brechung der Aussage bleibt für die Jugendlichen anfangs noch verborgen. Zunächst wirft die Karikatur seitens der Lerngruppe die Frage auf, in welchem Sinne die Stellung des Wählers als Souverän zu verstehen ist, d.h. in welcher Weise Volkssouveränität mittels Wahlen verwirklicht werden soll (Karikatur interpretieren)
In einem zweiten Schritt soll die mittels der Karikatur entwickelte Problemfrage anhand verschiedener Texte näher untersucht werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, in welcher Weise Volkssouveränität durch Wahlen verwirklicht werden kann oder grundsätzlich formuliert: "Welche Bedeutung haben Wahlen in einer "repräsentativen" Demokratie"? Diese Fragestellung wird als Überschrift an der Tafel festgehalten. Eventuell kann dabei die Kennzeichnung "repräsentativ" zunächst offen gelassen und später in die Überschrift nachgetragen werden. Wichtig ist ferner der Hinweis für die Lerngruppe zum Tafelbild (MW 02.03), dass diese nach der Überschrift reichlich Platz lassen sollten, da das Tafelbild von unten her aufgebaut wird.
Die jeweilig erarbeiteten Ergebnisse können dabei in einem sich stetig weiter entwickelnden Tafel- oder Folienbild visualisiert und strukturiert werden.
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MW 02.03 Tafelbild: Uni Münster
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Daher seien an dieser Stelle einige weitere Bemerkungen zum Aufbau dieses recht komplexen Tafelbildes erlaubt: Im Mittelteil wird der Grundgedanke der Repräsentation dargestellt, sozusagen als erster Arbeitsschritt auf der Basis der Arbeit in Baustein 1. Anschließend sind dann aus MW 02.02 die Voraussetzungen und Funktionen der Wahl zu ermitteln (Mindmap erstellen), wobei die Stichwörter zu den Voraussetzungen am unteren Rand des Tafelbildes angefügt werden. Die Wahlfunktionen wiederum sind nach zwei Gesichtspunkten zu gliedern und rechts bzw. links vom Mittelteil aufzulisten.
Die entsprechenden Leitfragen lauten dabei:
- "Was soll durch Wahlen für die Bürger erreicht werden?"
- "Welche Aufgaben sollen die Parteien im Wahlprozess erfüllen?"
Die Zuordnung der Wahlfunktionen rechts bzw. links vom Mittelteil wird von der Lehrperson vorgegeben; er/sie sollte die Gliederungsgesichtspunkte mit entsprechenden Erläuterungen für die Schülerinnen und Schüler hinzufügen, so dass die Aufgaben der Parteien im Wahlprozess von den Funktionen der Wahl für den Bürger klar abgegrenzt werden.
Anschließend wird der Fokus auf die Erarbeitung der Wahlrechtsgrundsätze gelegt. Hierbei schlüpfen die Jugendlichen in die Rolle von Wahlbeobachtern (MW 02.04). Sie erarbeiten anhand eines Negativbeispiels, einem Bericht über die Wahlen in Russland (MW 02.05), zunächst grundlegende Merkmale einer fairen Wahl. Aus den beobachteten Negativaspekten der Wahl formulieren sie positive Sollenssätze und damit Grundvoraussetzungen für eine faire Wahl. Die so gefundenen Merkmale einer fairen Wahl gleichen sie im Anschluss mit den Wahlrechtsgrundsätzen gemäß Artikel 28 GG (MW 02.06/MW 02.07) ab. Des Weiteren geht es darum, dass die Lerngruppe erkennt, dass bis zur Anerkennung der Wahlrechtsgrundsätze eine lange historische Entwicklung nötig war und dass auch heute noch in einigen Staaten diese Grundsätze nicht gelten. Anhand der im MW 02.08
aufgeführten Beispiele überprüfen die Jugendlichen daher, gegen welche der in der Bundesrepublik als selbstverständlich erscheinenden Grundsätze verstoßen wurde.
Zu einer tieferen Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung der Wahlen in Deutschland kann ergänzend Baustein 3 dieses Kapitels herangezogen werden.
Zur Komplettierung des Tafelbildes werden die erarbeiteten Wahlrechtsgrundsätze von der Lehrperson ergänzt.
Im Anschluss an die Fertigstellung des Tafelbildes muss eine Reflexion erfolgen, in der sich die Jugendlichen kritisch mit dem Spannungsverhältnis von normativem Verfassungsanspruch der Wahlfunktionen und tatsächlicher Verfassungswirklichkeit auseinandersetzen. Die zutage tretenden Repräsentations- und Partizipationsdefizite sollen dabei nicht zuletzt als mögliche Ursachen der allgemeinen Politikverdrossenheit kontrovers diskutiert werden. |
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Bundestagswahl |
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Links ins Internet
In diesem Bereich finden Sie eine kommentierte Auflistung aktueller Links zum Thema Bundestagwahlen 2009. Die Übersicht umfasst die Bereiche Demokratie, Wahlen, Wahlrecht & Wahlsysteme, liefert einen Überblick über diverse Medienportale und interaktive Plattformen, und Informationen über Wahlen und Bildung sowie Jugend. |
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