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Projekt Jugend und Europa
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GrafStat kompakt - Die Kurzversion |

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Wolfgang Sander / Julia Haarmann / Sabine Kühmichel
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Zu Beginn des Projektes sollten die Schülerinnen und Schüler zunächst an das Thema "Europa und ich" herangeführt werden. Hierzu bietet sich eine Kartenabfrage an, mit deren Hilfe eine Art "assoziative Landkarte" zu Europa an der Tafel erstellt werden kann. Die Schülerinnen und Schüler sind dabei gehalten, für sich persönlich auf Karteikarten zu notieren, welche Gedanken und Gefühle sie mit dem Begriff Europa verbinden. Um die Fülle an möglichen Aspekten etwas zu reduzieren, sollten in einer zweiten Phase die notierten Begriffe in Kleingruppen nach Oberbegriffen sortiert werden. Diese Ergebnisse sollten schließlich vorgestellt und an die Tafel gehängt werden.
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Wahlbeteiligung bei Europawahlen (ME 01.01)
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Es ist zu erwarten, dass von den Schülerinnen und Schülern ganz unterschiedliche Aspekte, positive wie negative, mit Europa in Verbindung gebracht werden. Vermutlich werden sich auch Differenzen ergeben. Nach der einleitenden Diskussion subjektiver Einstellungen zu Europa sollte die Lehrperson auf das Ergebnis einer repräsentativen Befragung zur Bedeutung Europas für Jugendliche hinweisen.
Nach der Analyse der entsprechenden Statistik (ME 01.01) steht als erstes Fazit im Raum: Die befragten Jugendlichen verbinden mehrheitlich positive Aspekte mit der Europäischen Union. Die Lehrperson sollte dieses erste Ergebnis an der Tafel festhalten, bevor in einem zweiten Schritt überprüft wird, ob mit dieser positiven Grundeinstellung zur EU auch ein entsprechendes politisches Verhalten korrespondiert. Als Indikator hierfür könnte beispielhaft die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen herangezogen werden.
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Wahlbeteiligung bei Europawahlen (ME 01.02)
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Der Vergleich der Wahlbeteiligung bei nationalen Wahlen und der Europawahl (ME 01.02/ME 01.03) liefert folgende Erkenntnis: Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl ist relativ niedrig, insbesondere bei jungen Wählerinnen und Wählern! Auch dieses Zwischenfazit sollte an der Tafel festgehalten werden.
Die zwei "widersprüchlichen" Erkenntnisse dürften ein Anreiz für die Schülerinnen und Schüler sein, sich hierzu zu äußern. Kommt von den Schülerinnen und Schülern nicht die gewünschte Resonanz, kann die Lehrperson notfalls einige Impulse setzen:
Wie passen diese beiden Erkenntnisse zusammen? Ist das ein Widerspruch? Warum gibt es einerseits positive Assoziationen und andererseits Desinteresse an der Politik in der EU? Warum gehen junge Wähler so selten zur Europawahl? Würdet ihr zur Wahl gehen, wenn ihr wahlberechtigt wäret?
Das Problem wird nun ausgefächert, indem die Schülerinnen und Schüler begründete Vermutungen darüber anstellen, welche Faktoren sowohl für die positiven und negativen Assoziationen zu Europa als auch für die Wahlbeteiligung bestimmend sein könnten. Diese Phase dient auch dazu, dass die Schülerinnen und Schüler eine zentrale Problemstellung der Unterrichtsreihe erarbeiten und formulieren.
Alternativ bzw. ergänzend dazu kann auch die kurze Straßenbefragung zur Europawahl (ME 03.02) gezeigt und diskutiert werden.
Überleitung zur eigenen Befragung
Basierend auf einer Reihe der aufgestellten Hypothesen kann nun die Befragung zum Thema "Jugend und Europa" durchgeführt werden.
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Online-Fragebogen "Jugend und Europa"
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Es empfiehlt sich in der Einführungsphase auf den beiliegenden Online-Fragebogen
zu verweisen und so deutlich zu machen, dass Vorarbeiten schon vorliegen und die Befragung für die Schülerinnen und Schüler machbar ist. Die Items wurden bereits in der Praxis erprobt und ermöglichen es, die Ergebnisse der eigenen Befragung mit denen anderer Schulen oder Institutionen (Jugend-Eurobarometer) zu vergleichen. Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler mit einem bewährten Instrument arbeiten und daran wichtige methodische Fähigkeiten erlernen und einüben. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler anhand des Online-Fragebogens
mit dem Konzept der hypothesenorientierten Datenauswertung bekannt gemacht werden. Die Bildung von Hypothesen kann mit Hilfe des Arbeitsblattes ME 01.05 exemplarisch eingeübt werden. Um die Schülerinnen und Schüler nicht zu demotivieren, sollten an dieser Stelle lediglich einige Hypothesen zu Übungszwecken gebildet werden.
