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Online-Publikation: Freie Software im Unterricht
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Ein Vorreiter der Informationstechnologie |

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Kuma Raj Subedi
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Mit Freuden schreibe ich hier etwas zu Ganesha's Project, war ich doch von Anfang an mit involviert. Um es gleich vorweg zu sagen, Marcus, Kiki und Lenny – das Team Nepal – kontaktierten mich und ich übernahm die Rolle des Vermittlers zwischen ihnen und der Schule. Ganz bestimmt war es zunächst für mich nicht leicht, ihre Ideen nachzuvollziehen, nämlich die Schule mit 20 Computern auszustatten und den Kindern das Betriebssystem Linux beizubringen.
Ich glaubte ihnen kaum ein Wort: Ihre Ideen schienen mir einfach lächerlich und komisch. Ich selbst verstand nicht sehr viel vom Umgang mit Computern, und ich hätte auch nie eine dermaßen weitreichende Hilfe von Ausländern erwartet, die vor nunmehr einem Jahr eigentlich nur ihre Ferien hier verbracht haben. Trotzdem wurde dieser Traum Wirklichkeit, durch die unermüdliche Hilfe aller Beteiligten. Was mich angeht, so war die Tatsache, dass ich alle bürokratischen Hürden alleine zu meistern hatte, eine große Schwierigkeit. Dank Ganesha haben wir jedoch alles geschafft! Eine NGO wie diese kann nicht nur in Nepal eine große praktische Hilfe für die staatlichen Schulen in Ländern der dritten Welt sein.
Der Einsatz freier Software wie Linux bringt zusätzlich eine Menge Vorteile in einem solchen Projekt. Nicht alleine die Stabilität dieses Systems und die Tatsache, dass es legal verbreitet werden kann, überzeugte uns. Vor allem, dass es in vielen entwickelten Ländern der Welt ebenfalls verwendet wird war für uns ein großes Plus.
Ich habe vielmehr auch beobachtet, wie die Schüler kreativer wurden und häufiger selbst die Initiative ergriffen. Sie gebrauchen ihren Verstand selbstständiger, als wenn sie nur die Maustasten beim Lernen klicken müssten. Sehr wichtig ist auch, dass die Schule jetzt über eine eigene Datenbank verfügt. Wenn mein Eindruck mich nicht täuscht, läuft sie mit diesem Betriebssystem offensichtlich leichter und schneller.
Das Projekt begann mit einer Gruppe von 47 Schülern der 8. Klasse, sowohl Mädchen als auch Jungen, ohne Diskriminierung. 50% von ihnen lernen so wunderbar, dass sie alles gleich beim ersten Mal verstehen. Da Englisch sowohl die Unterrichts- als auch die Computersprache ist, konnte ich eine Verbesserung der Sprachkenntnisse der Schüler feststellen, in Wort und Schrift. Außerdem bemerkte ich, dass sie in Gruppen zusammen arbeiteten, wobei sie sich gegenseitig halfen, wo sie nicht weiter kamen. Es ist sehr gut, dass sie sich das angewöhnt haben – Jungen und Mädchen zusammen! Normalerweise arbeiten die nepalesischen Mädchen niemals mit den Jungen zusammen. Was das angeht, so war ich Zeuge eines wachsenden Selbstvertrauens in den Schülern, zusätzlich zu ihren Computerkenntnissen.
Für gewöhnlich denkt man hier, dass Eltern, die ihre Kinder in die staatlichen Schulen schicken, einen sehr niedrigen Stand in der nepalesischen Gesellschaft haben. Die meisten Leute halten nicht viel vom Unterricht, der in den staatlichen Schulen gegeben wird, weil nur so wenige Schüler dort einen Abschluss machen - das sogenannte School Leaving Exam (SLC). Deshalb werden Privatschulen vorgezogen, da die privaten Unternehmen weit eher jemanden einstellen, der eine Privatschule besucht hat: Sie denken, dass die Schulabgänger dort bessere Kenntnisse in Englisch und generell in allen Fächern hätten, obwohl das nicht immer der Fall ist. Und aus diesem Grund versuchen Eltern, ihre Kinder um jeden Preis auf eine Privatschule zu schicken. Jedoch hat die Shree Bachhauli Secondary School durch „Ganesha’s Project“ das Vertrauen der Eltern gewonnen. Ihr Ansehen stieg im Vergleich zu dem anderer Schulen der Region. Den Eltern ist klar geworden, dass ihre Kinder etwas Wichtiges lernen, womit sie in der High-Tech-Welt des 21. Jahrhunderts gut zurecht kommen werden: Kenntnisse in IT. Es kamen sogar schon Schüler von anderen Schulen in die Shree Bachhauli Secondary School zu Besuch, weil sie den Umgang mit Computern lernen wollen.
