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Dossier bpb.de


Europawahl 09

Sachanalyse


Wolfgang Sander / Julia Haarmann / Matthias Noé
Inhalt

Europawahlen – Chance und Herausforderung für die politische Bildung

Die Parteien im Europawahlkampf

Die Medien im Europawahlkampf

Die Wählerinnen und Wähler

Das Image Europas

Literatur und Links

Die Medien im Europawahlkampf

Die Medien stellen nicht nur zu Wahlkampfzeiten eine der wichtigsten Informationsquellen der europäischen Bevölkerung über die Institutionen und die Politik in Brüssel und Straßburg dar. Insofern haben auch sie einen mehr oder weniger direkten Einfluss auf die Wahrnehmung und Bewertung der Europawahl. Die EU bzw. die Wahlen zum Europäischen Parlament spielen jedoch allgemein eine eher geringe Bedeutung in der Berichterstattung der Medien. Ausnahmen bilden lediglich spezielle Großereignisse, wie beispielsweise die Einführung des Euros. Gemäß einer vergleichenden Analyse des Umfangs der Berichterstattung haben sich im Zeitraum von 1979 bis 2004 mit der Bundestagswahl rund fünfmal so viele Zeitungsartikel beschäftigt wie mit der Europawahl. Die durchschnittliche Anzahl der vor einer Europawahl publizierten Artikel in Printmedien erreicht in diesem Zeitraum nur gut ein Viertel (28 Prozent) der im Vorfeld von Bundestagswahlen publizierten Artikel (vgl. Wilke / Reinemann 2005: 160).

Die Einschätzung einer unzureichenden Berichterstattung wird im Allgemeinen auch von den Bürgerinnen und Bürgern der EU geteilt: In dem im Herbst 2007 veröffentlichten Eurobarometer gab mit insgesamt 48 Prozent eine relative Mehrheit der befragten Europäer an, dass im Fernsehen zu wenig über die Europäische Union berichtet werde; fast die gleiche Wahrnehmung gilt für das Radio, mit 47 Prozent der Befragten. Etwas besser schnitten hier die Printmedien ab, über die mit 36 Prozent nur ein gutes Drittel der Befragten aussagte, sie berichteten zu wenig über die EU (vgl. Eurobarometer 68: 145). In der medialen Berichterstattung spiegelt sich indirekt auch der niedrige Personalisierungsgrad des Europawahlkampfes wieder. Eine Analyse von Wilke und Reinemann (2005: 166) ergab: Im Vorfeld von Bundestagswahlen wurde in zwei Dritteln bis drei Vierteln der untersuchten Zeitungsberichte ein Bezug zu den zur Wahl stehenden Spitzenkandidaten hergestellt. Dies sind dann vor allem die Kanzlerkandidaten, d.h. diejenigen Politiker, die im Falle eines Wahlsiegs das Amt des Regierungschefs übernehmen werden. Ein solches Amt ist bei den Europawahlen nicht zu vergeben. Folgerichtig wird in den Medien vorrangig von den Politikern berichtet, die auf den jeweiligen Listen ihrer Parteien stehen, bzw. diese anführen. Dies geschah zwischen 1979 und 2004 in ca. einem Drittel bis knapp der Hälfte der untersuchten Zeitungsberichte, also deutlich seltener als bei Bundestagswahlen. Dies ist insofern nicht verwunderlich, als die europäischen Spitzenkandidaten der Parteien erstens im Vorfeld der Europawahl kaum bekannt sind und zweitens, wie bereits gesagt, für das Amt eines europäischen Regierungschefs weder direkt noch indirekt durch die Wahl bestimmt werden, da ein solches Amt nicht existiert. Inhaltlich wie personell besitzt die Europawahl somit eine deutlich geringere Attraktivität für die mediale Berichterstattung als die Bundestagswahl.

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Dieses Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung liefert einen Überblick über Geschichte und Struktur der EU sowie Beiträge zu aktuellen Themen und Veranstaltungen.
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