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Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2010

Wahl-O-Mat-Redaktion


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"Es hat sehr viel Spaß gemacht, aber es ist auch viel Arbeit, die in diesem Tool drinsteckt!"
 
Die 38 Thesen des Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai 2010 hat auch diesmal wieder eine Jungendredaktion entwickelt. Das zwanzigköpfige Redaktionsteam zwischen 18 und 26 Jahren aus ganz Nordrhein-Westfalen traf sich beim Auftaktworkshop Mitte Februar in Dortmund zum ersten Mal.

Redaktion des Wahl-O-Mat
Den Wahl-O-Mat auf dem Shirt. Jungendredakteure vor dem Landtag in Düsseldorf. Foto: bpb/Ruben Frangenberg

Sie hatten die Projektleitung mit ihren Bewerbungen überzeugt und sich so einen Platz im Wahl-O-Mat-Redaktionsteam gesichert. Warum sie beim Wahl-O-Mat dabei sein wollten, wussten die Jugendlichen ganz genau und stellten sich und ihre Motivation im Wahl-O-Mat-Wiki vor:

Asmeron Araya
Hallo Zusammen,
mein Name ist Asmerom, ich bin 22 Jahre alt, ich bin in Köln geboren und studiere nun im 3. Semester Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Ich freue mich schon darauf mit euch über die politische Landschaft NRWs zu diskutieren und neue Erfahrungen durch die Redaktionsarbeit zu sammeln. Was mich dazu bewogen hat mich für dieses Projekt zu bewerben, ist zum einen mein allgemeines Interesse an politischen Prozessen und zum anderen die Möglichkeit im Rahmen dieses Projektes einen aktiven Beitrag zur politischen Aufklärung zu leisten.
Freundliche Grüße

Weitere Kurzvorstellungen finden Sie hier


Das erste Workshop-Wochenende

Nach der Begrüßung im Dortmunder Jugendgästehaus und einer kurzen Kennenlernrunde, stiegen die Jungendredakteure zügig in den ersten der drei Workshops ein. Drei Tage lang wurden Parteiprogramme gelesen, analysiert und mit politischem Sachverstand nutzten die Redakteure die Möglichkeit, intensiv mit den Politikwissenschaftlern und Soziologen, die als achtköpfiges Expertenteam die Redaktion verstärkten, zu diskutieren.

"Ich hatte mir die Arbeit mit den Experten irgendwie strenger vorgestellt, aber wir haben total gut harmoniert miteinander." Evrim Efsun Kizilay

Workshop
Thesenliste im Workshop. Foto: bpb
Das Etappenziel für dieses erste Wochenende war, zu acht Themengebieten jeweils etwa 20 Wahl-O-Mat-Thesen zu formulieren. Dazu mussten aus den Wahlprogrammen zunächst die Themen und die dazugehörigen Standpunkte für die Landtagswahl herausgearbeitet werden. Eine so intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten der Parteien war für die meisten Redakteure neu.


"Ich kenne viele Leute, die nicht wissen wofür eine Partei steht – es ist eigentlich das Hauptziel des Wahl-O-Mat, den Bürgern das zu zeigen." Ebru Köroglu

Die Jungendredakteure waren zunächst in Kleingruppen zu bestimmten Parteien aufgeteilt worden, in denen sie genau die Inhalte der einzelnen Programme analysierten. Danach gingen die einzelnen "Parteienverterter" in die so genannten Fachausschüsse wie etwa zum Thema Umwelt, Familie, Arbeit, Wirtschaft, Hochschule oder Inneres. In den Ausschüssen arbeiteten die Redakteure die wichtigsten Forderungen der Parteien zum Thema heraus und formulierten dann Thesen, bei denen die Parteien unterschiedliche Positionen zeigten. Am Ende stellten die Kleingruppen die Ergebnisse der gesamten Redaktion vor. Im Plenum wurden diese mittlerweile 150 Thesenvorschläge gemeinsam diskutiert.

"Jetzt hab ich viel mehr Wissen über die Parteien. Das ist ein Erfolgserlebnis – ganz einfach!" Ebru Köroglu

Workshop die Zweite: Auswahl der besten Thesen

Nach zwei Wochen traf sich die Redaktion zu einem zweiten Workshop. Bevor die Thesen zur Beantwortung an die Parteien verschickt werden konnten, musste die Jungendredaktion aus den 150 Thesen die Besten herausfiltern.
Workshop
Begründen im Plenum. Foto: Christian Schmidt
Dabei sollte es nun auf jede Formulierung, auf einzelne Begriffe sowie Verständlichkeit und Klarheit der Thesen ankommen. Wieder bereiteten Kleingruppen von Redakteuren Streich- und Änderungsvorschläge vor und mussten diese vor der Gesamtredaktion begründen. Mit Hilfe der Experten wurden dort in ausgiebigen Diskussionen weniger treffend formulierte Thesen endgültig gestrichen, sodass am Schluss 86 Thesen an die Parteien verschickt werden konnten.

Antworten der Parteien und Dritter Workshop

Nachdem alle 25 zur Wahl zugelassenen Parteien sämtliche Thesen beantwortet und diese auch begründet hatten, wurden diese Parteien-Antworten statistisch ausgewertet und auf möglichst gute Unterscheidbarkeit hin überprüft. Anhand dieser Berechnungen mussten sich die Jungendredakteure auf 38 finale Wahl-O-Mat-Thesen einigen. Welche Thesen beinhalten die wichtigsten Fragen zur Wahl? Welche Thesen können am Besten zwischen den Parteienpositionen unterscheiden? Welche Thesen sind klar, unmissverständlich und gut formuliert? Die gesamte Wahl-O-Mat Redaktion ging in die letzte – und wohl hitzigste – Diskussionsrunde. Als der Beamer die 38 finalen Wahl-O-Mat-Thesen schließlich an die Wand projizierte, war es geschafft.

"Ich habe gemerkt, dass Politik wirklich Spaß machen kann – dass Politik nicht steif sein muss – weil man in den Workshops mit Jugendlichen zusammenarbeiten und diskutieren konnte, seinen eigenen Standpunkt vertreten konnte. Man hat gemerkt, dass der Wahl-O-Mat Interesse wecken kann an Politik." Evrim Efsun Kizilay

Wahl-O-Mat Party am 17.04.2010

Bei der Party im Düsseldorfer Landtag zum Online Start des Wahl-O-Mat führten die Jungendredakteure die
Luxuslärm
Lärmmachen für den Wahl-O-Mat. Die Band Luxuslärm. Foto: bpb
Parteienvertreter schließlich in die Benutzung des Wahl-O-Mat ein und beantworteten ihnen Fragen rund um die 38 Thesen. Auch viele der mehr als 300 Gäste nutzten die Gelegenheit, an diversen Laptops den Wahl-O-Mat durchzuklicken und kamen dabei auch mit den Jungendredakteuren ins Gespräch. Dass zum Online Start Politiker und so viele Pressevertreter in den Landtag kamen, empfanden die jungen Redakteure als Wertschätzung ihrer Arbeit.

Für die passende Musik zum Online-Start sorgten die Schüler-Gruppe "Bickmack & Hip Hop gegen Gewalt Crew" sowie die letztjährigen 1LIVE-Krone-Gewinner "Luxuslärm".

"Ich finde den Wahl-O-Mat wichtig, weil viele Jugendliche die vielleicht einen Migrationshintergrund haben denken, dass Politik für sie gar nichts bewirkt. Aber wenn sie den Wahl-O-Mat spielen, sehen sie auch, dass viele Fragen sie selbst betreffen." Tuncay Simsek


23. April 2010

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Redaktion
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