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Medienkompetenz
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Orientierung in der Medienwelt |

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Kinder und Eltern lernen voneinander
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Mädchen vor Monitorwand © Stock.XCHNG / Erik Dungan
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Werfen wir gemeinsam einen Blick auf das nebenstehende Bild. Ein Kind steht ratlos vor der Vielzahl von Bildschirmen und Programmen. Ähnlich ergeht es Kindern und Eltern im gesamten ''Mediendschungel'', wenn nicht bestimmte Orientierungspunkte gesetzt und erkannt werden. Dies ist ein wechselseitiger Prozess zwischen Kindern und Eltern. Kinder benötigen die Orientierung von uns Erwachsenen, um sich in der Medienwelt zunehmend kompetent zu bewegen. Wir Erwachsenen müssen hingegen aufmerksam die Nutzung der Medienwelt unserer Kinder wahrnehmen. Denn daran erkennen wir, welche Bedeutung Medienangebote für unsere Kinder haben bzw. wie kompetent sie Medien bereits nutzen. Kinder verschaffen sich nämlich auf ihre eigene Weise eine Orientierung: Sie spielen Fernseherlebnisse nach, die für sie wichtig sind, stellen Fragen, zeichnen oder sprechen und spielen mit anderen Kindern über ihre Medieneindrücke.
Wir wollen in sechs Schritten überlegen, was zu einem sinnvollen und verantwortungsbewussten Medienumgang dazugehört.
1. Schritt: Sich an die eigene Medienvorlieben erinnern
Um vorschnelle Kritik und pauschale Urteile zu verhindern sollten wir uns zunächst einmal an unsere eigenen Medienvorlieben und den eigenen Mediengebrauch ''von damals und heute'' erinnern. Vielleicht kommen ihnen längst vergessene Situationen oder Mediengeschichten in den Sinn. Manche erinnern sich vielleicht an das Lesen eines Comics unter der Bettdecke und manche an das erste Kinoerlebnis. Nur wenn man sein eigenes Verhältnis zum Mediengebrauch geklärt hat und bereit ist, es laufend zu überprüfen, kann man eine mehr oder weniger vorurteilsfreie Perspektive einnehmen.
2. Schritt: Die Medienvorlieben der Kinder verstehen lernen
Wenn wir uns klarmachen, wie wir selber Medien gerne nutzen oder früher genutzt haben, können wir uns den Medienvorlieben der Kinder verständnisvoller zuwenden. So können wir herausfinden was sie fasziniert und welche Gründe sie dafür haben. Dazu müssen wir uns auf die Interessen der Kinder einlassen und nicht mit pauschalen und schnellen Urteilen die Medienlieblinge der Kinder verurteilen. Gehen wir mit der inneren Haltung an die Medienlieblinge der Kinder heran, dass es sich um den ''letzten Schrott'' handelt, dann werden wir auch keinen ehrlichen Zugang zu der Medienwelt der Kinder bekommen. Setzen Sie sich also aktiv mit den Medienvorlieben auseinander, indem Sie sich die Medien und ihre Inhalte erklären lassen.
3. Schritt: Medien bedienen unterschiedliche Bedürfnisse
Wir Erwachsenen nutzen die verschiedensten Medien, um die unterschiedlichsten Bedürfnisse zu befriedigen. Da werden die Nachrichten angeschaltet, um sich über die Politik oder das Wetter zu informieren, da wird das Autoradio eingeschaltet, um die langweilige Fahrt zu verschönern, da wird der Liebesfilm angeschaut, um in eine andere Welt einzutauchen oder sich zu entspannen und da wird das Handy benutzt, um einen kleinen Geburtstagsgruß zu versenden. Auch Kinder und Jugendliche leben mit der Vielfalt der Medien und nutzen diese aktiv für ihre Bedürfnisse, zum Beispiel
um sich mit anderen auszutauschen, zur Unterhaltung, als Zeitvertreib, zur Entspannung oder auch, um sich zu informieren. Bei genauer Beobachtung können wir vielfach feststellen, dass viele Heranwachsende die Medien aktiv und selbstständig nutzen.
