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Europawahl 2009

Die Violetten, für spirituelle Politik (DIE VIOLETTEN)



Gründungsjahr: 2001

Mitgliederzahl: ca. 1.200

Bundesvorsitz: Gudula Blau / Bruno Walter

Die Partei "Die Violetten, für spirituelle Politik" (DIE VIOLETTEN) wurde 2001 laut eigenen Angaben als "alternative spirituelle Politik im neuen Zeitalter" gegründet. Sie versteht sich selbst als Vertreterin spiritueller Menschen, die ihrer ganzheitlichen Weltsicht in der Politik Geltung verschaffen möchten. Mithin nehmen Spiritualität – verstanden als individuelle Verpflichtung zum Wohle allen Seins – und deren Auswirkung auf Gesellschaft und Politik einen zentralen Platz in der Anschauung und dem Programm dieser postmaterialistischen Partei ein.

Trotz ihres im Parteiprogramm manifestierten Anspruchs, das Gesamtspektrum politischer Themen abzubilden, konzentriert sich die Partei auf wenige Bereiche im innenpolitischen Kontext. Dazu gehören Bildung und Erziehung, Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeit und Umwelt. Zentral ist die Vision einer kooperativen und nachhaltigen Politik, die sich aus gegenseitigem Respekt und gelebter Menschlichkeit speist. Darüber hinaus lassen die Violetten aber andere Politikfelder, wie bspw. die Außen-, Sicherheits- oder auch Forschungspolitik weitestgehend unberücksichtigt.

Die Aussagen der Violetten zur Gesellschaft beruhen auf der Grundannahme, dass die größte Kraft der geistigen Welt die bedingungslose göttliche Liebe sei. Sie ist somit der weltanschauliche Glaubenssatz, der hinter jeder politischen Position steht und als Postulat des Parteiprogramms definiert werden kann. Auf ihrer Website beschreiben die Violetten als ihr Gesellschaftspolitisches Ziel, das Gemeinwesen so gestalten zu wollen, dass jedes Individuum "seiner Seele folgt und dadurch ausgerichtet ist auf die göttliche Liebe im Denken, Reden und Handeln." Das soll durch Meditation und Lichtarbeit ebenso wie durch Öffentlichkeitsarbeit und Parlamentsmandate erreicht werden.

Autor: Dr. Stefan Braun, Universität Lübeck



Sieben Fragen an...

Die bpb hat allen zur Wahl des Europäischen Parlaments zugelassenen Parteien und politischen Vereinigungen 7 Fragen gestellt. Hier finden Sie die Antworten, die kurz und knapp ausfallen mussten.

DIE VIOLETTEN wurden zur Wahl des Europäischen Parlaments 2009 zugelassen. Für den Inhalt der Antworten auf folgende Thesen sind ausschließlich DIE VIOLETTEN verantwortlich:
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Dossier
Die Europäische Union
Die Europäische Union
Für viele ist die EU ein fremdes Gebilde. Dabei wird sie immer wichtiger. Das Dossier bietet einen lexikalischen Überblick: Warum gibt es die Union der 27? Wer macht was in der EU? Und wie sieht die Zukunft aus?
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Thema Zukunft:
Was sind die drei wichtigsten Ziele Ihrer Partei für die Europäische Union?
"Grundeinkommen für alle; direkte Demokratie mit Volksabstimmung und Bürgerentscheiden; ein Friedensvertrag und eine eigene Verfassung für Deutschland"

Thema Wirtschaft:
Mit welchen politischen Maßnahmen will Ihre Partei auf Ebene der Europäischen Union die Finanzkrise bewältigen?
"Aufklärung der Bürger; Förderung von Komplementärwährungen; Abschaffung des Zinssystems; Entwicklung von einer Konsum- zu einer Bedarfsgemeinschaft; Reform des Banksystems hin zur Dienstleistung zum fairen Preis; Mehr Kontrolle über Managementgehälter, um die Identifikation mit dem eigenen Unternehmen zu verstärken."

Thema Umwelt:
Für welche Schritte einer gemeinsamen europäischen Energie- und Klimapolitik würde Ihre Partei sich einsetzen?
"Verantwortungsbewusster und gesundheitsfördernder Umgang mit Ressourcen ohne AKW und Kohlekraftwerken; Förderung freier Energie-Projekte; eine nachhaltige Umweltpolitik."

Thema Außenpolitik:
Welche Ziele verfolgen Sie in der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik?
"Humanitäre Unterstützung von Krisengebieten; Entwicklungshilfeprojekte nur in Zusammenhang mit nachhaltiger Selbsthilfe; Vermeidung von Verschuldung und Ausbeutung (auch im Zielland) - weg von finanzieller bis hin zu materielle Hilfe."

Thema Verbraucherschutz:
Wie möchte Ihre Partei die Verbraucher/-innen im europäischen Binnenmarkt besser schützen?
"Keine genmanipulierten Lebensmittel; kein Hybridpflanzenbau; keine Massentierhaltung; regionale Versorgung."

Thema Haushalt:
Welche Schwerpunkte würden sie in der Ausgabenplanung der EU setzen und wie möchten Sie Ihre Pläne finanzieren?
"Keine Subventionen; angemessene Gehälter; keine Diäten und Steuerersparnisse; Verwaltungskostenreduzierung durch z.B. nur noch einen Sitz in Brüssel und keinen Sitz in Straßburg; ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Europäer; durch die Abschaffung von Subventionen ist alles finanzierbar."

Thema Inneres und Justiz:
Wie will Ihre Partei die Kompetenzen in den Bereichen Inneres und Justiz, zum Beispiel in der Zuwanderungspolitik, zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten regeln?
"Aufklärungsarbeit zur Integration; Trennung von Kirche und Staat; Förderung von Projekten des gesellschaftlichen Miteinander; Resozialisierung und Wiedereingliederung von Straftätern in die Gesellschaft; Aufhebung von Bespitzelungen, Überwachungen und Datensammlungen (Stopp der Angstmache); Mehr Selbstbestimmung bzgl. Einwanderung; Schnellere Einbürgerung vorbehaltlich einer Integrationsprüfung"


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