Als Lehrkraft können Sie vorher auch mögliche Beispielhypothesen studieren und erproben, mit welchen Merkmalen diese operationalisiert werden können (ME 04.02).
Vorschläge zur Vertiefung
Es empfiehlt sich zusätzlich zur Durchführung der Befragung noch etwas Hintergrundwissen zur Funktion und Bedeutung der Europawahl zu vermitteln. Dazu bietet sich vor allem der Baustein 3.1 Die Europawahl - eine Wahl "dritter Klasse"? an. Hier wird problemorientiert grundlegendes Wissen zur Europawahl vermittelt: Was ist die Europawahl? Warum ist die Wahlbeteiligung an der Europawahl so gering? Aus welchen Gründen ist sie eine "Second Order Election"? Warum ist die Europawahl wichtig?
Wenn ein Fokus auf das Verhältnis von Jugendlichen zur (EU-)Politik gelegt werden soll, können Materialien aus Baustein 5 herangezogen werden.
Das Thema von Baustein 5
ist die augenscheinliche Ferne zwischen der Jugend und den Parteien: Inwiefern besteht eine Diskrepanz zwischen der Jugend und den Parteien? Wie und wo entziehen sich Jugendliche den Parteien, wo die Parteien der Jugend? Wie engagieren sich Jugendliche politisch? Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?
Je nach inhaltlicher Schwerpunktsetzung enthalten aber auch die anderen Bausteine Materialien mit denen sie die Befragung inhaltlich begleiten und vertiefen können:
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Auszug aus der tabellarischen Übersicht des Unterrichtsentwurfs zu Baustein 1
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Baustein 1
dient zum Einstieg in das Thema Jugend und Europa. Aufhänger für die Durchführung einer Jugendbefragung ist die Diskrepanz zwischen relativ hoher Europabegeisterung unter Jugendlichen und einem relativ geringen Interesse an der EU-Politik bzw. Europawahl. Im Fokus stehen das gemeinsame Planungsgespräch und eine erste Auseinandersetzung mit dem Online-Fragebogen.
Baustein 2 beschäftigt sich mit der Entstehung und Geschichte der EU. Als Grundlage dienen hier die Fragen: Was hat die EU mit mir zu tun? Wie hat sie Einfluss auf mein Leben? Und warum wurde sie überhaupt gegründet? Welche Vorteile sollen mit einer Staatengemeinschaft erreicht werden?
In Baustein 3.2 werden Aufgaben und Rollen der verschiedenen EU-Institutionen thematisiert. Es werden folgende Fragen gestellt: Nach welchen Grundprinzipien wird in der EU Politik gemacht? Welche Institutionen haben welche Funktionen? Welche Macht hat das Europäische Parlament?
Baustein 4 bietet konkrete Materialien und Hinweise zur Vorbereitung und Durchführung einer Jugendbefragung: Musterfragebögen, Arbeitsblätter zur hypothesenorientierten Datenauswertung, Beispielhypothesen und Hinweise zur Auswertung.
Baustein 6.1 stellt die Zukunft der EU in den Mittelpunkt. Er behandelt die Fragen: Warum ist der Vertrag von Lissabon notwendig? Welche Reformprobleme hat die EU? Was beinhaltet der Vertrag von Lissabon? Warum haben die Iren den Vertrag abgelehnt? Welche Möglichkeiten hat die EU nach der Vertragsablehnung? Ist die Ablehnung gut oder schlecht für die EU?
Mit dem aktuellen Wahlkampf zur Europawahl beschäftigt sich Baustein 6.2. Basierend auf aktuellen Wahlkampfmaterialien im Internet erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die bedeutendsten Wahlkampfthemen und ihre Inszenierung. |
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Projekt Jugend und Europa
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Projekt Jugend und Europa |
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Auswertung der Online-Befragung
Hier finden Sie die Auswertung der Ergebnisse der nicht-repräsentativen Onlinebefragung von 4065 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Thema „Jugend und Europa“. Erste Ergebnisse zeigen ein optimistisches Stimmungsbild. |
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Zum Online-Fragebogen |
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Befragung zu Jugend und Europa
Der Internet-Fragebogen wird bis zum 29. Mai 2009 online erreichbar sein.
Alle daraus entstehenden Datensätze werden den beteiligten Schulen vom Projektteam "Forschen mit GrafStat" als GrafStat-Datei zur Auswertung in der Klasse zur Verfügung gestellt. Weitere Hinweise siehe "GrafStat kompakt - Die Kurzversion". |
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Link zum Download |
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Aktuelle GrafStat-Version im Netz
Die aktuelle Version der Befragungssoftware GrafStat wird auf den Seiten des Autors Uwe Diener bereitgestellt und kann unter www.grafstat.de für den Einsatz im Bildungsbereich kostenlos heruntergeladen werden. |
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