Eine andere gute Wirkung des Projektes ist es, dass es gerade auch den Kindern armer Familien hilft, die eine staatliche Schule in den ländlichen, abgelegenen Gebieten der Region Chitwan besuchen. Da sich die Menschen aus der Unterschicht nicht die teure Ausbildung privater englischer Grundschulen leisten können, schicken sie ihre Kinder zu Schulen wie der Bachhauli Secondary School (BSS), wo die Grundschule, also die Klassen eins bis fünf kostenlos ist. Auch die anschließenden Klassen sind nicht teuer.
Durch das Projekt sind die Schüler auch viel mehr beschäftigt, da der Computer-Unterricht morgens und nachmittags nach der Schule statt findet. Die Eltern sind wirklich sehr froh darüber, ihre Kinder im Computerraum zu sehen, anstatt irgendwo auf der Strasse, wo sie nur Murmeln oder sonst dergleichen spielen und über Müllhaufen springen! Es zeigt sich auch, dass dieses Projekt wichtig und erfolgreich ist wegen seiner praktischen Lehrmethode – in einer Gesellschaft, in der seit ewigen Zeiten theoretischer Unterricht gegeben wurde und immer noch vorherrscht. Natürlich haben die häufigen Stromausfälle, die labile Telefonanbindung (nicht zur Zeit jedoch, denn die Telefonmasten selbst von Bachhauli fielen jetzt dem verrückten, so genannten Bürgerkrieg zum Opfer) und auch der von den Maoisten ausgerufene Streik den Unterricht behindert.
Ungehindert dessen lässt aber die Lernbegeisterung der Kinder dies alles an Gewicht verlieren und unsere Motivation sehr wachsen. Das Projekt wird von den unterschiedlichsten Personen gern gesehen. Es kamen Anfragen, die Büros des VDC (Komitee zur Dorfentwicklung, village development committee), ärztliche Versorgungsstationen und Postbüros ebenfalls auszurüsten. Wir machten jedoch noch keine Zusagen, da in Berlin bisher noch nicht genügend Computer-Hardware gesammelt werden konnte. Sogar die nepalesische Regierung unterstützt das Projekt und erkennt an, dass es positive Veränderungen in den Schulen und Gemeinden bewirken wird.
Die seitens des Finanzministeriums bei der Einfuhr der Hardware ausgestellte Zollerklärung zeigt eine Befreiung von Einfuhrzöllen und Mehrwertsteuer zu 99%, ein deutliches positives Signal der Regierung Nepals für das Projekt. Auch die Ausstellung eines neunmonatigen Lehrervisums seitens der Einwanderungs-behörde zum Preis von 40 US $ pro Person und Monat (und damit 10 US $ weniger als die Touristenvisa und um einiges länger) für die drei freiwilligen Lehrer, auf spezielle Anweisung der Ministerin für Bildung und Sport, ist ein weiteres gutes Zeichen dafür, dass das Projekt auch von offizieller Seite unterstützt wird.
Zusammenfassend kann man sagen, dass mit "Ganesha's Project" in Bachhauli eine positive Entwicklung ihre Wirkung ausstrahlt (weniger physisch, sondern die Ausbildung betreffend, obwohl inzwischen auch eine digitalisierte Bibliothek aufgebaut wurde). Die erfolgreiche Durchführung des Projektes an der Bachhauli Secondary School beweist die Notwenigkeit der Einführung von Informationstechnologie, in Nepal wie in der dritten Welt. Bleiben Schulen dieser Art ohne Unterstützung, wird der Spalt zwischen den entwickelten und den sich entwickelnden Ländern niemals überbrückt werden können!
(aus dem Englischen übersetzt: Candida Coronato) |
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16. März 2010
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Schriftenreihe |
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Freie Software - zwischen Privat- und Gemeineigentum
Freie Software (wie z.B. das Betriebssystem GNU/Linux) ist eines der verblüffendsten Wissensphänomene unserer Zeit. Der Band bietet allgemein verständliche Einführung in die Thematik - auch für Leser ohne technische Vorkenntnisse. |
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