4. Schritt: Kindern eine Orientierung bieten
Neben dem Vertrauen darauf, dass Kinder und Jugendliche die Medien selbständig und sinnvoll nutzen, sind wir Erwachsene jedoch auch verantwortliche Vorbilder für die Heranwachsenden. Unser Verhalten liefert den Kindern eine unmittelbare Orientierung. So wie Eltern mit den unterschiedlichen Medien umgehen, lernen es auch die Kinder – im positiven wie im negativen Sinne. Wenn wir selbst kaum auf eine Fernsehsendung verzichten können, können wir dies auch nicht glaubwürdig von unseren Kindern verlangen. Wer dagegen als Erwachsener auch mal auf eine Sendung verzichten kann, weil gerade ein interessantes Gespräch stattfindet oder das gemeinsame Abendessen noch nicht beendet ist, der kann das Gleiche auch von seinen Kindern fordern. Die nötige Voraussetzung dafür ist, gegenüber sich selbst und auch gegenüber den Kindern ''Nein'' sagen zu können – also den Fernseher, den Computer oder das Videospiel mal zugunsten einer anderen Freizeitaktivität auszuschalten.
5. Schritt: Medien mit den eigenen Kindern genießen und praktisch ausprobieren.
Zum Schluss sollten wir nicht vergessen, dass viele Medien Spaß machen. So wie wir die Welt mit unseren Kindern fantasievoll, interessiert und spaßbringend erkunden, sollten wir es auch mit den unterschiedlichen Medien tun. Gerade der praktische Umgang mit den Medien in der Familie, ermöglicht es den Kindern auch die gestalterischen Möglichkeiten der verschiedenen Medien zu erkennen. Wenn Sie z.B. einen Kassettenrecorder haben, machen Sie doch mal ein Geräuschequiz. Jedes Familienmitglied darf heimlich unterschiedliche Geräusche aufnehmen. Wer errät die meisten Geräusche? Benutzen sie Ihre Videokamera nicht nur zum Dokumentieren Ihrer Kinder, sondern gestalten Sie zusammen mit Ihren Kindern eine kleine Geschichte. Sie können mit der ''Vertonung und Verfilmung eines Bilderbuches'' beginnen und dann eine eigene Geschichte erfinden und aufnehmen.
Durch derartige Aktivitäten erleben Kinder, dass man Medien auch zum Ausdruck eigener Gedanken und Erfahrungen nutzen kann. Medien sind nicht nur zum Konsumieren da, sondern man kann mit ihnen kreativ und gestalterisch umgehen.
6. Urteile und Vorurteile über Medien – die eigene Meinung differenzieren
Fernsehen, Computer und Internet werden gern an den Pranger gestellt, wenn man in der Öffentlichkeit wieder mal von anderen gesellschaftlich-sozialen Ursachen für bestimmte Missstände ablenken möchte. Die vielen Gewaltdarstellungen seien Schuld an aggressivem Verhalten, zum Beispiel an den Schulen; Fernsehen sei ein Zeitdieb, so dass Kinder kaum noch mit ihren Freunden spielen und sich nicht mehr richtig bewegen können; Computer und Internet würden zu einer eingeschränkten Erlebnisfähigkeit führen, da die reale Welt außen vor bleibt. Manches an diesen Vorwürfen stimmt – auf den Einzelfall bezogen. Aber es trifft nicht pauschal auf alle Kinder zu. Nicht nur, dass die Eltern und das gesamte soziale Umfeld eine wichtige Rolle spielen, auch wird gerne übersehen, dass Kinder viel lernen können mit den alten wie mit den neuen Medien über Tiere, fremde Länder, andere Lebensstile, Musik und Sprache.
Wenn wir diese sechs Hinweise beherzigen, dann sind einige Orientierungspunkte markiert, durch die wir ein tieferes Verständnis für die Medienwelt unserer Kinder entwickeln können. Zum anderen finden die Kinder durch unser Handeln mit Medien Hinweise für einen kompetenten, selbständigen und entwicklungsförderlichen Mediengebrauch. |
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10. Februar 2012
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Online-Angebot der bpb |
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HanisauLand
HanisauLand gibt es auch im Netz: Hier finden Kinder Tipps in Bärbels Bücherkiste und Egons Filmpalast, Comics, Kalender und Spiele, und für Eltern und Lehrer gibt es Materialien und Links zu weiteren Kinderseiten. |
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Webseite |
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spielbar.de
spielbar.de informiert über Computerspiele und erstellt pädagogische Beurteilungen. Eltern, Gamer und Pädagogen sind eingeladen, ihre eigenen Beurteilungen, Meinungen und Kommentare zu veröffentlichen. |
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Links ins Internet |
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Ergebnisse einer Befragung über Visionen zur Medienkompetenz
Orientierungshilfen und Datenbanken zum Thema Medienpädagogik und Medienkompetenz
Besprechung von Kindersendungen und medienpädagogische
Ratschläge rund ums Thema Fernsehen |
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Dossier |
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Kinder sehen Krieg
Jeden Tag tragen Medien die Krisen in unsere Kinderzimmer. Wie gehen Jungen und Mädchen damit um? Kindernachrichten aus der ganzen Welt bieten Hilfe. |
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